Market Forms

Market Forms

Was versteht man darunter?

In der Wirtschaftstheorie unterscheiden wirzwischen unterschiedlichen Arten von Märkten und können diese, nach dem Marktformenschema von Heinrich von Stackelberg,bereits allgemein nach der Anzahl der Marktteilnehmer (also Anbieter und Nachfrager) in neun Marktformen gliedern. Die drei wichtigstenMarktformen sind Monopol, Oligopol und Polypol.

Marktformen

Um die Vorgängein den unterschiedlichenMarktformen zu verstehen, schauen wir noch einmal an den Anfang:

Ein Markt entsteht immer dort, wo das Angebot gleich der Nachfrage ist und bezeichnet in der Wirtschaft ganz allgemein den Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage. Stimmen Angebot und Nachfrage eines bestimmten Guts miteinander überein, so spricht man vom sogenannten Marktgleichgewicht, welches durch den Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge gekennzeichnet ist. Der Preis wird also gebildet durch die Angebotsmenge und dieNachfrage.

Marktformen Graph

Unterscheidung der drei wichtigsten Marktformen:


Inhaltsübersicht

Polypol:

Im Polypol stehen viele Anbieter vielen Nachfragern gegenüber. Jeder Anbieter hat im Markt nur einen relativ kleinen Marktanteil, weshalb der Einzelne mit seinen Entscheidungen das Marktgeschehen nicht beeinflussen kann. Alle Anbieter im Polypol sind also Preisnehmer, bzw. Mengenanpasser. Die einzelnen Unternehmen betrachtenden Marktpreisals gegeben, als Aktionsparameter verbleibt ihnen nur die Ausbringungsmenge. Im Polypol herrscht vollkommene Konkurrenz, d.h. es werden folgende Annahmen getroffen:

Aktionsparameter verbleibt ihnen nur die Ausbringungsmenge. Im Polypol herrscht vollkommene Konkurrenz, d.h. es werden folgende Annahmen getroffen:

Aufgrund dessen, dass keine Markteintrittsbarrieren existieren, könnenUnternehmen jederzeitin den Markt ein-aber auch austreten. Punkt EMKTin der Abbildung zeigt das ursprüngliche kurzfristige Marktgleichgewicht. Wenn der Marktpreis hoch istund die Unternehmen einen ökonomischen Gewinn erwirtschaften kommt es dementsprechend zum Markteintritt neuer Unternehmen. Hierdurch verschiebt sich die kurzfristige Angebotskurve nach rechts(Abbildung 1: von S1 nach S2), weil Gewinn immer dazu führt, dass eine größere Menge produziert wird. Ein neues kurzfristiges Gleichgewicht stellt sich ein(Punkt DMKT). Jetzt ist der Marktpreis niedriger, aber die gesamte Produktion höher. Dementsprechend werden jetzt auch die Gewinne der bestehenden Unternehmen kleiner, es bleibt jedoch noch Gewinn übrig(mit B gekennzeichnetesRechteck).

Weitere Markteintritte verschieben die kurzfristige Marktangebotskurve weiter nach rechts(S3), der Preis sinkt weiter und die Produktionsmenge der Branche nimmt weiterhin zu. Der Markteintritt neuer Unternehmen kommt jetzt zum Stillstand, wenn die Grenzkosten gleich den durchschnittlichen Gesamtkosten sind(Punkt C). Der Marktpreis liegt jetzt auf dem Break-Even-Punkt, d.h. die im Markt operierendenden Unternehmen erzielen einenökonomischen Gewinn von Null und es gibt keinen Anreiz zum Markteintritt oder -austritt. Wir befinden uns im Gleichgewicht, welches das langfristige Marktgleichgewicht beschreibt(Punkt CMKT). Sinkt der Marktpreis weiter, kommt es zum Marktaustritt.

Bei der vollständigen Konkurrenz (Polypol) entspricht der Grenzerlös dem Marktpreis, weil die Unternehmen Preisnehmer sind. Deshalb lautet die Bedingung für das Gewinnmaximum: Marktpreis/Grenzerlös = Grenzkosten.

Marktformen2

Monopol:

Im Monopol steht ein alleiniger Anbieterder der gesamten Nachfrage (vielen Nachfragern) entgegen. Die angebotenen Produkte sind nicht differenziert, sondern homogen.

