Ein Social-Media-Detox hat mehr Vorteile als du denkst

Ein Social-Media-Detox hat mehr Vorteile als du denkst

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So ziemlich jeder von uns kennt das: da möchte man eigentlich nur mal kurz die neuesten Inhalte auf Facebook, Instagram und Co. überprüfen. Doch während wir durch die virtuelle Welt scrollen vergessen wir völlig die Zeit und so wird aus „mal eben schnell“ dann plötzlich doch eine Stunde.

Es wird uns aber auch nicht gerade leicht gemacht, denn quasi in Dauerschleife werden wir mit News überflutet und so hängen wir, viel länger als uns eigentlich gut tut, vor dem Bildschirm um ja nichts zu verpassen. Social Media Detox soll dir helfen einen bewussteren Umgang mit sozialen Medien zu finden, indem du für einen gewissen Zeitraum, entweder teils oder sogar vollständig auf soziale Netzwerke verzichtest. Wie das funktionieren kann erfährst du im Folgenden.

Wie du deine Social Media Auszeit angehen kannst

Aller Anfang ist schwer, aber es lohnt sich, dich zunächst einmal ernsthaft mit deinem eigenen Nutzerverhalten bzw. deinem Konsum sozialer Medien auseinanderzusetzen. Oftmals ist einem nämlich überhaupt nicht bewusst wie viel Zeit wir tatsächlich Tag für Tag vor dem Bildschirm und insbesondere in sozialen Netzwerken verbringen. Einen ersten Anhaltspunkt kann der Blick ins Smartphone liefern, denn bei vielen Geräten kann man sich inzwischen detailliert die Bildschirmzeit anzeigen lassen, also die Zeit, die du im Laufe des Tages vor dem Smartphone sitzt. Je nach Handy wird dabei auch aufgeführt, welche Apps die meiste Zeit verschlingen. Bietet dein Smartphone diese Funktion nicht, könntest du dir alternativ eine Tabelle, zum Beispiel in Excel anlegen, und so dein Nutzerverhalten festhalten. Anhand dieser Ergebnisse geht es nun an die entscheidende Frage: Wie möchtest du deine Social Media Auszeit gestalten. Hier sind durchaus verschiedene Optionen denkbar:

Radikaler Verzicht

Die vermutlich drastischste Maßnahme ist es, von jetzt auf gleich vollständig auf jegliche Social-Media Plattformen zu verzichten. Zugegeben, das ist gar nicht so einfach, einmal weil wir oftmals auch aus beruflichen oder universitären Gründen auf diese Netzwerke zugreifen, aber eben auch, weil es immer schwer fällt Gewohnheiten so plötzlich abzulegen. Vermutlich wirst du dich daher am Anfang öfter mal dabei ertappen, wie der Finger am Bildschirm doch wie automatisiert die App aufsuchen möchte, die du dir selbst verboten hast. Um gar nicht erst in Versuchung zu geraten, kannst du vorbeugen und die betreffenden Apps entweder vom Smartphone löschen, oder alle gesammelt in einen gesonderten Ordner verschieben, der für den Zeitraum deines Social Media Detox unangetastet bleibt. Vielleicht hilft es dir auch, dich bei allen Apps auszuloggen, öffnest du diese dann doch mal aus der Gewohnheit heraus, stolperst du zunächst über den Login und solltest dich spätestens dann an dein Vorhaben erinnern.

Bedingter Verzicht

Du möchtest deinen Konsum zwar einschränken, aber nicht gleich mit der „Vorschlaghammer-Methode“ rangehen? Dann solltest du zunächst für dich heraus filtern, auf welche der Apps du vorerst verzichten möchtest. Hier könntest du diejenigen Plattformen wählen, auf denen du tagsüber die meiste Zeit verbringst, oder die du am häufigsten öffnest. Vielleicht ist dir eine Plattform aber auch besonders wichtig, weil du dort womöglich regelmäßig wichtigen Content für dein Studium erhältst, dann macht es durchaus Sinn diese App zu behalten, dich aber (zumindest vorerst) von allen anderen zu verabschieden. Ob Messenger Dienste dazu gehören sollte dabei jeder individuell für sich entscheiden. Brauchst du WhatsApp zum Beispiel regelmäßig, weil der Dienstplan für deine Arbeitswoche dort hochgeladen wird und auch spontane Änderungen darüber kommuniziert werden, oder hast spezielle Uni-Gruppen in denen ihr euch über Vorlesungsinhalte austauscht, dann ist es vermutlich eher kontraproduktiv auch diese App zu verbannen. Auch hier gilt, alles von dem du dir eine Pause nehmen möchtest, kannst du entweder deinstallieren, oder in einen gesonderten Ordner verschieben.

