Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens

Aktualisiert am 13. Mai 2025
Die Bachelorarbeit steht an und damit die Entscheidung für eine Art des wissenschaftlichen Arbeitens. Grundsätzlich hast du die Wahl zwischen drei verschiedenen wissenschaftlichen Arbeitsformen:
Die Literaturarbeit
Die Literaturarbeit hat das Ziel, aufbauend auf vorhandener Forschung und Literatur eine Fragestellung zu beantworten und eine eigene wissenschaftliche Argumentation zu erschaffen. Dies beinhaltet die Sichtung, Einordnung und Auswertung von wissenschaftlicher Literatur sowie professionelles Zitieren und Paraphrasieren. Die Leistung hierbei besteht daraus, dass relevante Literatur zusammengetragen und zu wissenschaftlichen Argumentationen verdichtet wird. Beispielsweise können Lücken in der Forschung aufgezeigt werden. Die Literaturrecherche ist häufig der aufwendigste Teil einer solchen Arbeit. Du solltest hier darauf achten dass die verwendete Literatur stets aktuell und qualitativ hochwertig ist, denn sie bildet die gesamte Grundlage deiner wissenschaftlichen Arbeit.
Vorteile
Vorteile sind, dass keine eigene Datenerhebung notwendig ist und du somit nicht auf die Bereitschaft der Zusammenarbeit anderer Menschen angewiesen bist. Außerdem musst du demnach keine Ergebnisse auswerten oder bestimmte Gütekriterien der Datenerhebung überprüfen.
Nachteile
Nachteilig musst du beachten, dass die Recherche sehr umfangreich und zeitaufwendig ist. Außerdem kann es bei manchen Themen problematisch sein, an aktuelle Daten zu kommen. Zudem besteht kein Praxisbezug und du gewinnst nur in seltenen Fällen neue Erkenntnisse.
Durchführung der Literaturarbeit
Die Literaturarbeit kann auf der Basis einer oder mehrerer Theorien durchgeführt werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum einen kann eine Theorie verifiziert oder falsifiziert werden. Zum anderen können verschiedene Theorien hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit verglichen werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine eigene Theorie aufzustellen und diese zu überprüfen oder verschiedene Theorien zu einer neuen Theorie zu verdichten.
Empirische Arbeit
Bei einer empirischen Arbeit handelt es sich in den meisten Fällen um eine Datenerhebungen im Rahmen einer Fallstudie. Die von dir erhobenen Daten bilden die Grundlage deiner Forschung. Diese kann qualitativ-empirisch oder quantitativ-empirisch durchgeführt werden.
Vorteile
Vorteile der empirischen Forschung sind beispielsweise die Unabhängigkeit von externer Literatur, der vorhandene Praxisbezug und der Gewinn neuer, eigens erforschter Erkenntnisse.
Die Wahl der richtigen Methode ist zunächst einmal abhängig von der Forschungsfrage, die du beantworten willst. Außerdem solltest du dir einen Überblick verschaffen, wie viele empirische Studien es zu dem entsprechenden Themenbereich schon gibt. Zudem kannst du miteinbeziehen, wie aufwendig eine eigene Datenerhebung werden würde und wie stark die Kooperationsbereitschaft von möglichen Testpersonen oder -institutionen sein wird.
Welche Methode du letztendlich wählst, ist grundsätzlich dir selbst überlassen, solange du für deine Wahl eine ausführliche, professionelle und praxisbezogene Begründung lieferst und dich strikt an dieser Methodenwahl orientierst und keine Methoden (ungewollt) vermischt.
Nachteile
Empirische Forschung ist zeitaufwändig, kostenintensiv und kann bürokratische Genehmigungen erfordern, um durchgeführt zu werden. Es ist wichtig zu beachten, dass du auf die Kooperationsbereitschaft von Testpersonen und Institutionen angewiesen bist. Außerdem brauchst du ein hohes Maß an Organisationsfähigkeit.
Qualitative Forschung
Qualitative Verfahren dienen vorrangig zur Hypothesenbildung bzw. zur Erforschung „weicher“ Themen und Beantwortung offener Fragestellungen. Methoden hierfür sind zum Beispiel das qualitative Interview, die qualitative Beobachtung oder eine Gruppendiskussion. Das Ziel ist nicht, die Sammlung von numerischen Daten, sondern die interpretative Auswertung differenzierter Daten.
