Wissenschaftliche Arbeiten schreiben

Wissenschaftliche Arbeiten schreiben

In vielen Fachbereichen ist es so, dass die meisten Module durch eine Klausur abgeschlossen werden müssen. Das liegt vor allem an der immer höheren Studierendenzahl und daran, dass die Professoren und Dozenten die Zeit nicht aufbringen können, von allen Studierenden eine Abschlussarbeit bzw. Hausarbeit zu kontrollieren. Meist hat man Teilnehmerzahlen von über hundert Studierenden. Im höheren Semester kommen dann aber meist die Wahlfächer und die Anzahl der Studierenden nimmt allmählich ab. Außerdem kommen auch immer häufiger Module hinzu, die durch eine Teilnehmerzahl begrenzt sind. Ist die Teilnehmerzahl dann nicht so hoch, werden auch wieder häufiger Hausarbeiten oder andere wissenschaftliche Arbeiten gefordert.

Ist es dann endlich soweit, weiß man gar nicht wie man anfangen soll, weil man in dieser Situation noch nie war. Wir wollen dir nachfolgend die eine Übersicht über die wichtigsten Basics für das Schreiben deiner Arbeit geben. Falls du von deinem Professor oder deiner Uni eine Vorlage mit Anforderungen für das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten bekommst, ziehe diese beim Schreiben ebenfalls heran.

Vorbereitung

Im ersten Schritt solltest du dir, wenn du keines vorgegeben bekommst,erst einmal das Thema genau überlegen. Worüber möchte ich schreiben? Was interessiert mich besonders? Wozu gibt es genug Literatur? Besonders für die Frage nach der Literatur solltest du dir genügend Zeit einplanen, denn das schlimmste was passieren kann, ist, dass du später zu dem jeweiligen Thema keine Literatur findest. Dein Thema solltest du mit deiner Frage genau eingrenzen. Hast du das passende Thema und eine konkrete Fragestellung, die du in deiner Hausarbeit beantworten möchtest, erarbeitet, solltest du dir nun überlegen, wie du diese Frage beantworten möchtest.

Gliederung

Dazu solltest du dir zunächst eine Gliederung überlegen. Deine wissenschaftliche Arbeit gliedert sich allgemein in:

  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schlussteil

Beginnen sollte deine Arbeit also immer mit einer Einleitung , die du jedoch am besten erst ganz am Ende verfasst, da du erst am Ende genau sagen kannst, was du in deiner Arbeit alles aufgreifst und für deine Analyse verwendest.

Methodenteil

Nach der Einleitung kommt dann immer ein kurzer Abschnitt, in dem du deine Fragestellung kurz erläuterst. Was schaust du dir an, wie lautet deine Fragestellung und wie genau möchtest du bei der Beantwortung der Frage vorgehen. Man nennt das auch den Methodenteil . Es gibt rein literarische Arbeiten, aber auch solche, in denen du selbst eine empirische Studie durchführst, beispielsweise in Form einer Befragung, oder auch selbst Messwerte, wie Bodenwerte oder anderes, erhebst, die du dann auswertest und in der Arbeit verwendest.

Theoretischer Teil

Je nachdem, wie du deine Arbeit gegliedert hast, beginnst du dann mit einem Theoretischen Teil, in dem du verschiedene Wirkungsweisen oder andere theoretische Grundlagen grundsätzlich erklärst. Diese wendest du im Folgenden dann auf deine Fragestellung an und beginnst deine wissenschaftliche Analyse. Allgemein solltest du in deiner Arbeit alle Fachbegriffe detailliert erläutern, um konkret darzustellen, was du mit den einzelnen Begriffen meinst und wofür du sie in deiner Arbeit verwendest. In deinem Hauptteil entwickelst du also Antworten rund um dein Thema, grenzt dies ein, erläuterst die auftauchenden Fachbegriffe, sowie Theorien und Modelle und untersuchst diese in Bezug auf deine Fragestellung.