Reduktion der Social Media Zeit

Wenn du nicht vollständig auf bestimmte Apps oder Netzwerke verzichten möchtest, dann empfiehlt es sich, statt der Auszeit, ein bestimmtes Tages-Kontingent an Social Media Zeit festzulegen. Daran solltest du dich dann natürlich auch bestmöglich halten. Wie viel Zeit du dir selber einräumen möchtest, kannst du am besten von deinem vorherigen Nutzerverhalten abhängig machen, empfohlen wird jedoch maximal 30 Minuten am Tag in sozialen Netzwerken zu verbringen. Du kannst dich, von Woche zu Woche, diesem Tagesziel nähern, so musst du auch hier nicht abrupt deine Gewohnheiten ändern. Am besten gelingt dir der Verzicht, wenn du in den Momenten, die du sonst gerne zum Smartphone gegriffen hast, stattdessen andere Dinge tust. Statt bspw. auf der Fahrt zur Uni mit Bus und Bahn zum Handy zu greifen, könntest du das Buch lesen, welches seit Weihnachten sein Dasein im Bücherregal fristet, oder einfach abschalten und deine Umgebung betrachten, die bislang ungesehen an dir vorbei gezogen ist. Vielleicht entdeckst du auch ganz neue Dinge die dich interessieren und bei denen du abschalten kannst, wenn du zum Beispiel eine Pause vom Lernen machst.

Wie lange macht die Social Media Auszeit Sinn?

Das lässt sich nicht pauschalisieren, immerhin nutzt jeder die sozialen Netzwerke anders und hat auch ein anderes Durchhaltevermögen als vielleicht die beste Freundin, oder der beste Freund. Im Internet liest man meist von ein bis zwei Wochen Auszeit, es gibt aber auch diejenigen die einen ganzen Monat oder sogar noch viel länger auf jegliche Social Media Kanäle verzichten. Hier gilt, mach so, wie du es für richtig empfindest. Vielleicht kannst du zunächst mit einer Woche starten und evtl. später dann deine Auszeiten erweitern. Das eigentliche Ziel sollte dabei jedoch immer sein, dass du insgesamt einen bewussteren Umgang mit sozialen Netzen lernst. Jemand der abnehmen möchte, muss auch langfristig seine Gewohnheiten ändern und am Ball bleiben. Genauso sieht es hier aus, was nützt eine Woche Verzicht, wenn du danach in alte Muster verfällt und doch wieder stundenlang vor dem Handy sitzt?

Was bringt mir die digitale Auszeit?

Du wirst schnell merken, dass du mehr Zeit für wesentlichere Dinge hast und dabei fokussierter bist, sei es beim Lernen oder auch in der Freizeit mit deinen Freunden. Wandert der Blick nicht immer zum Smartphone, nimmst du deine Umwelt bewusster wahr und bist viel aufnahmefähiger, als wenn alles parallel und nur nebenher läuft. Hier empfiehlt es sich auch konsequent die Push-Benachrichtigungen der Apps auszuschalten, die ohnehin nicht wichtig sind. Denn auch wenn man es eigentlich nicht möchte, lenkt jede eingehende Nachricht ab und verleitet einen, den Blick doch „mal eben schnell“ aufs Smartphone zu richten. Am Anfang mag dir dieser bewusste Verzicht womöglich noch schwer fallen, doch in der Regel gewöhnt man sich nach und nach daran und wird mit der Zeit entspannter. Insbesondere auch deshalb, weil nicht mehr der Druck „etwas zu verpassen“ auf dir lastet. Manchmal ist uns vermutlich gar nicht bewusst, mit wie viel nichts sagenden und belanglosen Inhalten wir uns tagtäglich befassen, die auch noch irgendwie verarbeitet werden müssen und für die eigentlich gar kein Raum ist. Dabei wird uns vielfach eine glänzende Idealwelt vorgeführt, die den ein oder anderen davon ablenkt mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein.

All das schlägt, wenn auch nicht direkt oder bewusst, aufs Gemüt und wirkt sich insgesamt negativ auf uns aus. Dabei könnten wir viel entspannter und mehr auf uns fokussiert sein, wenn wir nur genügend Abstand zu dem finden, was uns im World Wide Web vorgeführt wird, und wir uns nicht im ständigen Vergleich mit anderen sehen würden. Vielleicht merkst du bald auch, dass sich dein Schlafverhalten ändert, weil du nicht mehr einem ständigen Dauer-Input ausgeliefert bist, der dich innerlich stresst, ohne, dass du selbst es merkst. Schon deshalb solltest du unmittelbar vor dem schlafengehen auf dein Smartphone verzichten und dieses, wenn möglich auch aus dem Schlafzimmer verbannen, den inzwischen weiß man, dass Handys nachweislich den Schlaf stören. Fällt es dir trotz gutem Willen und aller Vorsätze schwer dein Smartphone kontrolliert zu nutzen, dann kannst du dir Bildschirmzeiten einrichten, die die Nutzung nur in einem gewissen Zeitraum erlauben. Ein weiteres Hilfsmittel bieten zahlreiche Apps, wie bspw. „Forest“, die dich für deine Handy-Auszeit mit virtuellen, und bei entsprechendem Durchhaltevermögen, sogar mit real gepflanzten Bäumen belohnt.

Handy- bzw. Social-Media-freie Zeiten sind also gar nicht so verkehrt, um den ohnehin stressigen Alltag ein wenig zu entschleunigen. Der erste Schritt zu einem bewussteren Umgang mit den vielfältigen Medien beginnt dort, wo wir unser eigenes Nutzerverhalten kritisch hinterfragen und, falls nötig, in die richtige Richtung anpassen.


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