Auf Rückmeldung warten

Wann du beim Unternehmen nachfragen solltest – und wann nicht.
Du hast deinen Traumjob gefunden, die Bewerbung verschickt, bist vielleicht sogar schon beim Vorstellungsgespräch gewesen? Jetzt heißt es abwarten. Was ist aber, wenn du auch nach langem Warten keine Antwort bekommst? Wann ein guter Zeitpunkt ist, beim Unternehmen nachzuhaken und warum das auch davon abhängt, wie weit du schon im Bewerbungsverfahren gekommen bist, haben wir für dich zusammengefasst.
Hier findest du auf den ersten Blick eine Checkliste, wie du am besten um Rückmeldung bitten kannst:
Keine Rückmeldung auf die Bewerbung
Nach dem Versand deiner Bewerbungsunterlagen heißt es Geduld bewahren und keine Panik bekommen. Dass du nicht sofort eine Rückmeldung bekommen hast, ist kein schlechtes Zeichen. Denn bis die Personalverantwortlichen jede eingegangene Bewerbung durchgearbeitet haben, können mehrere Wochen vergehen. Zwei Wochen nach Versand der Bewerbung schon beim Unternehmen anzurufen, bringt dir also keine Pluspunkte.
Wenn du aber nach fünf Wochen Wartezeit noch keine Rückmeldung bekommen hast, ist es Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen. Schließe zuerst aus, dass Fehler in deiner Bewerbung zur fehlenden Rückmeldung geführt haben. Dazu können gehören:
Unvollständige Bewerbungsunterlagen
Viele Unternehmen arbeiten mit Online-Bewerbungsplattformen, die Bewerber automatisch vorsortieren. Diese Programme löschen unvollständige Bewerbungen sofort. Lade deine Unterlagen also immer vollständig und im geforderten Dateiformat hoch.
Abgelaufene Bewerbungsfrist
In vielen Stellenanzeigen werden Bewerbungsfristen angegeben, die du unbedingt beachten solltest. Zu spät kommen ist auch bei einer Bewerbung ein No-Go.
Falscher Empfänger:innen
Für Bewerbungen gibt es fast immer eine:n Ansprechpartner:in - in den meisten Fällen ist es ein:e Personaler:in, in kleineren Betrieben auch mal der:die Chef:in des Unternehmens. Es ist wichtig, dass du deine Bewerbung an diese Person adressierst.
Wenn du diese Punkte für deine Bewerbung ausschließen kannst, kannst du guten Gewissens nachfragen. Am besten machst du das in einer kurzen und prägnanten E-Mail. Die Frage, ob deine Bewerbung angekommen ist, solltest du dir dabei verkneifen. Wenn du die richtige Adresse und die richtige Ansprechperson angegeben hast, ist deine Bewerbung sicher in den richtigen Händen gelandet.
Frage stattdessen lieber, ob die Stelle, für die du dich beworben hast, bereits besetzt ist. Manchmal kommt es vor, dass Unternehmen bereits Vorstellungsgespräche mit einigen Bewerber:innen geführt haben, aber der passende Kandidat oder die passende Kandidatin noch nicht dabei war. Dann greifen Personaler:innen noch einmal auf die restlichen eingegangenen Bewerbungen zurück und du hast doch noch Chancen auf die Stelle. Bleibe bei deiner Nachfrage also unbedingt freundlich und lasse deine:n Ansprechpartner:in deine Ungeduld nicht spüren.
Eine telefonische Nachfrage ist zu diesem Zeitpunkt übrigens nicht ratsam. Denn manche Unternehmen bekommen über hundert Bewerbungen pro Stelle. Da würde es einfach unheimlich viel Zeit kosten, jedem:jeder Bewerber:in telefonisch Auskunft zum Stand der Bewerbung zu geben.
Mit einer kurzen, freundlichen E-Mail signalisierst du dein weiterhin bestehendes Interesse und gibst dem:der Empfänger:in die Möglichkeit, dir eine fundierte Antwort zu geben.
Keine Rückmeldung nach dem Vorstellungsgespräch
Du hast bereits die ersten Prozesse der Bewerbung überstanden und hattest schon ein Vorstellungsgespräch, hast dann aber nichts mehr gehört? Natürlich ist es auch hier ratsam, erst einmal Ruhe zu bewahren. Gerade in großen Unternehmen können Entscheidungswege überraschend lang dauern und Rückmeldungen sich dadurch verzögern. Gründe für eine späte Rückmeldung können sein:
Der:die verantwortliche Mitarbeiter:in ist im Urlaub
Gerade im Sommer ist das ein Klassiker. Entscheidungen über Einstellungen werden selten nur von dem:der Personaler:in allein getroffen, auch Mitarbeiter:innen aus der Fachabteilung sind beteiligt, manchmal sogar der Betriebsrat des Unternehmens. Da ist es keine Seltenheit, dass eine der entscheidenden Personen im Urlaub ist.
Ein:e andere:r Bewerber:in ist die erste Wahl
Ja, es kann vorkommen, dass andere Bewerber:innen beim Vorstellungsgespräch mehr überzeugen konnten, als du. Das ist aber kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Solange noch kein Arbeitsvertrag unterschrieben ist, versenden Unternehmen üblicherweise keine Absagen an die übrigen Bewerber:innen. Denn es kann immer noch passieren, dass der:die Favorit:in die Stelle nicht antritt. Dann ist es deine Chance, nachzurücken.
Andere Bewerbungsgespräche nehmen mehr Zeit in Anspruch
Es dauert immer eine ganze Weile, bis alle potenziellen Bewerber:innen befragt wurden. Gerade wenn du eine der ersten Personen warst, die eingeladen wurde, kann sich der anschließende Prozess noch in die Länge ziehen.
Nach dem Vorstellungsgespräch gibt es keine Faustregel, wann es angemessen ist, beim Unternehmen nachzuhaken. In der Regel werden dir deine Gesprächspartner:innen nach dem Interview einen Zeitraum nennen, in dem du mit einem Feedback rechnen kannst. Daran solltest du dich halten und keinesfalls vorher beim Unternehmen nachfragen.
Wenn dir aber kein Zeitraum genannt wurde, kannst du dich im Anschluss an dein Vorstellungsgespräch noch einmal bei deinem:deiner Ansprechpartner:in melden. Bedanke dich für das gute Gespräch und frage freundlich nach, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst. Solltest du dann nach Ablauf dieser Frist eine weitere Woche lang nichts von dem Unternehmen hören, kannst du in jedem Fall noch einmal nachhaken.
Im Gegensatz zur Nachfrage nach dem Versenden einer Bewerbung, ist es hier sinnvoll, deine:n Ansprechpartner:in dafür anzurufen. Im Gespräch kannst du besser steuern, wie deine Fragen beim Gegenüber ankommen. Außerdem erhältst du direkt eine Rückmeldung und kannst die Reaktion deines:deiner Gesprächspartner:in besser einschätzen.
Alle wichtigen Punkte findest du noch einmal zusammengefasst in der praktischen Checkliste.