Der Lebenslauf

Deine Eintrittskarte zum Traumjob
Der Lebenslauf ist der wichtigste Bestandteil deiner Bewerbung und kann – wenn er richtig erstellt wird - die Eintrittskarte zu deinem Traumjob sein. Doch wie sieht ein guter Lebenslauf aus und worauf solltest du gerade als Berufseinsteiger:in achten? Hier findest du grundlegende Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Lebenslauf und einen Muster-CV zum Download.
Wie sollte ich meinen Lebenslauf aufbauen?
Personaler:innen nehmen sich im Schnitt nur weniger als eine Minute Zeit, um eine Bewerbung zu sichten. Das ergab eine Eye-Tracking-Studie von StepStone Österreich. Um zu überzeugen, muss dein Lebenslauf also auf den ersten Blick alles Wichtige über dich als Bewerber:in verraten. Übersichtlichkeit ist daher sehr entscheidend!
In Deutschland hat sich die tabellarische, antichronologische Struktur des Lebenslaufs etabliert. Du solltest also alle deiner bisherigen Stationen in einer Tabelle darstellen, beginnend mit der neuesten Position. Auf der linken Seite des Lebenslaufs stehen dabei Daten in vollen Monaten und Jahren (z. B. 06/2019 – heute oder 06/2019 – vrs. 12/2020) und rechts daneben der Name deiner Position und des Unternehmens (z. B. Praktikant Online-Marketing / Beispielunternehmen in Köln). Fasse darunter deine Aufgaben in der Position in drei bis fünf Stichpunkten zusammen. So kannst du alle Skills und Qualifikationen, die du bereits hast, optimal präsentieren. Wenn du beim gleichen Arbeitgeber in mehr als einer Position (z.B. zuerst als Praktikant:in und anschließend als Werkstudierende:r) gearbeitet hast, dann gib das als zwei Stationen getrennt an.
Wie sollte ich den Lebenslauf gliedern?
Am besten gliederst du deinen Lebenslauf in dieser Reihenfolge und nimmst nur die Elemente auf, die auf dich zutreffen:
- persönliche Kontaktdaten
- beruflicher Werdegang
- (schulische) Ausbildung
- Auslandsaufenthalte (Auslandssemester, Work and Travel oder Gap-Year)
- besondere Kenntnisse (inkl. Zertifikate als Anhang)
- Sprachen
- Interessen
Gib bei deinen Ausbildungsstationen auch immer deine Abschluss- oder aktuelle Durchschnittsnote an. Du solltest dabei maximal bis zum Abitur zurück gehen. Dass du eine Grundschule besucht hast, ist in diesem Fall klar. Solltest du schon einmal ein Studium angefangen, dann jedoch abgebrochen haben, solltest du das auch im Lebenslauf angeben. Gründe für den Abbruch musst du aber nicht nennen.
Der Lebenslauf endet mit einer Unterschrift, Ort und Datum. Scanne eine handschriftliche Unterschrift (mit blauem oder schwarzem Stift) ein und füge sie am Ende deines Lebenslaufs ein.
Was zählt als Berufserfahrung?
Als Berufseinsteiger:in kannst du hier vor allem Praktika und Nebenjobs aufzählen, aber auch alle anderen Stationen, die du neben der Uni absolviert hast, wie ein Work and Travel, ehrenamtliche Tätigkeiten und sonstige praktische Erfahrungen.
Brauche ich ein Bewerbungsfoto?
Ein gutes Bewerbungsfoto trägt zu einem guten ersten Eindruck bei – es ist jedoch kein Muss. Wenn du ein Foto in deinen Lebenslauf aufnehmen möchtest, platziere es idealerweise in der oberen linken oder rechten Ecke. Das Foto sollte unbedingt professionell gemacht worden sein. Wenn du kein professionelles Bewerbungsfoto hast, verwende bitte kein Selfie oder Urlaubsfoto. Ein schlechtes Bewerbungsfoto ist meist schlimmer als gar keins.
