Durchschnittlicher Fortschritt
Gewusst0
Nicht gewusst0
Noch nicht gestartet144

Empfohlene Karteikarten-Sets

Karteikarten im Karteikarten-Set

Noch nicht gestartet (144)

normativ

  • Produktionsanleitung für Dichter/innen
  • bevor ein Gedicht geschrieben wird
  • Regeln



-> Technik der Ausschmückung der Rede, um bestimmte Ziele zu erreichen:


-> erfreuen (Gefühl) delectare


-> überzeugen und bewegen (Herz) movere


-> belehren (Verstand) docere





deskriptiv

  • Beschreibung
  • Analyse
  • Rhetorik (z.B. Metaphern)
  • geschieht nachdem ein Gedicht geschrieben wurde

Tropus (Definition)

= Redeschmuck in einem einzelnen Wort


  • ornatus in verbis singulis
  • "Austausch" eines Wortes
  • Ausdruck wird ersetzt durch einen anderen, umschrieben (nicht wortwörtlich gemeint)






Tropen

  • Metapher
  • Personifikation/Anthropomorphisierung
  • Metonymie
  • Synekdoche
  • Allegorie

Figur (Definition)

= mehrere Worte/Verbindungen von Worten


  • ornatus in verbis coniunctis
  • Verknüpfung von Wörtern oder Wortgruppen

Figur

  • Figuren der Wiederholung
  • Figuren der Aufzählung
  • Figuren der Auslassung
  • Figuren der Entgegensetzung
  • Figuren der Umstellung

Genera dicendi (Stilebenen)

  • genus humile (niedriger Stil)
  • genus medium o. mediocre (mittlerer Stil)
  • genus grande o. sublime (gehobener Stil)

Tropen: Metonymie

  • Umbenennung -> dabei kommen beide Wörter aus demselben Themenbereich und stehen in einer realen Beziehung zueinander

Tropen: Synekdoche

  • pars pro toto: ein Teil steht für das Ganze



-> Beispiel: solange Du unter meinem Dach lebst






  • totum pro parte: Das Ganze steht für einen Teil



-> Beispiel: Deutschland ist Weltmeister

Tropen: Allegorie

  • eine fortgesetzte Metapher
  • oft in Form einer Metaphorisierung eines ganzen Textes



-> Beispiel: Herr der Ringe = Allegorie der Freundschaft

Figuren der Wiederholung: Alliteration

Mehrere Worte in einem Satz haben den gleichen Anfangsbuchstaben


z.B. Milch macht müde Männer munter.


Oder


z.B. Mann und Maus

Figuren der Wiederholung: Geminatio

- unmittelbare aufeinander folgende Wiederholung


- doppelsetzung eines Wortes am Anfang, in der Mitte o. am Ende eines Satzes


z.B. Niemals, niemals Verlass' ich dich!

Figuren der Wiederholung: Epipher

Wiederholung eines Wortes jeweils am Ende eines Satzes

Figuren der Wiederholung: Epanalepse

- Wiederholung eines Wortes o. einer Wortgruppe mit etwas Abstand


z.B. und atmete lang und atmete tief.

Figuren der Wiederholung: Anapher

Wiederholung eines Wortes (o. Wortgruppe) jeweils zu Anfang eines Satzes o. Eines Gedankenabschnittes

Figuren der Aufzählung: Asyndeton

- unverbundene Aneinanderreihung von grammatisch und inhaltlich gleichgestellten Satzgliedern


- nötige Kunjunktionen werden ausgelassen


-> z.B. Alles rennet, rettet, flüchtet (Schiller)

Figuren der Aufzählung: Polysyndeton

- gleichartige Satzglieder (Einzelwörtern, Wortgruppen, Satzteile) wurden durch gleiche Konjunktionen reihend verbunden


-> z.B. Und es wallet und siedet und brauset und zischt.

Figuren der Aufzählung: Klimax


- Steigerung


- reihend und sich steigernde Anordnung (mind. Dreier) syntaktisch äquivalenter Satzglieder


-> z.B. veni, vidi, vici (Caesar)

Figuren der Aufzählung: Antiklimax

- die wortreihe fällt inhaltlich erkennbar ab


-> z.B. Es waren Könige, Edelleute und das gemeine Volk geladen

Figuren der Auslassung: Ellipse

- Auslassung wichtiger Satzteile


- meist wird das Prädikat ausgelassen

Figuren der Auslassung: Aposiopese

- Sonderform der Ellipse


- "verstummen": das wichtigste wird (am Ende eines Satzes) nicht ausgesprochen


-> z.B. Der kann mich mal..

