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Aktualisiert am 13. Mai 2025
Der vollkommene Wettbewerbsmarkt ist die theoretische Idealvorstellung einer Volkswirtschaft. Bei dieser stehen vielen Nachfragern ebenso viele Anbieter entgegen, es handelt sich also um ein Polypol.
Damit auf einem Markt vollkommener Wettbewerb herrschen kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Zu den wichtigsten Eigenschaften des vollkommenen Wettbewerbs zählt die Produkthomogenität, d.h. die produzierten Güter aller Unternehmen sind vollkommene Substitutionsgüter (aus der Sicht der Nachfrager identisch). Zudem müssen sowohl freier Markteintritt als auch -austritt möglich sein. Die Käufer können leicht von einem Anbieter zum Nächsten wechseln, diese wiederum können jederzeit in den Markt eintreten oder diesen verlassen, es liegen also weder Markteintrittsbarrieren (z.B. Lizenzen, Patente) noch Marktaustrittsschranken (z.B. sunk costs) vor.
Des Weiteren sind sowohl Anbieter als auch Nachfrager im vollkommenen Wettbewerbsmarkt Preisnehmer. Ein einzelnes Unternehmen kann den Marktpreis nicht beeinflussen, da es nur einen sehr geringen Anteil der Gesamtgütermenge am Markt verkauft. Würde ein Unternehmen einen höheren Preis als seine Konkurrenten verlangen, würde es seine gesamten Kunden an die Konkurrenz verlieren. Der Konsument hingegen hat ebenfalls keinen Einfluss auf den Marktpreis, da dieser nur einen kleinen Anteil am Branchenoutput kauft. Wichtig an dieser Stelle ist ebenfalls, dass volle Markttransparenz herrscht und alle Marktteilnehmer wissen, welche Güter von welchem Anbieter zu welchen Preisen angeboten werden.
Im vollkommenen Wettbewerbsmarkt werden die Gewinne dort maximiert, wo die Grenzkosten MC (= marginal costs) dem Grenzerlös MR (= marginal revenue) entsprechen. Dies ist der Fall, da ein Unternehmen solange weiter produzieren wird, solange die Produktion einer zusätzlichen Einheit einen höheren Erlös bringt als sie zusätzliche Kosten verursacht (MC < MR). Eine zusätzliche Produktion über dem Schnittpunkt von MR = MC hingegen würde wirtschaftlich keinen Sinn machen, da bei MC > MR die Produktionskosten der zusätzlichen Einheit höher sind als der daraus generierte Erlös, der Gewinn würde sich also schmälern. Da ein einzelnes Unternehmen den Preis nicht festlegen kann (vgl. Preisnehmerverhalten), bestimmt sich die optimale Produktionsmenge q* im Wettbewerbsmarkt wie folgt:
P = MC = MR
Die optimale Produktionsmenge garantiert aber noch keinen Gewinn, der optimale Gewinn kann durchaus auch ein Verlust sein, welcher durch die optimal gewählte Menge minimiert wird. Neben der Produktionsmenge müssen also noch weitere Faktoren betrachtet werden, denn der Gewinn eines Unternehmens setzt sich wie folgt zusammen:
π = R – C
π = P × q* - (Cv + Cf) = P × q* - (VC × q* + FC)
Es müssen also auch die individuellen Kostenstrukturen, also die fixen Kosten FC und die variablen Kosten VC, eines Unternehmens betrachtet werden. Zur kurzfristigen Outputentscheidung würde ein Unternehmen zunächst nur die Durchschnittlichen Variablen Kosten AVC (= average variable costs) im Vergleich zum Preis analysieren, da die fixen Kosten in der kurzen Frist fix sind. Sind die AVC größer als der Preis (AVC > P), rentiert sich eine Produktion nicht, da nicht einmal die variablen Kosten gedeckt werden können, man erwirtschaftet also nur Verluste. Ist der Preis höher als die AVC aber kleiner als die Durchschnittlichen Gesamtkosten ATC (= average total costs), werden zwar nicht die gesamten Kosten gedeckt, es entstehen also Verluste, aber durch die Produktion wird ein Teil der Fixkosten gedeckt und die Verluste somit minimiert. Zusammengefasst kann man also sagen, dass immer gilt:
P > ATC: UN erzielt Gewinne, sollte also produzieren
AVC < P: UN sollte trotz eines Verlustes kurzfristig weiter produzieren
P < AVC < ATC : UN sollte sofort schließen
Langfristig kann ein Unternehmen alle seine Inputs ändern, somit beispielsweise auch die eigene Betriebsgröße. Zudem gilt freier Marktein- und Austritt. Werden in einer Branche also kurzfristig ökonomische Gewinne erzielt, stellen diese einen Anreiz zum Markteintritt für andere Produzenten, dar.
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Treten langfristig mehr Produzenten in den Markt ein, steigt das Branchenangebot und der Marktpreis sinkt. Das Angebot steigt solange, bis ökonomische Nullgewinne am Markt vorherrschen, da erst dann kein Anreiz für weitere Markteintritt mehr gegeben ist. Der vollkommene Wettbewerbsmarkt befindet sich dann im langfristigen Gleichgewicht.
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