Wie lang darf ein Lebenslauf eigentlich sein?
Dein Lebenslauf sollte nicht länger als zwei DIN A4 Seiten sein. Wenn du bereits eine Reihe an Nebenjobs hattest, z. B eine Weile gekellnert hast, danach im Einzelhandel gejobbt und anschließend noch in der Uni-Bibliothek gearbeitet hast, dann ist es sinnvoll, die ein oder andere Beschäftigung rauszulassen. Das macht deinen Lebenslauf übersichtlicher. Außerdem kannst du so den Fokus auf die Erfahrungen lenken, die für die Stelle, auf die du dich bewirbst, relevant sind.
Wie gehe ich mit komplett unterschiedlichen Stationen im Lebenslauf um?
Du hast keinen linearen Lebenslauf und z.B. sowohl Informatik als auch Sozialwissenschaften studiert? Oder in ganz unterschiedlichen Bereichen gejobbt?
Keine Sorge! Gerade als Berufseinsteiger:in ist es völlig in Ordnung Stationen im Lebenslauf zu haben, die auf den ersten Blick in ganz verschiedene Richtungen gehen. Nur durch das praktische Ausprobieren findest du schließlich heraus, was du langfristig tun willst. Aus deinen komplett unterschiedlichen Stationen in deinem Lebenslauf hast du sicherlich etwas gelernt und mitgenommen. Wichtig ist, dass du dich bei der Darstellung der verschiedenen Erfahrungen auf deine Erfolge fokussierst.
Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?
Lücken, bis zu einer Dauer von sechs Monaten sind für Personaler:innen noch akzeptabel. Alle leeren Perioden, die länger als sechs Monate sind, solltest du erklären können. Du warst für eine längere Zeit auf Reisen und konntest so deine Sprachkenntnisse ausbauen oder interkulturelle Kompetenzen sammeln? Super, nimm das mit auf. Auch wenn du länger durch eine Krankheit oder ähnliches ausgefallen bist, solltest du das erwähnen. Du musst dabei natürlich nicht ins Detail gehen. Übrigens: Die „Lücke“ zwischen Abitur und Studienbeginn kennt jede:r Personaler:in, die musst du nicht erklären.
Was gehört nicht in den Lebenslauf?
Einige Dinge, die früher fester Bestandteil eines CVs waren, kannst du heute guten Gewissens weglassen. Dazu gehören Angaben zu:
- deinen Eltern und Geschwistern und deren Berufen
- deinem Familienstand und der Anzahl deiner Kinder
- deiner Religions- und Parteizugehörigkeit (außer diese Informationen spielen eine Rolle für die Stelle, auf die du dich bewirbst, bspw. in einer religiösen Einrichtung)
Auch deine Gehaltsvorstellung gehört nicht in den Lebenslauf. Diese kannst du, wenn gefordert, im Anschreiben erwähnen. Hobbys im Lebenslauf sind optional. Wenn deine Hobbys zeigen, dass du Fähigkeiten erlernt und angewendet hast, die für den Job relevant sind, kannst du sie aufnehmen. „Lesen, Kino, Freunde treffen“ bringen Recruiter:innen aber keine hilfreichen Infos über dich als Bewerber:in.
Wie gestalte ich meinen Lebenslauf?
Erstelle ein Layout, das dir gefällt. Dabei solltest du natürlich beachten, auf was für eine Art von Job du dich bewirbst. Als angehende:r Grafikdesigner:in kannst du dich wesentlich kreativer austoben, als als angehende:r Steuerberater:in. Egal ob dein Design eher konservativ oder individuell ausfällt: Achte immer darauf, dass die Übersichtlichkeit nicht verloren geht. Muster-Lebensläufe sind eine gute Inspirationsquelle. Ein sehr übersichtliches Beispiel von StepStone findest du hier zum Download.