Studieren in Deutschland

Studieren in Deutschland

Inhaltsübersicht

Ob als Gap-Year, in einem Austauschprogramm oder in Form von ‚Work & Travel‘, junge Erwachsene zieht es immer öfter ins Ausland für mehr als „nur“ einen Urlaub. Deutschland ist hierfür international bei Studierenden beliebt. Es steht an dritter Stelle, der am meisten für einen Auslandsaufenthalt gewählten Länder und zwölf Prozent der Eingeschriebenen an deutschen Hochschulen haben eine andere Staatsangehörigkeit. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Deutschland hat einen ziemlich guten Ruf: wir gelten als pünktlich, ordentlich und strebsam; so sind bei Arbeitgebern Abschlüsse oder Erfahrungen an deutschen Universitäten gern gesehen. Zudem hat das Land der Dichter und Denker auch kulturell einiges zu bieten. Doch die hohen Erwartungen werden häufig enttäuscht, wenn man sich nicht richtig vorbereitet. Auf Interessierte kommt ein ganzer Haufen an Bürokratie zu und ist man darauf nicht vorbereitet, kann einen der Haufen an Papieren schnell überfordern. Damit du den Überblick nicht verlierst, haben wir in diesem Artikel häufige Chaosverursacher und Tipps für eine entspannte Zeit während deines Aufenthalts in Deutschland zusammengetragen.

Bürokratie

Eine Hochschulzugangsberechtigung sagt aus, dass du für ein Studium in Deutschland geeignet bist. Innerhalb der Europäischen Union sind die Zeugnisse aus dem Heimatland ausreichend, wenn sie die Hochschulreife ausweisen. Außerhalb dieser Länder sind meist bereits einige Hochschulsemester nachzuweisen. Im Nachgang ist es aber in jedem Falle die Hochschule, welche über die Zulassung entscheidet; dementsprechend sitzen dort die besten Ansprechpartner für Zweifel an der Gültigkeit der Hochschulzugangsberechtigung. Es gibt jedoch die Möglichkeit diese Berechtigung über einen zwei Semester langen Vorbereitungskurs, das sogenannte Studienkolleg, zu erlangen. Hierfür muss ein Sprachniveau des Levels B2 nachgewiesen und eine separate Aufnahmeprüfung bestanden werden. Nach dem Jahr erwartet die Teilnehmer eine Feststellungsprüfung. Bevor dein Abenteuer beginnen kann, gibt es zunächst ein paar bürokratische Hürden, die es zu überwinden gilt. Rechtzeitige Vorbereitung, Planung und Recherche ist dafür quasi Pflicht.

Aufenthaltsgenehmigung

Zunächst ist es wichtig, eine Aufenthaltsgenehmigung oder auch ein Visum zu haben, damit du dich überhaupt legal in Deutschland aufhalten darfst, um dein Studium zu absolvieren. Kommst du aus einem Land der europäischen Union oder aus Island, Norwegen, der Schweiz oder Lichtenstein, musst du lediglich mit einem gültigen Ausweisdokument zum Einwohnermeldeamt und bekommst dort deine Bescheinigung. Einreisende aus Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, Südkorea und den USA brauchen zunächst kein Visum, aber nach drei Monaten eine Aufenthaltserlaubnis. Eine vollständige Auflistung der Herkunftsländer, welche ein Visum notwendig machen, findest du auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes. ,

Ein solches Dokument solltest du rechtzeitig in deiner Heimat bei einem deutschen Generalkonsulat oder einer deutschen Botschaft beantragen.

Unterkunft

Ebenfalls vor deiner Anreise solltest du dich um eine Unterkunft für die Zeit deines Aufenthaltes kümmern. Die meist günstigste Variante ist ein Studentenwohnheim, welches zudem oft nahe dem Campus gelegen ist. Für ‚Internationals‘ gibt es hier häufig sogar speziell reservierte Zimmer. Es besteht aber natürlich auch die Möglichkeit ein WG-Zimmer zu mieten oder eine private Wohnung zu ergattern. Wichtig für alle Varianten ist eine frühe Organisation, denn gute Unterkünfte in der Nähe der Universität sind immer gefragt und je näher am Semesterbeginn, desto höher liegen die Preise.

