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Soziale Kognition

Art und Weise, in welcher der Mensch über sich selbst und seine soziale Welt nachdenkt.

Art und Weise, in der er soziale Informationen selektiert, interpretiert, abspeichert und einsetzt.

Das Schema

Die Schemata

Mentale Strukturen, die Menschen nutzen, um ihr Wissen über die Welt, die soziale Welt oder auch über sich selbst in Themen oder Kategorien zu organisieren.

Hindsight-Bias (Rückschau-Fehler)

Automatische Schema-Aktivierung tritt an die Stelle tatsächlicher Informationen. Beim Erinnern ist daher nicht mehr klar entscheidbar, ob die Information in der Situation enthalten war oder nicht.

Skript

Informationscluster, die sich auf zeitliche Abläufe beziehen.


Beispiel: Man geht automatisch in einem Fast-Food Restaurant an die Kasse und bestellt.

Schemakonsistenz

Schemakonsistenz bezieht sich auf die Übereinstimmung neuer Informationen mit bestehenden mentalen Schemata, also mit unserem vorhandenen Wissen und unseren Erwartungen.


Beispiel: Ein Kind hatte immer strenge Lehrkräfte und die nächste Lehrkraft ist auch streng, dann ist es Schemakonsistent.

Stereotypen

Schemata, die sich auf die Mitglieder einer sozialen Gruppe beziehen (z.B.: Studentenverbindungen, Geschlechter, ethnische Herkunft).

Korsakow-Syndrom

Patienten verlieren die Fähigkeit, neue Gedächtnisspeicher (memories) anzulegen.

→ Sie begegnen jeder Situation ohne Schemata / als wären sie zum ersten mal damit konfrontiert.

Zugänglichkeit

Zugänglichkeit von Schemata: Informationen werden gleichzeitig aktiviert, dann stärkt das die Verbindung von diesen beiden Informationen.

Priming

Der Prozess, bei dem vorhergehende Erfahrungen die Zugänglichkeit eines Schemas, einer Persönlichkeitseigenschaft oder eines Konzeptes erhöhen.


Beispiel: Vor der Begegnung mit einer unbekannten Person Informationen über diese erhalten.

Perseveranzeffekt

Der Umstand, dass Überzeugungen über sich selbst und über die soziale Welt fortbestehen, selbst wenn die Grundlagen für diese Annahmen widerlegt worden sind (z.B.: Vorurteile bestehen, auch wenn diese widerlegt wurden).

Selbsterfüllende Prophezeiung

Als selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnet man den Vorgang, bei dem die Erwartungen, die eine Person über eine andere hat, ihr Verhalten dem anderen gegenüber beeinflussen, woraufhin der andere sich konform zu den ursprünglichen Erwartungen verhält und damit die Erwartungen erfüllt.


Beispiel: Mädchen und Jungen werden unterschiedliche Fähigkeiten aufgrund ihrer Sozialisierung zugeschrieben. Bspw. Jungs sind gut in Mathe, Mädchen gut in Deutsch. Sie zeigen im Nachhinein bessere Leistungen in den zugeschriebenen Bereichen.

Kulturelle Determinanten von Schemata

Die Schemata, die uns unsere Kultur lehrt, haben Einfluss darauf, was uns in der Welt auffällt und woran wir uns erinnern.

Urteilheuristiken

Mentale Abkürzungen, mit denen sich Urteile schnell und effizient bilden lassen.

→ Können zu Fehlurteilen führen.


--> Verfügbarkeitsheurisitk und Repräsentativitätsheuristik

Verfügbarkeitsheuristik

Bezeichnet man eine mentale Daumenregel, mit deren Hilfe Menschen aufgrund dessen ein Urteil fällen, wie leicht sie etwas aus dem Gedächtnis abrufen können.


Repräsentativitätsheuristik

Mentale Abkürzung, über die wir etwas danach einordnen, wie ähnlich es einem Prototypen ist.


Beispiel: Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Brian aus Kalifornien kommt, weil er braune Haut hat, das Meer mag und gerne surfen geht.

Basis-Rate

Der relative Anteil von Mitgliedern verschiedener Gruppen in einer gegebenen Bevölkerung (Anteil von New Yorker Studierenden an staatlichen New Yorker Universitäten)


Beispiel: Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Brian aus New York kommt, wenn er dort studiert.

Automatisches Denken (unbewusstes Denken)

Läuft unbewusst, nicht zielgerichtet, unwillkürlich und mühelos. Ein Großteil des menschlichen Denkens läuft außerhalb des Bewusstseins ab.

Kontrolliertes Denken (bewusstes Handeln)

Definiert als bewusstes, zielgerichtetes, willentliches und aufwändiges Denken. Es kann nur über eine Sache gleichzeitig bewusst nachgedacht werden.

Kontrafaktisches Handeln

Bei negativen Erfahrungen reflektieren Menschen die Sachlage langsamer und bewusster.


Beispiel: Je leichter es ist, ein Ereignis mental zu revidieren, desto stärker fällt die emotionale Reaktion darauf aus. Bei nicht-bestehen bei einer Klausur: “Boah hätte ich nur diese zwei Aufgaben richtig gehabt…”

Gedankenunterdrückung

Beim Unterdrücken von Gedanken wird versucht, die Gedanken an etwas zu vermeiden, was wir lieber vergessen würden.

 

Monitor (der automatische Teil des Systems) sucht nach Hinweisen, dass der zu verdrängender Gedanke gleich ins Bewusstsein vordringen wird.

 

Nach der Identifizierung des ungewollten Gedankens kommt der Operator, der aufwändige, bewusste Versuch, sich abzulenken, indem man sich ein anderes Thema sucht.

Subjektive Sicherheit

Subjektive Sicherheit bezeichnet den Umstand, dass die meisten Menschen sich zu sehr auf die Richtigkeit ihrer eigenen Urteile verlassen.

Barnum-Effekt

Die Repräsentativitätsheuristik erklärt hier, dass die Aussagen vage genug sind, dass sie für alle VPN eine Situation haben, die sie kennen.


Beispiel: Text mit Donald, der unterschiedliche Charakteristiken hatte und man hätte die Person als positiv und negativ einschätzen können.

Cocktailparty-Effekt

Das unbewusste Denken nimmt uns einiges an Entscheidungen ab, die wir sonst alle einzeln und aufwendig abwägen müssten.


Beispiel: Auf einer Party kann man seinen Namen in einem anderen Gespräch mitbekommen, weil man diese Gespräche unterbewusst mithört.

Kognitive Überlastung

Gedanken können nicht unterdrückt werden (z.B.. wenn man müde oder überlastet ist).

Mentale Kontamination

Verzerrungen in unserem Denken, die im Alltagsleben allgegenwärtig sind. --> Mensch als Mängelwissenschaftler: brillanter Denker, der versucht, das Wesen der sozialen Welt logisch zu begreifen, was ihm aber nicht immer ganz gelingt.


Oft ist der Mensch blind für Wahrheiten, die nicht zu seinen Schemata passen, und manchmal behandelt er andere Menschen so, dass sich dadurch seine Schemata bewahrheiten.