Als Markteintrittsbarrieren in den Monopolmarkt werden folgende fünf unterschieden:

  • das Alleineigentum einer knappen oder entscheidenden Ressource
  • zunehmende Skalenerträge
  • externes Wachstum
  • Netzwerkexternalitäten
  • staatlich geschaffene Monopole

Als zunehmende Skalenerträge versteht man sinkende durchschnittliche Gesamtkosten und steigende Produktionsmengen, welche in der Konsequenz zu einem natürlichen Monopol führen. Externes Wachstum bezeichnet den Zusammenschluss von Unternehmen. Dem gegenüber steht heute das Wettbewerbsgesetzt, welches dies regelt, um die Bildung von Monopolen zu verhindern.

Natürliche Monopole entstehen, wenn die durchschnittlichen Gesamtkosten über den relevanten Bereich der Produktionsmenge sinken. Hierdurch entsteht eine Markteintrittsschranke, da ein bestehender Monopolist niedrigere durchschnittliche Gesamtkosten aufweist als jedes Unternehmen, das in den Markt eintreten möchte.

Ein Monopolist mussbei seiner Angebotsentscheidung nur die Reaktion der Gesamtnachfrage berücksichtigen. Weil er der alleinige Anbieter im Markt ist, kann er bei seiner Angebotsentscheidung eine aktive Preis-oder Mengenpolitik betreiben. Beides geht jedoch nicht. Entscheidet er sich dafür, eine Preispolitik zu betreiben, so gibt er einen festen Preis pro Menge an. Die Nachfragerkönnen jetzt darüber entscheiden, welche Menge er dem Monopolisten abnimmt.Bei der Mengenpolitik istes genau andersherum. Hier legt er die abzunehmende Menge fest und dieNachfrager bestimmenden Preis. Der Monopolist muss bei seinen Entscheidungen keine Rücksicht auf Konkurrenten nehmen. Man bezeichnet dieses Phänomen auch als autonomes Preissetzungsverhalten bzw. autonome Mengenfixierung.

Im Monopol unterscheidet man nochmal unter dem beschränkten und dem bilateralen Monopol. Bei dem beschränkten Monopol stehen einem Akteur wenige Marktteilnehmer auf der Marktgegenseite gegenüber. Ein Beispiel hierfür ist der Markt für Rüstungsgüter. Der Staat als alleiniger Abnehmer steht mehreren Rüstungsunternehmen gegenüber. Die Macht des Monopolisten wird hier durch andere Anbieter beschränkt.

Im bilateralen Monopol dagegen ist die Anbieter-und Nachfragemacht am niedrigsten. Hier kontrollieren sich Anbieter und Nachfrager wechselseitig in ihrer Macht.Der Arbeitsmarkt wäre hier ein passendes Beispiel.

Das besondere im Monopol ist, dass hier auch langfristig ökonomische Gewinne erzielt werden können. Die Gewinnmaximierung im Monopol ist dort gegeben, wo Grenzkosten gleich dem Grenzerlös ist. Hier liegtdie optimale Produktionsmenge. Ursache für die Abweichung vom Polypol im gewinnmaximierenden Produktionsniveau ist seine Nachfragekurve. Sie entspricht der Marktnachfragekurve, da er der einzige Anbieter im Markt ist. Durch den charakteristisch fallenden Verlauf der Nachfragekurve stimmt der Preis des Gutes nicht mehr mit dem Grenzerlös überein. Die Grenzerlöskurve liegt hier unterhalb der Nachfragekurve. Wegen des Preiseffektes gilt: Je höher die Menge, desto geringer der Preis. Eine Steigerung der Produktion durch den Monopolisten hat zwei entgegengesetzte Wirkungen. Zum einen den Mengeneffekt, denn der Gesamterlös erhöht sich um den Preis, zu dem die weitere Einheit abgesetzt wird und zum anderen den Preiseffekt. Um die letzte Einheit verkaufen zu können, muss der Monopolist den Marktpreis für alle verkauften Einheiten senken. Dies verringert den Gesamterlös.

Ein Monopolist wird also zur Gewinnmaximierung dort anbieten, wo seine Grenzkosten gleich dem Grenzerlös sind. Der Grenzerlös liegt immer unterhalbdes Preises.

