Physiotherapie studieren

Physiotherapie studieren

Inhaltsübersicht

Mit dem Studium der Physiotherapie beginnst du eine Ausbildung zum:zur Physiotherapeut:in. Hier wirst du sehr eng mit Menschen arbeiten um ihre Beschwerden zu lindern oder auch vollständig zu beheben. Die einzelnen Beschwerden betreffen in der Regel den Bewegungsapparat, können aber ganz unterschiedliche Ursachen haben. Das besondere am Studium der Physiotherapie ist, dass es die Medizin mit einbindet, du viel über den Bewegungsapparat des menschlichen Körpers lernst und Theorie und Praxis miteinander verbindest.

Mit dem Physiotherapie Studium lernst du den menschlichen Bewegungsapparat in seinen Strukturen und Funktionen von Grund auf kennen und hilfst Menschen mit deiner Behandlung ein Stück Lebensqualität wiederzuerlangen.

Studieninhalte und Aufbau des Studiums Physiotherapie

Das Studium der Physiotherapie ist sehr praktisch ausgerichtet. Im ersten Semester beschäftigst du dich aber erstmal mit den Grundlagen, welche mit viel theoretischem Wissen verbunden sind. Du lernst also den menschlichen Bewegungsapparat genau kennen und erfährst, wo welche Knochen, Sehnen, Bänder etc. zu finden sind und mit welchen anderen Teilen des Körpers sie direkt und indirekt in ihrer Wirkungsweise verbunden sind. So stehen zu Beginn des Studiums folgende Module bzw. Kurse auf dem Stundenplan:

  • Physiotherapeutische Grundlagen
  • Neurologie
  • Psychiatrie
  • Pädiatrie
  • Innere Medizin
  • Biometrie
  • Medizinethik
  • Bewegungslehre
  • Wissenschaftliches Arbeiten

Im weiteren Verlauf des Studiums hast du viele praktische Unterrichtsstunden, in denen du Gelerntes auch am Menschen selbst anwendest. Oftmals musst du im Studium auch Praktika absolvieren, um das praktische Wissen auszubauen.

Um fachpraktisches Wissen zu erlangen, werden im Physiotherapie Studium auch spezifischere Studieninhalte gelehrt, wie z.B.:

  • Diagnostik
  • Rehabilitation und Prävention
  • Manuelle Therapie
  • Berufliche Didaktik
  • Bewegungsanalyse
  • Qualitätsmanagement

Es ist wichtig zu wissen, dass die Studieninhalte des Physiotherapie Studium nicht einheitlich geregelt sind. Daher unterscheiden sich diese von Hochschule zu Hochschule. Aus diesem Grund solltest du dich bereits vor dem Studium genau darüber informieren, welche Inhalte gelehrt werden und auf welche Schwerpunkte besonderen Wert gelegt wird und hinterfragen, ob diese Schwerpunkte deinen Vorstellungen und Anforderungen entsprechen.

Das Studium existiert in sehr unterschiedlichen Modellen. Am weitesten verbreitet ist der ausbildungsintegrierte oder duale Studiengang. Diesen kann man mit normalen Ausbildungen vergleichen. Der einzige Unterschied ist, dass die Absolventen neben der Ausbildung auch ergänzende Kurse mit wissenschaftlichen Studieninhalten haben. Bei der Ausbildung bzw. dem Studium absolvierst du die Berufsfachschulausbildung und studierst zusätzlich nebenher. Charakteristisch für das Studium der Physiotherapie ist dabei der große praktische Anteil. Denn nur über praktische Arbeit kannst du die notwendige Erfahrung sammeln, um später selbst Menschen behandeln zu können. Dabei wirst du natürlich von erfahrenen Kollegen betreut und geschult.

Ein weiteres Modell des Studiengangs ist das primärqualifizierende Studium. Bei diesem bist du ausschließlich an der Hochschule. Das primärqualifizierende Studium ist eher wissenschaftlich und theoretisch, als praktisch ausgerichtet.