Quantitative Forschung
Quantitative Verfahren legen den Fokus auf die standardisierte, strukturierte und numerische Messung eines Forschungsgegenstands. Typische Methoden sind Befragung, Experiment, das strukturierte Interview oder die quantitative Beobachtung. Die Auswertung erfolgt meistens über eine statistische Software wie beispielsweise SPSS.
Mixed Methods
In manchen Forschungen eignet sich eine gemischte Forschung. Bei dem Mixed Methods Ansatz handelt sich um die Mischung aus quantitativen und qualitativen Methoden. Beispielsweise kann zunächst eine qualitative Untersuchung durchgeführt werden, um grundlegende Hypothesen zu bilden und diese im nächsten Schritt anhand quantitativer Methoden zu überprüfen.
Plagiate
Bei jeder der Arten des wissenschaftlichen Arbeitens gilt es, höchste Achtung darauf zu geben ein Plagiat zu vermeiden. Hierbei wird eine fremde Leistung bzw. fremdes Wissen – aus Versehen oder mit Absicht – als eigene Leistung bzw. eigenes Wissen ausgegeben. Es gibt verschiedene Plagiatsarten.
Bei einem Vollplagiat wird eine fremde Arbeit zum großen Teil oder auch komplett übernommen. Dies gilt auch, wenn die Originalquelle in eine andere Sprache übersetzt wurde.
Ein Teilplagiat vereint mehrere (nicht angegebene) Quellen in einer Arbeit, wobei mehrere Textstellen aus verschiedenen Originalquellen zusammengefügt wurden. Wird eine fremde Idee als Eigene ausgegeben, spricht man von einem Ideenplagiat. Es handelt sich nicht um eine wörtliche Übernahme von Textstellen, sondern um die Übernahme von Ideen anderer Autoren.
Eine weitere Form des Plagiats ist das Eigenplagiat. Übernimmt man eigene Ideen aus einer früheren veröffentlichten Arbeit, müssen diese ebenfalls gekennzeichnet werden. Der Grund liegt hierbei darin, dass für den Leser die Aktualität einer bestimmten Idee erkenntlich sein muss. Trifft eine dieser Plagiatsformen auf deine Arbeit zu, wird der jeweilige Kurs mit „nicht bestanden“ gewertet. Im schlimmsten Fall darfst du ihn auch nicht wiederholen.
Um Plagiate in deiner Arbeit zu vermeiden, solltest du zunächst einmal rechtzeitig mit der Arbeit beginnen. Leistungs- und Zeitdruck führen nämlich einerseits zu unsauberen Arbeitsweisen, wodurch Zitate schlichtweg vergessen werden können. Andererseits kann auch aus Panik zu fremdem Wissen gegriffen werden.
Außerdem solltest du bei aufkommenden Ideen oder Ähnlichem immer direkt die Quelle vermerken. Dies gilt auch für die allgemeine Literaturrecherche. Eine spätere Suche nach den Originalquellen ist lästig und leicht zu vermeiden, wenn du dir alles genau notierst. Aktualisiere dabei immer sofort das Literaturverzeichnis und die Quellenangaben im Text.
Zusätzliche Tipps
Hier ist eine Liste mit zusätzlichen Tipps, die du beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit beachten solltest – unabhängig davon, welche Methode du wählst:
- Sei flexibel beim Satzbau – Verwende eine Mischung aus kurzen, mittellangen und langen Sätzen, um Abwechslung in deinen Schreibstil zu bringen. Variation verbessert die Lesbarkeit.
- Sei klar und direkt – Kürze ist dein bester Freund. Streiche überflüssige Wörter oder Phrasen.
- Verwende den Aktiv – Schreiben im Aktiv macht deinen Text lebendiger und ansprechender.
- Korrekturlesen – Überprüfe alles doppelt! Rechtschreibung, Grammatik, Quellen, Syntax.
- Nutze kritisches Denken – Kritisches Denken ist entscheidend für die Verständlichkeit eines wissenschaftlichen Textes. Sind deine Gedanken logisch verknüpft? Ergibt dein roter Faden Sinn? Nutzt du deine Forschung sinnvoll als Beleg? Was sind die zentralen Aussagen?
- Bleib objektiv – Objektivität ist ein Grundpfeiler wissenschaftlichen Schreibens. Achte darauf, dass keine persönlichen Meinungen oder Vorurteile in deinen Text einfließen.
- Verwende formelle Sprache – In wissenschaftlichen Arbeiten ist es ratsam, bei einer formellen Ausdrucksweise zu bleiben.
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