Informatikstudium

Informatikstudium

Inhaltsübersicht

Studieninhalte & Aufbau des Studiums

Das Informatikstudium gehört zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland, denn mit einem Informatikabschluss kannst du in allen Bereichen arbeiten. Durch die stetige Vernetzung dringt IT immer mehr in unser Leben ein, was natürlich auch Risiken mit sich bringt. IT-Sicherheit, oder auch Cyber Security, ist z.B. ein Studiengang aus dem Bereich Informatik, welcher sich mit diesen Risiken befasst. Es gibt viele weitere Studiengänge in diesem Bereich mit anderen Schwerpunkten. Da den richtigen Studiengang zu finden ist nicht einfach, denn in kaum einem Studiengang ist die Auswahl so groß wie in der Informatik.

Informatik Studiengänge

Informatik

Das “reine” Informatikstudium an der Universität ist wahrscheinlich der bekannteste Studiengang im Bereich Informatik. Die Regelstudienzeit für den Bachelor beträgt hier sechs Semester. Es gibt Universitäten, die einen Numerus clausus (NC) voraussetzen, aber auch Universitäten, an denen das Informatikstudium nicht zulassungsbeschränkt ist. Das Studium lässt sich allgemein in drei Bereiche einteilen, indem dir die Grundlagen gelehrt werden: theoretische Informatik, praktische Informatik und technische Informatik. Ab dem dritten oder vierten Semester kannst du dich dann in eine der drei Richtungen spezialisieren. Typische Module, die dir begegnen werden, sind Systemprogrammierung, Analysis, Lineare Algebra, Algorithmen, Betriebssysteme und Software Engineering. Die Wahl der Uni spielt dabei keine Rolle, es kann jedoch kleine Unterschiede in den Schwerpunkten geben.

Angewandte Informatik

Angewandte Informatik ist bei vielen Studierenden sehr beliebt, weil in diesem Studiengang mehr Wert auf die Praxis gelegt wird. An der Universität studierst du daher Informatik und an Hochschulen Angewandte Informatik. In einigen seltenen Fällen kannst du Angewandte Informatik auch an einer Universität studieren. Die Studieninhalte bei der angewandten Informatik und Informatik sind ziemlich ähnlich, jedoch ist Informatik sehr mathelastig. Dadurch, dass einem alles auf einer abstrakten Ebene beigebracht wird, solltest du dich für Informatik entscheiden, wenn du in die Forschung gehen willst oder es nicht von vornherein komplett ausschließen möchtest. Ist dir wichtig, dass du während des Studiums viel programmierst, ist Angewandte Informatik die bessere Wahl. Bei der angewandten Informatik gibt es zudem einige Module, die du so bei einem Informatikstudium seltener vorfinden wirst. Zum Beispiel Computergrafik, Embedded System oder Kommunikationstechnik und Nachrichtentechnik.

Wirtschaftsinformatik

Als Absolvent eines Wirtschaftsinformatikstudiums arbeitest du an der Schnittstelle zwischen Management und Informatik. Sehr häufig sind deine Aufgaben projektbezogen. Deine IT-Kenntnisse aus dem Studium nutzt du, um wirtschaftliche Prozesse in Unternehmen zu optimieren. Arbeitsgebiete, die du nach erfolgreicher Beendigung des Bachelors einschlagen kannst, sind zum Beispiel IT-Controlling, Software Engineer, Data Scientist, Online-Marketing oder die Unternehmensberatung.

Der Schwerpunkt bei diesem Studiengang liegt nicht in der Informatik, sondern viel mehr bei den wirtschaftlichen Themen. Daher lernst du in diesem Studiengang auch lange noch nicht so viel über die Informatik kennen, wie bei den anderen Informatikstudiengängen.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist keine Fiktion mehr, sondern längst Realität. Deine “Alexa” wird mittels künstliche Intelligenz gesteuert, Videos die dir auf Youtube empfohlen werden, werden durch eine KI berechnet und schon längst gibt es selbstfahrende Autos. Interessiert dich eines dieser Dinge oder Ähnliches, solltest du dir den Studiengang Künstliche Intelligenz genauer anschauen. Dieser Studiengang hat abhängig von der Universität oder Hochschule unterschiedliche Bezeichnungen. Machine Learning, Humanoide Robotik, Data Science oder Mensch Maschine Interaktion sind häufig verwendete Namen. Zu Beginn des Studiums lernst du die Grundlagen der Informatik kennen, aber schnell folgen Module, die spezifisch für den Studiengang sind. Das wären zum Beispiel: Einführung in die künstliche Intelligenz, Visual Analytics, Machine Learning, Autonome Systeme und Deep Learning.

