Sportwissenschaften

Sportwissenschaften

Was musst du wissen, wenn du „Sportwissenschaften“ studieren möchtest?

Worum geht es bei „Sportwissenschaften“ eigentlich?

In einem Studium der Sportwissenschaften dreht sich alles um den menschlichen Körper und Bewegung. Thema ist der wissenschaftliche Hintergrund des Sports und dessen Reaktionen im biologischen Aspekt. Dabei gibt es verschiedene Ausrichtungen und Bereiche, die durch eine große Anzahl an Studiengängen in ganz Deutschland widergespiegelt werden. Dazu gehören:

  • Angewandte Sportwissenschaft (Bachelor)
  • Bewegungs- und Sportwissenschaft (Bachelor)
  • Human Movement in Sports and Exercise (Bachelor)
  • Motorische Neurorehabilitation (Bachelor)
  • Sport (Bachelor)
  • Sportdidaktik (Bachelor)
  • Sport - Gesundheit - Freizeitbildung (Bachelor)
  • Sport und angewandte Trainingswissenschaft (Bachelor)
  • Sport und Bewegungspädagogik (Bachelor)
  • Sport- und Ernährungscoach (Bachelor)

Welche Voraussetzungen musst du mitbringen?

Willst du an einer Fachhochschule studieren, reicht eine fachgebundene Hochschulreife; an Universitäten wird hingegen die allgemeine Hochschulreife, also das Abitur, als Qualifikation genannt. Einen übergreifenden Numerus Clausus (NC) gibt es nicht, jedoch sind gute Noten im Fach Sport natürlich Voraussetzung. Weiterhin besteht die Möglichkeit über berufliche Vorkenntnisse das fehlende Abitur auszugleichen. In jedem Fall verlangt man von dir eine sportärztliche Bescheinigung, die belegt, dass du uneingeschränkt sporttauglich bist. Außerdem ist häufig eine Sportleistungsprüfung Teil der Aufnahmebedingungen. Welche Disziplinen abgefragt werden, unterscheidet sich je nach Hochschule. Im Allgemeinen musst du deine Fähigkeiten in den Bereichen Koordination, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer beweisen; manchmal ist auch ein bestimmtes Schwimmabzeichen nachzuweisen. Das Niveau der Prüfungen wird gemeinhin hoch angesetzt, jedoch gibt es auch Studienplätze, bei denen stattdessen ein Motivationsschreiben oder ein Übungsleiterschein verlangt wird.

Was wird im Studium behandelt? Welche Schwerpunkte gibt es?

Es werden im Laufe des Studiums Inhalte aus den Bereichen Naturwissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaftswissenschaft thematisiert. Dazu gehören Teile aus Anatomie, Biomechanik, Sportmedizin, Soziologie, Psychologie und in manchen Fällen auch Pädagogik, nämlich wenn du das Fach auf Lehramt studierst. Du hast neben den theoretischen Fächern aber auch Veranstaltungen, in denen es darum geht, selbst sportlich aktiv zu werden. Ferner beschäftigst du dich damit Sportangebote zu planen und umzusetzen aber auch zu analysieren. Zudem kommt eine Auseinandersetzung mit Bedingungen und Wirkung von sportlicher Aktivität sowohl jedes Einzelnen als auch in einem sozialen Zusammenhang. Es werden beispielsweise die Fragen behandelt, wie der Sportartikelmarkt aufgestellt ist, welche Auswirkungen Sport auf den Alltag eines Menschen hat, wie die Ernährung die Leistung beeinflussen kann oder welche Möglichkeiten es gibt Trainingspläne aufzustellen. Du kannst dich je nach Interessengebiet im Studienverlauf auf berufsbezogene Schwerpunkte konzentrieren; das Angebot der Hochschulen reicht hier von Leistungssport bis zu Gesundheitsmanagement. Häufig konzentriert man sich je nach Studiengang auf zwei Hauptthemen. In einem anschließenden Masterstudiengang geht es meist um die Auswertung empirischer Studien. Bei einem Studium mit dem Ziel des Masters of Education werden dir außerdem Techniken gezeigt, wie du andere bei der sportlichen Betätigung unterstützen und anleiten kannst.

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Ein Studium der Sportwissenschaften ist in Vollzeit und Präsenz zu absolvieren. Es stellt sich zusammen aus Seminaren, Vorlesungen und Übungen; im Bachelor mit sechs Semestern Regelstudienzeit. Die Veranstaltungen sind im Fach Sportwissenschaften vor allem durch theoretische Module bestimmt, doch es sind circa 40 % sportlicher Anteil dabei. Hinzu kommen im Verlauf des Studiums häufig Praxisabschnitte in Form von Praktika, bei denen du in die zukünftige Berufswelt reinschnuppern kannst. Auch Auslandsaufenthalte sind möglich. Am Anfang sind die meisten Studiengänge ähnlich aufgebaut. Die Lehrenden thematisieren die Grundlagen und geben einen Überblick über die einzelnen Teildisziplinen, sodass du daraufhin tiefer in die Themen einsteigen kannst und komplexere Inhalte kennenlernst. Konzentriert sich dein gewählter Studiengang beispielsweise auf medizinische Aspekte geht man von Modulen wie Sportmedizin und Anatomie über zu Themen wie der Prävention von Verletzungen. Auf Wettkampfsport ausgerichtete Studierende nehmen später an Seminaren zur Diagnostik im Leistungssport teil.

