Studieren an einer FH

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Nach dem Abitur fragst du dich natürlich, wie dein weiterer Weg in Richtung Beruf aussehen soll. Beginnst du eine Ausbildung, oder gehst du einen Schritt weiter und beginnst dein Bachelorstudium? Solltest du dich für das Studium entscheiden, dann fragst du dich eventuell weiter, wo du studieren sollst und wo die Unterschiede zwischen Fachhochschule (FH), Universität und Akademie liegen. Was macht das Studium an einer Fachhochschule aus und was genau ist eine Fachhochschule eigentlich?
Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns nun beschäftigen.
Seit einigen Jahren heißen nicht mehr alle Hochschulen für angewandte Wissenschaften Fachhochschulen. Einige von ihnen haben das Wort „Fach” aus dem Begriff gestrichen und nennen sich nur noch Hochschulen oder auf Englisch University of Applied Sciences. Damit soll die Angleichung von Universität und Fachhochschule auch im Namen deutlich gemacht werden.
Unterschied zwischen Universität und Fachhochschule
Vor der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudienabschlüsse wurde zwischen Fachhochschulen und Universitäten unterscheiden, indem hinter dem Abschluss Diplom ein (FH) stand, wenn der Abschluss an einer Fachhochschule absolviert wurde. Da man heute aber zwischen Bachelor- und Masterabschlüssen unterscheidet, ist die Unterscheidung zwischen Fachhochschule und Universität nichtig, da die Abschlüsse gleichwertig sind.
An Fachhochschulen ist die Lehre in der Regel praktischer ausgerichtet als an Universitäten, aber auch in diesem Punkt gleichen sich die beiden Institute immer mehr aneinander an. Dabei muss natürlich von Studienfach zu Studienfach unterschieden werden, wie die Lehre im Einzelnen aufgebaut ist. Dennoch ist es auch heute häufig noch so, dass Fachhochschulen oder Hochschulen generell eher mit Dozent:innen aus der Wirtschaft zusammenarbeiten und daher den Vorteil haben, dass die Lehre direkt an die Praxis angebunden und daran orientiert aufgebaut werden kann. So hast du an einer Fachhochschule nicht nur den theoretischen und wissenschaftlichen Blick auf die verschiedenen Bereiche, sondern erfährst auch direkt, wo in der Praxis Schwierigkeiten zu erwarten sind. Außerdem kann die Lehre so auch viel anschaulicher vermittelt werden, indem mit aktuellen Beispielen aus der Praxis das Thema aufbereitet wird. Inhalte können also besser im Kopf behalten und Zusammenhänge zwischen Theorie und Praxis besser verstanden werden. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass du an einer Fachhochschule bereits im Studium Kontakte zu später evtl. wichtigen Kontakten knüpfen kannst. Der Fokus der Fachhochschulen bzw. Hochschulen liegt also in der angewandten Forschung.
Ein Vorteil von Fachhochschulen ist den meisten Menschen bekannt und noch immer in den Köpfen verankert: An Fachhochschulen benötigst du kein Abitur, sondern kannst auch mit Fachabitur ein Studium beginnen. Das ist früher so gewesen und hält sich noch immer standhaft in den Köpfen der Bevölkerung. Doch auch an Universitäten gibt es inzwischen immer mehr Möglichkeiten auch mit Fachabitur oder mit einer abgeschlossenen Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung zu studieren - dieser Vorteil ist also inzwischen nichtig.
Ein weiterer Vorteil an Fachhochschulen ist aber, dass hier häufig viel kleinere Gruppen in den einzelnen Vorlesungen und Seminaren angenommen werden, als in der Universität. Somit ist die Atmosphäre zwischen Studierenden und Lehrenden viel vertrauter und persönlicher als in der Universität, wo oftmals mehrere Hundert Studierende in einem Hörsaal sitzen. Dass der:die Dozent:in hier nicht alle Studierende kennenlernen kann, ist klar. In der Fachhochschule hingegen ist es aufgrund der Kursgrößen möglich, dass Dozierende die Studierenden beim Namen kennen.
Wir haben bis jetzt viele Vorteile von Fachhochschulen angesprochen, aber gibt es auch Faktoren die als Nachteil gewertet werden können?
In der Fachhochschule ist das gesamte Modell eher wie in der Schule ausgerichtet. Die Kursgrößen sind klein und die Kurse generell wie in der Schule sehr stark durchgeplant. In der Fachhochschule bekommst du also in der Regel einen beinahe fixen Plan, wie dein Studium aussieht. Das heißt die Fachhochschule gibt vor, wann du welches Modul belegen musst. Oftmals ist der Stundenplan dann sehr durchgetaktet organisiert. Der Vorteil daran ist, dass du dich dann nach dem (Fach)Abitur nur wenig umstrukturieren musst, da das System an Fachhochschulen dem der Schulen eher ähnelt. In diesem System müssen Studierende also generell deutlich weniger selbst organisieren, als in der Universität. Dennoch hat dieses Verfahren auch einen Haken. Den Studierenden wird damit eventuell die Möglichkeit genommen, die Module in ihrem Studium zu wählen, für die sie sich besonders interessieren. Der individuelle Schwerpunkt jedes einzelnen Studierenden geht damit fast gänzlich verloren. An Fachhochschulen gibt es zwar in der Regel auch einige Module, die du dir selbst auswählen kannst, jedoch ist dies nicht mit dem Studium an der Universität zu vergleichen. In der Universität werden zwar auch einige Module vorgegeben, die als Grundlage dienen - diese beschränken sich allerdings auf ein Minimum. Somit kannst du an Universitäten nicht nur deine individuellen Interessen in den Studienplan einplanen, sondern lernst auch, selbstorganisiert zu arbeiten. Das hilft auch später im Berufsleben.
Da sich Universitäten und Fachhochschulen derzeit jedoch im Umbruch befinden, solltest du bereits vorher auf den unterschiedlichen Homepages der einzelnen Fachhochschulen recherchieren, wie genau das jeweilige Studium strukturiert und organisiert ist. Du solltest das Studium an einer Fachhochschule also nicht ausschließen, bevor du dich explizit über Studienangebot und Studienorganisation informiert hast.
Vorteile im Überblick
- In der Regel ist der Studiengang sehr praxisorientiert
- Du wirst optimal auf die Berufswelt vorbereitet
- Du kannst bereits im Studium wichtige Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen
- Das Studium ist sehr praxisorientiert
- Ein enges Zusammenspiel zwischen Dozent:innen und Studierenden ist möglich
- Der Einstieg ins Studium gelingt meistens mühelos, weil die Struktur grundsätzlich vorgegeben ist und somit der Schule ähnelt
Nachteile im Überblick
- Du hast weniger Möglichkeiten, dein Studium selbst zu organisieren
- Individuelle Interessen können möglicherweise nur schwer ins Studium integriert werden
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