IT-Security

Neben der künstlichen Intelligenz ist IT-Sicherheit eines der wichtigsten wachsenden IT-Bereiche. Auch hier lernst du zuerst die Grundlagen der Informatik kennen, aber auch einige fachspezifische Module sind von Anfang an als Pflichtmodule dabei. Diskrete

Mathematik, Netzsicherheit, Kryptographie, Forensik und Reverse Engineering sind gängige Module, die dir während des Studiums über den Weg laufen werden. Bei der Wahl dieses Studiengangs sollte dir bewusst sein, dass dich Mathematik ständig begleiten wird und die Entwicklung einer Software weniger im Vordergrund steht. Es wird mehr Wert darauf gelegt, dass du verstehst, wie die Dinge im Hintergrund ablaufen. Dieses Wissen wirst du nämlich brauchen, wenn du ein System oder Unternehmen schützen willst.

Typische Module im Informatik-Studium

Anforderungen & Bewerbungsverfahren

Ist Informatik das richtige für mich?

Als angehender InformatikstudentIn solltest du ein grundsätzliches Technikinteresse und Verständnis vorweisen, denn dies macht dein Studienstart deutlich einfacher. Auch ohne ist es sicherlich möglich, nur wirst du es am Anfang dann deutlich schwerer haben.

Auf jeden Fall aber solltest du belastbar sein und eine hohe Frustrationstoleranz aufweisen. Im Studium wird nicht immer alles rund laufen, unabhängig vom Studiengang. In der Informatik wird von dir vor allem folgendes erwartet: abstraktes Denken, Englisch- und Mathekenntnisse. Du musst in der Schule kein Mathe-Ass gewesen sein, aber die Note “ausreichend” solltest du im Abitur bzw. bei deinem Abschluss erreicht haben.

Hast du vorher noch nie programmiert, probiere es aus, um festzustellen, ob es dir Spaß macht. Dies ist ein wichtiges Indiz, ob das Informatikstudium das richtige ist. Auch eine Studienberatung kann dich bei der Wahl des Studiengangs unterstützen. Zudem kannst du Orientierungstests zur Hilfe heranziehen.

Wie kann ich mich vorbereiten?

Programmiersprachen

Ein wesentlicher Bestandteil eines Informatikstudiums ist das Programmieren. Also warum sich nicht einige Grundlagen aneignen oder die vorhandenen Kenntnisse erweitern? An sich spielt es keine Rolle, welche Sprache du lernst. Ist dir aber die Programmiersprache bekannt, die du im Studium verwenden wirst, meist im Modulhandbuch festgehalten, dann lerne am besten genau diese. Ansonsten sind Java (objektorientierte Sprache), C/C++ (meist bei IT-Sicherheit oder Medieninformatik verwendet), SQL (für Datenbanken), Python (Skriptsprache) oder Assembler zu empfehlen. Assembler solltest du dir nur dann anschauen, wenn du schon gut programmieren kannst.

Mathe und Englisch

In den ersten Semestern hast du meistens sehr viel Mathe. Daher lohnt es sich, die Mathekenntnisse aus der Schule vor dem Beginn des Studiums nochmal aufzufrischen. In der Regel gibt es auch Vorkurse für Mathematik und Programmierung, diese solltest du nicht verpassen. Denn diese können, wenn sie gut aufgebaut sind, deinen Start in das Studium enorm erleichtern! Englisch ist insofern wichtig, weil es durchaus sein kann, dass du englischsprachige Lehrbücher lesen musst. In höheren Semestern werden manchmal auch Vorlesungen nur auf Englisch angeboten.

Laptop

Für ein Informatikstudium ist es praktisch, wenn du immer einen Laptop dabei hast, um vor Ort programmieren zu können. Oft sind die Poolrechner an Universitäten/Hochschulen nicht die schnellsten. Zudem gibt es meist nur wenige Rechner, die zur Verfügung gestellt werden. Falls du bereits einen Laptop in den letzten fünf Jahren gekauft hast, mit dem du Alltagstätigkeiten mühelos erledigen kannst, ist dieser auch ausreichend für dein Studium. Im Studium wirst du nie Anwendungen programmieren, die viel Rechenleistung benötigen.

