Ehrenamtliche Tätigkeiten

Inhaltsübersicht
- Möglichkeiten im Ehrenamt
- Kirche
- Kultur
- Sport
- Sozialer Bereich
- Naturschutz
- Tierschutz
- Warum überhaupt Ehrenamt
„Wer anderen nützen will, findet überall Beschäftigung.“ Leo Tolstoi (1828-1910)
Ehrenamt bedeutet, in seiner Freizeit freiwillig und unentgeltlich Aufgaben zu übernehmen, die dem Gemeinwohl dienen. Die Bereitschaft ein Ehrenamt zu übernehmen reicht in der Menschheitsgeschichte schon weit zurück und ist nicht etwa eine neumoderne Erscheinung. Bereits die alten Griechen und Römer betätigten sich in der Freiwilligenarbeit, etwa indem sie öffentliche Ämter bekleideten.
Auch heute sind viele Menschen bereit in ihrer Freizeit Stunden zu investieren um anderen zu helfen, immerhin 17 Millionen Menschen (Stand 2020). Etwa 21% gehen in Deutschland also einem Ehrenamt nach. Am beliebtesten ist dabei mit ca. 25% die Kinder- und Jugendarbeit, dicht gefolgt von Kirche, Freizeit und Sozialem. Den geringsten Anteil macht, mit 3.1%, politisches Engagement aus. Seit 1986 ist der 05. Dezember der Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements.
Was fasziniert am Ehrenamt und welche Möglichkeiten gibt es sich zu engagieren?
Für viele ist die Motivation einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen, die gute Tat und das Gefühl geholfen zu haben. Dafür spenden sie einen Teil ihrer Freizeit und unterstützen so Menschen oder Projekte, die ihnen wichtig sind. Doch Ehrenamt ist längst nicht nur ein Geben, vielmehr ist es in den meisten Fällen ein Hobby und damit ein Ausgleich zu Beruf und Alltag. Man kann Neues ausprobieren und trifft dabei auf Menschen mit gleichen Interessen, und kann Freundschaften aufbauen, die über die ehrenamtliche Tätigkeit hinausgehen können.
Doch wie soll man bei der Fülle an Möglichkeiten das richtige Ehrenamt finden? Am besten ist, du suchst dir etwas, wofür du dich ehrlich begeistern kannst und wo deine Stärken und Interessen liegen. Arbeitest du zum Beispiel gerne mit Tieren, dann ist das Tierheim, oder ein Tierschutzverein vielleicht das Passende.
Doch auch der Zeitfaktor spielt eine zentrale Rolle, denn wenn du höchstens alle zwei Wochen mal ein Wochenende Gelegenheit findest ehrenamtlich zu helfen, dass sind vielleicht die freiwillige Feuerwehr, oder das technische Hilfswerk nicht unbedingt das Richtige für dich. Oft hilft es im Internet nach lokalen Projekten zu suchen, oder auf der Homepage deiner Stadt zu gucken, um erst einmal einen Überblick zu bekommen. Hast du konkret etwas im Kopf, weißt aber nicht ob helfende Hände gesucht werden, dann lohnt in jedem Fall ein Anruf oder eine Email.
Die folgende Tabelle gibt dir einen groben Überblick über Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren:
Kirche
Wenn du dich für ein Ehrenamt in deiner kirchlichen Gemeinde interessierst, dann stehen dir zahlreiche Möglichkeiten offen und helfende Hände sind dort immer und gerne willkommen. Du könntest dich zum Beispiel beim CVJM engagieren, oder innerhalb der Kinder- und Jugendarbeit Kindergottesdienste, sowie Ferienspaßaktionen planen und begleiten. Auch die Diakonie sucht immer tatkräftige Unterstützung, etwa bei der Kleiderkammer zur Ausgabe von Kleider- und Sachspenden, oder bei der Tafel zur Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige. Vielleicht kannst du dir auch vorstellen bei der Seelsorge zu helfen und Menschen in Trauer zu begleiten.
Kultur
Von Stadtführungen, Touristenführer in Museen, Burgen und Tropfsteinhöhlen oder die Denkmalpflege, Interessierte finden auch hier mit Sicherheit das Richtige. In manchen Städten gibt es speziell für kulturelles Ehrenamt auf der stadteigenen Homepage Ansprechpartner oder eine Übersicht der zur Auswahl stehenden Möglichkeiten.
