Die Besten Zusammenfassungen

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Charakteristisch für das Monopol ist, dass einer Vielzahl an Käufern nur ein Anbieter (= Monopolist) gegenübersteht. Das heißt er ist der einzige, der das Produkt verkauft und es gibt keine gleichwertigen Substitute. Der Grund für das Entstehen von Monopolen ist das Vorherrschen von Markteintrittsschranken, z.B. Patenten. Der Monopolist kann also die gesamte Angebotsseite des Marktes kontrollieren und bestimmt somit nicht nur die am Markt angebotene Menge, sondern auch den Preis des Produkts.
Als alleiniger Produzent berücksichtigt der Monopolist vor allem die Marktnachfrage zur Bestimmung des optimalen Outputs und des Preises. Die Marktnachfrage ist unter den üblichen Annahmen allerdings fallend, d.h. um die Verkaufsmenge zu erhöhen, müssen die Preise vom Monopolisten verringert werden. Diese Maßnahme resultiert wiederum in fallenden Grenzerlösen (MR). Produziert der Monopolist auf einem Produktionsniveau bei MR > MC (Grenzkosten), ist der Rückgang der Kosten größer als die Erlöse. Auf einem Niveau von MR < MC, ist der Anstieg der Kosten größer als der Rückgang der Erlöse, d.h. wenn MR ≠ MC entgehen dem Monopolisten Gewinne. Um den Gewinn zu maximieren, sollte die Produktionsmenge also auf dem Niveau festgelegt werden, auf dem der Grenzerlös den Grenzkosten entspricht (MR=MC). Der Preis ist dabei immer höher als die Grenzkosten (P > MC). Je elastischer die Nachfrage ist, desto näher liegt der Preis an den Grenzkosten. Je weiter der Preis und die Grenzkosten voneinander abweichen, desto höher ist die Monopolmacht und somit der mögliche Preisaufschlag.
Die Monopolmacht wird also durch die Nachfrageelastizität eines Unternehmens bestimmt, somit kann Monopolmacht auch dann vorhanden sein, wenn sich mehr als ein Anbieter auf dem Markt befindet. Sie sagt also lediglich etwas über die Fähigkeit aus, den Preis über den Grenzkosten anzusetzen.Die Nachfrageelastizität eines Unternehmens hängt neben der Elastizität der Marktnachfrage auch noch von der Anzahl an Unternehmen am Markt ab. Je mehr Unternehmen sich am Markt befinden, desto höher fallen die Nachfrageelastizitäten für die einzelnen Unternehmen aus, was bedeutet, dass diese weniger Monopolmacht besitzen. Zudem spielen noch die Interaktionen zwischen den konkurrierenden Unternehmen eine Rolle. Treffen die Unternehmen beispielsweise illegale Absprachen um die Preise hoch zu halten, fällt der Preisaufschlag der Unternehmen höher aus als bei einer eher feindlich geprägten Marktstimmung, die zu Preiskriegen führen kann.
Monopolmacht ist aber keine Garantie für Gewinne. Die Höhe dieser hängt von den Durchschnittskosten im Vergleich zum Preis ab. Je höher allerdings der mögliche zu erzielende Gewinn ist, desto größer ist auch der Anreiz für die Durchführung von Praktiken, die zu einer höheren Monopolmacht führen. Unternehmen können dafür beispielsweise Geld für Werbung oder Lobbying (Rent-Seeking) einsetzten. Ebenfalls denkbar ist die Schaffung von zusätzlichen Produktionskapazitäten, auch wenn diese aus produktionstechnischer Sicht nicht gebraucht werden. Diese sollen mögliche Konkurrenten abschrecken, da bei Markteintritt der Markt überschwemmt werden würde, der Preis demnach fallen und die Kosten des neuen Anbieters nicht mehr gedeckt werden würden.
Im Vergleich zum Wettbewerbsmarkt, welches das Wohlfahrtsmaximum darstellt, sind im Monopol nicht nur die Preise höher, sondern auch die Mengen geringer. Durch die höheren Preise sinkt die Konsumentenrente (=KR), also der Gesamtnutzen, den die Konsumenten über den Preis hinaus erzielen. Auch wenn die Produzentenrente (=PR) durch die höheren Preise steigt, kommt es insgesamt zu einem Nettowohlfahrtsverlust aufgrund der geringeren Produktionsmenge.
Zum detaillierteren Verständnis betrachten wir die obenstehenden Grafiken. Das linke Bild zeigt das Wohlfahrtsoptimum, also den vollkommenen Wettbewerbsmarkt mit seiner optimalen Produktionsmenge (= QC) und dem gewinnmaximalen Preis (= QM). In der rechten Darstellung wurden neben der Monopolmenge (= QM) und dem Monopolpreis (= PM) auch der Preis und die Menge aus dem vollkommenen Wettbewerbsmarkt eingezeichnet, diese dienen als Vergleichswerte. Durch die geringere Produktionsmenge (QM < QC) geht dem Anbieter die Fläche C verloren, gleichzeitig gewinnt der Produzent durch den höheren Preis (PM > PC) die Fläche A hinzu. Die Konsumente verlieren durch die Mengenreduktion die Fläche B. Zudem zahlen sie einen höheren Preis, die Konsumentenrente sinkt also um die Fläche A. Insgesamt betrachtet, handelt es sich bei der Fläche A lediglich um eine getauschte Rente durch eine Preisänderung (= Preiseffekt). Durch die geringere Menge hingegen kommt es zu einem Mengeneffekt, die Flächen B und C sind also komplett verloren. Der Nettowohlfahrtseffekt beträgt somit: – B – C , es handelt sich also um einen Nettowohlfahrtsverlust.

Es sind aber nicht automatisch alle Monopole schlecht für die Gesellschaft, das beste Beispiel hierfür sind natürliche Monopole. Diese treten aufgrund umfangreicher Größenvorteile auf und sind für die Konsumenten von Vorteil, da sie zu geringeren Kosten produzieren können als es der Fall wäre, wenn mehrere Anbieter am Markt wären. Typische Beispiele hierfür sind Branchen mit extrem hohen Fixkostenanteilen wie beispielsweise öffentliche Wasserversorgungsunternehmen oder das Schienennetz. Oft werden solche Unternehmen vom Staat betrieben (= Staatsmonopol).



