Studieren nach der Arbeit

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Man hört es immer wieder, aber vielleicht hat man sich auch selbst schon einmal die Frage gestellt: Soll ich noch einmal studieren gehen und meinen Job entweder in Vollzeit oder in Teilzeit weiterführen, oder sogar den Job gänzlich kündigen um noch einmal in einen anderen Bereich zu schauen, oder mich in meinem jetzigen Job weiterbilden? Manchmal möchte man auch nach dem Beruf, also mit einem höheren Alter, ein Studium beginnen.
Die Intentionen hinter dem Studienbeginn sind unterschiedlich und hängen maßgeblich natürlich auch mit dem Alter der-oder desjenigen ab. Ältere Menschen, die sich kurz vor oder in der Rente befinden, beginnen ein Studium aus eigenem Interesse am Themengebiet und weniger aufgrund der Berufsausübung selbst. Jüngere Menschen dagegen haben das Ziel, sich durch das Studium auch im derzeitigen Beruf zu verbessern und weiterzuentwickeln.
Wir wollen dir nachfolgend einen kleinen Überblick über die Vor- und Nachteile, sowie die verschiedenen Studien- und Zeitformen geben, damit dir deine Entscheidung leichter fällt.
Studieren aus reinem Interesse
Viele Menschen haben Angst, im Alter erneut zu studieren. Mancher meint: Je älter man wird, desto schwerer wird es, sich Dinge zu merken, Zusammenhänge zu verstehen, allgemein also zu lernen. An dieser Stelle sollte jedoch direkt eingewendet werden, dass einem das Lernen oftmals sehr viel einfacher fällt, wenn man sich wirklich für das Thema interessiert. Also können wir nur sagen, wenn es dich wirklich interessiert: Go for it!
Für Menschen, die lediglich um des Studienfaches Willen studieren möchten, wird in mehreren Unis in Deutschland bereits das sogenannte Kontaktstudium angeboten. Dieses Angebot kann von jedem genutzt werden, ganz egal, ob er oder sie über einen Hochschulabschluss oder andere Qualifikationen verfügt, die für einen regulären Hochschulbesuch notwendig sind. Im Kontaktstudium werden nicht besetzte Modulplätze vergeben. So nehmen die Studierenden des Kontaktstudiums keinem anderen Studierenden den Platz im Modul weg und können ihren Interessen nachgehen und sich über die verschiedenen Themenbereiche umfassend informieren und weiterbilden. Beim Kontaktstudium sind keinerlei Prüfungsleistungen nötig, diese sind aber auch nicht möglich. Das bedeutet, dass am Ende des „Studiums“ kein Abschluss erworben werden kann.
Auf der anderen Seite sind für das Kontaktstudium aber auch keine Zugangsvoraussetzungen notwendig und es bestehen keinerlei Altersbeschränkungen. Das Studium dient also ausschließlich der persönlichen Weiterbildung und ist vor allem für diejenigen interessant, die durch das Studium keinerlei Konsequenzen im Job erwarten oder bereits aus dem Berufsleben ausgetreten sind.
Mehr Informationen zum Kontaktstudium findest du unter den verschiedene Homepages der Unis, die ein solches Kontaktstudium anbieten. So kannst du beispielsweise auf der Homepage der Akademie für wirtschaftliche Weiterbildung oder der Homepage der Universität Hamburg, aber auch auf vielen anderen Homepages verschiedener Unis, Informationen dazu finden.
Wenn man sich weiterbilden möchte, um beruflich weiterzukommen, also um befördert zu werden, mehr Geld zu verdienen, oder auch verschiedene Projekte zu leiten, ist das Kontaktstudium die falsche Wahl. Für ein solches Studium sollte man sich als Studierender in einer Uni anmelden, um dann auch durch die Teilnahme an Prüfungen und den Erwerb von Prüfungsleistungen zu einer Qualifikation zu kommen.
Vorteile
Die Motive, nach oder während des Berufes studieren zu gehen, sind vielfältig. Eine solche Entscheidung, nach einer gewissen Zeit noch einmal studieren zu gehen, kann durch eine Weiterbildung motiviert sein. Wie oben bereits erwähnt, hat eine Weiterbildung vielerlei Vorteile im Beruf und öffnet möglicherweise Türen, die ansonsten verschlossen bleiben würden. Viele Arbeitnehmer suchen aber auch einen theoretischen Ausgleich zur praktischen Tätigkeit. Ein weiterer Vorteil, neben dem Beruf oder nach dem Beruf im gleichen oder ähnlichen Bereich zu studieren ist der Wissenstransfer. Praktische Erfahrung, die man im Betrieb erworben hat, können in das Studium eingebracht werden. Menschen, die bereits im Unternehmen gearbeitet haben, haben oft einen viel umfassenderen Blick auf gewisse Themenbereiche oder auch Problembereiche als diejenigen, die noch nie gearbeitet haben.
