Lehreralltag

Lehreralltag

Wirklichkeit oder Mythos?

Lehrer wissen alles

Menschen machen Fehler und sind nicht allwissend - auch Lehrer nicht. Natürlich erscheint es einem immer so, als könne der eigene Lehrer alles, jedoch sind Lehrer meist nur auf die eigenen Fächer spezialisiert und haben auch so ihre Schwächen in anderen Bereichen.

Der Lehrer ist ein weiblicher Beruf

Der Beruf des Lehrers wird, anders als früher, mittlerweile oftmals mit Weiblichkeit assoziiert. Aber nichts dergleichen! Besonders in den letzten Jahren sind vermehrt Lehramtsstudenten wieder männlich und besonders oft im Grundschullehramt tätig. Ebenso werden die Fächer Mathematik, Physik und Sport meist von männlichen Lehrern ausgeübt.

Lehrer lehren von Jahr zu Jahr dasselbe, denn der Lehrplan ändert sich nicht

Das Curriculum verändert sich derzeit erheblich. Von Jahr zu Jahr werden die Empfehlungsprogramme des Bildungsministeriums neu veröffentlicht. Zudem kommt es auch immer auf die Klasse an, inwieweit der Lehrer ein Thema in die Tiefe behandeln kann. Besonders gut sichtbar wird dies, wenn ein Lehrer zwei Parallelklassen unterrichtet und somit miteinander vergleichen kann. Abgesehen vom Lehrplan hat der Lehrer auch immer Freiräume, bestimmte Themen besonders intensiv zu behandeln und einen eigenen Fokus für den Unterricht zu setzen, der sich auch von Jahr zu Jahr unterscheiden kann. Auch die Lehrmethoden werden immer einfallsreicher und digitaler. Lehrer können so ihren Stoff immer wieder aufs neue anders transportieren. Hier ist natürlich auch der Wille und der Spaß des Lehrers an seinem eigenen Fach und neuen Lehrmethoden gefragt.

Der Lehrer - eine spezielle Gattung mit vielen Privilegien

Viele stellen sich die Lehrkraft am Ende des Tages so vor: Eine ältere Person sitzt gemütlich am Tisch, hält ein Glas Wein in der einen Hand und in der anderen einen Rotstift zum Korrigieren. Während des Korrigierens wird klassische Musik gehört und zwischendurch über den vergangenen Tag nachgedacht. Vor der Lehrkraft liegt ein Haufen an Klausuren. Viele Menschen sehen im Lehrberuf ein lockeres Leben, bei dem man jeden Tag dasselbe macht und die Klausuren mittels Vorlage von vor 20 Jahren berichtigt. Manchmal werden Noten auch einfach nach Gefühl oder aktueller Laune vergeben. Am Ende des Tages hat er ja sowieso Recht. Durch den sicheren Beamtenstatus und die beachtliche Pension muss er sich keine Gedanken über Gegenwart und Zukunft machen. So gerne man den Beruf des Lehrer auch überzeichnet, eigentlich wissen wir alle, dass der Lehreralltag sehr viel anspruchsvoller ist als das. Mit dem Beruf des Lehrers ist ein ständiges Vor- und Nachbereiten, Erstellen von Klausuren und Tests, Führen von Elterngesprächen etc. verbunden, was nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, da dies auch oft nach offiziellem Feierabend ansteht.

Lehrer sind faule Säcke

Als Ex-Kanzler Gerhard Schröder die Lehrer "faule Säcke" nannte, sprach er vielen Menschen aus der Seele, vor allem denjenigen, die Lehrer um die langen Ferien beneiden. Doch der Spruch war absolut daneben und obendrein auch noch falsch. Studien zeigen, dass Lehrer im Schnitt mehr als 50 Stunden in der Woche arbeiten. Allerdings gibt es, wie in anderen Berufen, auch hier eine große Spannbreite: Während dem einen interaktiver, gut vorbereiteter und qualitativ hochwertiger Unterricht wichtig ist und Zeit in dessen Vorbereitung gesteckt wird, bewegen sich andere Lehrkräfte nah an dem Klischee, was viele Menschen vor Augen haben. Allgemeingültig ist diese Aussage auf jeden Fall nicht. Egal ob fleißig, oder nicht - für den Beruf braucht man viel Geduld, starke Nerven und eine große Portion Autorität. Jeder der sagt, dass Lehrer nur faul sind, erinnert sich am besten selbst an seine Schulzeit in der Pubertät..

Lehrer sind alle Beamte

Bundesweit sind etwa 200.000 Lehrer keine Beamte, sondern Angestellte und verdienen somit oft mehrere hundert Euro netto weniger als ihre verbeamteten Kolleg/innen. In Berlin werden neu eingestellte Lehrer generell nicht mehr verbeamtet und auch in anderen Bundesländern und an Privatschulen arbeiten viele als Angestellte. Die Gewerkschaften sprechen hier von "Beschäftigten zweiter Klasse". Natürlich gibt es immer noch Lehrer, die verbeamtet werden, jedoch ist dies nicht ganz so einfach. Besonders auf das jeweilige Lehramt und auf die Fächerkombination kann es ankommen.

