Traineeship, Master oder Direkteinstieg?

Traineeship, Master oder Direkteinstieg?

Inhaltsübersicht

Den meisten Hochschulabsolvent:innen fällt eine große Last von den Schultern, sobald der Bacherlorabschluss in der Tasche steckt. Während die einen den Master seit Studienbeginn anstreben, grübeln die anderen noch nach Möglichkeiten, wie es nach dem BA weitergeht. Direkteinstieg, Trainee oder doch der Master? Wir zeigen dir die Vor- und Nachteile auf.

Master

Gehalt

Es ist allgemein bekannt, dass ein Masterabschluss ein besseres Gehalt ermöglicht. Abhängig von der Branche, Position und Region gibt es jedoch Gehaltsunterschiede.

  • Große Unterschiede gibt es insbesondere im Baugewerbe oder auch in der Finanzdienstleistungsbranche. Hier verdienen Master-Absolvent:innen deutlich mehr Gehalt als Bachelor-Absolvent:innen.
  • Gegenteilig existieren auch Branchen, wie zum Beispiel beim Groß- und Einzelhandel, in denen der Lohn mit einem Masterabschluss nicht signifikant höher ist.

Berufseinstieg – Master vs. Bachelorabschluss

Mit welchem Abschluss können Absolvent:innen beim Berufseinstieg schneller einen Job ergattern? Auch hier hängen die Jobchancen nach einem Abschluss stark von der Branche ab.

  • Branchen wie IT/Informatik oder BWL besitzen eine hohe Nachfrage, weshalb Bachelor-Absolvent:innen beim Berufseinstieg kaum Nachteile haben sollten.
  • Das liegt zum einen daran, dass sich Informatiker:innen während den ersten Jahren ihres Berufslebens noch weiterbilden, sodass sie fachlich kaum benachteiligt werden.
  • BWL-Absolvent:innen haben ebenso gute Chancen, da jedes Unternehmen Köpfe benötigt, die sich mit Zahlen und der Wirtschaft auskennen. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten nach dem Bachelor-Studium enorm.
  • Naturwissenschaftler:innen brauchen in der Regel lange bei der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle, da der Arbeitsmarkt für Wissenschaftler:innen spezifischer ist. Hier wäre ein Master definitiv eine gute Option.

Voraussetzung für eine Beförderung

Den meisten Arbeitgebern ist es vor allem wichtig, dass man überhaupt einen Hochschulabschluss besitzt.

  • Der Masterabschluss ist zwangsläufig nicht Voraussetzung für eine Beförderung, da eine Person mit einem Bachelor-Abschluss und langjährige Erfahrungen mehr Vorteile hat.
  • Persönliche Eigenschaften, Reife und Erfahrungen sind ebenso entscheidend für eine Beförderung.

Fragen, welche sich Bachelorstudierende stellen sollten, bevor sie das Masterstudium aufnehmen

  • In welche berufliche Richtung möchte der:die Studierende gehen?
  • Was ist im Studium bisher gut gelaufen?
  • Mit welcher Thematik könnte sich der:die Studierende weiterhin beschäftigen, bzw. tiefer einsteigen?
  • In welchen Branchen ist der ausgewählte Masterstudiengang nachgefragt?
  • In welchen Berufen kann man zukünftig mit dem erworbenen Masterabschluss arbeiten?

Kommt man nach dem Bachelor zu dem Entschluss, dass ein Master zunächst nicht in Frage kommt, sollte man sich um eine Arbeitsstelle bemühen. Hier gibt es die Möglichkeit ein Traineeship zu absolvieren oder ins kalte Wasser zu springen und mit einem Direkteinstieg anzufangen.

Traineeship/Traineeprogramm

Mit einem Traineeship steigt man als Hochschulabsolvent:in in ein Einstiegsprogramm ein, welches mit einer praktischen Ausbildung vergleichbar ist und ebenfalls von einem Unternehmen angeboten wird. Das Ziel des Unternehmens ist es, gezielte Fach- und Führungskräfte auszubilden. Der Vorteil hierbei ist, dass man sich in einem bestimmten Gebiet spezialisieren sowie ein umfangreiches Netzwerk aufbauen kann. Trainees profitieren von einer gründlichen Einarbeitung und enger Betreuung. Da das Unternehmen sehr viel in ein Einstiegsprogramm investiert, beabsichtigt das Unternehmen die ausgebildeten Fach- und Führungskräfte langfristig im Unternehmen zu halten. Die Chance einer Übernahme ist deshalb sehr groß!

Ablauf und Inhalte eines Traineeships

Der Begriff „Traineeship“ ist nicht geschützt und daher gibt es keine einheitlichen Vorgaben für die Gestaltung eines Traineeships.