Sport
Auch aus dem Sport ist das Ehrenamt längst nicht mehr wegzudenken. Gerade für Menschen die selber sportlich aktiv sind, bieten sich hier tolle und sehr abwechslungsreiche Tätigkeiten. Bspw. könntest du als Trainer deines eigenen Lieblingssports arbeiten, oder du wirst Übungs- / Kursleiter einer Kindermannschaft. Meist musst du dafür zunächst einen Lehrgang absolvieren, um einen Trainerschein bzw. die Lizenz und damit die Berechtigung zu erlangen, eine Mannschaft trainieren zu dürfen. Durch spätere Fortbildungen kannst du dein Wissen dann regelmäßig erweitern und bleibst so immer up-to-date.
Sozialer Bereich
Dir liegt es anderen Menschen zu helfen? Hier hast du die Qual der Wahl, denn sowohl in der Pflege, als auch in vielen anderen Bereichen fallen immer Aufgaben an, die von Ehrenamtlichen übernommen werden. Zum Beispiel könntest du Kinder betreuen, ihnen bei den Hausaufgaben helfen, oder Nachbarschaftshilfe anbieten, etwa um Besorgungen zu erledigen. Wenn du keine Scheu hast mit kranken oder beeinträchtigten Menschen zu arbeiten, dann wäre womöglich ein Ehrenamt in einer Pflegeeinrichtung, einem Hospiz oder in einer Behindertenwerkstatt das Richtige für dich.
Auch in der Flüchtlings- oder Obdachlosenhilfe kannst du dich einbringen, oder, falls du Interesse daran hast und bereit bist regelmäßig Lehrgänge und Schulungen zu besuchen, freuen sich auch die örtliche Feuerwehr oder das technische Hilfswerk über Menschen, die Lust haben tatkräftig anzupacken.
Naturschutz
Auch der Naturschutz lebt vom Ehrenamt. Beispielsweise kannst du mithelfen, Park- und Waldflächen, sowie Flüsse und Seen der Umgebung regelmäßig sauber zu halten. Auch Vorträge über den Naturschutz in Schulen und Kindergärten sind denkbar. Darüber hinaus gibt es Organisationen und Projekte, etwa Greenpeace die sich sehr vielfältig für den Naturschutz einsetzen, und das nicht nur in deiner Stadt, sondern oftmals weltweit.
Tierschutz
Dir liegt das Wohl der Tiere sehr am Herzen? Die örtlichen Tierheime können fast immer Unterstützung brauchen. Hunde bspw. freuen sich, wenn sie regelmäßig Gassi geführt werden, die Katzen, wenn man sich Zeit zum spielen und kuscheln nimmt.
Vereinzelt ist auch eine Patenschaft denkbar, so kannst du helfen, dass zum Beispiel Futter- oder Tierarztkosten anteilig übernommen werden und es deinem Paten-Tier auch sonst an nichts fehlt. Oder du stellst dich als Pflegestelle für Kleintiere aus schlechter Haltung zur Verfügung und hilfst bei der Vermittlung in ein artgerechtes Zuhause. Wer sich überregional einbringen möchte, für den lohnt ein Blick bei den verschiedenen, teilweise weltweit agierenden, Tierschutzorganisationen.
Warum überhaupt ein Ehrenamt?
Wer sich selbstlos einsetzt, sei es für Natur, Mensch oder Tier, der sagt damit viel über seine eigene Persönlichkeit aus. Denn nur wer wirklich mit Begeisterung und Überzeugung hinter seiner ehrenamtlichen Tätigkeit steht, wird diese auf lange Sicht ausüben und Freude an ihr haben. Dies macht sich nicht nur in der Bewerbung bzw. im Lebenslauf gut, weil man als verlässlich und verantwortungsbewusst wahrgenommen wird. Vor allem Studenten können darüber hinaus von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit profitieren, da manche Stipendien genau daran anknüpfen. Aber auch unabhängig davon: Helfen steht jedem! Und Helfer werden immer und überall gesucht. Selbst wenn du womöglich noch nicht die entsprechenden Voraussetzungen mitbringst, bspw. einen Trainerschein oder notwendige Lizenzen sowie Fachkundenachweise, vieles davon kann man sich über Lehrgänge und Fortbildungen aneignen. Oftmals werden diese sogar von den Vereinen oder Organisationen selbst angeboten, fragen lohnt also in jedem Fall.
Du hast prinzipiell Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit, weißt aber nicht so wirklich was für dich in Frage kommt? Vielleicht hilft es dir hiermit, eine grobe Vorauswahl zu treffen.
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