Argumentationsteil

Du solltest dir im Klaren darüber sein,welches Ziel du mit deiner Arbeit verfolgst und diesbezüglich auch, auf welche Aussage du am Ende hinaus möchtest. Dafür solltest du deine Arbeit nach Argumenten strukturieren . Auch Argumente,die deiner Aussage entgegenstehen,kannst du in deine Arbeit einbringen, auf die du dann gezielt eingehst und bestmöglich zeigst, warum diese Gegenargumente in diesem Kontext nicht greifen, oder wann sie greifen und was die Folgen davon sind. Wichtig ist es dabei immer, dass du dir Abschnitt für Abschnitt klarmachst, worum es hier eigentlich gehen soll. Das ist bei den meisten Studierenden die größte Herausforderung. Eine klare Strukturierung ist das A und O in einer wissenschaftlichen Arbeit und macht es auch für den Leser um einiges einfacher,deine Arbeit zu verstehen.

Des Weiteren solltest du vor allem auch auf Übergänge achten, die du zwischen deine Abschnitte einfügst. Diese Übergänge schaffen noch einmal mehr Übersichtlichkeit.Damit das der Fall ist, solltest du vor jedem neuen Kapitel eine kurze Einleitung verfassen, in der du deine Vorgehensweise kurz erläuterst.

Also:

  • Welche Frage beantwortest du in diesem Abschnitt
  • Inwieweit trägt dieser Abschnitt zur Beantwortung deiner Forschungsfrage bei?
  • was musst du dafür evtl. zuerst theoretisch erläutern (evtl. mögliche Theorien oder Modelle, aber auch Wirkungsweisen sind denkbar)?
  • Und dann solltest du dieses auch in den Gesamtzusammenhang einbetten.

 

Eine Gliederung nach sinngemäßen Abschnitten ist wichtig, um deine Arbeit strukturiert und übersichtlich darzustellen. Diese sollten auch aufeinander aufbauen. Im weiteren Verlauf wendest du den Theorieteil dann auf deine Frage an.

Schlussteil

Im Schlussteil deiner Arbeit gehst du im Kapitel Ergebnisse noch einmal kurz auf die Hauptpunkte deiner Arbeit ein. Was sind die Hauptaussage in deiner Arbeit? Worauf ist zu achten und wie ist dein Ergebnis? Hier solltest du auch alle deine Theorien und Modelle ein weiteres Mal kurz benennen, ohne sie dabei aber nochmal auszuführen.

Quellen

Wichtig beim wissenschaftlichen Arbeiten ist es, auf Quellen zu achten. Hinter jedem Satz, der nicht aus deinen eigenen Gedanken entsprungen ist, auch wenn er sinngemäß nicht deinen eigenen Gedanken entspringt, musst du die Quelle angeben. Dabei gibt es unterschiedliche Zitationsstile. In der Regel gibt dir dein Professor den Zitierstil vor. Wenn du dies nicht vorgegeben bekommst, suchst du dir selbst einen geeigneten heraus, den du in deiner Arbeit gut nutzen kannst. Wichtig ist, dass du über die gesamte Arbeit hinweg bei diesem Stil bleibst und ihn nicht wechselst! Der in den meisten Fachbereichen genutzte und gängige Zitierstil ist der Harvard Zitierstil.

Neben der eigentlichen Arbeit solltest du auch an das Deckblatt, das Inhaltsverzeichnis, aber auch an Literaturverzeichnis, Tabellen-und Abbildungsverzeichnis denken.

Deckblatt

Das Deckblatt beinhaltet normalerweise Angaben über den Titel deiner Arbeit und gegebenenfalls einer Unterüberschrift. Außerdem sollten dein Name und Vorname, sowie deine Anschrift, deine Mail-Adresse und deine Martrikelnummer enthalten sein. Auch deine Uni, der Fachbereich, die Fakultät und das Institut, sowie die Namen deiner Gutachter und das Abgabedatum sollte hierbei aufgeführt sein

Inhaltsverzeichnis

Wenn deine Arbeit über mehrere Seiten reicht, solltest du außerdem darüber nachdenken ein Inhaltsverzeichnis zu machen. Viele Professoren und Dozenten bestehen sogar darauf.

