Programmieren lernen

- Warum
- Voraussetzungen
- Programmiersprache
- Das Lernen
- Apps & Websites
- Fazit
Inhaltsübersicht
Wir sind an dem Zeitpunkt angelangt, an dem die Digitalisierung so schnell fortschreitet, wie noch nie zuvor. Die COVID-19 Pandemie hat diesen Digitalisierungsprozess erheblich beschleunigt, nicht nur an der Uni, sondern in allen Lebensbereichen. Anwendungen wie Zoom, Microsoft Teams und Skype haben dadurch an hohem Stellenwert gewonnen. Die von Programmierern entwickelten Softwares haben die Umsätze der Firmen durch die Decke schießen lassen. Als Programmierer scheint man also gut Geld verdienen zu können. Doch gibt es noch andere Gründe, warum man Programmieren lernen sollte?
Warum Programmieren lernen?
Jobchancen und Berufswahl
Neben der guten Bezahlung besteht die Möglichkeit zwischen vielen unterschiedlichen Berufen zu wählen. Beispielsweise kannst du als Anwendungsentwickler für Mobile/Desktop Apps oder Webentwickler arbeiten und das fest angestellt bei einer Firma oder auch als Freelancer. Allgemein sind in technischen Berufen Programmierkenntnisse immer von Vorteil, da sie helfen können, die Prozesse hinter einem System besser zu verstehen. Sie sind auch eine gute Grundlage, um sich selbstständig zu machen - egal in welcher Branche.
Interne Arbeitsweise des Computers besser verstehen
Man braucht so manches Wissen über die interne Arbeitsweise des Computers oder Funktionsweise von Netzwerken, um in Programmen Ressourcen zur Verfügung zu stellen oder auf welche zugreifen zu können. Keine Panik, falls du davon noch keine Ahnung hast. Wenn du beim Programmieren merkst, dass dir gewisse Informationen für das Verständnis eines Sachverhalts fehlen, kannst du dir diese einfach aneignen. Weißt du, dass der Computer nur mit 0 und 1 arbeitet, ist das schon mal ein guter Anfang.
Fitness für dein Gehirn
Das Programmieren fördert das abstrakte sowie logische Denken. Das sind zwei Fähigkeiten, die in einigen Studiengängen abverlangt werden. Man spürt das vor allem in den Studiengängen Mathematik, Physik, Philosophie und Informatik. Beim Programmieren wirst du dich immer wieder mit Problemen auseinandersetzen müssen, was dich geistig fit hält. Wer braucht da schon eine Gehirnjogging-App?
Neue Möglichkeiten
Beherrscht du erstmal eine Programmiersprache, steht dir die Open-Source-Welt offen. Das heißt, du kannst an Open-Source-Projekten mitwirken. Ein Vorteil von Open-Source ist, dass du immer weißt, was mit deinen Daten geschieht, weil der Code für jeden einsehbar ist. Des Weiteren kannst du mit Menschen auf der ganzen Welt an einem Projekt arbeiten oder ein Neues starten. Erwähnt werden sollte noch, dass du eigene Softwarelösungen für dein Smarthome implementieren, Routineaufgaben am PC automatisieren oder eine eigene App entwickeln kannst und vieles mehr. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?
Persönliche Voraussetzung
Mathe - kein muss
Wenn man Leute danach fragt, welche persönlichen Voraussetzungen man benötigt, um ein guter Programmierer werden zu können, wird jeder Dritte mit “Mathe verstehen” antworten. Das stimmt aber nicht ganz. Es kommt nämlich immer darauf an, in welchem Bereich du dich spezialisieren möchtest. Interessiert dich Webentwicklung und hier vor allem die Frontendentwicklung sind gute Mathekenntnisse nebensächlich. In der Regel reichen deine Mathekenntnisse aus der Schule aus. Diese solltest du aber halbwegs verstanden haben.
Englisch
Im Gegensatz zu Mathe sind grundlegende Englischkenntnisse sehr wichtig. Bei der Recherche im Internet liefern englische Fragestellungen eine deutlich bessere Trefferquote, weil programmierter Code stark an die englische Sprache angelehnt ist. Je tiefer du in eine Materie eingestiegen bist, umso wahrscheinlicher wird es, dass du nur noch englische Literatur und Lernvideos zu diesem Sachverhalt finden wirst.
Frustrationstoleranz
Eine dritte und die wahrscheinlich wichtigste Eigenschaft überhaupt ist, dass du eine hohe Frustrationstoleranz aufweisen solltest. Hin und wieder wirst du an dem Punkt ankommen, an dem du am liebsten alles hinschmeißen willst. Einfach weil nichts funktioniert, wie es soll. Das sollte dich aber nicht abschrecken. Mit Problemen wirst du überall auf der Welt konfrontiert.
