Externes Rechnungswesen - Zusammenfassungen und Lernzettel

 Externes Rechnungswesen - Zusammenfassungen und Lernzettel

Externes Rechnungswesen einfach erklärt

Das externe Rechnungswesen, auch Rechnungslegung genannt, ist ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre und dient der finanziellen Abbildung des Unternehmens nach außen. Dargestellt wird sie mittels:

  • Ertragslage: meint die Fähigkeit, langfristig und nachhaltig Gewinne erzielen zu können.
  • Vermögenslage: es soll eine zukünftige Zielerreichung realisiert werden, wobei Geldeinkommen für Konsumzwecke angestrebt wird.
  • Finanzlage: bezeichnet die Liquidität des Unternehmens, das heißt die Fähigkeit auch zukünftig an das Unternehmen herangetragenen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ihr Nachweis erfolgt über einen Finanzplan bzw. die Kapitalflussrechnung.

Dem externen Rechnungswesen liegen dabei folgende Rechenwerke zugrunde:

Bilanz

Die Aufstellung der Bilanz erfolgt nach §266 HGB, man unterscheidet:

  • Aktivseite

Sie ist unterteilt in Anlagevermögen, also solche Vermögensgegenstände, die dem Unternehmen längerfristig dienen sollen, bspw. Maschinen oder Gebäude und das Umlaufvermögen, also all die Vermögensgegenstände, die nur kurzzeitig im Unternehmen verbleiben. Hierzu zählen Kassenbestände, Waren auf Lager, die zum Verkauf bestimmt sind oder Forderungen gegenüber Kunden.

  • Passivseite

Auf der Passivseite der Bilanz steht, wo die dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Gelder herkommen. Dabei unterteilt man hier in Eigenkapital, also die finanziellen Mittel, die vom Unternehmen selbst aufgewendet wurden, und in Fremdkapital, also Gelder, die dem Unternehmen extern gewährt wurden. Dies können zum Beispiel Darlehen oder Kredite von Banken und Lieferanten, ebenso wie Rückstellungen sein.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gliederung der GuV ist in §275 HGB festgesetzt und hat zur Aufgabe, die während des Geschäftsjahres erwirtschafteten Erträge den angefallenen Aufwendungen gegenüberzustellen und anhand dessen den Unternehmenserfolg zu ermitteln. Die Gewinn – und Verlustrechnung bildet, gemeinsam mit der Bilanz, den Jahresabschluss.

Kapitalflussrechnung

wird auch als Cashflow-Rechnung oder Geldflussrechnung bezeichnet und dient der Abbildung der Zahlungsströme im Unternehmen. Der Cash-Flow ist dabei die Differenz zwischen dem Saldo der Ein- und Auszahlungen von Geldern oder Finanzmitteln des Unternehmens. Da die Kapitalflussrechnung also zahlungsstromorientiert ausgerichtet ist, ist sie zur Bilanz, sowie Gewinn- und Verlustrechnung, eine sinnvolle Ergänzung im Jahresabschluss.

externes rewe

Aufgaben

Dokumentation

alle geschäftlichen Vorgänge, die innerhalb eines Geschäftsjahres anfallen, sind lückenlos zu dokumentieren. Dazu zählen unter anderem alle Bankkonten, Kassenbücher, Eingangs-, sowie Ausgangsrechnungen oder Kaufverträge. Das Aufzeichnen der Geschäftsvorfälle wird auch Finanzbuchhaltung oder Buchführung genannt. Die Aufzeichnungen dienen der Feststellung von Vermögen und Schulden, der Ermittlung betrieblicher Erfolge, sowie der innerbetrieblichen Kontrolle.

Information

Der Jahresabschluss hat eine Informationsfunktion zu erfüllen. Einerseits sind Adressaten, wie bspw. Fremdkapitalgeber oder Lieferanten an der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens interessiert, ebenso dient der Jahresabschluss aber auch als Bemessungsgrundlage zur Ermittlung der Steuer, demnach hat auch das Finanzamt ein berechtigtes Interesse an der Bereitstellung vollständiger und sachdienlicher Informationen.