Als drittes Modell gibt es das berufsbegleitende Studium. Dieses richtet sich an alle, die bereits eine Ausbildung zur Physiotherapie haben und nun an der Hochschule ihr Wissen auffrischen und entsprechend erweitern möchten. Die Hochschule rechnet in diesem Fall in der Regel die in der Berufsausbildung erlernten Inhalte an, sodass die Studienzeit verkürzt wird.

Aufgrund der unterschiedlichen Modelle unterscheidet sich natürlich auch die Dauer der Studiengänge. In der Regel geht man jedoch von acht Semestern aus. Das Studium wird dann mit dem Abschluss Bachelor of Science abgeschlossen. Nach dem Studium kannst du direkt in den Beruf einsteigen und benötigst keinerlei Praxisstunden mehr.

Welches Modell du am Ende wählst, ist dir überlassen und richtet sich nach deinen eigenen Erfahrungen, Kenntnisse und nach deiner Lernbereitschaft. Das solltest du dabei aber immer im Auge behalten:

Die Ausbildung gilt immer als berufspraktischer. Hier kannst du in der Praxis selbst Erfahrung sammeln, weil du an den einzelnen Fällen dabei bist und es nicht nur auf dem Papier liest. Außerdem musst du hier selbst Entscheidungen treffen, die du dann womöglich noch einmal mit deinem:deiner Chef:in besprichst. Die Verantwortung in der Berufsausbildung ist deutlich höher und so verankern sich Probleme und Lösungswege und werden zu wertvollen Erfahrungen, die dir während der wissenschaftlichen und theoretischen Ausbildung an der Hochschule möglicherweise fehlen. Der Vorteil vom Studium ist allerdings, dass du am Ende einen höheren Berufsabschluss hast, der dir auch als Weg in die Forschung dienen kann. Du solltest dir also genau überlegen, für welches Modell du dich entscheidest, denn das hat große Auswirkungen auf deinen zukünftigen Werdegang.

Anforderungen und Bewerbungsverfahren für den Studiengang der Physiotherapie

Die Anforderungen an das Physiotherapie Studium unterscheiden sich je nach Studienmodell. An Hochschulen ist natürlich die allgemeine Hochschulreife, also das Abitur, Voraussetzung. Berufsschulen oder andere Einrichtungen lassen häufig auch die Fachhochschulreife, also das Fachabitur, gelten. Hier solltest du dich vorher bei der jeweiligen Einrichtung entsprechend informieren. Manchmal reicht sogar eine abgeschlossene Berufsausbildung mit einigen Jahren Berufserfahrung für die Zulassung zum Studium der Physiotherapie aus.

Manche Hochschulen fordern außerdem ein Pflegepraktikum, welches du vor dem Studium absolviert haben musst. Die notwendige Dauer des Praktikums variiert wieder je nach Hochschule.

Des Weiteren kann es sein, dass einige Hochschulen einen internen Eignungstest aufgesetzt haben, welchen du bestehen musst. Du solltest dich also auf jeden Fall bei den einzelnen Hochschulen informieren, welche Voraussetzungen genau verlangt werden.

Berufsperspektiven und Karrierechancen

Nach dem Studium der Physiotherapie steht dir ein großer Arbeitsmarkt bereit. Derzeit gibt es zahlreiche offene Stellen und Physiotherapeut:innen werden händeringend gesucht. Unklar ist jedoch bis jetzt noch immer, ob Arbeitgeber Absolvent:innen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder mit einem Abgeschlossenen Studium bevorzugen. Sicher ist: Praktische Erfahrungen sind das A und O und für den Arbeitgeber ein wichtiges Kriterium. Deswegen solltest du, wenn du dich für das Studium der Physiotherapie entscheidest, auf jeden Fall Praktika während des Studiums einplanen.

Nach dem Abschluss kannst du dann also entweder in einem Angestelltenverhältnis als Physiotherapeut:in arbeiten oder selbst eine Physiotherapie-Praxis eröffnen. Du kannst nicht nur in Physiotherapie-Praxen, sondern auch in Krankenhäusern oder Reha-Zentren arbeiten.


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