Figuren der Auslassung: Praeteritio

- hier tut man so als wolle man etwas verschweigen, durch das Verschweigen, spricht man es aber doch an


-> z.B. Reden wir nicht davon

Figuren der Entgegensetzung: Antithese

- Gegensätze werden gegenübergestellt, oft in Form des Parallelismus oder Chiasmus


-> z.B. oben-unten/hell-dunkel

Figuren der Umstellung: Enallage

- die übliche Satzgliedstellung wird verändert


- Umstellung/Verschiebung der logischen Wortbeziehungen

Figuren der Umstellung: Inversion

- die übliche Satzgliedstellung wird verändert


- Umstellung der üblichen syntaktischen Folge

Fiktionalitätspakt

Man akzeptiert als Leser, dass das Werk fiktiv ist

Literarizität

Texte, die die Eigenschaft haben literarisch zu sein

Poetizität

Poetische Texte=Untergruppe


= eine besondere Art der Sprache


-> von der Alltagssprache abweichend


-> keine konkrete Informationsvermittlung

Historizität

Historische Merkmale einer Epoche werden in einem Text sichtbar

Epochen

Literatur ist in Epochen gegliedert -> 2 Arten


1. historisch= Einteilung in Epochen


2. Gattungen= systematische Eingliederung

Wichtige Nachschlagwerke

- Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft


- Kindlers Literaturlexikon


- Killy Literaturlexikon


- historisches Wörterbuch der Rhetorik

Einbändiges Handlexikon

Metzler Lexikon Literatur

Fachdatenbanken

BDSL


MLA


Germanistik

Unterscheidung von Textanalyse und Textinterpretation



Analyse

Objektive Beschreibung dessen, was da ist


- Inhalt, Sprache, Form

Unterscheidung von Textanalyse und Textinterpretation


Interpretation

Texte im Hinblick auf bestimmte Aspekte hin zu deuten



-> Ziel: ist es, die Ergebnisse der Analyse in einen größeren Zusammenhang zu stellen

Ausgabentypen


Leseausgabe

- für großen Leserkreis produziert


- keine Originale historische Textgestalt


- Orthographie wurde normalisiert

Ausgabentypen


Studienausgabe

- Anhang mit Informationen zur Druck-, Entstehungs-, und Wirkungsgeschichte


- Informationen zum Autor


- Kommentarteil


- Zusammenfassung der Forschungsergebnisse


- Hinweise zur weiterführenden Literatur


- aber: Texte sind nicht authentisch

Historisch-kritische Ausgabe (HKA)

Historisch: Rekonstruktion der Textgenese (Entstehung, Entwicklung, Veränderung)


Kritisch: alle Textträger/Varianten/Abweichungen werden kritisch betrachtet



- zeichnet die Entstehungsgeschichte eines Textes nach


- Ziel: Rekonstruktion eines authentischen Textes

Historisch-kritische Ausgabe



Bestandteile

- Auflistung sämtlicher Textträger/Textzeugen


- Korrekturfahnen


- Aufzeichnungen (Ton, Bild. Text)


- Nachweis der Abweichungen/Varianten -> textkritischer Apparat : Dokumentation der Abweichungen


Autorisation: autorisierter bzw. Authentischer Text

Alle Handschriften eines Werkes, an deren Herstellung der Autor mitgewirkt hat oder die in seinem Auftrag hergestellt wurden

Digitale Ausgabe

Nur digital verfügbar (E-Book, e- Paper)

Textdatenbanken

Sammeln viele Texte mehrerer Autoren

Hybridausgaben

Teilweise Buchform, teilweise online

Herausgebertypen

  • Text- Editor

ist ein Herausgeber von Primärliteratur

Herausgebertypen

  • Sammelband-Editor

ist ein Herausgeber von Sekundärliteratur

Lyrisches Ich

fiktive Person, die im Gedicht spricht und von Erlebnissen und Gefühlen berichtet


-> NICHT der Autor

Sprecherinstanz

?