Ummeldung

Mit dem Mietvertrag und deiner Aufenthaltsbescheinigung in der Tasche musst du nach deiner Ankunft in Deutschland innerhalb der ersten zwei Wochen zum Einwohnermeldeamt, auch genannt Bürgerbüro. Die Anmeldung bei diesem Amt ist eine Pflicht für alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Dort erhältst du dann deine Meldebescheinigung, die du beispielsweise benötigst, um ein Bankkonto zu eröffnen. Bei jedem Umzug ist zudem eine Ummeldung notwendig, die so ähnlich funktioniert.

Krankenversicherung

Weiterhin musst du dich um eine Krankenversicherung kümmern, in Deutschland ist diese gesetzlich vorgeschrieben. Sie sichert dich im Falle einer Krankheit oder eines Arztbesuches finanziell ab. Solltest du bereits eine solche haben, kannst du sie bei einer deutschen Krankenkasse anerkennen lassen. Ist das nicht der Fall, musst du dich hier versichern. Aber keine Angst, als Student zahlst du einen vergünstigten Beitrag von circa 110 € pro Monat und an vielen Hochschulen profitierst du von Servicepaketen, in denen eine Krankenversicherung enthalten ist.

Vorbereitung auf den Semesterstart

Hast du alle Unterlagen zusammen mit deiner Bewerbung bei der Hochschule eingereicht und wurdest angenommen, kannst du in dein Studentenleben in Deutschland starten. Zum Semesterstart ist es dazu notwendig, sich an der Hochschule einzuschreiben. Denn trotz einer Zusage darfst du erst nach der Einschreibung an Lehrveranstaltungen und Prüfungen teilnehmen. Auch hochschulinterne Einrichtungen wie die Mensa dürfen nur von immatrikulierten Studierenden benutzt werden. Welche Unterlagen dafür benötigt werden und wie der Vorgang abläuft ist an jeder Hochschule anders, also informierst du dich am besten direkt dort, denn sollte die Frist einmal um sein, ist es nicht mehr möglich sich nachzumelden. Hast du bereits ein Semester hinter dir und möchtest nach den Ferien dein Studium fortsetzen, musst du dich rechtzeitig rückmelden und den Semesterbeitrag bezahlen. Andernfalls droht die Exmatrikulation.

Finanzielle Angelegenheiten

Schon vor der Einreise musst du einen sogenannten Finanzierungsnachweis erbringen. Er gilt als Beweis dafür, dass du dein Studium auch schaffen kannst. Die Summe, die du hierfür vorzeigen musst, liegt bei 10.332€ pro Jahr. Dieser Nachweis wird häufig über die Eltern erbracht, kann aber auch in Form eines Sperrkontos (Bei dieser Art des Kontos gelten bestimmte Einschränkungen über die Verfügbarkeit des Geldes. Es muss für jeden Monat des Aufenthaltes der Mindestbeitrag von 861€ auf das Konto überwiesen werden. Darauf kann erst nach Ankunft in Deutschland zugegriffen werden. Pro Monat darf auch nur dieser genannte Betrag ausgezahlt beziehungsweise überwiesen werden, außer es sind mehr als 861€ eingezahlt worden oder es liegt eine Bankbürgschaft vor. Ein weiteres beliebtes Finanzierungsmittel ist ein Stipendium. Welche da für dich in Frage kommen, kannst in der Datenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nachlesen.

