Umweltökonomie

Umweltökonomie

Hintergrund politischer Eingriffe

Aufgrund verschiedener ökonomischer Entscheidungen kommt es oft zu unkompensierten Auswirkungen auf unbeteiligte Dritte. Diese können sowohl positiv als auch negativ sein. Ein positiver externer Effekt ist beispielsweise die Bildung. So profitieren Dritte von dem Bildungsstand einer Person, wenn diese beispielsweise neue Technologien entwickelt. Negative externe Effekte können dagegen Lärm, eine schlechte Luft, beispielsweise in Städten oder der Industrie, oder die Klimaerwärmung sein. Positive externe Effekte sollten gefördert, während negative externe Effekte vermieden oder verhindert werden sollten.

Da negative, aber auch positive externe Effekte zu Marktversagen führen, ist die Politik dazu angehalten, in die verschiedenen Märkte einzugreifen, um das Ungleichgewicht wieder auszugleichen. Verursacher, welche die externen Kosten in ihren Kalkulationen nicht berücksichtigen, produzieren mehr als das gesellschaftlich Optimale. Es wird also eine zu hohe Menge zu einem zu geringen Preis angeboten. So werden etwa Subventionen genutzt, um positive Externalitäten zu fördern und Steuern, um negative Externalitäten zu verhindern und begrenzen. Ein Beispiel für eine Steuer im umweltpolitischen Bereich ist die Besteuerung von Benzin, Diesel und anderen Treibstoffen. Durch die höheren Preise des Treibstoffes werden Menschen weniger Auto fahren, um ihre Kosten zu senken.

Steuern

Steuern werden bei negativen externen Effekten eingesetzt. Dabei werden die privaten Kosten durch einen festen Betrag pro Aktivitätsniveau erhöht. In der Konsequenz schränkt dies die Produktion ein, weil das ökonomische Optimum in Richtung einer geringeren Produktionsmenge verschoben wird. Immer wieder stellen sich Umweltökonomen der Frage, wie hoch die optimale Steuer (t) sein muss, um die ökonomische Wohlfahrt so hoch wie möglich und die negativen Effekte so gering wie möglich zu halten.

Durch die Steuer verringert sich der MNPB (marginal net private benefit), also der private Grenznutzen, genau um die Höhe der Steuer (MNPB-t). Der Verursacher wird nun versuchen, den privaten Nettovorteil, vorbehaltlich der Steuer, zu maximieren. Schauen Sie hierzu auf Abb. 1, so sehen sie, dass sich das Optimum hin zum sozialen Optimum verschiebt. Dies geschieht bei Q*. Die optimale Steuer ist immer gleich den externen Grenzkosten, das heißt den marginalen Verschmutzungsschäden und liegt auf dem optimalen Verschmutzungsniveau.

 

Steuern

Vor- und Nachteile einer Steuer

Steuern funktionieren durch einen Preismechanismus. Sie geben daher Herstellern von diversen Produkten den Anreiz, durch die Preiserhöhung die kostengünstigste Methode zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung zu wählen. Hersteller können die erhöhten Produktionskosten, die durch die Steuer entstehen, durch Maßnahmen, wie Verringerung der Produktionsmenge oder Einführung von Methoden zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung vermeiden. Außerdem regen Steuern die Suche nach neuen umweltschonenden Technologien an, um die Verschmutzungsmenge und damit die Kosten, die durch die Steuer entstehen, zu verringern.

Denjenigen Verschmutzern, die mit geringeren Kosten für die Reduzierung der Umweltverschmutzung konfrontiert sind, ermöglichen Steuern eine größere Anpassung als denjenigen, die mit hohen Kosten konfrontiert sind und minimiert damit also die Kosten für die Reduzierung der Umweltverschmutzung. Die Schwirigkeit für das umweltpolitische Instrument der Steuer ist vor allem, wie oben bereits erklärt, eine optimale Verschmutzungssteuer zu bestimmen.

Subventionen

Wie bereits erläutert, werden Subventionen genutzt, um positive Externalitäten zu fördern und somit die Umweltverschmutzung zu verringern. Die Idee liegt darin, Gelder an Firmen, Unternehmen und anderen Akteuren zu auszuzahlen, die die Umwelt unter einem bestimmten vorgegebenen Niveau belasten. Beispielsweise sollen Verursacher von Umweltverschmutzungen dazu ermutigt werden, Anlagen zur Schadstoffreduzierung zu installieren, indem eine Subvention für die Installation der Anlage gewährt wird. Diese Subventionen können sowohl in Form von Rückzahlungen der Vermeidungskosten angewendet werden, aber auch feste Zahlungen pro Einheit der Emissionsreduzierung bedeuten.Weiterhin kann sich die Höhe der Subvention auf Preise für bestimmte Inputs oder Technologien beziehen oder ein niedrigerer Kreditsatz für Unternehmen sein.