Oligopol:

Im Oligopol stehen wenige Anbieter der gesamten Nachfrage gegenüber. Keiner der Anbieter hat eine Monopolstellung inne, jedoch kann jedes Unternehmen Einfluss auf den Marktpreis nehmen. Diese Marktform kommt sehr häufig in Konsumgütermärkten vor. Beispielsweise wird der Markt für Waschmittel von wenigen großen Anbietern dominiert. Im Gegensatz zum Monopol müssen oligopolistische Anbieter nicht nur die Reaktion der Nachfrager, sondern auch die Reaktion der Konkurrenten berücksichtigen. Weil im Oligopol jeder Anbieter einen relativ großen Marktanteil hat, hat die Entscheidung eines anderen Oligopolisten Auswirkungen auf die eigene Marktstellung. Man nennt dies Aktions-Reaktions-Verbund, welches strategisches Konkurrenzverhalten erfordert. Die Wettbewerber handeln interdependent: Die Aktion eines Anbieters hat eine Reaktion der anderen Anbieter zur Folge.

Von großer Bedeutung im Oligopol sind also die bestehenden Interdependenzen zwischen den Anbietern im Markt. Ein strategisches Verhalten spielt hier eine zentrale Rolle. Schließen sich Oligopolisten zusammen und verhalten sich zusammen wie ein Monopolist, können sie gemeinsam ihre Gewinne maximieren. Der Anreiz zur sogenannten Kartellbildung ist groß, in Deutschland jedoch verboten. Andererseits hat jedoch auch jedes Unternehmen den Anreiz, sich nicht an die Kartellregeln zu halten, um dann die Gewinne womöglich weiter zu maximieren. Oligopolisten können ihre Entscheidungen also entweder simultan (sogenannte Kollusion) oder sequentielltreffen.

Das Gefangenendilemma aus der Spieltheorie veranschaulicht die Situation der Oligopolisten: Das Gefangenendilemma stellt eine modellierte Situation zweier Gefangener dar, welche beschuldigt werden gemeinsam ein Verbrechen begangen zu haben und einzeln verhört werden. Beide Gefangenen können nicht miteinander kommunizieren. Folgende Situation stellt sich dar: leugnen beide das Verbrechen, erhalten beide eine niedrige Strafe, weil ihnen nur sehr wenig nachgewiesen werden kann. Gestehen beide, erhalten beide eine hohe Strafe, wegen ihres Geständnisses aber nicht die Höchststrafe. Gesteht nur einer der beiden, geht dieser straffrei aus, während der andere Gefangene als überführter und nicht geständiger Täter die Höchststrafe bekommt. Das Dilemma hierbesteht nun darin, dass sich jeder Gefangene entscheiden muss, ohne die Entscheidung des anderen Gefangenen zu kennen. Das letztlich verhängte Strafmaß liegt nicht mehr in der Hand des einen Gefangenen, sondern hängt auch von der Entscheidung des anderenab. Beide Entscheidungen müssen beachtet werden. Die dominante Strategie beider Gefangenen wäre zu gestehen, welches auch als Nash-Gleichgewicht oder nichtkooperatives Gleichgewicht bezeichnet wird. Hierbei werden die Auswirkungen dieser Aktion auf das Ergebnis, die der andere Gefangene erhält, ignoriert. Eine Kooperation beider Gefangenen würde jedoch zu einer niedrigeren Strafe und damit auch zu einer niedrigeren Gesamtstrafe führen.

Auf Oligopolmärkten finden wir zahlreiche Varianten oligopolistischer Interaktionen. Neben einem Oligopol mit homogenen Gütern spielen in der Realität heterogene Oligopole mit differenzierten Produkten eine große Rolle. Als Aktionsparameter kommen hier unter anderem Preise, Mengen, Werbung und Produktinnovation in Betracht. Es gibt also eine große Anzahl an Oligopolmodellen.


Du suchst hilfreiche Dokumente zum Thema?

Auf Studydrive findest du jede Menge Lernmaterialien, die dir bei der Kurs- oder Prüfungsvorbereitung helfen werden. Hier findest du Zusammenfassungen und Notizen, Lösungen zu vergangenen Prüfungen und Arbeitsblätter.