Nebenjob

Möchtest du neben deinem Studium einen Nebenjob ausüben, musst du einige Einschränkungen beachten. Bürger*innen aus EU-Mitgliedsstaaten steht der deutsche Arbeitsmarkt vollständig offen, andernfalls gilt eine Grenze von 120 vollen Arbeitstagen. Danach ist eine Genehmigung erforderlich, dies gilt auch für selbstständige Tätigkeiten und Praktika.

Tipps zum Aufenthalt

Wie schon am Anfang erwähnt, hat Deutschland mehr zu bieten als die großen Universitätsstädte. Es gibt einiges zu entdecken: spektakuläre Natur wie der Schwarzwald, das Rheinland oder die Alpen und der Bodensee; kleine kuschelige Dörfer mit bildschöner historischer Architektur; zahlreiche Museen und kulturelle Einrichtungen; botanische Gärten und Zoos, sowie große Parkanlagen; bis hin zu jahrhundertealten Schlössern und Burgen überall im Land verteilt.

Für deine freie Zeit neben dem Studium findest du auf jeden Fall viel, was du dir anschauen kannst, denn da ist wirklich für jeden etwas dabei und als Bonus bekommst du als Studierender an vielen Stellen rabattierte Eintrittspreise angeboten. Bei deiner Reise begegnen dir dann bestimmt ein paar Eigenheiten Deutschlands, auf die wir dich hier ein wenig vorbereiten wollen. Zunächst ist das Netz des öffentlichen Verkehrs hier sehr gut aufgebaut. Möchtest du also verreisen, solltest du dir unbedingt anschauen, welche Möglichkeiten angeboten werden, dein Ziel zum Beispiel mit der Bahn zu erreichen. In deinem Semesterticket ist in den meisten Fällen sogar ein Ticket für den Nahverkehr in der Hochschulregion enthalten. Jedoch solltest du bei deiner Planung beachten, dass am Sonntag die meisten Einrichtungen und Geschäfte in Deutschland geschlossen haben; ein Vermächtnis des vorherrschenden christlichen Glaubens.

Eine weitere Besonderheit wird dir beim Einkaufen für deinen täglichen Bedarf auffallen. Das Flaschenpfand-System hat in Deutschland eine große Bedeutung. Kaufst du in Flaschen abgefüllte Getränke, zahlst du an der Kasse einen geringen Cent-Betrag als Pfand pro Flasche. Hast du die Flasche dann geleert, musst du sie nicht entsorgen, sondern bringst sie in den Supermarkt zurück. Dort gibt es spezielle Automaten, in die du die Flaschen werfen kannst. Danach erhältst du einen Bon, den du an der Kasse gegen ein Pfandgeld eintauscht.

Anlaufstellen / Ansprechpartner

Solltest du irgendwann einmal Hilfe benötigen, findest du auf den Websites der Hochschulen öffentlich zugängliche Welcome Guides für ‚Internationals‘, die dir ortsspezifische Informationen bieten. Konkretere Fragen kann man an das jeweilige International Office der Hochschule richten, diese Leute kennen sich am besten mit den Angelegenheiten der ausländischen Studierenden aus und haben damit bereits viele Erfahrungen gesammelt. Dazu haben Studierendenausschüsse und Studierendenwerke immer ein offenes Ohr für deine Probleme. Zusätzlich gilt: das Internet ist eine Goldgrube. Ob offizielle Anlaufstellen wie der Deutsche Akademische Austauschdienst und die Webiste Study-in-Germany oder persönliche Blogs von Austauschstudierenden, man findet einen Haufen hilfreicher Tipps und Hinweise, die dir das Leben in Deutschland vereinfachen.

Fazit

Möchtest du dich nun eingehender informieren, dann findest du auf den Websites der Universitäten weitere Informationen dazu, kannst dich schon mal digital umschauen und den Verantwortlichen deine Fragen stellen. Für Tipps aus erster Hand solltest du dich zusätzlich bei Studierenden umhören, welche Erfahrungen sie bereits an der Universität gemacht haben und dich mit Einheimischen über Kniffe und Eigenheiten austauschen.


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