Das Inhaltsverzeichnis kannst du dir ganz einfach durch Word erstellen lassen. Dazu wählst du für jede Überschrift eine von Word vorgegebene Formatvorlage aus. Diese findest du unter Start > Formatvorlagen. Hier klickst du auf den kleinen Pfeil am unteren rechten Rand der Kartei. Dann öffnet sich ein neues kleines Dialogfenster und du kannst deine Überschrift einfügen.

  • Überschrift 1 meint dabei die Hauptüberschriften, die mit 1, 2 oder 3 etc. bezeichnet sind.
  • Überschrift 2 ist dann die erste Unterüberschrift-also 1.1, 2.1 oder 3.1.

Wenn du eine Unterüberschrift verwendest, ist es immer wichtig, dass du mindestens zwei Unterüberschriften hast. Die Überschriften müssen nicht in dem Format beibehalten werden. Du kannst die Schriftart,-größe und auch die Farbe und alle weiteren Dinge immer verändern. Aber wie kommst du jetzt von den Überschriften zum Inhaltsverzeichnis? Dazu klickst du einmal mit deiner Maus dorthin, wo das Inhaltsverzeichnis platziert werden soll. Das ist in der Regel direkt nach dem Deckblatt. Dann gehst du in der Registerkarte Referenzen ganz links auf Inhaltsverzeichnis. Hier wählst du dann das „automatische Verzeichnis“aus. Word nutzt dann alle vorher erstellten Überschriften für dein Inhaltsverzeichnis und sortiert die Seitenzahlen automatisch an.

Wenn du in der Zwischenzeit noch etwas an der Arbeit veränderst ist es wichtig zu wissen, dass das Inhaltsverzeichnis dann nicht automatisch angepasst wird. Dazu klickst du am oberen linken Rand des Inhaltsverzeichnisses auf „Inhaltsverzeichnis aktualisieren“. Hier kannst du außerdem auswählen, ob nur die Seitenzahlen verändert werden sollen, oder ob du auch noch neue Überschriften eingefügt hast, die in das Inhaltsverzeichnis eingefügt werden müssen. Ist das der Fall, sollte das gesamte Inhaltsverzeichnis aktualisiert werden.

Anhang

Das Literaturverzeichnis , sowie das Abbildungs-und Tabellenverzeichnis kommt in der Regel an das Ende der Arbeit. Auch diese Verzeichnisse können durch Word automatisch generiert werden. Dazu nutzt du für jede Quelle, die du in deinem Text verwendest und als solche kenntlich machst, den Befehl „Zitat einfügen“unter der Registerkarte Referenzen und Zitate und Literaturverzeichnis. Für das Abbildungs-und auch für das Tabellenverzeichnis gibt es auch einen Befehl. Weil jede Tabelle und jedes Diagramm und jede andere Ausbildung eine Überschrift benötigt, erstellst du diese, indem zu auch wieder in der Registerkarte Referenzen im Abschnitt Beschriftungen den Befehl „Beschriftung einfügen“ wählst. Hier kannst du zwischen Tabelle und Abbildung wählen und diesen dann eine passende Beschriftung geben. Achte auch darauf, dass du alle Quellen angibst, wenn du Inhalte aus der Tabelle oder auch die Abbildung oder die Idee dazu aus einem anderen Skript hast.

Formalia

Das Inhaltsverzeichnis, das Literaturverzeichnis und das Tabellen-und Abbildungsverzeichnis bekommen römische Seitenzahlen , während du deinem Textteil arabische Zahlen und dem Deckblatt keine Zahl zuordnest. Dies kannst du durch das Setzen von Absätzen Erreichen. Die Arbeit sollte abschließen mit der Eigenständigkeitserklärung. Diese kannst du auf der Uni-Homepage finden und einfach übernehmen. Diese muss unterschrieben werden und versichert, dass du alle anzugebenen Quellen angegeben hast, und dass die Arbeit von dir selbst verfasst wurde. Viel Erfolg.


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