Studienkredite, Bildungsfonds und Stipendien: Finanzierung deines Studiums

Ein Thema, welches nicht nur fortgeschrittene Studierende, sondern auch für Studieninteressierte relevant ist, ist die Finanzierung des Studiums. Gerade in Zeiten von Pandemien und wirtschaftlichen Krisen ist dieses Thema mehr als omnipräsent, da viele Studierende aufgrund von der bescheidenen Arbeitsmarktsituation in finanzielle Not geraten sind.
Fakt ist nämlich, dass Studierende oftmals ihre Finanzen sehr stark im Überblick behalten müssen, obwohl die meisten Studierenden finanzielle Unterstützung von ihren Eltern erhalten. Da die Kosten für das Studium höher sind als ursprünglich vermutet. Für ein 8 bis 10-Semester Studium sollte man mit ca. 40.000 bis 45.000€ rechnen, unabhängig von der Abschaffung der Studiengebühren.
Um einen Großteil dieser Kosten überbrücken zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z.B. BAföG, Stipendien, Jobben, Studienkredite, Studienbeitragsdarlehen oder durch die finanzielle Unterstützung der Eltern. Dieser Beitrag richtet sich an dich, wenn du Interesse an einem Studienkredit, einen Bildungsfond oder einem Stipendium hast.
- Studienkredit
- Bildungsfonds
- Stipendium
Inhaltsübersicht
Studienkredit
Studienkredite sind nichts anderes als Darlehen, welche speziell auf die Bedürfnisse von Studierenden zugeschnitten sind. Hintergrund für die Vergabe des Studienkredits war die damalige Einführung der Studiengebühren im Jahr 2005. Aufgrund dessen waren viele Studierende nicht mehr in der Lage ihr Studium zu finanzieren. Daher dienen Studienkredite in erster Linie dazu die Finanzierung des Studiums zu erleichtern.
Worin unterscheidet sich ein Studienkredit von gewöhnlichen Krediten?
Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Kredit bei einer Bank enthält der Studierende bei der Inanspruchnahme des Studienkredits eine monatliche Ratenzahlung.
Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen einem gewöhnlichen Ratenkredit und einem Studienkredit?
Anders als das vom Staat zur Verfügung gestellte Bafög, dass als zinslose Darlehen plus Zuschuss vergeben wird, zahlen alle Studierende, die einen Studienkredit in Anspruch genommen haben Zinsen.
Konkret bedeutet dies, dass Studierende immer mehr Geld zurückzahlen als sie aufnehmen.
Wann sollte man einen Studienkredit in Betracht ziehen?
Einen Studienkredit sollte man in Betracht ziehen, wenn man nicht in der Lage ist das Studium mittels Stipendiums, Bafög oder sonstigen Einnahmequellen zu finanzieren.
Wer bietet Studienkredite an?
- KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau gehört zu den bekanntesten und größten Vermittler von Studienkrediten. KfW ist besonders beliebt, weil ihre zur Verfügung gestellte Studentendarlehen vom Staat subventioniert werden und sie besonders zinsgünstig sind. Ein KfW Studienkredit kann man in der Regel einfach online bei der staatlichen Förderbank beantragen. Unabhängig davon, ob es sich um ein Erst- oder Zweitstudium oder Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium handelt, unterstützt KfW den Studierenden mit einem monatlichen Betrag von 100€ bis 650€ und dies für bis zu 14 Semestern.
- Direktbanken, Regionalbanken, Sparkassen
- Spezialbanken: Vergeben oft günstige Finanzierungsangebote für bestimmte Studienrichtungen.
Welche Voraussetzungen gibt es für Studienkredite?
- Der Antragsteller muss bereits 18 Jahre alt sein und das Höchstalter liegt bei den meisten Studienkreditanbietern bei 30 Jahren. Bei KfW liegt das Höchstalter bei 44 Jahren.
- Der Antragsteller muss einen ständigen Wohnsitz in Deutschland aufweisen und eine ausreichende Bonität aufweisen.
- Das Einkommen der Eltern ist bei der Studienkreditvergabe nicht von Bedeutung.
Wann muss der Studienkredit zurückgezahlt werden?
Die Rückzahlung eines Studienkredits erfolgt nach der Karenzphase, eine sogenannte Ruhephase, in der die Rückzahlung noch nicht fällig ist. Absolventen müssen lediglich für die fälligen Zinsen aufkommen. Der Kreditgeber gewährt zwischen drei und 23 Monaten Zahlungsaufschub, in der der Absolvent einen passenden Job finden sollte. Eine Tilgung der Schulden ist allerdings auch schon direkt nach dem Studium möglich, d.h. die Ruhephase entfällt.
Worauf muss bei der Rückzahlungsphase geachtet werden?
- Die Dauer ist im Wesentlichen von der Höhe der Kreditbetrages und der monatlichen Rückzahlungsrate abhängig, die zwischen Bank und Kreditnehmer vereinbart worden ist.
- Je geringer die Kreditsumme und je höher die Rate, desto früher sind die Kreditnehmer schuldenfrei.
- Absolventen haben bei der Festlegung der monatlichen Rate einen Spielraum, den sie selbst entscheiden können. Die KfW gibt eine Mindestrate von 20€ im Monat vor. Ebenso muss der Studienkredit nach 25 Jahren vollständig getilgt sein. Bei anderen Banken ist das Zeitfenster kleiner, d.h. eine komplette Tilgung ist innerhalb von 10 Jahren durchzuführen.
Welche Kosten sollte man im Blick behalten?
Der Effektivzins stellt die wichtigste Vergleichsgröße, da dieser die Gesamtkosten des Studienkredits widerspiegelt.