Alter und Geschlecht
Frauen sind keinesfalls die schlechteren Programmierer, auch wenn man das heutzutage noch an manchen Stellen zu hören bekommt. Ganz im Gegenteil: Oft sind Firmen von ihren weiblichen Programmiererinnen begeistert, denn sie bringen häufig frischen Wind in das Unternehmen. Das Alter spielt in der Hinsicht eine Rolle, dass man als junger angehender Programmierer häufig schneller und einfacher lernt als die ältere Generation. Aus dem Grund, dass das Gehirn sich noch in der Wachstumsphase befindet. Das heißt aber nicht, dass man als ältere Person ein schlechterer Programmierer wird. Man wird vermutlich lediglich länger brauchen, um alles zu verstehen.
Technische Voraussetzung
Aus technischer Sicht brauchst du nur einen PC und Texteditor. Ein gewöhnlicher Computer mit dem du deine Alltagsaufgaben, wie Recherche, Surfen und E-Mails checken erledigen kannst, reicht vollkommen aus. Zum Programmieren wird in der Regel eine IDE (integrated development environment) verwendet, weil diese einen deutlichen Komfort gegenüber normalen Texteditoren aufweisen und dich auch beim Code schreiben unterstützen.
Programmiersprachen
Bevor du mit dem Programmieren loslegen kannst, solltest du dich für eine Programmiersprache entscheiden. Es gibt sehr viele unterschiedliche Sprachen, die jeweils für bestimmte Anwendungen besser/schlechter geeignet sind. Du solltest dir also ein Ziel festlegen. Was willst du programmieren? Für den Anfang eignet sich zum Beispiel ein kleines Spiel wie Tic-Tac-Toe oder 4-Gewinnt. An deinem Projekt kannst du die Grundlagen des Programmierens, die du dir als Erstes aneignest in der Praxis direkt anwenden. Die Grundlagen sind unabhängig von der Programmiersprache, welche du lernen möchtest. Es wird aber syntaktische Unterschiede geben. Zum Beispiel, wie ein Befehl heißt.
Das eigentliche Lernen
Grundlagen
Die Grundlagen sind das Wichtigste in der Programmierung, denn darauf baut alles auf. Beherrscht du diese erstmal, wird es dir in Zukunft leichter fallen, neue Programmiersprachen zu lernen. Um dir den Einstieg noch leichter zu gestalten hast du hier eine Liste mit allen wichtigen Grundlagen, die du lernen solltest:
- Variablen und Datentypen
- Datenstrukturen
- Kontrollstrukturen und Operatoren
- Funktionen
- Algorithmen (Sortieralgorithmen)
- Grundprinzipien der Objektorientierung
Beachte, die Grundprinzipien der objektorientierten Programmierung werden nicht von allen Programmiersprachen unterstützt, nur von den objektorientierten Programmiersprachen.
Quellen
Die Verwendung unterschiedlicher Quellen ist enorm wichtig. Dadurch erhältst du andere Blickwinkel auf die Themen, was fördernd für ein gutes Verständnis ist. Sehr empfehlenswert sind Kurse und Fachliteratur, auch wenn du hier manchmal zur Geldbörse greifen musst.
Durch Fachliteratur stellst du sicher, dass du dir nichts Falsches aneignest, was bei Youtube und Internetrecherche der Fall sein kann. Besonders als Anfänger kannst du das schlecht beurteilen. Frage daher bei Verwendung dieser Quellen immer eine Person, die sich in dem Bereich schon auskennt. Sie kann dir mitteilen, ob die Quellen geeignet sind. Der wesentliche Gewinn eines Kurses ist, dass du durch die wichtigsten Themen durchgeführt wirst, passende Übungsaufgaben erhältst und bei Fragen immer eine Ansprechperson hast.
Learning by Doing
Beim Programmieren passt der Spruch “Learning by Doing” so gut wie kein anderer. Daher lässt sich das Coden gut mit dem Auto fahren vergleichen. Nur weil du die Theorieprüfung bestanden hast, heißt das nicht, dass du auch Auto fahren kannst. Ohne Praxisstunden wird das nichts. Genauso wichtig ist es regelmäßig zu Üben, gerade am Anfang. Da bringt dich schon eine Stunde täglich sehr weit.
Geheimtipp: Programmiere auch mal auf einem Blatt Papier. Das hilft dir, die grundlegenden Befehle einer Sprache zu verinnerlichen, weil du keine unterstützende IDE hast. Es wird also auch das Verständnis des Sachverhalts gefördert, weil du nicht immer solange alles ausprobieren kannst, bis keine Fehler mehr vorhanden sind.