Kontrolle

sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Effizienz des Unternehmens, bzw. einzelner Teilbereiche, sind für das Unternehmen von großer Bedeutung. Anhand dieser Zahlen und entsprechender Handlungen kann die Liquidität des Unternehmens auf Dauer sichergestellt werden.

Disposition

die anhand der Aufwendungen und Erträge ermittelten Zahlen sind für das Management aufzubereiten, sie dienen als Grundlage unternehmerischer Entscheidungen, bspw. über künftige Investitionen.

Handelsgesetzbuch

Das Handelsgesetzbuch, kurz auch HGB genannt, ist das wichtigste Instrument der korrekten Rechnungslegung. In ihm festgehalten sind alle wesentlichen Rahmenbedingungen, das heißt alle Rechte und Pflichten, denen ein Kaufmann unterliegt und die er für die Erstellung seines Jahresabschlusses einzuhalten hat.

Dabei wird das HGB unterteilt in fünf Bücher:

  • Buch 1: Handelsstand - Hierin ist geregelt, wer überhaupt Kaufmann im Sinne des HGB ist und welche Pflichten damit verbunden sind.
  • Buch 2: Handelsgesellschaften und stille Gesellschaft - Der zweite Teil des HGB definiert die Rechtformen „offene Handelsgesellschaft“, sowie „Kommanditgesellschaft“.
  • Buch 3: Handelsbücher - Buch 3 beinhaltet den, für den Kaufmann, wichtigsten Teil des Handelsgesetzbuches. In ihm findet er alle relevanten Vorschriften, die er zur Erstellung seines Jahresabschlusses einzuhalten hat. Buch 3 gliedert sich in zwei wesentliche Abschnitte:
    • Erster Abschnitt:enthält Vorschriften für alle Kaufleute, etwa nach welchen Regeln die Buchführung und das Inventar aufgestellt werden müssen.
    • Zweiter Abschnitt: hier sind ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften niedergeschrieben, bspw. wie der Anhang und der Lagebericht zu gliedern sind.
  • Buch 4: Handelsgeschäfte - Hier finden sich detailliertere Vorschriften, insbesondere für Kommissionsgeschäfte, sowie den Handelskauf.
  • Buch 5: Seehandel - Der Seehandel hat eine Sonderrolle im HGB, weil er durch das Völkerrecht, sowie andere internationale Regelungen beeinflusst wird.

Beachte: Je nach Rechtform des betreffenden Unternehmens sind auch das Aktiengesetz (AktG), das Gesetz für Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG), sowie das Publizitätsgesetz (PublG) relevant.

Rechnungslegung nach Rechtsform des Unternehmens

  • Einzelkaufleute / Personengesellschaften

Der Jahresabschluss dieser Rechtsformen besteht aus der Bilanz, sowie einer Gewinn- und Verlustrechnung, kurz auch GuV genannt.

  • Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften haben ihren Jahresabschluss, bestehend aus Bilanz, sowie GuV, zusätzlich um einen Anhang und, je nach Größe der Gesellschaft, um einen Lagebericht zu ergänzen.

Rechnungswesen im Studium

  • Als Modul

es werden die Funktionen des Rechnungswesens, Kenntnisse über handelsrechtliche Ansatz-, sowie Bewertungsvorschriften und die doppelten Buchführung vermittelt. Ziel der Veranstaltung ist, dass die Studierenden konkrete Bilanzierungsprobleme unter Anwendung der handelsrechtlichen Vorschriften selbstständig lösen können.

  • Als Studiengang

das Studium befasst sich mit den Bereichen Rechnungswesen, Controlling und Finanzen. Nach erfolgreichem Abschluss stehen den Absolventen vielfältige Jobs, bspw. im Controlling, als Bilanz- oder Anlagenbuchhalter offen, auch eine Weiterbildung zum Steuerberater oder eine selbstständige Beratertätigkeiten sind mögliche Optionen.


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