Health and Mental Well Being im Studium

Health and Mental Well Being im Studium

Dass das Studium nicht gerade immer stressfrei verläuft, ist den meisten Menschen und Studieninteressierten bereits vor dem Studium klar. Es liegt in der Natur des Menschen, eine gewisse Abneigung gegen die etlichen Prüfungen, die gefühlt unendlich langen Vorlesungen und die großen Menschenmassen an der Uni zu empfinden. Zudem entstehen bei gescheiterten Prüfungen bei so gut wie allen Studierenden Ängste, Sorgen und zusätzlicher Druck. Die psychische Belastung nimmt zu, da der Studierende durch Fehlversuche hinter dem eigentlich geplanten Studienverlaufsplan “hinterherhinkt”. Die Gefahr vor dem Nichteinhalten der Regelstudienzeit steigt. Daher kämpfen immer mehr Studierende weltweit mit Ängsten, Depressionen oder anderen psychischen Störungen, welches wiederum einen negativen Effekt auf die allgemeine Gesundheit hat.

Jedes Individuum hat eine unterschiedliche Stressresistenz. Damit ist gemeint, dass manche Personen mit Stress besser umgehen können und manche weniger gut.  Fakt ist, dass der falsche Umgang mit Stress einer der vorrangigen Gründe für das Entstehen gesundheitlicher Probleme ist. Zu den üblichen Erkrankungen, die durch Stress verursacht werden, zählen: Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes, Magen-Darm-Erkrankungen sowie Burnout und Depression. Da Studierende wenig Einfluss auf ihren Workload haben, da der Stoffumfang von den jeweiligen Professoren bestimmt wird, ist es umso wichtiger richtig mit Stress umzugehen, um die psychische und körperliche Gesundheit aufrechtzuerhalten. Denn nur mit einem starken Geist und einem gesunden Körper ist man in der Lage, sich großen Herausforderungen zu stellen und zu meistern. Worauf man bei der Gesundheit während des Studiums achten sollte, wollen wir dir jetzt vorstellen. 

Teil 1: Studien zum Thema Stressempfinden & psychisch erkrankten Studierenden 

Zahlen und Fakten zum Stressempfinden von Studierenden 

  • Bei einer Online Befragung von der Universität Hohenheim und Potsdam bezüglich des Stressempfindens beim Studieren gaben 53% aller Studierenden an, dass sie ein hohes Stresslevel empfinden.
  • Diese Studie wurde mit im Jahre 2016 mit 18.000 Studierenden durchgeführt. Es wurde darauf geachtet die Studie möglichst breit anzulegen, um möglichst viele Hochschulformen, Studiengänge, Regionen und Abschlussarten abzudecken. 
  • Zum Vergleich: Zu etwa diesem Zeitpunkt lag das hohe Stressempfinden bei Arbeitnehmern bei ca. 50%. 
  • Daraus lässt sich also ableiten, dass die Studierenden gestresster sind als der Durchschnitt der Erwerbstätigen in Deutschland!

Was sind die Gründe für das hohe Stressempfinden?  

Als einen der primären Gründe für das hohe Stressempfinden gaben Studierende an, dass ihnen besonders der “hochschulbezogene Stress” belastet.  Dazu zählt die Prüfungsvorbereitung, das Schreiben der Abschlussarbeit, die Arbeitsbelastung und der umfangreiche Stoff in den Modulen. Zudem gaben viele an, dass sie zu hohe Erwartungen an sich selbst haben. 

Was ist das Ergebnis der Studie? 

  • Das Stressniveau überdurchschnittlich hoch.
  • Das Ergebnis der Studie zeigt außerdem, dass die Studierenden Stress mit Leistungsdruck, Angst vor Überforderung und Erwartungsdruck in Verbindung bringen. 
  • Besonders interessant ist, dass zwischen Geschlechtern, Hochschulformen, Studiengängen und Regionen bezüglich des Stressempfindens große Unterschiede existieren.

Zusammengefasst, ist die Studie zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Geschlecht:

  • Frauen empfinden ein höheres Stressniveau als Männer.

Uni vs. FH:

  • Studierende an FHs sind gestresster als Studierende an der Uni oder an dualen Hochschulen.  
  • Staatliche Hochschulen werden als stressintensiver empfunden als private Hochschulen. 
  • Bachelorstudierende besitzen ein höheren Stressniveau als Studierende im Master oder einem Studiengang im Staatsexamen!

