Unternehmensführung

Unternehmensführung

Aktualisiert am 15. Mai 2025

Einführung

Die Unternehmensführung, auch Management genannt, ist ein wichtiges Instrument der Gestaltung des Unternehmens und koordiniert alle gegenwärtigen sowie zukünftigen Aktivitäten, wie bspw. die Allokation von (Personal-)Ressourcen oder auch das Festlegen von Führungsmaßnahmen. Je nach Anwendungskontext wird dabei unterscheiden zwischen:

  • Institutioneller Sicht / Unternehmensführung i.e.S.: „Wer führt?“ - Gemeint ist die Führung des Unternehmens durch eine Gruppe, oder einzelne Personen / Führungskräfte, die innerhalb des Unternehmens entsprechende Weisungsbefugnis haben.
  • Funktionaler Sicht: „Wodurch wird geführt?“ - Bezeichnet alle Tätigkeiten des Managements, Entscheidungen zu treffen, die über den Bestand sowie Zukunft des Unternehmens entscheidend sind.
  • Prozessualer Sicht: „Wie wird geführt?“ - Meint alle Handlungen, die zur erfolgreichen Steuerung des Unternehmens notwendig sind. Dies kann auf verschiedenen Führungsebenen des Unternehmens stattfinden.

Aufgaben der Unternehmensführung

Institutionell

Die Aufgaben reichen von Grundsatzentscheidungen, wie der Wahl der Rechtsform, des Standortes und auch der Festlegung des Gegenstandes der Unternehmung, über die strategische Unternehmensplanung, bei der es vordergründig um die Analyse der Marktkonkurrenz, sowie der Ergreifung entsprechender Maßnahmen geht, um zukünftig Erfolge erzielen zu können.

Man kann also differenzieren in:

  • Führung nach innen: Gestaltung des Betriebes, Festlegen grundsätzlicher Strukturen und Abläufe
  • Führung nach außen: Berücksichtigung wechselseitiger Beeinflussungen durch die Unternehmensumwelt

Funktional / Prozessual

Hierunter fallen alle Handlungen, die für die erfolgreiche Steuerung des Betriebes notwendig sind, dabei spielt keine Rolle, auf welcher Führungsebene diese Handlungen anfallen. Folgende (klassische) Teilfunktionen können unterschieden werden:

Unternehmensplanung und Zielbildung

„Was wäre wenn?“ – diese Frage ist für die Unternehmensplanung zentral und soll zur gedanklichen Gestaltung zukünftiger, betriebsrelevanter Prozesse, Strukturen und Ergebnisse beitragen.

Es gibt verschiedenste relevante Bereiche, wie etwa die Produktionsplanung, die Personalplanung, oder auch die Finanz- und Absatzplanung. Des Weiteren unterscheidet man auch

  • Strategische Planung

formuliert grundlegende Ziele mit einem Zeitrahmen von fünf Jahren

  • Taktische Planung

auch als mittelfristige Planung bezeichnet, formuliert konkrete Ziele die in einem Zeitfenster von zwei bis fünf Jahren umgesetzt werden sollen

  • Operative Planung

im Fokus steht die unternehmerische Wertschöpfung, das heißt die Effizienz und Effektivität des Unternehmens, die Bedürfnisse seiner Kunden am Markt zu bedienen. Der Zeithorizont beträgt hier nur höchstens ein Jahr.

Organisation

Das Geplante soll Wirklichkeit werden, dazu wird ein entsprechend zielgerichtetes Handlungsgerüst entworfen

Personaleinsatz

Besetzung der Stellen mit kompetentem Personal

Leitung / Führung

Die einzelnen Handlungen werden zielgerecht ausgerichtet, um geplante Aktivitäten optimal umsetzen zu können

Kontrolle / Controlling

Soll-Ist-Abgleich, um Abweichungen frühzeitig erkennen und gegensteuern zu können. Zudem werden während des gesamten Prozesses Erfahrungen gesammelt und dokumentiert, um diese in zukünftige Planungen / Projekte einbinden oder ggf. verbessern zu können.