Hast du nur ein Stand-PC, kannst du dir einen billigen Laptop für etwa 400 € besorgen. Bei der Wahl solltest du auf folgende Dinge achten:

  • halbwegs aktuelle CPU
  • SSD mit 500 GB, falls du keine Cloud verwendest
  • Full-HD Auflösung
  • mindestens 8 GB RAM
  • Akkulaufzeit von 5 Stunden im Normalbetrieb

Wie groß dein Laptop ausfällt, ist reine Geschmackssache. Hast du zur Zeit weder einen PC noch einen Laptop, der nicht älter als fünf Jahre ist, ist es eine Überlegung wert, etwas Geld für einen guten Laptop zu investieren.

Berufsperspektiven & Karrierechancen

Berufschancen

Das du als Informatiker auf dem Markt gefragt bist, hast du sicherlich schon öfter gehört. Schließlich sind InformatikerInnen vielfältig und branchenunabhängig einsetzbar. Wie viel du verdienst, hängt davon ab, in welcher Branche du tätig bist und ob du nur den Bachelor oder auch einen Master gemacht hast. Ein Master hat in der Informatik aber nicht automatisch zur Folge, dass du mehr verdienen kannst. Da das Berufsfeld in der Informatik sehr groß ist, gibt es noch eine kurze Vorstellung dreier Berufe.

Softwareentwickler

Als SoftwareentwicklerIn ist deine Hauptaufgabe, Software zu entwickeln inklusive Dokumentation. Aus deiner Software Engineering Vorlesung wirst du vieles täglich anwenden müssen und in den meisten Fällen arbeitest du im Team. Das heißt, es sind auch einige Meetings angesagt. Obwohl du SoftwareentwicklerIn bist, solltest du nicht nur gute Programmierkenntnisse haben, sondern auch Kenntnisse in Hardware.

Webentwickler

Was deine Aufgaben als WebentwicklerIn sind, kannst du dir bestimmt denken. Neben der Entwicklung bist du auch für die Wartung und Pflege von Webseiten verantwortlich. Bei diesem Beruf hast die Möglichkeit auch als Freiberufler gut zu verdienen. Im Idealfall hast du Angewandte Informatik oder Medieninformatik studiert. Zumindest solltest du während deines Studiums deinen Schwerpunkt auf den Webbereich gelegt haben.

IT-Kundenberater

Arbeitest du gerne mit Menschen und hast Informatik studiert, dann könnte die Kundenberatung vielleicht der richtige Job für dich sein. Denn hier sind gute Kommunikationsfähigkeiten gefordert und ein seriöses Auftreten. Kannst du dabei auch noch gut mit Zahlen im Kopf umgehen, ist das umso besser.

Tipps für das Informatikstudium

Zum Schluss gibt es noch einige Tipps, damit deinem erfolgreichen Informatikstudium nichts mehr im Wege steht.

So wie du alles in einer kurzen Zeit schnell in dein Gedächtnis “reinprügelst”, wirst du es auch wieder vergessen. Einige Dinge, die dir beigebracht werden, wirst du aber später in der Berufswelt benötigen.

Regelstudienzeit

Die Regelstudienzeit in technischen Studiengängen einzuhalten, schaffen nur die Wenigsten. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du länger für dein Studium benötigst, so lange es sich in einem Rahmen hält. Lieber studierst du ein oder zwei Semester länger und schreibst dafür ordentliche Noten, anstatt in jeder Prüfung geradeso mit einer 4,0 zu bestehen.

4-Gewinnt

Im Studium mit 4-Gewinnt zu fahren, machen einige Studenten. Das sollte aber nicht dein Ziel sein, einfach irgendwie zu bestehen. An vielen Universitäten ist es üblich geworden, Studierende nur zum Master zuzulassen, wenn diese mit einem entsprechenden Schnitt ihren Bachelor abgeschlossen haben.

Praxis

Als Informatiker solltest du dich auch außerhalb deines Studiums weiterbilden, um immer auf den neuesten Stand zu bleiben. Im Studium lernst du zwar die wichtigsten Grundlagen, doch genügend Zeit, um einige Themen in der Tiefe zu behandeln, bleibt da nicht. In der Berufswelt sind Praxiserfahrungen das A und O. Oftmals sind sie sogar wichtiger als deine endgültige Note im Abschluss. Das kommt natürlich auf die Branche und das Unternehmen an. Versuche daher, für genügend Praxis zu sorgen, vor allem wenn du an einer Universität studierst.

Gehalt

Schaue in unseren Gehaltsreport für Absolventen, mit wie viel Gehalt du rechnen kannst, je nachdem in welchen Täigkeitsbereich zu später gehen möchtest.

Du bist dir noch nicht sicher, ob Informatik der richtige Studiengang für dich ist? Hör doch mal in unseren Podcast "Career to go" rein und lass dich von vielzähligen interessanten Werdegängen inspirieren.


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