Studiengänge im Vergleich:

  • Bei folgenden Studiengängen findet man die am stärksten psychisch belasteten Studierenden: Informatik, Tiermedizin oder Kunst. 
  • Folgender Studiengang wird am angenehmsten bzw. am entspanntesten empfunden: Sportwissenschaften

Region:

  • Studieren in Nordrhein-Westfalen oder in Baden-Württemberg ist stressiger als in Schleswig-Holstein, Brandenburg oder Bayern. 
  • In Rheinland-Pfalz findet man die am wenigsten gestressten Studis. 

Nebenjob:

  • Studierende mit Nebenjob sind weniger gestresst als Studierende ohne Nebenjob. 

Die positive Neuigkeit, die die Studie lieferte, ist:

  • Die Mehrheit der Studierenden ist in der Lage im Studium (Prüfungsvorbereitung, Abgaben, Präsentationen. Prüfungssituation, ...) mit dem Stress umzugehen.  

Gründe für die psychische Belastung vor und während des Studiums 

  • Menschen, die sich dazu entschließen zu studieren, befinden sich in einer biographisch krisenanfälligen Übergangsphase zwischen dem Jugendalter und dem Erwachsenensein. Zentrales Thema ist die Identitätsbildung für die Suche nach der Orientierung. Diese Phase wird geprägt durch viele aufeinanderfolgende Herausforderungen, wie zum Beispiel …
  • die Ablösung von der Familie, 
  • dem “alten” sozialen Netzwerk, 
  • Selbstorganisation, 
  • Leistungsanforderungen, 
  • zahlreiche Prüfungen ⇒ “Studierende empfinden ihr Studium als reine Abfolge von Prüfungen und verspüren stetig wachsenden Druck.”
  • Versagensängste
  • Zukunftsängste
  • und dem Übergang in das richtige Berufsleben. 

Kurz gesagt, treten in kurzer Zeit viele Veränderungen ein, die die Psyche belasten.

Zahlen und Fakten zu psychisch erkrankten Studierenden

Laut einer Studie der WHO, lag die Quote von psychisch erkrankten College-Studierenden bei 20,3 Prozent. Zu einem ähnlichen Ergebnis, im Jahre 2017, kam das “Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), FU Berlin und die TK”, die mit der “Studie zur Gesundheit Studierender in Deutschland” auf einen Ergebnis von ca. 25% kamen. 

  • Das bedeutet, dass jeder vierte Studierende in Deutschland gestresst ist.
  •  Aus einer Barmer Studie von 2018 ging hervor, dass das Studium nicht gesundheitsförderlich ist. 
  • Begründet wurde die Hypothese dadurch, dass ältere Studierende eine deutlich höheres Risiko haben, an einer Depression zu erkranken als Studienanfänger. 
  • Außerdem ist die Menge an Verschreibungen von Antidepressiva und anderen Psychopharmaka bei Studierenden höher als bei den Nicht-Studierenden. 

Ein weiteres Indiz für eine zunehmende Belastung zeigt sich in den Zahlen der psychologischen Beratungsdienst an den Universitäten und Fachhochschulen wieder, die trotz Kapazitätserweiterungen die Nachfrage von Beratungsterminen nicht decken können.  

Teil 2: Maßnahmen, Förderung von Gesundheit

Mögliche Maßnahmen zur Dämpfung der steigenden psychischen Erkrankungen bei den Studierenden

Auf institutioneller Ebene sollte man folgende kritische Frage stellen: 

Ist es erstrebenswert angesichts der komplexen Problemlage der Welt, zukünftige Entscheidungsträger einzustellen, die lediglich gelernt haben, wie schnell und gut man durch das Prüfungssystem kommt? 