Apostrophierung

  • kommt am häufigsten in Gedicht und Dramen vor


-> Bsp.: HERR:

Versfuß

  • ist der kleinste und als sich wiederholendes Element erkennbare Teil eines Verses
  • besteht aus betonten und unbetonten Senkungen

Vers

  • ein Vers ist die einzelne Zeile eines Gedichts

Strophe

  • ein Gedichtabschnitt, der in der Regel aus mehreren Versen besteht

Gedicht

  • sprachliches Kunstwerk in Versen, Reimen oder einem bestimmten Rhythmus

Vers-Zäsur

  • eine Unterbrechung, eine kurze (Sprech-)Pause innerhalb eines Verses

-> bsp.: Du siehst, wohin du siehst,/ nur Eitelkeit auf Erden

Tonbeugung

  • wenn die natürliche Betonung eines Wortes bzw. der Silbe eines Wortes nicht mit dem ansonsten vorherrschenden Versmaß (Metrum) des Gedichtes übereinstimmt

Reimformen


reiner Reim

  • Lautfolge stimmt genau überein

-> bsp.: leben:geben

Reimformen


unreiner Reim

  • Lautfolge stimmt nur annährend überein

-> bsp.: Ach neige/du schmerzensreiche

Reimformen


Alliteration bzw. Stabreim

  • bezieht sich nur auf Silben (Konsonante und Vokale) im Wortlaut

-> bsp.: Mann und Maus => Gleichklang der Anlaute

Reimformen


Assonanz

  • partielle Übereinstimmung (Reimung) der Vokale zweier (oder mehrerer) benachbarten Wörter in einem Text

-> bsp.: Buch/Wut; Land/ganz

  • also ein unvollständiger Reim
  • Vokale sind identisch, doch die Konsonanten sind verschieden

-> bsp.: Rat und Tat

  • wichtig für die Stimmung im Gedicht

Reimformen


Konsonanz

  • Form eines unvollständigen Reims
  • Konsonanten sind identisch, Vokale sind verschieden

-> bsp.: Rat und rot

Reimformen


Binnenreim

  • Reim innerhalb der Verszeile

-> bsp.: Und seufzte lang und bang

Reimformen


Endreim

  • Wörter am Ende eines Verses reimen sich

Paarreim

aa bb

Kreuzreim

abab

Blockreim (umarmender Reim)

abba

Schweifreim

aab ccb

verschränkter Reim

abc abc

Haufenreim

aaaa

Metrum

  • beschreibt die Ordnung der Abfolge betonter und unbetonter Silben in einem Vers
  • Abfolge bestimmt Versmaß und Versfuß
  • Betonte Silben= Hebung (X)
  • Unbetonte Silben= Senkung (-)

Jambus

-x

Trochäus

x-

Daktylus

x--

Anapäst

--x

Kadenz

klingende Kadenz (weiblich)

  • Vers endet mit einer Senkung

Kadenz

stumpfe Kadenz (männlich)

- Vers endet mit einer Hebung

Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen

= Bestimmung der Vollständigkeit eines Verses in Bezug auf das zugrunde liegende Versmaß

Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen


akatalektisch

  • Versschluss endet mit einem vollständigen Versfuß

Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen


katalektisch

  • Versschluss endet mit einem unvollständigen Versfuß, aber nur wenn => letzter Versfuß mit einer Hebung beginnt und eine oder mehrere Senkungen fehlen

-> Achtung: es kann keinen katalektischen Schluss mit einer jambischen o. anapästischen Reihe geben (Die beginnen immer mit einer Senkung!)

Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen


hyperkatalektisch

  • Versschluss verfügt über eine überzählige Schlusssilbe, die aber immer eine unbetonte Silbe sein muss

Füllungsfreiheit

  • nur die Anzahl der Hebungen eines Verses werden festgelegt, nicht aber die Senkungen, die den Vers füllen

-> bsp.: Knittelvers= vierhebiger gereimter Vers mit unregelmäßigen Senkungen oder eine Volksliedstrophe

Enjambement [frz.: "Übersprung"]

  • Fortführung der syntaktischen Einheit über die metrische Grenze am Versende
  • Zeilensprung
  • Strophensprung

Versmaß


Alexandriner

  • sechshebiger Jambus mit Zäsur nach der sechsten Silbe (12 oder 13 Silben mit Zäsur nach der dritten Hebung)

Versmaß


Blankvers

  • ungereimter jambischer Fünftakter
  • je nachdem, ob er betont (stumpf) oder unbetont (klingend) endet, besteht er aus zehn oder elf Silben