Nach diesen Schwerpunkten richtet sich auch der angestrebte Abschluss. Befasst du dich eher mit sozialen und pädagogischen Inhalten, erhältst du nach dem Studium den Titel „Bachelor of Arts“. Geht es eher um naturwissenschaftliche Zusammenhänge, wird dir der akademische Grad des „Bachelor of Science“ verliehen. Es besteht die Möglichkeit an ein Bachelor- ein Master-Studium mit einer Regelstudienzeit von vier Semestern anzuhängen. Dabei liegt die Verantwortung über die Wahl der Studienschwerpunkte diesmal bei dir. So kannst du darüber entscheiden, ob du vermehrt Veranstaltungen besuchst, die deine eigenen sportlichen Fähigkeiten schulen, oder lieber eine forschende Richtung verfolgen möchtest. Für diese Weiterbildung kannst du auch den Titel „Master of Education“ bekommen.

Welche Perspektiven bieten sich dir nach deinem Abschluss?

Mit einem Studium der Sportwissenschaften eröffnen sich dir unterschiedliche berufliche Perspektiven. Mögliche Tätigkeiten liegen in den Bereichen Medien, Management, Forschung, Marketing, bei Vereinen oder in Kliniken. Mit einem Master-Abschluss ist die Auswahl noch breiter und dir steht der Weg zur Promotion offen. In einer Absolventenuntersuchung aus dem Jahr 2016 betrug das durchschnittliche Brutto-Einstiegsgehalt nach dem Bachelor für einen Sportwissenschaftler 32.400 €. Die Einstiegsgehälter sind somit gut im Vergleich zu anderen Studiengängen. Die Höhe des Einkommens richten sich aber natürlich vor allem nach dem Arbeitgeber. Ein regionaler Sportverband zahlt vermutlich weniger als das international bekannte Sportmanagement. Lehrergehälter sind tariflich geregelt und liegen bei circa 4.000 Euro brutto im Monat.

Für wen ist das Studium also geeignet?

Ein Studium im sportwissenschaftlichen Bereich ist geeignet für Menschen, die sich nicht nur für die unterschiedlichsten sportliche Aktivitäten interessieren, sondern auch für deren wissenschaftlichen Hintergründe. Du solltest Begeisterung für biologische Fakten als auch für die eigene körperliche Fitness zeigen und idealerweise schon ausreichend Erfahrung in mehreren Sportarten mitbringen. Vielleicht bist du sogar schon ehrenamtlich Trainer*in in einem Verein oder vergleichbares. Vertieftes Wissen in Mathematik, Biologie und Chemie sind wichtig für ein erfolgreiches Studium. Außerdem solltest du gute Englischkenntnisse haben, da Fachliteratur häufig nur in englischer Sprache verfügbar ist. Als „Soft Skills“ sollten dich Motivation, Leistungsbereitschaft und ausgeprägte Teamfähigkeit, Disziplin und Eigenständigkeit sowie Sorgfalt auszeichnen. Als Lehrer profitierst du von Durchsetzungskraft und Kreativität.

Tipps & Fazit

Die praxisorientierte Gestaltung des Studiums in Sportwissenschaften ist das was die meisten Studierenden daran schätzen. Doch solltest du die Arbeit, die du investieren musst, nicht unterschätzen. Je weiter du in die Materie eintauchen wirst, desto abwechslungsreicher, aber auch anspruchsvoller werden die Aufgaben sein. Ebenso sind die aktiven Fächer nicht leicht zu bewältigen und man erwartet von dir konstant gute Leistungen. Solltest du dich für den Weg zum Lehrberuf entscheiden, brauchst du neben Sportwissenschaften noch ein zweites Studienfach, welches eines der Kernfächer Mathematik, Englisch oder Deutsch sein muss. Falls du dich durch diesen kurzen Einblick angesprochen fühlst, dann findest du auf den Websites der Universitäten weitere Informationen dazu, welche Schwerpunkte sie genau anbieten und ob es einen Tag der offenen Tür gibt, bei dem du dich vor Ort oder digital umschauen kannst. Für Tipps aus erster Hand kannst du dich zusätzlich bei Studenten umhören, welche Erfahrungen sie bereits mit dem Studiengang gemacht haben.


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