Gütekriterien

Inhaltsübersicht
Was sind Gütekriterien und wozu braucht man diese?
Gütekriterien haben die Aufgabe wissenschaftliche Untersuchungen, d.h. auch die damit einhergehenden Messverfahren, wie auch Messinstrumente, qualitativ abzusichern und so für deren Gültigkeit zu sorgen. Ziel dessen ist es, dass die Untersuchung, wie auch die abschließenden Ergebnisse verlässlich und vertrauenswürdig sind, damit entsprechende Schlussfolgerungen aus ihnen gezogen werden können. Mit anderen Worten, nur wenn alle Gütekriterien erfüllt sind, liegen wissenschaftlich fundierte Testergebnisse vor. Die drei wichtigsten, sind die sogenannten quantitativen Gütekriterien bzw. Testgütekriterien, die im Folgenden kurz erläutert werden:
Objektivität
Die Objektivität als Gütekriterium zeichnet sich dadurch aus, dass das Testergebnis nicht durch etwaige Einflüsse oder Randbedingungen verfälscht wird, man spricht in diesem Kontext auch öfter von der Fairness einer Untersuchung. Damit diese gewährleistet ist, werden zwei wesentliche Einflussfaktoren unterschieden, die es zu vermeiden gilt:
Ähnliche Forschungsumgebung
Bei der Durchführung von Experimenten muss beachtet werden, dass alle Forschungsteilnehmer in ähnlicher Umgebung geprüft werden. Wird ein Proband also beispielsweise alleine in einen ruhigen Raum gesetzt und soll dort am PC Aufgaben bearbeiten, so wäre bei der nächsten Versuchsperson, die selbigen Test in einem Raum voller Mit-Probanden bearbeiten soll, keine Objektivität mehr gegeben und deren Forschungsergebnisses somit nicht verwendbar.
Einfluss des Forschungsleiters
Die durchführende Person des Versuchs muss sicherstellen, dass sie selbst nicht in irgendeiner Art und Weise auf ihre Probanden „einwirkt“. Die Neutralität des Versuchsleiters ist dabei nur ein wichtiger Punkt, daneben muss nämlich auch auch sichergestellt sein, dass in den Versuch nicht „eingegriffen“ wird, etwa durch Hilfestellungen, Tipps oder individuelle Meinungen. All dies würde die Ergebnisse beeinflussen und damit insgesamt unbrauchbar machen.
Objektivität bedeutet also, die Unabhängigkeit der Testergebnisse sicherzustellen. Egal wer also selbigen Test unter ähnlichem Versuchsaufbau wiederholt, sollte zu den gleichen Ergebnissen kommen.
Wenn du dich eingehender, zum Beispiel mit den Arten der Objektivität oder weiteren Unterscheidungen, sowie der Möglichkeit die Objektivität zu erhöhen befassen möchtest, dann findest du unter folgendem Link (https://studi-kompass.com/methodik/objektivitaet) weitere Informationen.
Reliabilität
Reliabilität definiert sich als Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messung. Dies lässt sich dahingehend prüfen, dass bei Wiederholung des Experiments, unter exakt den gleichen Bedingungen, wieder die gleichen Messergebnisse erzielt werden.
Validität
Valide Messungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch genau das messen, was sie messen sollen. Sie bilden also den zu messenden Sachverhalt richtig ab und sind damit wissenschaftlich fundiert. Werden hingegen Messinstrumente bspw. falsch angewandt, oder sind diese nicht korrekt geeicht, so liefern sie immer auch falsche und damit vor allem ungültige Forschungsergebnisse. Auch die Validität kann man, nach Arten, weiter spezifizieren. Hier unterscheidet man unter anderem noch zwischen:
Interne Validität
Die interne Validität soll die Qualität des Versuchsaufbaus sicherstellen und dafür Sorge tragen, dass das Experiment eindeutig ist, d.h. Veränderungen auch letztlich auf diejenige Variable zurückzuführen sind, die im Versuchsaufbau verändert oder angepasst wurde. Der internen Validität zugehörig, ist die sogenannte Inhaltsvalidität, welche überprüft, ob die angewandten Verfahren korrekt zum Einsatz kommen und ob die Erhebung vollständig ist. Denn nur wenn diese Punkte stimmig sind, ist auch die Gültigkeit der Messung gewährleistet.
Externe Validität
Voraussetzung für die externe, ist die interne Validität. Ist die Kausalkette schon dort nicht gesichert, ist es nicht möglich, die Ergebnisse dessen zu generalisieren, d.h. die gesammelten Daten zu verallgemeinern. Hintergrund ist, dass Versuche immer nur stichprobenartig geführt werden und von dieser Stichprobe dann auf das große Ganze geschlossen wird. Damit dies gelingt, ist es jedoch notwendig, dass die Stichprobe repräsentativ ist. Man unterteilt die externe Validität daher noch in die Konstrukt-, sowie Kriteriumsvalidität. Wichtig zu wissen ist, dass die Gütekriterien aufeinander aufbauen. Um eine hohe Validität zu gewährleisten, braucht es daher immer auch eine hohe Objektivität, wie auch Reliabilität.
Gibt es weitere Gütekriterien?
Neben den oben aufgeführten quantitativen, gibt es noch die sogenannten qualitativen Gütekriterien, sie lassen sich unterteilen in Transparenz, Intersubjektivität und die Reichweite. Sie dienen jedoch nicht, wie die qualitativen Gütekriterien, der Überprüfung, sondern vielmehr der Aufstellung neuer Thesen, weshalb sie auch nicht konkretisiert bzw. standardisiert sind.
Qualitative Forschung wird immer dort betrieben, wo man Informationen über Dinge oder Sachverhalte erfassen möchte, die nicht gemessen bzw. numerisch erfasst werden können. Man sagt daher auch, dass die qualitative Forschung subjektiv ausgelegt ist.
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