Agrarwissenschaften studieren

Agrarwissenschaften studieren

Inhaltsübersicht

Im Studium der Agrarwissenschaften beschäftigst du dich nicht nur mit landwirtschaftlichen Prozessen, sondern auch mit dessen Bedingungen und Hintergründen. Unter anderem gehören dazu die Produktion von Lebensmitteln für Menschen und Tieren und der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen, sowie der Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es hierbei, Lebensmittel umweltschonend und effizient anzubauen und herzustellen. Hierbei arbeitest du vor allem interdisziplinär. Du lernst also nicht nur die agrarwissenschaftliche Seite, sondern betrachtest auch ökonomische, technische, biologische und sozialwissenschaftliche Sichtweisen und beziehst diese mit ein.

Studieninhalte und Aufbau des Studiums

Im Studium der Agrarwissenschaften beschäftigst du dich zunächst hauptsächlich mit naturwissenschaftlichen Fächern. Hierbei erlernst du unter anderem auch chemische und physikalische Eigenschaften von verschiedenen Rohstoffen. Dabei erhältst du außerdem sozialwissenschaftliche Einblicke in gesellschaftliche Aspekte und lernst diese miteinander kombiniert ein- und umzusetzen. Hierbei werden dir auch verschiedene Veranstaltungen zu gesellschaftlichen Aspekten der Ernährung von Menschen und Tieren nahegebracht.
Man kann also sagen, dass du dich im Agrarwissenschaftenstudium besonders fünf Bereichen zuwendest. Diese sind natürlich die Pflanzenwissenschaften, Nutztierwissenschaften, Agrarökonomie und Natur- und Ingenieurswissenschaften, aber eben auch dem sozialen und gesellschaftlichen Aspekt des Ganzen.

Pflanzenwissenschaften:

Im Bereich der Pflanzenwissenschaften beschäftigst du dich mit der Züchtung von Pflanzen hin zu mehr Effizienz. Dazu gehören auch Insektenkunde und Gartenbau als wichtige Grundlagen. Dabei lernst du nicht nur verschiedene Pflanzenarten kennen, sondern befasst dich auch mit größeren Zusammenhängen, wie dem Klimawandel, der Biodiversität und der gesamten Balance des Ökosystems.

Nutztierwissenschaften:

In den Nutztierwissenschaften beschäftigst du dich mit verschiedenen Bereichen der Züchtung von Tieren für die Nahrungsmittelproduktion. Du lernst, wie die unterschiedlichen Körper der Nutztiere aufgebaut sind und darüber hinaus natürlich auch grundlegende tiermedizinische Eckpunkte kennen. Tierhaltung und Tierernährung stehen darüber hinaus natürlich auch auf dem Lehrplan.

Agrarökonomie:

Die Agrarökonomie meint sowohl die betriebswirtschaftlichen als auch soziologischen Prozesse, die mit der Landwirtschaft und der Ökologie in Zusammenhang stehen.

Natur- und Ingenieurswissenschaften

In den Natur- und Ingenieurswissenschaften betrachtest du alle technischen Aspekte, die mit der Lebensmittelproduktion verbunden sind. Dazu gehört es, Bodenproben zu nehmen und auszuwerten, aber auch zu verstehen, wie landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge funktionieren.

Der Bachelorstudiengang beginnt in der Regel im Wintersemester und die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester, also drei Jahre. Im Studium werden sowohl theoretische Inhalte gelehrt, beinhaltet aber ebenso praktische Abschnitte, in denen du im Labor arbeitest, oder ein Praktikum absolvierst. Darüber hinaus wirst du natürlich auch Referate und andere Vorträge halten, sowie Seminararbeiten und Hausarbeiten schreiben müssen. Mit dem erfolgreichen Abschluss hast du den akademischen Grad des Bachelor of Science (B.Sc.) erworben.

Nach dem Bachelor-Abschluss kannst du dein Wissen weiter vertiefen, indem du das Masterstudium anschließt. Das Masterstudium nimmt in der Regel 4 Semester in Anspruch und dient der Vertiefung der bereits im Bachelorstudium erlernten Inhalte. Im Master kannst du dich außerdem auf spezifische Themengebiete spezialisieren und damit deinen späteren Berufsweg spezifizieren. Nach dem Abschluss des Masterstudiums hast du den akademischen Grad des Master of Science (M.Sc.) erreicht.

Sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium ist ein Auslandssemester möglich. Dazu solltest du dich bei deiner Fachschaft oder bei der Studienberatung deiner Hochschule informieren. Diese weiß genau, in welchen Ländern ein Auslandsstudium möglich ist.

Anforderungen und Bewerbungsverfahren

Um Agrarwissenschaften studieren zu können, benötigst du, wie bei den meisten anderen Studiengängen auch, entweder die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur oder Fachabitur).

An einigen Hochschulen ist der Zugang zur Zulassung durch einen Numerus Clausus zusätzlich begrenzt. Dabei wird auf deine Abiturnote geschaut. Der Numerus Clausus begrenzt die Bewerberanzahl aufgrund des Notendurchschnitts im Abiturzeugnis. Liegt der Numerus Clausus beispielsweise bei 2,5 und du hast in deinem Abitur einen Notenschnitt von 2,1, dann wirst du im Bewerbungsverfahren aufgenommen. Liegt dein Notenschnitt aber über 2,5, also etwa bei 2,7, dann wirst du vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen. An den meisten Universitäten in Deutschland, kannst du aber ohne NC (Numerus Clausus) am Bewerbungsverfahren teilnehmen und wirst auch in der Regel genommen, weil nur in seltenen Fällen die Studierendenanzahl begrenzt ist.

Ein wichtiges Kriterium für die Zulassung zum Agrarwissenschaftenstudium kann außerdem ein Vorpraktikum sein. Dabei variiert die Dauer des Praktikums je nach Hochschule. Du solltest dich also bereits vor deiner Bewerbung bei den jeweiligen Hochschulen informieren.

An der Christian-Albrechts-Universität Kiel etwa wird ein dreimonatiges Betriebspraktikum vor Studium erwartet und an der Universität Hohenheim sogar ein 8-wöchiges Praktikum, welches auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ausgeübt wurde.

Berufsperspektiven und Karrierechancen

Der berufliche Alltag nach dem Studium ist vor allem praktisch orientiert und ist durch einen direkten Kontakt und Umgang mit Tieren und Pflanzen gekennzeichnet. Agrarwissenschaftler arbeiten nicht nur in der Entwicklung und im Vertrieb, sondern vor allem auch im Bereich der Beratung und der

Forschung. Potenzielle Arbeitgeber können daher also öffentliche Stellen sein, aber auch diverse Unternehmen, die mit dem Pflanzenbau und der Landwirtschaft sowie der Produktion von Nahrungs- und Genussmitteln und Tierfutter zu tun haben. Auch in Umweltverbänden und internationalen Organisationen sind häufig Stellen zu besetzen, bei denen du dann den Aufbau einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft in Entwicklungsländern unterstützt oder an verschiedenen Projekten zur ökologisch verträglichen Nahrungsmittelproduktion mitarbeitest.

Neben der Position als Arbeitnehmer legitimiert dich der Abschluss eines Studiums der Agrarwissenschaften außerdem, selbst einen eignen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen und zu leiten. Man kann sich gut vorstellen, dass die Verdienstmöglichkeiten nach dem Studium stark variieren können, je nachdem für welchen Weg man sich letztendlich entscheidet. Entscheidet man sich für den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb müssen je nach Begebenheiten erst einmal selbst eine gewisse Summe in die Hand genommen werden, um sich den Grundstein zu legen, bevor etwas Erwirtschaftet werden kann. Das ist natürlich ganz anders, wenn du in einem bestehenden Unternehmen als Arbeitnehmer angestellt wirst. Mit dem Abschluss des Masterstudiums in Agrarwissenschaften kannst du in der freien Wirtschaft etwa zwischen 3.600€ und 4.000€ brutto im Monat verdienen (Studydrive, 2021). In der freien Wirtschaft verdienst du allerdings, wie in den meisten anderen Bereichen auch, am meisten. Verschlägt es dich eher in die Forschung an der Universität, wirst du vielleicht promovieren und erstmal nicht so viel Geld verdienen. Mit einer Promotion hast du aber dafür später die Möglichkeit, selbst eine Arbeitsgruppe leiten zu können oder zu habilitieren. Mit der Habilitation dann kannst du als Professor an einer Hochschule arbeiten. Dann gibst du selbst Vorlesungen und forschst selbst an Themen, die dich interessieren.


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