Die Subventionierungen ist ein prozessorientiertes Instrument. Hierdurch kann beispielsweise – wenn der Prozess ausgereift ist - die Düngung zu großer Güllemengen zu falschen Zeitpunkten vermieden werden. Der Einsatz von Subventionen in der Marktwirtschaft wird häufig im Kontext der umweltpolitischen Ziele stark kritisiert. Die Kritik bezieht sich dabei einerseits auf den fehlenden Einsatz gezielter Subventionen zum Schutz der Umwelt und andererseits auf die zum Teil umweltschädigende Wirkung der Subventionspolitik.

Subventionen sind allgemein mit verschiedenen Problemen behaftet. Darunter zählt vor allem die hohe öffentliche Verschuldung und die Subventionen in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden Subventionierungen in den neuen Bundesländern erhöht, um deren Entwicklung zu fördern. Gerade das hat die Höhe der Subventionen enorm steigen lassen. Es werden vor allem Branchen gefördert, die besonders material- und emissionsintensiv sind. Dies hat in weiten Teilen Deutschlands zu intensiver Kritik und Diskussionsbedarf bezüglich der bisherigen Subventionspolitik gegeben. Zukünftig müssen diese angepasst und auf die Erfordernisse einer umweltfreundlichen Entwicklung angepasst werden.

Nachteile von Subventionierungen

Da die Förderung von Unternehmen in der Regel in Form von Ausschüttung staatlicher Gelder stattfindet, ist diese Maßnahme insgesamt sehr teuer und muss durch Steuern finanziert werden. In den meisten entwickelten Ländern machen Subventionen einen großen Teil des Haushaltes aus. Ein weiterer Nachteil ist die oft auftretende Tatsache, dass Subventionierungen teilweise die Produktion von umweltintensiven Produkten fördern kann. So muss das Unternehmen aufgrund der Subventionierung, die Kosten der Umweltverschmutzung nicht in seine Produktionspreise mit einfließen lassen.

Außerdem sind die Preise für umweltintensive Rohstoffe im Vergleich zu Rohstoffen, die umweltfreundlich produziert werden, oftmals zu niedrig. Subventionen können so den wirtschaftlichen Preismechanismus verzerren, was in der Konsequenz zu einer falschen Ressourcenallokation führt.

Vorteile von Subventionierungen

Durch Subventionen lassen sich - trotz der vielen Bedenken und Nachteile – umweltpolitische Zwecke erfolgversprechend fördern. Subventionierte Unternehmen genießen einen gewissen Vorteil im Wettbewerb mit anderen Unternehmen auf dem Markt. Dadurch können sie sich leichter im Markt behaupten und sich erfolgreicher etablieren. Außerdem wird es für alle Betriebe oder Unternehmen, aber auch für Private lukrativer, umweltschonende Produkte zu beziehen, welche einer Förderung unterliegen. Damit können die zuvor angesprochenen negativen Externen Effekte minimiert werden.

Abschließend ist zu sagen, dass es immer einer spezifischen Abwägung bedarf, wann Subventionen oder Steuern sinnvoll und zielfördernd sind. Eine doppelte Anwendung sollte verhindert werden. Beispielsweise sollte es nicht vorkommen, dass Ökostrom subventioniert wird und Strom aus konventionellen Quellen mit einer Steuer besetzt wird. Dadurch wirken die Maßnahmen nicht nur einfach, sondern in doppelter Weise auf die beiden Stromarten. Strom aus erneuerbaren Energien (auch Ökostrom genannt) wird dann gefördert, die Kosten sinken. Bereits hierdurch genießen Erneuerbare Energien einen Vorteil im Gegensatz zu anderen Energiequellen. Wenn nun aber gleichzeitig Steuern auf konventionelle Stromprodukte für die emittierten Emissionen erhoben wird, werden die Kosten für konventionelle Energien überdurchschnittlich angehoben, während Strom aus Erneuerbarer Energien überdurchschnittlich gefördert werden.


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