Lehrer ist ein sicherer Job

Lehrer haben zwar krisenfeste Arbeitsplätze, jedoch ist es gar nicht so sicher, ob sie diesen überhaupt erst angeboten bekommen. Viele Referendare werden nicht übernommen, beispielsweise, weil ihre Note um 0,1 unter dem jährlich wechselnden Einstellungswert liegt. Ebenfalls ist zu erwähnen, dass laut einer Studie der Uni Freiburg innerhalb eines Jahres 40 Prozent der Lehrer Pöbeleien ausgesetzt sind und vier Prozent bedroht werden. Bei 1,4 Prozent kommt es sogar zu körperlichen Attacken.

Lehrer waren mieße Schüler

Auch dieser Mythos kann widerlegt werden. Gymnasiallehrer hatten früher im Abi im Schnitt genauso gute Noten wie andere Akademiker. Und auch wenn die Schulleistungen angehender Lehrer für die Grundschule und die Sekundarstufe I um etwa eine halbe Note schlechter sind als die der Gymnasial-Kollegen, gibt es mittlerweile an vielen Hochschulen einen recht hohen NC für das Lehramtsstudium im Allgemeinen.

Lehrer leiden unter Burn Out

Dieser Mythos ist wahr! Bei etwa jedem dritten Lehrer besteht mittlerweile eine Burn-out-Gefahr. Zwar sind die anderen zwei drittel statistisch gesehen mental stabil, nichtsdestotrotz darf man den psychischen Druck, unter dem Lehrer tagtäglich stehen, nicht unterschätzen. Auch hier sieht man wieder, dass der Lehrerberuf absolut nicht für jeden geeignet ist und man sich vor Antritt eines Lehramtsstudiums Gedanken darüber machen sollte, ob die Tätigkeit geeignet für die eigene Persönlichkeit ist.

Lehrer werden nicht anerkannt

Oft beklagen sich Lehrkräfte, dass ihr Beruf nicht genug Ansehen bekommt und ihre Taten nicht gewürdigt werden. Umfragen des Allensbach-Instituts zeigen, dass die Bürger vor Ärzten am meisten Achtung haben. Aber auch die Grundschullehrer schneiden ziemlich gut ab. Sie haben sogar innerhalb der letzten Jahre immer mehr an Ansehen gewonnen. Nun liegen sie klar vor Anwälten, Ingenieuren und Apothekern. Lehrkräfte des Gymnasiums stehen dagegen Umfragen zufolge nicht viel besser da als Journalisten.

Ein Tag als Lehrer

“Du hast dich schon einmal gefragt, wie der Tag eines Lehrers aussieht? Dann bist du hier genau richtig. Der folgende Tagesablauf ist natürlich nicht der Tagesablauf aller Lehrer, aber es zeigt, wie der eines echten Lehrers aussieht.

Aufstehen tue ich um 6 Uhr. Da ich nicht jeden Tag zur ersten Stunde zur Arbeit muss, setze ich mich an den späteren Tagen morgens nochmal an den Schreibtisch und arbeite ein wenig dort, was zum Beispiel Klassenarbeiten korrigieren, Tests konzipieren oder Unterricht vorbereiten beinhaltet. Wenn ich zur ersten Stunde an die Schule muss, dann verlasse ich gegen 7 das Haus. Meist geht mein Unterricht bis 15:10. Zwischen den Stunden kann es sein, dass ich Freistunden hatte. In diesen bereite ich mich für den kommenden Unterricht vor oder biete Sprechstunden an. Nachdem ich die Schule verlassen und den Einkauf erledigt habe, bin ich gegen 16 Uhr Zuhause. Dort widme ich mich dem Haushalt und anschließend setze ich mich wieder an den Schreibtisch und erledige Korrekturen, Vorbereitungen für die kommenden Stunden, Gespräche mit Eltern etc. Am Abend gehe ich mit meinem Hund eine Runde laufen, was etwa 1 Stunde dauert. Gegen 19 Uhr koche ich normalerweise zu Abend. Falls ich am Abend noch Vorbereitungen offen habe, werden diese anschließend noch erledigt. Tendenziell findet Privatleben eher am Wochenende oder in der unterrichtsfreien Zeit statt. In den Ferien arbeite ich im Schnitt auch 3-5 Stunden am Tag.

Den Vormittag/frühen Nachmittag mit den meist sympathischen und netten Schülern und vielen netten Kollegen empfinde ich als sehr angenehm - ich gehe richtig gerne in die Schule - aber die Tatsache, dass es sich anfühlt, als wäre die Arbeit nie richtig abgeschlossen und man keinen festen Zeitpunkt für "Feierabend" hat, empfinde ich als eher belastend. Ich habe immer noch keine richtig gute Strategie gefunden, die echtes Arbeitsende unter der Woche möglich macht. Was du als Lehrer auch mitbringen musst, ist eine eiserne Gesundheit, da der viele Stress und die ständige Belastung einen schnell krank machen kann. Aber ich würde keine Sekunde einen Gedanken daran verschwenden meinen Job aufzugeben, da ich meinen Job liebe und er mich glücklich macht.”


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