Der frugalistische Student - Tipps & Tricks

Der frugalistische Student - Tipps & Tricks

Inhaltsübersicht

Definition

Das Thema „Frugalismus“ bekommt in den letzten Monaten immer mehr Aufmerksamkeit. Frugalismus („frugal“ = sparsam, schlicht, einfach) bezeichnet einen Lebensstil, der es durch Bescheidenheit und Sparsamkeit ermöglicht, früh in Rente gehen zu können. Dabei ist nicht die Rente selbst im Vordergrund, sondern ausgesorgt zu haben und dank finanzieller Unabhängigkeit das bestmögliche Leben zu gestalten.

Was sind Frugalisten?

Frugalisten sparen den Großteil ihres Geldes und halten ihre Ausgaben so gering wir möglich. Daraus ergibt sich ebenfalls, dass sie sehr umweltbewusst leben (kaputte Dinge reparieren, gebraucht statt neu kaufen usw.), was aber nicht unbedingt ihr Ansporn ist, sondern eher eine Begleiterscheinung.

Des Weiteren investieren sie ihre Überschüsse und versuchen so viele Einkommensquellen wie möglich zu erzielen. Dabei geht es um finanzielle Freiheit und bewussten Konsum, nicht um Verzicht. Frugalisten haben das Ziel, so früh wie möglich finanziell frei zu sein. Um ihr Ziel zu erreichen, haben sie verschiedene Ansätze:

  • Verschiedene Einkommensquellen erzielen
  • Ausgaben reduzieren
  • Hohe Sparquote
  • Günstig Wohnen, Lebensmittel kaufen
  • Investieren (Aktien, EFTs, Immobilien)
  • Gebraucht kaufen
  • Reparieren statt neu kaufen
  • Selbst kochen statt bestellen/im Restaurant essen
  • uvm.

Auch wenn das für viele als Verzicht gilt, hinterfragen Frugalisten ihre Gewohnheiten, um ihre Ausgaben genau im Blick zu haben und so ihre finanzielle Unabhängigkeit so schnell wie möglich zu erreichen.

Wie funktioniert Frugalismus?

1. Vision

Finanzielle Freiheit ist das Ziel von Frugalisten und bedeutet Sorgenfreiheit in Bezug auf Finanzielles. Das Geld zu verdienen allein ist hier nicht ausschlaggebend, obwohl Frugalisten bemüht sind, so viele Einkommensquellen wie möglich zu haben. Investition und die Schlagwörter Zinseszinsen, sowie Sparquote sind von hoher Bedeutung.

2. Bewusstsein

Bewusstsein spielt im Frugalismus eine wichtige Rolle. Nicht nur in Bezug auf die Umwelt und den Konsum, sondern auch vor allem mit dem eigenen Lebensstil. Nach Gustav Freytag ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Und genau das ist das Schlagwort. Es geht darum die eigenen Entscheidungen zu überdenken, Gewohnheiten abzulegen, um so langfristig belohnt zu werden. Dafür gibt es einige Hilfestellungen wie die 30-Tage-Regel.

Die 30-Tage-Regel

Die 30-Tage-Regel stellt eine Hilfestellung bei einer Kaufentscheidung dar. Möchte man etwas kaufen, was einem gefällt, wartet man 30 Tage und stellt sich dann die Frage: Brauche ich das wirklich? Antwortet man mit einem deutlichen „ja“, dann kann der Gegenstand ohne schlechtes Gewissen gekauft werden. Ist die Entscheidung nur halbherzig oder beantwortet man die Frage mit „Nein“, dann soll auf dem Kauf verzichtet werden. Der Sinn davon ist, Impulskäufe zu verhindern und so unnötigen Ausgaben aus dem Weg zu gehen.

3. Überblick

Ein wichtiger Punkt ist es, seine Ausgaben und Einnahmen zu tracken, um so einen deutlichen Überblick über seine Finanzen zu erhalten. Außerdem werden die Gewohnheiten deutlich sichtbar. So sieht man direkt, welche Felder noch ausgebaut werden müssen (z.B. eine neue Einkommensquelle) oder wo deutliche Einschränkungen stattfinden müssen. Ein Einnahmen-Ausgaben-Plan sollte monatlich geführt werden, dabei kann man sich zwischen einer schriftlichen Aufzeichnung (Notizbuch anlegen, Excel-Datei) und einer Digitalen (Apps) entscheiden.

Datum Einnahmen Ausgaben Text
01.09.2020 19,98 Lehrbuch (Uni)
01.09.2020 450 geringfügige Anstellung (August)
02.09.2020 24,90 Douglas Sonnencreme
02.09.2020 9,90 Essensbestellung
03.09.2020 100 Onlineeinnahmen
03.09.2020 4,50 Parkticket

4. Konkretes Ziel

Nachdem die Einnahmen und Ausgaben dokumentiert wurden, können daraus Rückschlüsse gezogen werden. Es ist wichtig, auf dieser Basis ein konkretes Ziel zu formulieren und ein Konzept zu entwickeln, wie dieses Ziel erreicht wird. Das kann beispielsweise eine weitere Einkommensquelle (Nebenjob, Investition, Selbständigkeit, …) oder eine Verringerung seines Konsums (zu Hause kochen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, …) sein.

Die persönliche Sparquote berechnet, in wie vielen Jahren man finanziell frei ist. Hierbei wird das Nettoeinkommen mit den jährlichen Ausgaben gegengerechnet. Aus diesem Ergebnis kann dann wiederum die Sparquote berechnet werden. Dafür wird die Sparquote durch das Nettoeinkommen dividiert. Je höher die Sparquote ist, desto früher ist man finanziell frei.

