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Was versteht man unter Theorie, Hypothese und Erklärung? 

- Eine Theorie kann als eine gedankliche Vorstellung beschrieben werden, um Phänomene der Realität zu beschreiben und zu erklären. Sie besteht aus Gesetzesaussagen (mindestens eine), die geordnet vorliegen 

-Eine Hypothese ist eine theoretisch fundierte Vermutung über einen Zusammenhang in der Realität

-Erklärungen sind ein Aussagengebäude, das Theorien und Beschreibungen verwendet, um zu beantworten, warum ein bestimmter Sachverhalt so ist wie er ist

Was ist Meta-Wissenschaft?

Meta-Wissenschaft ist die „Betrachtung dessen, was Wissenschaft ist und sein könnte“ 

Erkläre die Korrespondenz Theorie

vertritt die Auffassung bezüglich der Wahrheit, dass Wahrheit in der Übereinstimmung zwischen einer Vorstellung oder einem Urteil und der Wirklichkeit (bzw. deren vorgestelltem Teil) besteht. Das entspricht der intuitiven Vorstellung, dass eine wahre Aussage dadurch charakterisiert sei, dass sie mit den Fakten übereinstimmt

Erläutern Sie die wesentlichen Merkmale des kritischen Realismus 

  • Realität existiert unabhängig von uns. Erkenntnis der Realität ist prinzipiell möglich, aber nicht direkt, sonder geleitet von Vorannahmen, Beobachtungsinstrumenten etc.
  • Deduktion statt induktion
  • Theoriebegriff: System von allgemeinen, gesetzesartigen Hypothesen (die Mechanismen benennen) mit Bezug zu einem spezifischen Gegenstandsbereich
  • Kritische Prüfung und Falsifikation von Theorien statt Verifikation


Stelle die Systematik der Wissenschaft dar!

-> Wissenschaft als Tätigkeit (systematisches Gewinnung von Erkenntnis, um Vorrat an Wissen zu vergrößern. Beschreiben, erklären, ggf. kritisieren)

-> Wissenschaft als Institution (aus Menschen und Objekten bestehendes System, das Erkenntnisse gewinnt)

-> Wissenschaft als Ergebnis der Tätigkeit (Gesamtheit an Erkenntnissen über ein Gegenstandsbereich)

Was versteht man unter deskriptiven, explikativen und technischen Aussagen? Geben Sie

jeweils ein Beispiel, das einen Bezug zum Käuferverhalten hat

- Deskriptive Aussagen sind wahrheitsfähige, beschreibende Aussagen, die aus Beobachtungen

resultieren.

Beispiel: In der Mitte eines Regals (Sichthöhe) platzierte Produkte werden häufiger gekauft als

solche, die in der Bück-oder Streckzone des Regals platziert sind.

- Explikative Aussagen sind wahrheitsfähige, erklärende Aussage.

Beispiel: Menschen neigen zu Bequemlichkeit und greifen daher zu den naheliegenden bzw.

nahestehenden Produkten.

- Technische Aussagen sind wahrheitsfähige Aussagen über Mittel (Maßnahmen), die sich zur

Zielerreichung eignen.

Beispiel: Produkte, deren Absatz man fördern möchte, sollten in der Mitte eines Regals

(Sichthöhe) platziert werden.

Nenne Merkmale von Nominaldefinitionen

->Eine Definition kann nicht wahr oder falsch sein

-> Eine Definition hat keinen Selbstzweck, sondern soll den betrachteten Gegenstand für die weitere Arbeit abgrenzen

-> Eine Definition kann niemals vollständig sein

Beschreiben Sie die Gütekriterien Allgemeinheit und Informationsgehalt einer Theorie

- Die Allgemeinheit einer Theorie: Eine Theorie ist umso allgemeiner, je weniger sie in raum-zeitlicher Hinsicht eingeschränkt ist.

-Der Informationsgehalt (Prüfbarkeit, Bewährbarkeit, Widerlegbarkeit) einer Wenn-Dann-Aussage steigt mit

-> zunehmender Allgemeinheit der Wenn-Komponente und

-> mit zunehmender Präzision der Dann-Komponente.

-> Zugleich steigt damit auch die Falsifizierbarkeit

Beschreiben Sie die Methoden der Deduktion und der Induktion

- Deduktion: Die Deduktion ist eine Art der Schlussfolgerung, die vom Allgemeinen auf das Besondere schließt. Es werden Hypothesen aus Theorien abgeleitet. Die Erklärung einer Tatsache erfolgt als logische Ableitung aus anderen Tatsachen und übergeordneten

Gesetzen. Aus Gesetz (nomologische Hypothese) G und Antezendenzbedingung A (auch: Initial- oder Randbedingung) folgt die gesuchte Aussage über den Sachverhalt S.