Entscheidend ist ob der Zinssatz variabel ist. Wird ein variabel verzinster Studienkredit vergeben, wird der aktuelle Zinssatz oftmals niedriger ausfallen als bei einem Festzins. Jedoch muss man damit rechnen, dass die Zinsen bis zur vollständigen Tilgung steigen. Aus diesem Grund sollte man sich an einem festen Zinssatz orientieren, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Bildungsfonds
Eine weitere Möglichkeit neben dem Studentendarlehen ist die Finanzierung durch einen Bildungsfond. Bildungsfonds sind in der Regel Investmentfonds, die Studierende mit Bestnoten mittels Zahlungen in Form von Fixbeträgen unterstützen. Die Höhe der Zahlung ist unabhängig vom Einkommen der Eltern. Durch Inanspruchnahme dieser Zahlung verpflichten sich Studierende einen bestimmten Anteil ihres zukünftigen Einkommens an den Fond zurückzuzahlen.
Welche Voraussetzungen gibt es für den Bezug der Einnahmen aus einem Bildungsfonds?
- Aussicht für einen sehr guten Berufseinstieg
- Gut bezahlter Job nach dem Studium
- Daher werden nur ausgewählte Studenten und Studentinnen gefördert.
Welchen Unterschied gibt es hinsichtlich der Rückzahlung im Vergleich zu einem Studienkredit?
- Die Höhe der Rückzahlung ist abhängig vom zukünftigen Einkommen. Wer nach dem Studium überdurchschnittlich viel verdient, zahlt bei diesem Modell mehr zurück als er selbst erhalten hat.
- Einkommensabhängiger Prozentsatz: 3-10%
- Auf diese Weise werden für die Fondsanleger Rendite erwirtschaftet und die nächste Generation von Studierenden gefördert.
Welchen Unterschied gibt es hinsichtlich der Förderung im Vergleich zu einem Studienkredit?
- Es existiert eine Förderungshöchstsumme für Bachelor, Master und Promotion
- Förderungshöchstsumme für den Bachelor: Bis zu 15.000€
- Förderungshöchstsumme für den Master: Bis zu 40.000€
- Förderungshöchstsumme für die Promotion: Bis zu 40.000€
- Maximale Förderungsdauer: Bis zu 48 Monaten
Tipps für den Abschluss eines Bildungsfondvertrages
Verträge sollten sorgfältig geprüft werden, da ein Bildungsfondvertrag öffentlich nicht einsehbar ist.
Der Vertrag sollte in Falle von Verschwiegenheits- oder Kündigungsklauseln mit sofortiger Fälligkeit bei dauerhaft niedrigem Einkommen nicht unterzeichnet werden.
Jene Studierende, die die Zugangshürde eines Assessment-Center gemeistert haben, würden in der Regel auch ein Stipendium erhalten. Ein Stipendium hat den wesentlichen Vorteil, dass beim Start ins Berufsleben keine Rückzahlung fällig ist.
Stipendium
Das Stipendium beinhaltet die finanzielle Unterstützung eines Schülers, Studenten, Künstler, Sportler, Wissenschaftler durch eine öffentliche Stelle oder einer Stiftung. Ein Mythos ist, dass nur die Besten Stipendien erhalten. Dies lässt sich aber pauschal nicht ausdrücken, da auch die Engagierten, die Überzeugten und viele andere die Möglichkeit haben sich für ein Stipendium erfolgreich zu bewerben. Das Spektrum eines Stipendiums ist vielfältig. So können etwa die Kosten für das Büchergeld, das Sprachkurs, das Auslandssemester und/oder die vollen Studienkosten eines Studierenden abgedeckt werden. Üblicherweise erhalten die Stipendiaten monatlich oder einmalig einen Geldbetrag, den sie einsetzen können.
Wer gehört alles zu den Stipendiengebern?
- Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Unternehmen
- Studienfachbezogene Stipendiengeber: Zum Beispiel der Verband der chemischen Industrie und Chemieindustrie Unternehmen
- Ortsbezogene Stipendiengeber
Auf der Website www.stipendienlotse.de enthält man Zugriff auf die aktuellen Stipendienprogramme vieler Förderungswerke, Stiftungen und sonstigen Stipendiengeber.
Was ist das sogenannte „Deutschlandstipendium“?
- Einkommensunabhängige Stipendium der Bundesregierung (seit 2011)
- Nach erfolgreicher Bewerbung erhalten die Bewerber monatlich (für 12 Monate) zusätzliche 300€, neben der Bafög-Leistung und anderen Einkünften.
- Mit diesem speziellen Stipendium sollten insbesondere leistungsstarke und begabte Studenten gefördert werden.
Welche Grundvoraussetzungen muss für den Erhalt eines Stipendiums erfüllt werden?
- Studium an einer staatlich anerkannten Hochschule (Universität, Fachhochschule, Kunst- oder Musikhochschule) in Deutschland
- Teilstudium oder gesamtes Studium an einer Hochschule in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in der Schweiz
- (Besitz von einer EU-Staatsangehörigkeit- nur geltend für einige Stipendien) – geltend für manche Stipendien
- (Voraussetzungen nach Bafög müssen erfüllt werden) – geltend für manche Stipendien
Tipps für den Erhalt eines Stipendiums
- Frühestmögliche Suche nach einem passenden Stipendium mit einer Stipendiendatenbank
- Übereinstimmung des Stipendiums zum Profil
- Personalisierung deiner Bewerbungsunterlagen
- Fehlervermeidung in der Bewerbung
- Vollständigkeit der Bewerbung
- Sympathisches und professionelles Foto
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