Die Angst vor Plagiaten

Die Angst vor Plagiaten

Aktualisiert am 7. Mai 2025.

Inhaltsübersicht

In den letzten Jahren ist das Thema um Plagiate vermehrt in den Vordergrund getreten. Viele Politiker oder andere bekannte Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, sind durch Plagiatsverdachte in den Mittelpunkt der Medien gerückt. Aus diesem Grund haben viele Studierende, ob in Hausarbeiten, Referaten oder Bachelor-und Master-Thesen, Angst vor dem ‚versehentlichen‘ Plagiat. Plagiate entstehen sehr häufig aus Unwissenheit und weniger aus voller Absicht. Man schreibt seine Arbeit, zitiert alle Quellen und doch bleibt immer ein ungutes Gefühl, ob wirklich alles zitiert und mit Quellen belegt ist. Bei jedem Absatz ohne Quellenangaben fragt man sich, ob das wirklich die eigenen Gedanken sind, oder ob man das nicht doch irgendwo gelesen oder gehört hat und deswegen in der Arbeit aufgenommen hat. Oft stellt sich dann die Frage, wie man selbst testen kann, ob die verschiedenen Sätze bereits in einer anderen Text vorkommen. Soll man jeden Satz in Google eingeben oder soll man sich eine Plagiatssoftware anschaffen und den Text darüber prüfen lassen?

Was ist eigentlich ein Plagiat?

Ein Plagiat liegt immer dann vor, wenn bspw. Textpassagen, ganze Absätze oder Gedanken anderer Autoren genutzt werden und als die eigenen Gedanken ausgegeben werden, es also keine korrekte Kennzeichnung der Quelle gibt. Ein Plagiat stellt eine Verletzung gegen das Urheberrecht dar und ist damit natürlich strafbar. Um also eine solche Straftat zu vermeiden, sollte man alles, was aus fremden Gedanken resultiert, mit einer Quelle belegen. Am Ende der Hausarbeit oder Thesis versicherst du dann mit deiner Unterschrift eidesstattlich, dass das Werk dein eigenes ist.

Formen von Plagiaten

Es gibt verschiedene Formen von Plagiaten.

  • Ein Vollplagiat ist die offensichtlichste Form des Plagiats. Ein Vollplagiat liegt vor, wenn du das Werk eines anderen Vollständig übernimmst, oder du deine Arbeit von einer anderen Person anfertigen lässt, sie aber als deine eigene ausgibst. Sogenannte Ghostwriter bieten regelmäßig an, Studierenden ihre Hausarbeiten oder Thesen zu schreiben.
  • Übersetzungsplagiat: Auch wenn du fremdsprachige Texte übersetzt und diese in deiner Arbeit nutzt, musst du die Quelle angeben. Tust du das nicht, handelt es sich um ein sogenanntes Übersetzungsplagiat.
  • Als Ideenplagiat wird das Übernehmen einer Idee bezeichnet, die du dann in deinen eigenen Worten verfasst, ohne dabei auf die Quelle zu verweisen.
  • In einem Strukturplagiat wird die gesamte Struktur einer wissenschaftlichen Arbeit übernommen (die gesamte Gliederung vom Deckblatt bis zum Literaturverzeichnis)
  • und beim Copy-and-paste-Plagiat werden komplette Absätze aus einer fremden Quelle in die eigene Arbeit eingebaut, ohne dabei auf die Quelle zu verweisen.

 

Genaueres zu den verschiedenen Arten von Plagiaten kannst du beispielsweise hier nachschauen.

Plagiate vermeiden

Allgemein solltest du alle Textpassagen, die nicht aus deinen eigenen Gedanken entsprungen sind, mit einer Quelle belegen und lieber ein wenig zu vorsichtig sein. Dann bist du auf der sicheren Seite.

Erste Hilfestellungen schaffen Dokumente von der Universität, in der das wissenschaftliche Schreiben thematisiert wird. Hierin wird das richtige Zitieren erläutert, aber auch viele weitere hilfreiche Tipps zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit gegeben. Häufig hat jeder Fachbereich einen Zitierstil, der dort bevorzugt wird. Ist das nicht der Fall, kannst du einen Zitierstil wählen, den du gut beherrscht und dann im gesamten Dokument anwenden. Bevor du das machst, solltest du aber unbedingt Rücksprache mit deinem Professor oder Dozenten halten, um keine Abzüge zu bekommen.

Wie zitiert man richtig?