- Induktion: Als Induktion wird eine Art des Schlussfolgerns bezeichnet, die vom Besonderen auf das Allgemeine schließt. Theorien lassen sich dadurch nicht herleiten.

Aus Beobachtung von Einzelfällen werden „Gesetze“ abgeleitet. Aus dem Sachverhalt S und der Antezendenzbedingung A folgt das „Gesetz“ G.

Vergleichen Sie den Rationalismus mit dem Empirismus.

Rationalismus: Form und Inhalt aller Erkenntnis beruhen nicht auf sinnlicher Erfahrung, sondern auf Verstand und Vernunft (Deduktion).

Die Deduktion ist eine Schlussfolgerung, die vom Allgemeinen auf das Besondere schließt. Es werden Hypothesen aus allgemeinen Theorien abgeleitet (Hempel-Oppenheim-Schema).

Empirismus: Die sinnliche Wahrnehmung (Erfahrung) ist die alleinige, zumindest aber die wichtigste Quelle menschlicher Erkenntnis. Theorien lassen sich dadurch nicht herleiten. Die Induktion eine Schlussfolgerung, die vom Besonderen auf das Allgemeine schließt.

Benötigen technische Aussagen nomologische Hypothesen als Voraussetzung?

Diskutieren Sie die Positionen des originären und des derivativen Technikverständnisses

Originäres Technikverständnis

− keine nomologischen Hypothesen als Voraussetzung

− eigenständige technologische Handlungsregeln

− Schlussfolgerungen, die kraft „praktischer“ Rationalität in die Erzeugung von

„plausiblen“ Argumentationsketten eingehen

Derivatives Technikverständnis

− nomologische Hypothesen als Voraussetzung

− technologische Handlungsregeln lassen sich aus nomologischen Hypothesen ableiten


Das originäre Technikverständnis stellt Schlussfolgerungen und eigenständige

Handlungsregeln dar, die Kraft praktischer Rationalität in die Erzeugung von plausiblen

Argumentationsketten eingehen. Nomologische Hypothesen gelten nicht als Voraussetzung

für diese Art des Technikverständnisses, während das derivative Technikverständnis auf

nomologischen Hypothesen beruht. Handlungsregeln werden aus nomologischen Hypothesen hergeleitet.

Problem: Gute Theorien (siehe Gütekriterien) sind zu allgemein und geben keine Hinweise auf

„Spezial“fälle. Hier können Alltags“theorien“ (Wurmperspektive) weiterhelfen. Das derivative

Technikverständnis hilft aber, zu strukturieren und systematisieren (Vogelperspektive).

Diskutieren Sie die Aussage von Mahrt (2015): „Während an vielen Stellen Begeisterung

für neue, datenorientierte Forschungsmöglichkeiten zu hören ist, befürchten andere ein ‚Ende

der Theorie

  • Die Äußerung bezieht sich auf die unterschiedlichen Reaktionen zu Big-Data innerhalb der Sozialwissenschaften.
  • Die Äußerung stellt datenorientierte Forschungsmöglichkeiten und theoriegeleitete Forschung gegenüber bzw. als Gegenpole dar. Datenorientierte Forschung wird hier als explorative und nicht als hypothesengeleitet verstanden.
  • Die Gegenüberstellung könnte verstanden werden als Vergleich erkenntnistheoretischer Grundpositionen wie dem Empirismus (Induktion) und dem (kritischen) Rationalismus (Deduktion), dem das Ende durch eine starke Datenorientierung vorhergesagt wird.
  • Es kann in Frage gestellt werden, ob es sich hierbei um Gegenpole handein muss. Zum Beispiel kann in Frage gestellt werden, warum bezüglich der Zusammenhänge in großen Datensätze nicht theoriegeleitete Hypothesen überprüft werden können.
  • Ebenfalls zu beachten ist, dass häufig auch bei Forschungsarbeiten, bei denen versucht wird in sehr großen Datenmengen (Big-Data) Muster zu erkennen, a priori Vermutungen über Zusammenhänge bestehen.
  • Zudem können Big-Data-Studien auch zur Theorienentwicklung genutzt werden.

Wann ist eine Hypothese gut? 

…wenn sie falsifizierbar sind 

Nenne die mikroökonomischen Ansätze der Neoklassik 

- nutzenmaximierendes Verhalten 

- perfektes rationales Verhalten

- unendlich große Reaktionsgeschwindigkeit 

Nenne die Ansätze der neuen Institutionenökonomik 

Menschen handeln nicht immer so wie es das mikroökonomische Standardmodell es vorgibt 

(Begrenzte Rationalität, opportunistisches Verhalten, individuelle Nutzenmaximierung)