Einstiegsgehalt nach dem Abschluss

So sprichst du dein Wunschgehalt erfolgreich an
Über Geld redet man nicht? Spätestens, wenn du dein erstes Gehalt verhandeln musst, kannst du diese Benimmregel über Bord werfen. Doch vorher musst du einige Dinge herausfinden: Wie viel kannst du für den Job, auf den du dich beworben hast, verlangen? Wo findest du die nötigen Informationen, um dich selbst realistisch einzuschätzen? Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto? Und wie platzierst du deinen Gehaltswunsch im Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch am besten? Hier findest du die Antworten.
Was zählt alles zum Gehalt?
Das Gehalt setzt sich häufig aus verschiedenen Komponenten zusammen:
Das Grundgehalt ist der Betrag, der dir jeden Monat sicher ausgezahlt wird.
Darüber hinaus gibt es häufig noch variable Anteile. Dazu gehören beispielsweise Weihnachts- und Urlaubsgeld oder erfolgsabhängige Boni. Besonders im Vertrieb sind individuelle Boni und Provisionen auf Grundlage des erwirtschafteten Umsatzes gang und gäbe, aber auch in anderen Bereichen gibt es vermehrt einen variablen Anteil am Gehalt. Unternehmen hoffen, mit diesen zusätzlichen Zahlungen die Motivation der Mitarbeiter:innen zu steigern.
Übrigens: auch nicht-monetäre Vorteile wie Job-Tickets für die Bahn, Produktvergünstigungen oder Essensgutscheine sind streng genommen Gehalts-Bestandteil, da diese indirekt dafür sorgen, dass du am Ende mehr von deinem Gehalt für persönliche Ausgaben hast. Sie werden aber nicht mit ins Jahresgehalt eingerechnet.
Brutto oder netto?
Das Gehalt wird immer als Bruttogehalt pro Jahr im Arbeitsvertrag angegeben. Aber der Betrag, der am Monatsende auf deinem Konto auftaucht, ist dein monatliches Nettogehalt. Lohnsteuer, Krankenkassen- und Rentenversicherungsbeiträge sind davon bereits abgezogen. Rechne die Abgaben, die automatisch von deinem Bruttogehalt abgehen, unbedingt in dein Gehaltsziel mit ein. Denn wenn du 36.000 € als Ziel angibst, heißt das nicht, dass du jeden Monat 3.000 € auf dem Konto hast. Wie viel Nettogehalt von deinem Bruttogehalt übrig bleibt, hängt individuell von deiner Lohnsteuerklasse, deinen Beiträgen und Versicherungen ab. Es kann sein, dass ein Kollege dasselbe Bruttogehalt wie du bekommt, am Ende aber einen anderen Betrag erhält. Es gibt online viele Rechner, die dir helfen, dein Brutto-Jahresgehalt auf die monatliche Netto-Zahlung umzurechnen.
Das Thema Gehalt im Anschreiben
„Bitte bewerben Sie sich unter Angabe Ihres Gehaltswunsches“ – Einige Stellenausschreibungen verlangen bereits in der Bewerbung eine Angabe deiner Gehaltsvorstellung. Ist das der Fall, solltest du sie auch hinzufügen. Auf keinen Fall solltest du sie einfach „weggelassen“ oder „vergessen“ – auch nicht aus Unsicherheit!
Mach dir vorher Gedanken und recherchiere, wie viel jemand in dieser Position verdient. Das unterscheidet sich je nach Branche, in der das Unternehmen tätig ist, Bundesland und Größe des Betriebs. Diese Faktoren und deine bisherige Berufserfahrung, sind die ausschlaggebenden Faktoren bei der Höhe des möglichen Gehalts.
Wenn du einen konkreten Gehaltswunsch für dich definiert hast, platziere ihn am Ende des Anschreibens. Du kannst entweder einen konkreten Betrag nennen oder eine Gehaltsspanne angeben:
„Meinen Qualifikationen entsprechend empfinde ich ein Gehalt von 45.000 Euro /Jahr als angemessen.“
„Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 40.000 und 45.000 Euro /Jahr.“
Das Thema Gehalt im Vorstellungsgespräch
In der Regel wird die Gehaltsfrage im Vorstellungsgespräch von deinen Gesprächspartnern im letzten Teil aufgegriffen. Wenn der Bewerbungsprozess über mehrere Runden verläuft, sollte das Thema spätestens im letzten Gespräch vor der Vertragsunterschrift angesprochen werden. Erst wenn der:die Personaler:in das Gehalt bis dahin nicht angesprochen hat, kannst du das Thema einleiten, indem du beispielsweise nach den Rahmenbedingungen der offenen Position fragst.
Deine Erfahrungen und Qualifikationen und der Gewinn, den du dem Unternehmen bringen würdest, sind die Faktoren, nach denen sich die Höhe deines Gehalts bestimmen wird. Schätze dich also möglichst realistisch ein. Deinen Gehaltswunsch möglichst niedrig anzugeben um den Job zu bekommen, ist letztendlich womöglich genauso ungünstig, wie zu hoch in die Verhandlung einzusteigen. Denn wenn du dich unter Wert verkaufst, gibst du dem Unternehmen Grund zur Annahme, dass deine Leistung nur diesem niedrigen Gehalt gerecht wird. Gut informiert und selbstbewusst meisterst du die Verhandlung.