A. Eine Awareness schaffen

  • Es ist absolut gesundheitsförderlich eine sogenannte Awareness bezüglich der Regelstudienzeit zu schaffen. 
  • Das Ziel, das Studium innerhalb der Regelstudienzeit zu schaffen, hat unter den meisten Studierenden, auch wenn sie es nicht gerne zugeben, einen großen Stellenwert. Jeder Studierende, welcher mit dem Studium beginnt, hat sich das Studieren in der Regelstudienzeit zum Ziel gesetzt. 
  • Zum gleichen Zeitpunkt erschaffen sie künstliche Belastung, die sich erhöht, sobald sie merken, dass die Zielerreichung bei nicht bestandenen Klausuren weiter in die Ferne rückt. Daher ist ein klares Setzen eines Signals seitens der Hochschule sehr wichtig. 
  • Die Regelstudienzeit ist keine Verpflichtung, sondern eine Kann-Option. Studierende sollten die Regelstudienzeit eher als Mindeststudienzeit oder Orientierungshilfe ansehen, von dem jeder abweichen und sein eigenes Studientempo bestimmen kann. Dies wäre eine präventive Methode, um aufbauenden Stress zu vermeiden.  

Psychoedukative Maßnahmen

  • Mittels psychoedukativen Maßnahmen soll erreicht werden, dass Krisen aufgrund der falschen Gestaltung des Studiums und des Arbeitsalltag, möglichst gut vermieden werden können. 
  • Institutionen, Hochschulen und Universitäten, die viel fordern, müssen auch in der Lage sein zu fördern. 
  • Das bedeutet, dass Institutionen sich in der Fürsorgepflicht sehen sollten, die Rahmenbedingungen für ein psychisch gesund bewältigendes Studium zu schaffen. 

Psychologische Beratungsdienste erweitern 

  • Eine weitere Maßnahme wäre die Umfangserweiterung der psychologischen Beratungsdienste im Hinblick auf die präventive Arbeit. 
  • Psychische Störungen oder Erkrankungen sollten erst gar nicht entstehen. Symptome, Probleme oder Beschwerden können frühzeitig erkannt und bekämpft werden, um Kollateralschäden zu vermeiden. 
  • Studierende sollten nicht mit einem negativen Gedanken bzgl. des Studiums starten, sondern imstande sein wirklich Spaß und Interesse am Studieren zu empfinden. 
  • Als Vorbild können hierbei die an den US-Hochschulen etablierten und personell gut ausgestatteten Mental-Health-Center sein. 
  • Diverse Kurse zum Thema Mentale Gesundheit, Stressmanagement. Meditation anbieten
  • Ein weit unterschätztes Tool, um die mentale Gesundheit zu stärken, ist das richtige Training und das Wissen darüber. 
  • Durch vielfältige Kursangebote und Coachings zum Thema Meditation, Stressmanagement, mentale Gesundheit, Selbstorganisation, Arbeitsorganisation kann der Studierende neues Wissen erlangen, das er für die Bewältigung des Studiums nutzen kann. 
  • Dies erfordert eine Investition seitens der Hochschulen, die die richtigen Ansprechpartner, Trainer etc. einstellen müssen.  
  • Zudem hat dies einen positiven Effekt für das spätere berufliche und persönliche Leben, da der Studierende lernt mit großen psychischen Belastungen umzugehen weißt.  

Teil 3: Studieren unter Corona-Bedingungen inklusive Maßnahmen, um psychisch fit zu bleiben

Wie psychisch belastend ist die Lehre unter Corona-Bedingungen?

Für viele Semester ist das Wintersemester 2020/21 das bereits zweite Online-Semester in ihrem Studentendasein. Vorlesungssäle, Mensen, Bibliotheken, Sport- und Kulturzentren blieben geschlossen. Dies hat immense Auswirkungen auf die Performance der Studierenden. 

Laut eines veröffentlichten Berichts von der Online Befragung Stu.diCo gibt es erste Ergebnisse für das Wohlbefinden, die Sorgen, die Ängste und die Motivation der Studierenden. An der Studie nahmen von allen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland, insgesamt 3000 Studierende teil. 

Das Ergebnis zeigt, dass die Bewertung des Online-Semesters unterschiedlich ausfällt. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen: 

A. Höhere Arbeitsaufwand durch die Online-Lehre

72,4% aller Befragten gaben an, dass die Arbeitsbelastung höher sei als bei einem gewöhnlichen Präsenzsemester. Ursache dafür sind die zunehmenden Abgaben, Präsentationen, die während des Online-Semesters anfallen. 

Wunsch nach einem weiteren Online-Semester?

Nach der Frage, ob sich die Studierenden ein zusätzliches Online-Semester wünschen würden, lehnten ca. 60% der Befragten dieses Angebot ab. Zudem gaben 50% aller Studierenden an, dass sie sich vorstellen könnten ihr Studium zu verlängern, mit der Bedingung, dass das Studium kostenneutral wäre. 