5. Investieren

Das Thema Investition ist ebenfalls von hoher Bedeutung. Vor allem ETFs (Exchange Traded Funds) sind sehr beliebt. Es handelt sich um börsengehandelte Indexfonds, die einen wichtigen Vorteil gegenüber herkömmlichen Aktien haben: das Risiko eines Wertverlusts sowie die Nebenkosten bezüglich des Handels sind deutlich geringer und in Fonds können beliebig hohe – auch noch so kleine – Geldsummen angelegt werden. ETFs sind Aktienbündel, welche sehr breit gefächert sind, und so ein Totalausfall fast unmöglich ist.

Hier findest du den Galileo Podcast zum Thema Frugalismus, der sich vor allem mit dem Thema der richtigen Investition beschäftigt.

Frugalismus im Studium

Immer mehr Studierende entscheiden sich dafür, einen frugaistischen Lebensstil einzuschlagen. Das kann natürlich unterschiedliche Gründe haben, sei es Geldmangel, Umweltbewusstsein oder Interesse an einem ausgabenarmen Leben.

Grundsätzlich sind die oben genannten Punkte auch für Studierende anwendbar, es gibt aber ebenfalls weiter Punkte, die beachtet werden müssen.

Für viele Frugalisten stellt sich die Frage, ob ein Studium mit ihrem Ziel, möglichst früh die finanzielle Freiheit zu erreichen, überhaupt kompatibel ist. Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten, denn Bildung und die Erlernung bestimmter Fähigkeiten, kann auch als Reichtum angesehen werden. Und insgesamt ist es auch möglich, während seiner Studienzeit Geld zu verdienen und verschiedene Jobs auszuprobieren.

Jobs im Studium

Zudem können Wochenendjobs oder Nebenjobs ausgeübt werden, da die meisten Unis am Wochenende keine Vorlesungen haben. In den Ferien bietet es sich natürlich an, Praktika in seinem Bereich zu machen, um einerseits Erfahrung für die spätere Jobsuche zu haben, welche sich sehr gut im Lebenslauf macht, und andererseits, um Geld zu verdienen.

Die flexibelste und gleichzeitig risikoreichste Möglichkeit ist natürlich die Selbständigkeit. Es ist empfehlenswert, mehrere Standbeine zu haben und sich nicht auf eine Einnahmequelle zu verlassen. Im Beitrag von diebusinessfrugalistin (Instagram) werden Einkommensquellen aufgezählt, die besonders für Studenten geeignet sind.

Wohnen und Anschaffungen

Studierende Frugalisten haben im Grunde dieselben Möglichkeiten, wie jeder andere auch. Trotzdem gibt es viele Fragen, die sie sich stellen sollten. Mieten sind sehr teuer und dabei kann man sich überlegen, ob es sinnvoll ist auszuziehen oder, falls es sich mit dem Unistandort vereinbaren lässt, noch bei den Eltern wohnen zu bleiben. Falls das nicht möglich ist, wäre eine WG die günstigste Alternative. Möbel können günstig auf Flohmärkten, Flohmarktapps oder Secondhand-Shops erstanden werden. Hier gibt es auch viele Foren, die genutzt werden können, um Aktionen oder Gutscheincodes nicht zu verpassen. Ein Beispiel dafür ist die Studydrivegruppe Deals und Studentenrabatte in Österreich.

Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Anschaffung eines Autos noch sinnvoll ist, oder unnötige Kosten verursacht, da es in der Stadt z.B. nicht gebraucht wird, und öffentliche Verkehrsmittel ohnehin eine bessere Alternative darstellen. Auch Unibücher sind sehr teuer, hier können Facebookgruppen, Tauschbörsen und Flohmarktapps verwendet werden. Wird das Buch in einer Bibliothek angeboten, ist das natürlich noch besser. Die Kosten eines Studiums sind jedenfalls nicht zu unterschätzen, aber wenn man trotzdem einen frugalistischen Lebensstil einschlagen möchte, steht einem nichts im Wege.

Ausprägung von Frugalismus

Der Frugalimus ist sehr unterschiedlich ausgeprägt und im Grunde entscheidet jeder selbst, was für ihn ein bewusstes und sinnvolles Leben darstellt. Für manche bedeutet das ein Leben in einem Tiny House, andere entscheiden sich dafür, ihre Lebensweise zu hinterfragen und somit das eigene Leben zu bereichern.

Jedenfalls beschäftigen sich Frugalisten, egal mit welcher Ausprägung, mit dem Geldausgeben, Sparen und somit auch einem bewussten und genügsamen Leben. Hoher Konsum und hohe Ausgaben lassen sich mit dem Frugalismus nicht vereinbaren. Trotzdem leben manche das extremer, und andere weniger.

Was passiert, wenn Frugalisten ihr Ziel erreicht haben?

Hat ein Frugalist sein Finanzziel erreicht und ist finanziell frei, kann er entscheiden, wie er seine Zeit verbringt. Für Frugalisten heißt das in den wenigsten Fällen, seine Füße hochzulegen. Die meisten werden selbständig, arbeiten weiter in ihrem Beruf, werden künstlerisch tätig oder helfen unentgeltlich. Ziele haben sie genug, und dank ihrer Erreichung des Sparziels, jetzt auch genügend Zeit, diese zu verwirklichen.


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