Wie schlimm sind Nachholklausuren und Extra-Semester?

Klassiker: Egal ob man extrem lernt oder eigentlich schon innerlich mit dem Modul abgeschlossen hat, durch Klausuren durchzufallen ist immer nervig. Allein die Nachholklausur kostet wieder extra Zeit und dann kann es sogar noch zu Extra-Semestern kommen. Beschäftigt dich das Thema auch momentan? Keine Angst, wir haben da ein paar Insights für dich.
Spoiler: Die McDonalds-Bewerbung kannst du getrost zur Seite legen, wenn du länger, als die Regelstudienzeit brauchst.

Bist du jemand, der nach einer gescheiterten Klausur sich direkt Gedanken über die Karrieren macht? Bei der Überschreitung der Regelstudienzeit direkt gebrochen ist?
Dann können wir dich schonmal beruhigen: Die wenigsten Recruiter:innen werden dich weder dafür auslachen, dass du das ein oder andere Semester wiederholt hast, noch deshalb direkt abweisen.
Tatsächlich brauchen mehr als die Hälfte aller Studierenden meist um die zwei Jahre länger, als die Regelstudienzeit vorsieht. Das könnte daran liegen, dass die Studienplätze auch in ein paar Jahren noch da sind, deine Jugend aber nicht. Daher können es auch die meisten Arbeitgebenden nachvollziehen, wenn 19- bis 28-Jährige bei tropischen Temperaturen den halben Sommer mal nicht nur mit Lernen verbringen, sondern sich lieber etwas mehr Zeit lassen.
Insights von einer Expertin
Unsere Recruiting-Expertin Gala sieht das ähnlich. Lieber soll man sich die Zeit nehmen und internationalen Erfahrungen durch Reisen oder sogar Auslandssemestern widmen. Auch ein interessantes Hobby kann im Lebenslauf auffallen und Softskills beweisen, die man gar nicht für relevant gehalten hätte. Gala betont natürlich auch, dass es immer auf die Branche ankommt, in der man einsteigen möchte. Hier gibt es auch Recruiter, die auf akademische Leistungen, wie Noten oder Anzahl der Semester achten. Es gilt es natürlich, dass man seine Ziele und Erwartungen mit sich selbst vereinbart und nach seiner Wunschkarriere ausrichtet.
Auf dem Lebenslauf sollte man gerade in der Rolle der Studierenden nicht erwarten, dass man bereits alle bedeutsamen Skills und Interessen aus den Stellenanzeigen herauslesen kann. Auch andere Erfahrungen, können relevante Skills, beweisen.

Unterschiedliche Notendurschnitte
Ein anderes Thema, das dir eventuell Sorgen bereiten könnte, ist dein Semesternotendurchschnitt.
Wenn du deine Klausuren nur gerade so bestehen willst, um Nachholklausuren zu vermeiden, könnte ja dein zwischenzeitlicher Notendurchschnitt darunter leiden.
Andererseits denken auch viele, dass solang der Abschluss noch nicht in der Tasche ist, das Abi Zeugnis meistens zählt.
Oder juckt das überhaupt noch irgendwen? Wir haben hier ebenso mal nachgefragt, weil spekulieren kannst du ja auch selbst.
Gala stellt klar, dass der Abischnitt allerspätestens nach deinem Bachelorabschluss so gut wie irrelevant ist. Dinge, wie (wenn vorhanden) Master- oder Bachelorarbeit über ein relevantes Thema, soziales Engagement oder maximal die Bachelornote, sind weitaus überzeugender. Klar kommt es auch hier wieder darauf an, für welche Branche du dich interessierst und dessen Leistungsorientiertheit, aber grundlegend sind Abitur-, sowie aktuelle Semesternoten nicht unbedingt gefragt auf dem CV.
Außerdem kannst du diesen ja gestalten. Gefallen dir also die ein oder anderen Noten nicht, dann fokussierst du dich eher auf andere Aspekte von dir.
Sollte dann im Bewerbungsgespräch doch nochmal nachgehakt werden, gilt es einfach ehrlich zu sein du auf andere relevante Stärken zu verweisen.

Lückenhafter Lebenslauf - was jetzt?
Solltest du also ein Semester wiederholen müssen oder wollen und es auch so im Lebenslauf angibst, gilt es auch hier nur ein paar Aspekte zu beachten. Es kann ja sein, dass im Bewerbungsgespräch darauf eingegangen wird.
Erst einmal: keine Panik, dich frisst deshalb keiner auf! Unsere HR-Expertin Gala gibt auch hier interessante Insights und Tipps. Viele Recruiter haben natürlich nicht den ganzen Tag Zeit, um mehrere Lebensläufe gründlich zu inspizieren. Meist werden die mehr oder weniger überflogen. Eine große Lücke fällt dort natürlich auf. Solang der Rest des Lebenslaufs einen dann nicht vom Hocker haut, wird dann auch selten nachgehakt, sondern die Person eher nicht in die engere Auswahl genommen.
Daher solltest du also diese Lücke irgendwie füllen. Nicht mit ausgedachten Jobs, sondern mit Erklärungen oder Verweisen auf andere Tätigkeiten, die diese Lücke verursacht haben. Selbst wenn du ein Familienmitglied betreuen musstest, ist das ein valider Grund. Das kommt auch viel besser, als die HR-Person im Dunkeln tappen zu lassen.
„Ehrlichkeit ist hier die beste Policy“.
Generell ist es wichtig, dass du dir über deine Entscheidungen und Zukunft bewusst bist. Natürlich solltest du nicht alle Klausuren aufschieben und erst dann schreiben, wenn du die Themen so beherrschst, wie Fahrradfahren. Auf der anderen Seite tust du dir selbst und den meisten anderen keinen Gefallen, wenn du dein
Studium zum Speedrun machst.