Challenges in der Home-Learning Situation 

Zu den belastenden Faktoren zählt die fehlende Infrastruktur (Mensa, Lernraum, Bibliothek…), die fehlende soziale Interaktion (Kommilitonen, Bekanntschaften, …), die Notwendigkeit, sich um andere Familienmitglieder zu sorgen sowie der fehlende Platz zum ungestörten Arbeiten. Weitere Faktoren, die die Studierende stark belasten ist die Einsamkeit, Ablenkung, technische Einschränkung und die fehlende persönliche Betreuung der Dozenten. 

Chancen der Online- Lehre

Positiv hingegen ist das Wegfallen der Anfahrtswege zum Fachbereich, die erhöhte Flexibilität in der Zeitgestaltung, die Zeitersparnis und das Kennenlernen von neuen digitalen Kursen und Angeboten. 

Finanzieller Druck 

Gemäß der Befragung wirkte sich bei 52 der Studierenden die Pandemie nicht aus. 37% der Befragten gaben an, dass ihre Einnahmen sich verringert haben und ungefähr 44 Prozent der Hörer machen sich insgesamt über die Finanzierung ihres Studium Sorgen.

Betrachtet man die Zahlen, stellt man fest, dass sich fast die Hälfte aller Studierenden finanzielle Sorgen machen. Bei finanziellen Schwierigkeiten gibt es laut dem Hochschul-Informations-System, welches 2019 insgesamt 2500 Studienabbrecher befragt hat, höhere Abbrecherquoten. Ein Nebenjob beansprucht zusätzlich Zeit, aber das zusätzliche Geld ist für die meisten Studierenden essentiell, da vielen finanziell von ihren Eltern nicht unterstützt werden.

Zusätzlich belastet Corona viele Studierende mit Existenzängsten sowie Einsamkeit, gesundheitliche Sorgen, Stress und finanzielle Probleme wirken sich auf die psychische Gesundheit aus.   

Studienalltag ohne soziale Interaktion 

Überwiegend wird der Stillstand des sozialen und kulturellen Austausch beklagt. Viele Studierende vermissen das Campusleben und den Kontakt zu anderen Studierenden. Ca. 50% vermissen den Austausch mit Lehrenden. 

Zu den oben genannten Sorgen, gab es auch viele Studierende, die das Corona-Semester als sehr gut empfunden haben. Laut Aussagen, war dies das beste Semester in ihrem bisherigen Studienverlauf. Andere wiederum behaupten, dass sie den Spaß am Studium verloren haben.  

Maßnahmen, um während der Corona-Zeit psychisch fit zu bleiben

Den Tag strukturieren

Der Tag sollte möglichst gut durchstrukturiert bleiben, da durch den Wegfall von Freizeitaktivitäten und Terminen viele Lücken entstehen, die evtl. zu Langeweile oder Orientierungslosigkeit führen. Zum jeden Morgen sollte ein fester Plan mit den Tageszielen feststehen.

Den eigenen Fokus steuern

Um den Stimmungstief effektiv zu bekämpfen, sollte man sich am Ende des Tages bewusst machen, was innerhalb des Tages, trotz aller Komplikationen und Widrigkeiten, gut gelaufen ist, bzw. wie viel erreicht worden ist. Dies können kleine Dinge sein, wie zum Beispiel eine Sport Session, ein Gespräch oder das Erledigen von einer Aufgabe im Haushalt.  Indem man sich auf das positive konzentriert, kann man folglich die negativen Aspekte innerhalb des Corona-Semesters ausbalancieren. 

Externalisieren  

Damit sind die Gedanken gemeint, die man aus dem Kopf lassen sollte, um eine Verbesserung der Gefühlslage zu bewirken. Oft stauen sich (negative) Gedanken im Kopf auf, die uns innerhalb des Tages stören, was zu keiner Verbesserung der Situation führt. Um Gedanken zu externalisieren, empfiehlt es sich diese Gedanken mit Stift und Papier aufzuschreiben. Die Gedanken verlassen den Kopf und können aus einer anderen Perspektive beäugt werden. Eine andere Alternative seine Gedanken zu entfalten ist die Audio-Aufnahme der Gedanken. Somit kann jedes Individuum besser mit Gedanken und Sorgen umgehen. 

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