Psychotherapie-Propädeutikum

- Voraussetzungen
- Infos für Psychologie Absolventen
- Dauer
- Finanzierung
- Fazit
Inhaltsübersicht
Voraussetzungen
Die Voraussetzungen variieren von Land zu Land. Während man in Deutschland bisher einen Abschluss in Psychologie (Master oder Diplom) oder ein abgeschlossenes Medizinstudium vorweisen können musste, kann man beispielsweise in Österreich auch über einen Quellenberuf oder eine andere Ausbildung wie etwa einen Bachelor in Philosophie die Ausbildung zum Psychotherapeuten beginnen.
Allerdings wird die Psychotherapieausbildung in Deutschland neu geregelt und soll zukünftig (ab Wintersemester 2020) modular über ein Bachelor- und ein Masterstudium sowie eine landespezifische Weiterbildung erfolgen. Mehr Infos hierzu erfährst du auf der Website des Gesundheitsministeriums oder in diesem Video.
Für Österreich findest du Informationen zur Psychotherapieausbildung hier.
Hier unterteilt sich die Ausbildung in ein Propädeutikum, in dem man erste Grundlagen zu den unterschiedlichen Therapieschulen, Selbsterfahrung oder Psychopharmakologie sowie den Grundalgenfächern der Psychologie lernt und einen Überblick über die unterschiedlichen Psychotherapieschulen erhält.
Informationen für Psychologie Absolventen
Solltest du bereits einen Psychologie Bachelor oder Master absolviert haben, solltest du auf jeden Fall klären, ob du dir Kurse deines Studiums für das psychotherapeutische Propädeutikum anrechnen lassen kannst. Dadurch kannst du Zeit und teils Geld sparen, insofern du kein Komplettpaket hast, sondern pro Kurs bezahlen musst. Für das Propädeutikum muss man im Ausmaß von 480 Stunden ein Praktikum im psycho-sozialen Bereich absolvieren. Beispielsweise kann man sein Praktikum in einer Reha-Klinik für seelische Gesundheit, einer Psychiatrie oder teilweise auch in Wohngruppen absolvieren.
Auf jeden Fall solltest du das Praktikum nach Möglichkeit vor Antritt vom Anbieter des psychotherapeutischen Propädeutikums genehmigen lassen. Solltest du das psychotherapeutische Propädeutikum parallel zu einem Psychologiestudium absolvieren, in dem du je nach Universität teilweise auch Berufspraktika absolvieren musst, solltest du dich erkundigen, ob du das Praktikum sowohl für das psychotherapeutische Propädeutikum als auch für dein Psychologiestudium anrechnen lassen kannst. Leider sind Praktika im psycho -sozialen Bereich meist unbezahlt, es gibt aber die Möglichkeit sich Spritkosten o.Ä. erstatten zu lassen. Erkundige dich hierfür bei deinem Ausbildungsanbieter oder deinem Praktikumsgeber oder lies in deinem Praktikumsvertrag nach.
Dauer
Das psychotherapeutische Propädeutikum dauert in der Regel vier Semester bzw. zwei Jahre und kann an manchen Universitäten wie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt oder bei entsprechenden Vereinen absolviert werden wie bei der OEAGG.
Im Anschluss an das Propädeutikum absolviert man speziell für die gewünschte Therapieschule ein Fachspezifikum inkl. Lehrtherapie. Hier kann es unterschiedliche Bewerbungsverfahren je nach Therapieschule und Ausbildungsanbieter geben.
Auch für das Fachspezifikum muss man meist Praktika absolvieren. Wenn man weit genug fortgeschritten ist, kommt man in den „Status“, in dem man zwar noch kein „fertiger“ Psychotherapeut ist, aber bereits als Psychotherapeut arbeiten darf.
In jedem Fall solltest du gut fünf Jahre oder länger für eine Psychotherapieausbildung einplanen. Neben den fachlichen Inhalten musst du selbst eine Lehrtherapie, sowie Praktika und Supervision – also eine Art Nachbesprechung/Aufarbeitung von beruflichen Ereignissen absolvieren.
Finanzierung
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Finanzierung einer Psychotherapieausbildung. Da eine Psychotherapieausbildung sehr kostspielig sein kann (Existenzanalyse ab 15000€, Psychoanalyse bis zu 100000,-€ und mehr je nach Ausbildungsanbieter, manche geben auch Kosten zwischen 20000,-€ und 30000,-€ an), solltest du dir Gedanken über die Finanzierung machen.
Es gibt in Deutschland Ausbildungskredite über das BaföG-Amt. Du kannst auch bei einer Bank einen Kredit aufnehmen – bedenke aber, dass du das geliehene Geld je nach Kreditgeber mit entsprechenden Zinsen zurückzahlen muss. Wenn du allerdings erfolgreich als Psychotherapeut oder Psychotherapeutin praktizierst, kannst du das investierte oder geliehene Geld auch wiedereinnehmen.
Manche arbeiten neben der Ausbildung und finanzieren darüber die Ausbildung und ihren Lebensunterhalt. Sollte die Psychotherapieausbildung künftig als Bachelor- und Masterstudiengang angeboten werden, müsste sie über BaföG förderbar sein, insofern du die Voraussetzungen wie wenig Vermögen, noch kein BaföG erhalten etc. erfüllst. Bedenke aber, dass du auch das BaföG zumindest zu einem gewissen Teil nach einer Ausbildung zurückzahlen musst. Welche Art der Finanzierung für dich infrage kommt, hängt auch von deiner persönlichen finanziellen und beruflichen Situation ab.
Mehr Informationen zur Psychotherapieausbildung und zu deren Finanzierung in Deutschland findest du hier.
Fazit
Wenn du dich für eine Psychotherapieausbildung interessierst, befasse dich vorher mit den unterschiedlichen Therapieschulen und auch damit, in welchem Land du praktizieren möchtest. Besonders, wenn du mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen möchtest, solltest du dich vorher informieren, welche Therapierichtungen abrechenbar sind.
Mache dir auch Gedanken über die Finanzierung der Therapieausbildung und deines Lebensunterhaltes währenddessen. Im besten Fall wird es zukünftig teilweise in Deutschland bezahlte Ausbildungsanteile wie Praktika geben, dennoch sollte man sich auch bei guten Verdienstmöglichkeiten vorher um die Finanzierung der Ausbildung kümmern.
Beachte bitte, dass eine Psychotherapieausbildung kein Medizinstudium ersetzt, weswegen nicht jeder Psychotherapeut automatisch Arzt ist.
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