Allgemein kann man zwischen direktem und indirektem Zitat unterscheiden:

  • Bei einem direkten Zitat übernimmst du einen kompletten Satz wortwörtlich aus einer Quelle. Dies sollte nicht zu häufig gemacht werden und nur auf solche Sätze beschränkt werden, die besonders relevant oder treffend formuliert sind und von dir nicht besser ausgedrückt werden könnten. Wenn du ein direktes Zitat anwenden möchtest, musst du dieses in Anführungszeichen setzen. Hinter das Zitat wird dann die Quellenangabe gesetzt, welche auch die Seitenzahl enthält, auf der das Zitat gefunden werden kann. Nach dem direkten Zitat solltest du dann in deinem normalen Schreibstil weiterschreiben.
  • In einem indirekten Zitat dagegen gibst du die Gedanken oder Inhalte einer anderen Person oder dessen Werkes in deinen eigenen Worten sinngemäß wieder. Auch hier solltest du natürlich unbedingt auf die Quellenangabe achten.

 

Allgemein ist es wichtig, dass du deine eigenen Gedanken klar von denen anderer abgrenzt, damit auch für deinen Leser – meist dein Professor oder Dozent – klar ersichtlich ist, was Eigen-und was Fremdleistung ist. Wichtig ist, dass du die Zitation über deinen gesamten Text durchziehst und nicht davon abkommst.

Weitere Tipps

Sobald du etwas aus einer Quelle entnimmst, setze die Quelle hinter den betreffenden Satz. Sie muss zunächste noch nicht perfekt formatiert sein, es kann sich auch um einen Link, ein Stichwort, eine Abkürzung des Autors etc. handeln. Es geht einfach darum, dass du am Ende weißt, aus welcher Quelle die Information stammt. Löschen kannst du am Ende immer noch.

Auch für das Literaturverzeichnis empfehlen wir, von Beginn an alle Informationen einzutragen und im Laufe der Arbeit zu ergänzen. Dabei sollte auch die alphabetische Reihenfolge beachtet werden. Das erspart dir später die Arbeit, alle Quellen zu suchen und zuzuordnen und hilft vor allem, später den Überblick zu behalten.

Außerdem gibt es bei Google Scholar die Möglichkeit, die Quellenangaben in deinem gewählten Zitierstil zu kopieren. Dazu gibst du bei Google Scholar den Titel deiner Quelle ein und wählst eine der angezeigten Quellenangaben aus. Hier bitte immer zwei mal checken, ob auch alles korrekt ist, selbst Google fehlen manchmal Informationen und die Quellen sind unvollständig.

Arbeit auf Plagiate überprüfen

Wenn du deine Arbeit am Ende dann doch gerne nach Plagiaten durchsuchen möchtest: Die meisten Plagiate kannst du bereits mit der Google Suche, sowie Google Scholar finden. Es gibt jedoch auch unterschiedliche Programme, die du dir auf deinem Rechner installieren kannst, oder auch Online-Dienste, mit denen du deine Arbeit auf Plagiate prüfen kannst.

An der Uni gibt es darüber hinaus häufig auch Angebote für Studenten. Hier kannst du deine Arbeit abgeben, um sie gegenlesen zu lassen. Dann werden dir nicht nur Ausdruck-und Rechtschreibfehler korrigiert, sondern deine Arbeit meist auch nach Plagiaten untersucht. Manchmal wird diese Leistung kostenlos angeboten. Ist das nicht der Fall, wird aber meist nur eine kleine Gebühr fällig.

Nutze ChatGPT zu deinem Vorteil

Vielleicht hat dich ChatGPT ein bisschen nachlässig oder selbstzufrieden gemacht – aber es gibt richtig gute Wege, dieses KI-Tool zu nutzen, um die Qualität deiner Arbeit zu verbessern und – ganz wichtig – Zeit zu sparen, indem du wiederkehrende Aufgaben automatisierst.

Ein Beispiel dafür ist die Plagiatsprüfung. Beim Schreiben einer Haus- oder Abschlussarbeit kann es ganz schön schwer sein, bei all den Quellen den Überblick zu behalten. Oder du vergisst nach vielen Überarbeitungen einfach, ein paar Quellen nochmal zu checken. Genau hier kann dir ChatGPT echt den Hintern retten.

Wenn du dir bei einer bestimmten Zahl oder Statistik nicht sicher bist, frag ChatGPT einfach, ob es dir helfen kann, sie im Internet zu finden! Du kannst das auch für eine komplette Quellenliste machen – oder Infos gegenchecken, bei denen du nicht ganz sicher bist. Aber Achtung: ChatGPT kann nur auf öffentlich zugängliche Infos im Netz zugreifen, deshalb gibt’s hier definitiv Grenzen.

 

Schreibst du neben Hausarbeiten auch noch Klausuren? Dann schau doch mal bei Studydrive vorbei.

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