Corporate Finance

Corporate Finance

Unternehmer, Marketingmanager, Unternehmensstrategen, Personalchefs und Informatiker treffen täglich Entscheidungen im Bereich Corporate Finance und sind sich dessen oft nicht bewusst. Ein Verständnis wie eine Unternehmensfinanzierung ist, ist daher essentiell und wird helfen bessere Entscheidungen zu treffen.

Inhaltsübersicht

Der Begriff des Corporate Finance: stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt Unternehmensfinanzierung.

Dieser Teilbereich des Finanzmanagements umfasst vielschichtige Aufgaben im Anwendungsbereich und bezieht sich auf privatrechtliche Körperschaften, aber auch auf alle weiteren Formen von Organisationen. Die Inhalte und damit verbundenen Prozesse lassen sich aus dieser Wortkombination bestimmen.

In diesem Fachbereich geht es um die Planung der Finanzierung von Unternehmen und um die Analyse einer geeigneten Mittelverwendung. Dabei werden alle betrieblichen Zahlungsströme zielgerichtet kontrolliert und gesteuert.

Dieser Vorgang und die stetige Kontrolle der Finanzströme dienen dazu, dass das Unternehmen über eine stabile Finanzierungsgrundlage verfügt.

Primäre Zielsetzung

  • Erhalt der Liquidität, damit ein Unternehmen weiterhin zahlungsfähig ist und seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann
    • Bei einer gescheiterten Unternehmensfinanzierung droht einem Unternehmen die Insolvenz.

 

Weiterhin beschäftigt sich die Unternehmensfinanzierung mit der Maximierung der Rentabilität. Die Rentabilität berechnet sich aus dem direkten Verhältnis von Gewinn und Kapital.

Darüber hinaus ist ein weiterer Kernpunkt der Corporate Finance, das Risikomanagement. Im Zusammenhang mit dem Risikomanagement wird das ideale Verhältnis zwischen dem zu erwartenden Risiko und der Rendite durch den Einsatz von unterschiedlichen Instrumenten errechnet. Dazu gehören beispielsweise die Berücksichtigung von Rohstoffkurs- und Devisenschwankungen.

Prozess der Unternehmensfinanzierung

Der generelle Prozess der Unternehmensfinanzierung lässt sich dabei in drei Schritten zusammenfassen.

1. In einem ersten Schritt wird der Kapitalbedarf eines Unternehmens ermittelt. Der Kapitalbedarf kann das notwendige Kapital beschreiben, das bei einer Unternehmensgründung benötigt wird, es kann sich dabei ebenfalls um den allgemeinen Finanzierungsbedarf bei einer geplanten Investition handeln oder auch um den Bedarf an Geldmitteln, damit die regelmäßigen laufenden Kosten gedeckt werden können.

2. Nach der Ermittlung des Kapitalbedarfs wird in einem zweiten Schritt die Finanzierung des Unternehmens geplant. Durch die Finanzierung soll, der im ersten Schritt ermittelte Bedarf gedeckt werden können. Für eine Finanzierung stehen mehrere Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehört beispielsweise die Investition der Gewinne des Unternehmens, die Beschaffung von Fremdkapital und die Beschaffung von Eigenkapital.

3. In einem dritten und letzten Schritt wird dann über die Kapitalverwendung entschieden. Die Verwendung des Kapitals unterliegt einer ständigen Kontrolle, damit sichergestellt ist, dass die getätigten Investitionen weiterhin rentabel sind.

Innerhalb der Unternehmensfinanzierung arbeiten vornehmlich Wirtschaftswissenschaftler, Betriebs- und Volkswirte.

Gewünscht ist oftmals eine Schwerpunktsetzung in den Bereichen Finance und Controlling. Außerdem wird ein ausgezeichnetes Zahlenverständnis und gute analytische und konzeptionelle Fähigkeiten gefordert. Die Anforderungen unterscheiden sich dahingehend, welche Leistungen einem Unternehmen angeboten werden. Das Corporate Finance kann dabei die Aufgaben der reinen Unternehmensberatung, die Durchführung von Fusionen zwischen mehreren Unternehmen, Unternehmenskäufe und -verkäufe, Projektfinanzierungen und auch das Begleiten von Start-ups oder anderen jungen Unternehmen umfassen. Darüber hinaus geht es immer um eine direkte Unterstützung eines Unternehmens bei der Wertschöpfung.

Dieses Ziel wird durch die kurz- oder langfristige Planung der Finanzierung, die Bewertung von Kapitalanlage, Vermögenswerten und Investitionen, sowie durch eine generelle Unternehmensbewertung, die finanzielle Risikobewertung und die damit verbundenen Risikoabsicherung und die Kontrolle sämtlicher Finanzströme erreicht. Dazu gehört auch die Aufstellung und Analyse von Bilanzen, die Interpretation von Finanzkennzahlen, die Anwendung von Methoden der Budgetierung, die Klärung von rechtlichen Aspekten von Kreditverträgen, die Bewertung von unterschiedlichen Darlehensarten und die Verwendung von unterschiedlichen Finanzinstrumenten.

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3 Fundamentale Prinzipien im Corporate Finance

Investitionsprinzip

Das Investitionsprinzip legt fest, dass Unternehmen nur in Projekte investieren, die eine Rendite über der sogenannten „Hurdle Rate“ erzielen. Die „Hurdle Rate“ ist die Mindestrendite für ein Projekt oder eine Investition, die von einem Manager oder Investor verlangt wird. Die erste und wichtigste Funktion der Unternehmensfinanztheorie besteht darin, den Unternehmen einen Rahmen zu bieten, damit sie diese Entscheidung klug treffen können. Dementsprechend definieren wir Investitionsentscheidungen so, dass sie nicht nur solche umfassen, die Einnahmen und Gewinne schaffen (wie die Einführung einer neuen Produktlinie oder die Expansion in einen neuen Markt), sondern auch solche, die Geld sparen (wie der Aufbau eines neuen und effizienteren Vertriebssystems).

Finanzierungsprinzip

Das Finanzierungsprinzip besagt, dass der richtige Finanzierungsmix für ein Unternehmen derjenige ist, der den Wert der getätigten Investitionen maximiert.

Dividenden-Prinzip

Das Dividenden-Prinzip verlangt, dass Bargeld, das über die guten Projekterfordernisse hinaus erwirtschaftet wird, an die Eigentümer zurückgegeben wird.

Thumb Rules

  1. Risiko muss belohnt werden, Cash-Flows sind wichtiger als buchhalterische Erträge, Märkte lassen sich nicht leicht täuschen, und jede Entscheidung, die ein Unternehmen trifft, wirkt sich auf seinen Wert aus.
  2. Ein Unternehmen, das schlechte Investitionen tätigt, wird bald ein Dividendenproblem (mit unzureichenden Mitteln zur Zahlung von Dividenden) und ein Finanzierungsproblem haben (weil der Ertragsrückgang es für das Unternehmen schwierig machen kann, die Zinsaufwendungen zu decken).

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