Da diese Teilaufgaben miteinander in Beziehung stehen, können sie als Prozess verstanden werden.

Führungsansätze

Neben dem Ziel einer möglichst hohen Gewinnrealisierung sind in den vergangenen Jahren zunehmend weitere Aspekte des erfolgreichen Wirtschaftens hinzugekommen. Man unterscheidet dabei drei Führungsansätze:

  • Umweltorientierter Ansatz
    • Als Reaktion auf Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung fließen neben der ökologischen Entwicklung auch der Lebensstil der Bevölkerung sowie der demographische Wandel in die Unternehmensführung ein.
  • Wertorientierter Ansatz
    • Gilt als Schlüsselbegriff moderner Unternehmensführung. Umsatz, Absatz und Gewinn sind die zentralen Kennzahlen und sollen das Überleben des Unternehmens sichern. Im Vordergrund stehen damit die Interessen der Kapitalgeber.
  • Sozialorientierter Ansatz
    • Die Gesellschaftsordnung bestimmt die unternehmerischen Ziele: die Humanität steht dabei, neben Wirtschaftlichkeit und Produktivität, im Vordergrund. Dahinter verbirgt sich das Ziel des effizienten Wirtschaftens bei gleichzeitigem gerecht werden sozialer Ansprüche, etwa angemessene Arbeitszeiten oder faire Löhne.
  • Ebenenorientierter Ansatz
    • Bilden den wesentlichen und klassischen Ansatz der Unternehmensführung. Dabei unterteilt man das Unternehmen in drei Ebenen:
    • Top-Management: zuständig für die langfristige und strategische Ausrichtung.
    • Lower-Management: zuständig für das operative Geschäft; bspw. Erstellen von Produktionsplänen.
    • Middle-Management: ist als Bindeglied der strategischen und operativen Ebene zu verstehen.

Das Regelwerk der Unternehmensführung: Corporate Governance

Definition

Corporate Governance bezeichnet die Grundsätze der Unternehmensführung. Als rechtlicher und faktischer Ordnungsrahmen sollen sie zur Leitung des Unternehmens beitragen sowie die Überwachung im Sinne aller wichtigen Anspruchsgruppen (Stakeholder) sicherstellen. So soll opportunistisches Verhalten der Stakeholder, durch bspw. unterschiedliche Interessen oder Schlupflöcher, aufgrund evtl. unvollständiger Verträge, verhindert bzw. eingeschränkt werden. Man kann Coporate Governance also als Unternehmensverfassung betrachten.

Schlüsselregeln

  • Verantwortlichkeit – Sicherstellen, dass Mitarbeitende in Führungs- und Managementpositionen für ihre Entscheidungsprozesse und die daraus resultierenden Handlungen verantwortlich sind.
  • Fairness – Gleichbehandlung aller beteiligten Interessengruppen im Unternehmen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Mitarbeitende, Aktionäre und Kund:innen.
  • Transparenz – Bereitstellung klarer und authentischer Informationen über die Finanzen, den Betrieb, Zukunftspläne und mehr des Unternehmens.
  • Ethik – Einhaltung hoher ethischer und gesetzlicher Standards im operativen Rahmen des Unternehmens.

Was macht ein starkes System der Unternehmensführung aus? Zu den üblichen Elementen gehören: ein Vorstand, Einbindung und Rechte der Interessengruppen, Risikomanagement, Finanzberichterstattung und Offenlegung usw. Der Umgang eines Unternehmens mit Vergütung und Nachhaltigkeit wird ebenfalls immer wichtiger.

Ein solides System der Unternehmensführung wirkt sich aus auf:

  • den Aufbau von Vertrauen und Zuversicht
  • die Verhinderung von Betrug
  • die faire Behandlung wichtiger Interessengruppen
  • die Förderung ethischen Verhaltens


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