Indifferenzkurven

Indifferenzkurven

Was sind Indifferenzkurven und wozu braucht man sie?

Indifferenzkurven finden in der Mikroökonomie und dort in der Haushaltstheorie ihre Anwendung. Sie zeigen all jene Güterbündel bzw. Warenkörbe auf, die dem Verbraucher den gleichen Grad an Nutzen stiften. Die Indifferenzkurven basieren also auf den Nutzenfunktionen. Durch Umstellen dieser erhält man die Indifferenzkurve.

Entlang einer solchen Indifferenzkurve hat ein Konsument den gleichen Nutzen. Mit der Kombination von 4 Pizzen und 3 Bier in Punkt A ist er ebenso zufrieden, wie mit 6 Pizzen und einem Bier in Punkt C oder andersrum, 6 Bier und einer Pizza in Punkt B.

Sein Nutzenniveau bzw. Güterwert beträgt entlang der Kurve, an jedem Punkt 7.

Auch das Austauschverhältnis zweier Güter, sprich die Bereitschaft für eine zusätzliche Einheit eines Gutes (hier Bier), eine Einheit des anderen Gutes (Pizza)aufzugeben, lässt sich mithilfe der Kurven ermitteln. Im Beispiel würde der Konsument etwa auf zwei Bier verzichten, um zwei zusätzliche Pizzen zu erhalten. Man nennt dies die Grenzrate der Substitution, oder kurz: GdS bzw. GRS

Die Steigung der Indifferenzkurve ist also das Austauschverhältnis zweier Güter. Formal wird dies beschrieben durch:

GRS=−∂x2/∂x2

Dabei ist zu beachten, dass die Grenzrate der Substitution aufgrund des „negativen“ Austauschverhältnisses, negativ ist.

Hilfreiche Videos zur GRS findest du hier:

Wichtige Eigenschaften der Indifferenzkurven, die die Konsumentenpräferenzen widerspiegeln:

  • höher liegende Indifferenzkurven werden gegenüber niedriger liegenden bevorzugt - das hängt damit zusammen, dass die höher liegenden Indifferenzkurven dem Konsumenten einen höheren Nutzen stiften, er also mehr Güter erhält und sein Nutzenwert größer ausfällt
  • Indifferenzkurven haben eine negative Steigung - Grund dafür ist, dass der Konsument Einheiten eines Gutes aufgeben muss, um zusätzliche Einheiten des anderen Gutes zu erhalten
  • Indifferenzkurven können sich nicht schneiden - wäre dies der Fall, so wäre die Annahme verletzt, dass größere Mengen immer einer kleineren Menge vorgezogen werden
  • Indifferenzkurven verlaufen konvex - die Steigung der Kurve entspricht gerade der Grenzrate der Substitution, also dem Austauschverhältnis von Gut x zu Gut y
  • entlang der Indifferenzkurve nimmt die Grenzrate der Substitution ab - der Nutzenzuwachs ist bei niedrigeren Mengen größer als bei kleinen Mengen

Unterscheide 3 Typen von Nutzenfunktionen und dazugehöriger Indifferenzkurven

Perfekte Substitute

  • sie sind beliebig austauschbar untereinander, zum Beispiel blauer und schwarzer und Kugelschreiber
  • sie sind additiv miteinander verbunden,
  • ihre Nutzenfunktion und dazugehörige Indifferenzkurve lauten:

U (x1, x2) = ax1 + bx2

x2= μ/b − a/b ∗ x1

Perfekte Komplemente

das bedeutet mit einem dieser Güter alleine bringen sie dem Konsumenten keinen Nutzen, zum Beispiel ein linker und ein rechter Schuh

ihre Nutzenfunktion ist eine Minimumsfunktion, da jedes Gut ein Gegenstück braucht

U(x1, x2) = min {ax1, bx2}

x2=a/b ∗ x1

Imferfekte Substitute

darunter verstehen wir solche Güter die einen

ähnlichen Nutzen liefern, sich aber in der Marke, Qualität oder ähnlichem unterscheiden, zum Beispiel ein Gameboy und eine Playstation

die dazugehörige Nutzenfunktion und Indifferenzkurve lautet:

U(x1,x2)= x1α∗x2(1-α)

Videos und Infos zur Nutzenfunktion und dazugehörigen Indifferenzkurven findest du hier:


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