Nachteile
Als einziger Nachteil des erneuten Studiums ist dagegen nur die erneute Umstellung eines normalen Arbeitergehaltes auf Bafög oder das Leben vom Ersparten zu nennen. Wenn man sich schon einige Jahre an ein Leben mit einem geregelten Einkommen gewöhnt hat, kann dies zunächst wieder ungewohnt sein. Dieses Argument lässt sich nicht entkräften, jedoch sollte in die Rechnung mit einbezogen werden, dass die Karrierechancen nach einem erneuten Studium womöglich deutlich vielversprechender sind und dementsprechend ein höheres Gehalt in der Zukunft erwartet werden kann. Aber das kannst aber alleine du einschätzen.
Verschiedene Studienformen
Zunächst mag es eine Umstellung darstellen, wenn nach einigen Jahren Beruf wieder etwas gelernt werden soll, doch dies kann auch eine willkommene Abwechslung zu dem darstellen, was man tagtäglich tut. Grundsätzlich ist ein Studium in einer solchen Situation berufsbegleitend und berufsintegriert möglich.
- Berufsbegleitend ist ein Studium, welches neben der beruflichen Tätigkeit absolviert wird. Der bereits bestehende Beruf wird durch ein Studium ergänzt und Hochschule und Unternehmen hängen nicht unbedingt zusammen.
- Bei einem berufsintegrierten Studium dagegen arbeiten Unternehmen und Universität eng zusammen, um Theorie und Praxis bestmöglich miteinander verknüpfen zu können. Diese Art von Studium richtet sich jedoch eher an Studieninteressierte, die gerade eine Ausbildung beginnen möchten und nicht an bereits im Beruf tätige Arbeitnehmer, außer der-oder diejenige möchten erneut einen Beruf erlernen. Hier ist vor allem die Form des Dualen Studiums zu nennen.
Eine sehr gute Übersicht über ein berufsbegleitendes und berufsintegriertes Studium findest du auf Studieren.de. Hier wird genau erklärt, wo solche Studiengänge angeboten werden, welches für dich persönlich die beste Wahl ist und wie es dann im konkreten Fall aussehen würde. Auch ein Studium als Umschulung ist in manchen Branchen denkbar, hier sollte sich aber umfassend informiert werden, weil es eben nicht in allen Bereichen möglich ist.
Zeitregelungen
Neben den unterschiedlichen Studienformen gibt es auch verschiedene Zeitregelungen. Man unterscheidet zwischen Vollzeitstudium, Teilzeitstudium und Fernstudium. Unter dem Teilzeitstudium lassen sich nochmal verschiedene Untergruppen fassen, so beispielsweise das Abendstudium oder das Wochenendstudium.
- Unter einem Vollzeitstudium versteht man in der Regel ein klassisches Studium an einer (Fach)Hochschule. Hier bist du physisch anwesend und das Wissen wird von Professoren oder wissenschaftlichen Angestellten vermittelt. Diese Studienform nimmt die meiste Zeit in Anspruch, da du normalerweise (fast) jeden Tag Vorlesungen, Tutorien und Seminare hast.
- In einem Teilzeitstudium wird dagegen der Stoff auf einen längeren Zeitraum gestreckt, was sich anbietet, wenn du weiterhin in deinem normalen Beruf arbeiten möchtest und das Studium in der verbleibenden Freizeit absolvierst. Hier kannst du dich zwischen einem Online-Modell und Präsenzunterricht entscheiden.
- Zum einen kann man das Abendstudium wählen. Hier geht man dann einige Tage in der Woche am Abend, also nach der Arbeit, in die Universität und hat dann nochmal einige Stunden Unterricht. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, die Module des Studiums am Wochenende zu belegen. Meist hat man dann sowohl Samstags als auch Sonntags Unterricht. Es ist aber auch möglich, das berufsbegleitende Studium in einer Online-Form zu absolvieren.
- Außerdem sind verschiedene Fernstudienmodelle sind denkbar, in denen du dir dann den gesamten Inhalt selbst beibringst und nur für die Prüfung selbst an die Universität fährst. Manchmal hat man dann auch noch eine oder zwei Wochen vor der Prüfung am Stück Blockunterricht, in denen nochmal alle Themengebiete im Schnelldurchlauf durchgesprochen werden.
Weitere Informationen
Einige weitere Informationen zu den verschiedenen Studienformen, aber auch zu den Studienbereichenkannst du auch auf der Homepage des Hochschulkompasses bekommen. Hier werden dir auch einige Studiengänge, die dazugehörige Universität und der Studienort, sowie weitere Informationen dazu vorgestellt. Wenn du bereits genau weißt, welchen Studiengang du belegen möchtest, kannst du hier nach diesem suchen. Wenn du jedoch noch nicht genau weißt, was es am Ende werden soll, kannst du deine Suche auch nach Fachgebiet oder Schwerpunkt, aber auch nach der Studienform oder nach dem angestrebten Abschluss sortieren lassen.
Grundsätzlich sollte man sich nie von einer solchen Weiterbildung abhalten lassen. Weiterbildung hilft nicht nur dir, sondern auch deinen Mitmenschen und auch in einem Unternehmen wird das in der Regel gerne gesehen und häufig auch in finanzieller Weise unterstützt. Hab’ also keine Angst, erneut in die Uni zu gehen!
Um von Anfang an perfekt in das Semester zu starten, solltest du mit den Inhalten deines Studiums von Anfang an am Ball bleiben. Schau dafür mal bei Studydrive vorbei.
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