Nützliche Apps und Webseiten
Kommen wir nun zu einigen nützlichen Apps und Webseiten, die du verwenden kannst, um eine Programmiersprache zu lernen oder die als Nachschlagewerke dienen. Die hier genannten Quellen eignen sich, um mehrere Sprachen zu lernen. Es gibt natürlich sehr viel mehr gute Seiten/Apps auch speziell für eine Sprache.
Code Academy
Code Academy gehört zu den bekanntesten Plattformen zum Lernen von Programmiersprachen. Hier hast du die Möglichkeit HTML, CSS, Python, Java und vieles mehr zu lernen. Neben der Theorie gibt es zahlreiche Übungen um das gelernte direkt praktisch anzuwenden und auch sehr gute Beispiele. Die meisten Kurse sind kostenlos. Will man uneingeschränkt Zugriff zu allen Kursen haben, kann man auf Pro upgraden, was dich dann 18 € (Stand 08/2020) im Monat kostet. Code Academy ist sowohl als Webseite als auch App verfügbar.
Udemy
Udemy ist eine beliebte Online-Kursplattform, auf der du Kurse belegen oder auch für andere anbieten kannst. Einige Kurse sind kostenlos, die Mehrheit jedoch kostenpflichtig. Die Preise sind hierbei pro Kurs festgelegt.
Mozilla Developers Network
Mozilla Developers Network ist ein Wiki, mit verschiedensten Ressourcen rund um Webtechnologien. Jeder hat die Möglichkeit einen Beitrag zur Entwicklung des Wikis zu leisten. Daher finden sich hier Informationen für Anfänger bis hin zum Profi.
Youtube
Auf Youtube findet man zahlreiche Videos zum Thema Programmieren. Die Qualität reicht hier von schlecht und falschen Information bis hin zu sehr guten Beiträgen. Daher sollte Youtube definitiv nicht deine erste Anlaufstelle sein. Willst du Youtube trotzdem verwenden, dann ist der deutsche Youtube Kanal von Morpheus empfehlenswert. Dieser Youtuber hat selbst Informatik studiert und daher sind die Inhalte auch mit größerer Sorgfalt aufbereitet. Morpheus deckt viele Themen der Informatik ab. Neben ihm kannst du dir auch Vorlesungsaufzeichnungen von Universitäten anschauen. Diese sind auch fehlerfrei.
LinkedIn Learning
Für diese Lernplattform benötigst du ein LinkedIn-Profil. Dieses ist kostenlos und bringt auch Vorteile bei der Suche nach Praktika oder deinem ersten Job, egal in welcher Branche. Die meisten Unis stellen auch über das eigene Unikonto ein Zugang zur Verfügung. Auf LinkedIn Learning findest du zahlreiche Videos aus dem Bereich IT. Weitere Gebiete wie Zeitmanagement, Unternehmensführung und vieles mehr werden auch abgedeckt. Für abgeschlossene Kurse hast du die Möglichkeit, Zertifikate zu erhalten. Diese bescheinigen aber nur, dass du einen Kurs beendet hast, nicht wie gut. Die Videos auf der Plattform stammen von IT-Kräften aus führenden Unternehmen und Professoren.
Stackoverflow
Die letzte Quelle, die hier vorgestellt werden soll, ist Stack Overflow. Hier kannst du Fragen zu deinen Problemen in einer Programmiersprache stellen und erhältst Antworten von der Community. Die meisten Antworten lösen immer die gestellte Frage, sind aber nicht immer die beste Art das Problem zu lösen. Daher solltest du bevor du Code-Snippets übernimmst dich immer kritisch mit dem Lösungsvorschlag auseinandersetzen und sicherstellen, dass du verstanden hast, was der vorgeschlagene Code tut.
Fazit
Programmieren ist ein Lebensprozess, da die Technologie stetig im Wandel ist und du nicht von heute auf morgen lernst, wie ein Programmierer zu denken. Der Einstieg mag sich wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlen, aber hoffentlich konnte dir mit dem Text geholfen werden, herauszufinden, was wichtig ist, wenn du Programmieren lernst. Denke immer daran, die oberste Regel lautet: “Learning by Doing” und nichts geht ohne solide Grundlagen. Viel Spaß beim Programmieren!
Falls du neben dem programmieren noch studierst und nach dem perfekten Lernunterlagen für dein Studium suchst, dann schau doch mal bei Studydrive vorbei.
Hier findest du viele, viele kostenlose Lernunterlagen, Übungsblätter, Altklausur-Lösungen und kannst dich mit anderen Studis austauschen.