Das Lehramtsstudium

Das Lehramtsstudium

Der Beruf Lehrer ist für viele bereits in jungen Jahren der Traumberuf schlechthin. Man kennt den Arbeitsalltag bereits durch die eigene Schullaufbahn, hat verhältnismäßig lange Ferien und ein gutes und sicheres Gehalt. Aber wie wird man überhaupt Lehrer und was muss man dabei beachten?

Lehramt ist nicht gleich Lehramt - es gibt verschiedene Formen, die alle unterschiedliche Anforderungen an die Ausbildung haben. Alleine jedes Bundesland hat hier seine eigenen Regeln und somit kann das Studium unterschiedlich verlaufen, je nachdem wo du studierst, für welche Altersgruppe oder welchen Schultypen du dich entscheidest. Das Grundschulstudium und das Berufsschulstudium wird in allen Bundesländern angeboten. Das Sonder- /Förderschul- bzw. Sonderpädagogik Studium wird ebenso in ganz Deutschland angeboten außer im Saarland. Ansonsten allerdings unterscheiden sich die Bundesländer deutlich darin, welche Lehramtsstudiengänge sie in welcher Kombination anbieten.

Inhaltsübersicht

Studieninhalte & Aufbau des Studiums

Grundschullehramt:

Hier wird der Fokus generell auf die Ausbildung für den Unterricht der 1. bis 4. Klasse gelegt. In Berlin und Brandenburg ist dies aber ein wenig anders, denn hier umfasst die Grundschule 6 Jahre. Während in höheren Klassen das Hauptaugenmerk auf dem Fachunterricht liegt, ist das Lernziel für Grundschullehrer, den Kindern zunächst die Kernkompetenzen zu vermitteln, welche neben Lesen und Schreiben zum Beispiel die Grundrechenarten und das logische Denken sind. Ebenso gehören auch die räumliche Orientierung und Geometrie dazu.

Wenn man Grundschullehramt studiert, lernt man zudem die Lust am Lernen zu vermitteln. Dabei gilt es, die Schüler optimal auf den Unterricht in den weiterführenden Schulen vorzubereiten. Anders als bei den meisten Lehramt Studiengängen ist man zunächst nur für das Lehren an Grundschulen berechtigt.

Die Fächer Deutsch und Mathematik sind verpflichtend, wobei eines der Fächer intensiver studiert wird. Außerdem wählst du – im Unterschied zu anderen Lehramtsstudien – ein drittes Fach. Hier hat man eine Auswahl zwischen Englisch, Religion, Ethik, Musik, Kunst, Sachunterricht oder Sport.

Dauer: Die Regelstudienzeit beläuft sich auf insgesamt sieben Semester. Hast du die feststehenden, universitären Prüfungen bestanden und die damit verbundenen Credit Points beziehungsweise Scheine erworben, bist du dann für das erste Staatsexamen zugelassen. In dieser Prüfung stellt sich deine fachliche Eignung heraus. Zu 60% fließt die erste Staatsprüfung und zu 40% die Leistungen und Bewertungen aus den einzelnen Modulen in die Abschlussbewertung mit ein. Gilt die Prüfung als bestanden, geht es in die Vorbereitungszeit. Diese dauert nochmals zwei Jahre. Diese wird auch als Referendariat bezeichnet.

Gehalt: Alle Lehrer, die in den staatlichen Schuldienst eintreten, nehmen die Entlohnung nach Bundes- oder Landes-Besoldungsordnung oder nach dem jeweiligen öffentlichen Tarifvertrag entgegen. Nach den ersten fünf Berufsjahren ist mit einem Anstieg der Besoldung zu rechnen und anschließend mit einem Anstieg alle zwei Jahre. Nach dem 10. Berufsjahr steigt das Gehalt alle 4 Jahre. Die Gehälter unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und liegen oftmals weit auseinander. Der Grundschulreferendar hat in der Regel ein monatliches Gehalt von 992 Euro, während der verbeamtete Grundschullehrer jeden Monat auf 2560 Euro kommt.

Haupt- und Realschullehramt:

Lehrer/innen an der Realschule bzw. Mittelschule, unterrichten Kinder der Klassen 5 bis 10. Es handelt sich also um die Schulform der weiterführenden Schule, der Sekundarstufe 1. Während des Studiums werden hierbei mehrere Bereiche parallel studiert:

Außerdem müssen alle Lehramtsstudierenden ein Orientierungs- und ein Betriebspraktikum absolvieren, welches Inhalte der schulpraktischen Studien sind. Die vier Wissenschaften sind Bestandteile des Studiums, weil Lehrer und Lehrerinnen nicht nur Fachwissen vermitteln sollen, sondern auch einen Erziehungsauftrag haben. Die zwei Unterrichtsfächer setzen sich aus der Fachwissenschaft und der Fachdidaktik der gewählten Fächer zusammen.

Dauer: Die Regelstudienzeit beträgt sieben Semester. Nach dem Studium erfolgt das erste Staatsexamen, woran sich ein Referendariat von 2 Jahren anschließt. Nach Beendigung des Vorbereitungsdienstes, ist man dann für das zweite Staatsexamen zugelassen.

Gehalt: Das Gehalt der Lehrer für die Sekundarstufe 1, mit erfolgreich absolviertem zweitem Staatsexamen nach dem Referendariat richtet sich nach den jeweiligen Landestarifen. Dieser liegt in der Besoldungsgruppe A 13. Die Besoldung liegt in Stufe 3 bei ca. 2.800 Euro und in Stufe 12 bei ca. 4.000 Euro Brutto-Gehalt. Das Gehalt kann jedoch je nach Alter, Leistung und sonstigen Umständen variieren.