  • Hochschulabsolvent:innen steigen oftmals als Vollzeitkräfte in Unternehmen ein. Es gibt jedoch die Methode als Teilzeit Trainee einzusteigen, falls man z.B. den Master nebenbei absolvieren möchte.
  • Trainees durchlaufen ca. vier Abteilungen des Unternehmens und sind dort mehrere Monate beschäftigt und bekommen einen Einblick in verschiedene Fachbereiche und Tätigkeitsfelder
  • Trainees lernen „on the job“ und werden sukzessiv in immer mehreren Projekten eingebunden
  • Im Training „off the job“ werden die Fachkompetenzen und Soft-Skills des Trainees durch Seminare, Workshops, Coachings oder Schulungen verbessert
  • Trainees werden in der Regel von Mentor:innen unterstützt, die ihnen in fachlichen und persönlichen Fragen weiterhelfen
  • Die Dauer des Traineeships kann zwischen 6 bis 24 Monaten variieren, was jedoch stark von den Vorkenntnissen und dem Programm abhängt

Vorteile eines Traineeship

  • Angeleitete Orientierung und Unterstützung durch Mentor:innen
  • Netzwerken/Networking: Neue und wertvolle Kontakte knüpfen
  • Karriereplanung unter Anleitung
  • Auslandserfahrung (Teil des Programms)
  • Weiterbildungsoptionen
  • Gute Vorbereitung auf eine Führungsposition
  • Höchstwahrscheinliche Übernahme nach Abschluss des Traineeships

Nachteile eines Traineeship

  • Andere Handhabung im Vergleich zu Direkteinsteiger:innen (weniger verantwortungsvolle Aufgaben)
  • Kein Top Gehalt: Branchenübliche Einstiegsgehälter
  • Mögliche Unsicherheit: Nur circa 50% der Unternehmen stellen ihre Trainees unbefristet ein
  • Harte Auswahlverfahren: Vor allem bei großen Unternehmen, da Traineestellen sehr beliebt sind. Nicht unwahrscheinlich ist es, dass man auf viele andere Bewerber:innen trifft, die sich ebenfalls für das Traineeship beworben haben
  • Traineeships bei kleineren Unternehmen: Häufig fehlen die finanziellen und zeitlichen Mittel für die Weiterbildung von Trainees in Workshops oder in der persönlichen Betreuung

Welche Erwartungen hat ein Unternehmen an einen Trainee?

Von Trainees kann nicht erwartet werden, dass sie bereits alles wissen. Im Gegenteil, sie werden eingestellt, um viel lernen zu können. Dennoch schaffen es nur die besten Hochschulabsolvent:innen ein Traineeship bei einem großen Unternehmen zu ergattern. Dafür müssen sie sich einen mehrstufigen Bewerbungsprozess stellen und als Grundvoraussetzung reicht neben den spitzenmäßigen Noten ein Bachelor-Abschluss aus. Die Erwartungen hängen in der Regel vom Arbeitgeber ab. Pauschal existieren folgende Erwartungen an einen Trainee:

  • Mitbringen von einer großen Lern- und Leistungsbereitschaft
  • Hoher Einsatz
  • Klare Zielsetzung und Zielerreichung sind deutlich verstanden worden
  • Aufbauen eines Netzwerkes im Unternehmen

Direkteinstieg

Möchtest du nach dem Studium äußerst schnell Verantwortung übernehmen, dann ist der Direkteinstieg der richtige Weg für dich. Meistens ist die Position sowie der Verantwortungsbereich der Stelle klar beschrieben. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase wird man direkt in Projekten und Aufgaben eingebunden.

Für wen ist der Direkteinstieg besonders geeignet?

  • Hochschulabsolvent:innen, die vor ihrem Studium bereit eine Ausbildung absolviert haben, da sie bereits Erfahrungen in der Arbeitswelt besitzen – ein Traineeship wäre ohnehin nur eine Verzögerung.
  • Für Absolvent:innen, die eine klare Vorstellung haben: Wenn es das Ziel ist so schnell wie möglich die Karriereleiter zu steigen, ist der Sprung ins kalte Wasser die Grundvoraussetzung.

Welche Erwartungen existieren?

  • Übernahme von Verantwortung für einen konkreten Aufgabenbereich
  • Als vollwertiger Mitarbeiter muss man Aufgaben innerhalb kurzer Zeit erledigen können

Vorteile beim Direkteinstieg

  • Mitarbeiter:innen können schnell Verantwortung übernehmen und sind bei vielen Projekten mit eingebunden
  • Vollwertige:r Mitarbeiter:in mit konkreten Aufgaben
  • Höheres Gehalt
  • Beinhaltet eine feste Position (evtl. unbefristet)
  • Keine feste Bindung an das Unternehmen wie beim Traineeship
  • Direkt Spezialisierung auf ein konkretes Themengebiet möglich
  • Klare Vorgabe des beruflichen Weges

Nachteile beim Direkteinstieg

  • Mitarbeiter:innen stehen wenig Zeit zur Verfügung, um das Unternehmen kennenzulernen
  • Hohe Belastung/Druck, da man direkt mit Aufträgen konfrontiert wird
  • Verständnis für interne Abläufe ist nicht ausgeprägt
  • Netzwerk zu Kolleg:innen baut sich langsamer auf

Empfehlung

  1. Praktika absolvieren: Bevor man sich den klassischen Berufsweg des Direkteinstiegs wählt, ist es äußerst empfehlenswert ein oder mehrere Praktika zu absolvieren. Dies ermöglichtes dir Tätigkeitsbereiche des Direkteinstiegs kennenzulernen sowie das Arbeiten in einem Team.
  2. Besitzt du eine klare Vorstellung? Da es bei dem Direkteinstieg keine Rotationen gibt, in denen du dich orientieren kannst, ist es von großer Bedeutung sich im Klaren über die Tätigkeiten zu sein, in denen du dich spezialisieren möchtest.

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