Gymnasiallehramt:

Während des Studiums werden wie beim Haupt- und Realschullehramt die folgenden Bereiche parallel zueinander studiert:

Die beiden Unterrichtsfächer setzen sich aus der Fachwissenschaft und der Fachdidaktik der gewählten Fächer zusammen. Manche Bundesländer schreiben zusätzlich vor, ein Betriebspraktikum zu absolvieren.

Dauer: Die Regelstudienzeit beträgt insgesamt neun Semester. Anschließend ist auch hier ein Referendariat zu absolvieren, welches insgesamt knapp 2 Jahre einnimmt.

Gehalt: Als Gymnasiallehrer /-in wirst du in den meisten Fällen verbeamtet und nach der Besoldungsgruppe A13 bezahlt. Damit zählst du zu den Spitzenverdienern / -innen im Bildungssektor und hast zudem einen der bestbezahlten Berufe. Jedoch gibt es hier auch einen Minuspunkt: An einem Gymnasium könnte es schwer werden, eine Stelle zu finden, da der Lehrermangel die Gymnasien nicht so hart trifft wie andere Schulformen. Stellenweise gibt es sogar einen Überschuss an Gymnasiallehrer /-innen. Als Gymnasiallehrer /-in verdient man direkt nach dem Berufseinstieg im Schnitt 4.204,58 Euro brutto im Monat. Genauso wie in den anderen Formen von Lehrkräften gibt es auch hier von Bundesland zu Bundesland verschiedene Gehälter.

Sonderschullehramt:

Das Studium umfasst:

Die beiden ausgewählten sonderpädagogischen Fachrichtungen können von Uni zu Uni unterschiedlich sein, jedoch sind sie allgemein gleich:

  • Beeinträchtigung des Lernens:
    • hier werden Kinder und Jugendliche unterrichtet, die in ihrem Lernen beeinträchtigt sind.
  • Geistige Entwicklung:
    • Kinder und Jugendliche, die wegen der Schwere ihrer geistigen Behinderung in einer Schule für Lernbehinderte nicht hinreichend gefördert werden können, aber lebenspraktisch bildbar sind, werden hier unterrichtet.
  • Beeinträchtigung der emotional-sozialen Entwicklung:
    • Kinder und Jugendliche, die sich der Erziehung der allgemeinen Schule so nachhaltig widersetzen oder verschließen, dass ihre eigene Entwicklung und die ihrer Mitschüler erheblich gestört oder gefährdet ist, werden unter diesem Begriff bezeichnet.
  • Beeinträchtigung der Sprache und des Sprechens:
    • Unter dieser Kategorie versteht man ein Kind oder Jugendlichen, der durch eine Schädigung der an der Kontrolle und Ausführung von Sprache beteiligten Organe an einer langfristigen Störung oder Einschränkung im Spracherwerb leidet.

Dauer: Die Regelstudienzeit beträgt hier insgesamt neun Semester. Anschließend kommt auch hier das Referendariat, welches knapp 2 Jahre in Anspruch nimmt.

Gehalt: Laut Tarif verdienten Lehrkräfte für Sonderpädagogik im Jahr 2016 zwischen 3.510 € und 5.069 € brutto monatlich. Den größten Einfluss auf die Höhe des Gehalts macht dabei die berufliche Erfahrung aus, wie bei den anderen Lehramtsstudiengängen auch.

Anforderungen & Bewerbungsverfahren

Du bist dir noch nicht sicher ob das Lehramtsstudium das richtige für dich ist? Vielleicht kann dir unser Kriterienkatalog dabei helfen.

Kriterienkatalog:

  • Macht dir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß?
  • Hast du Freude daran, Wissen weiterzugeben?
  • Interessieren dich die Fachbereiche Pädagogik und Psychologie?
  • Kannst du andere Menschen für Themen begeistern?
  • Erklärst du gerne?
  • Bist du selbstkritisch?
  • Besitzt du Durchhaltevermögen?
  • Bist du organisiert und konsequent, aber trotzdem fair?
  • Kannst du eigenständig arbeiten und bist dabei strukturiert?
  • Willst du ein Vorbild für andere sein?
  • Bist du neugierig und offen für Neues und bereit, Dinge zu erkunden?

Wenn du mehrere Fragen mit einem deutlichen JA beantworten kannst, dann solltest du das Lehramtsstudium für dich auf jeden Fall in Erwägung ziehen!

Üblicherweise wird das Studium an einer Universität angeboten und ist häufig mit einem NC zulassungsbeschränkt. Je nach Universität und Standort kann dieser aber unterschiedlich hoch ausfallen. Normalerweise liegt er im zweier Bereich aber auch mit einem schlechteren Schnitt kannst du ab und zu Glück haben und einen Studienplatz ergattern.

Abhängig von deiner gewählten Fächerkombination musst du eventuell auch zusätzlich zu einem Abitur noch bestimmte Kenntnisse nachweisen - wie beispielsweise sprachliche Zertifikate. Häufig ist das Abiturzeugnis hier allerdings auch ausreichend.

Berufsperspektiven & Karrierechancen

Im Anschluss an ein Lehramtsstudium wird in der Regel der Beruf des Lehrers ausgeführt. Wie oben bereits vorgestellt gibt es hierzu unterschiedliche Schulmodelle die hier in Frage kommen.

Wenn du dich dafür interessierst wie der Alltag eines Lehrers aussieht dann klicke hier.

Du bist dir noch nicht sicher, ob Lehramt das richtige Studium für dich ist? Hör doch mal in unseren Podcast "Career to go" rein und lass dich von vielzähligen interessanten Werdegängen inspirieren.


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