Versmaß


Hexameter -> Versmaß des antiken Epos

  • besteht aus sechs Daktylen; der letzte Vers bricht katalektisch ab
  • nur der fünfte Daktylus muss als solcher realisiert sein
  • die ersten vier Daktylen können grundsätzlich durch Spondeen (Doppelsenkungen) ersetzt werden
  • die zweite Senkung in den ersten vier Füßen kann entfallen, d.h. die Anzahl der Silben kann zwischen 13 und 17 variieren
  • Zäsur nach der dritten Hebung üblich
  • üblicherweise keine Reime

Versmaß


Pentameter

  • besteht aus sechs Daktylen; der dritte und der letzte Versfuß bricht katalektisch ab
  • die ersten beiden Daktylen können durch Spondeen ersetzt werden
  • d.h. die Anzahl der Silben kann zwischen 12 und 14 variieren
  • Zäsur nach dem dritten Versfuß

Versmaß


Elegisches Distichon

  • Wechsel aus Pentameter und Hexameter

Versmaß


Volksliedstrophe

  • ein entsprechendes Strophenmaß gibt es nicht
  • zwei bis acht drei- oder vierhebige Verse
  • es besteht Füllungsfreiheit, d.h. einer Hebung können zwei (o. mehr) Senkungen folgen
  • Vierzeilige Strophen, die aus drei- oder vierhebigen Versen besteht

Versmaß


Sonett

  • abba eef ggf
  • insgesamt 14 Verse
  • ersten beiden Strophen = vier Verse: Quartette
  • die zwei darauffolgenden Strophen = drei Verse: Terzette

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Ordnung: Reihenfolge der Erzählung

Anachronien

  • Analepse (Rückblick/flash-back)
  • Prolepse (Vorschau des Späteren/flash-forward)

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Frequenz: wie oft?

  • singulativ (es wird einmal erzählt, was sich einmal ereignet hat)
  • repetitiv (x-mal erzählen, was einmal geschehen ist)
  • iterativ (es wird nur einmal erzählt, was sich wiederholt ereignet)

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Dauer: wie lange?


  • Erzählte Zeit: Ereignisse der erzählten Welt
  • Erzählzeit: Zeitraum des Vorgangs des Erzählten/Lesens
  • Erzählgeschwindigkeit: (nächste Karten)

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Dauer: wie lange


-> Erzählgeschwindigkeit: Szene

  • Szene (zeitdeckendes Erzählen)

Erzählzeit: Erzählung = Erzählte Zeit: Geschehen

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Dauer: wie lange


-> Erzählgeschwindigkeit: Dehnung

  • Dehnung (zeitdehnendes Erzählen)

Erzählzeit: Erzählung > Erzählte Zeit: Geschehen


> "länger als"

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Dauer: wie lange


-> Erzählgeschwindigkeit: Raffung

  • Raffung (zeitraffendes Erzählen)

Erzählzeit: Erzählung < Erzählte Zeit: Geschehen


< "kürzer als"

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Dauer: wie lange


-> Erzählgeschwindigkeit: Ellipse

  • Ellipse (Zeitsprung)

Erzählzeit: Erzählung steht still 0 < n Erzählte Zeit: Geschehen geht weiter



Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


1) Zeit

Dauer: wie lange


-> Erzählgeschwindigkeit: Pause

  • Pause

Erzählzeit: Erzählung geht weiter n > 0 Erzählte Zeit: Geschehen steht still

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

Distanz (Mittelbarkeit/wie mittelbar wird das Erzählte präsentiert?)


  • narrativer Modus = mit Distanz
  • szenischer/dramatischer Modus = ohne Distanz
  • Erzählung von Worten = was eine Person sagt oder denkt

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

Erzählte Rede

gesprochene Rede

  • Erwähnung des sprachlichen Akts: Erzählerinstanz sehr anwesend (Figur spricht nicht)
  • Gesprächsbericht


Gedankenrede

  • Bewusstseinsbericht

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

Transponierte Rede

gesprochene Rede/ Gedankenrede

  • indirekte Rede: starke Filterung des Gesagten (Konjunktiv)
  • erlebte Rede: 3. Person und Indikativ, Figur und Erzählinstanz sprechen


Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

Zitierte Rede

Gesprochene Rede

  • direkte Rede: keine Zwischeninstanz (Figuren dominieren)
  • autonome direkte Rede: direkte Rede ohne "..."


Gedankenrede

  • Gedankenzitat: "...", dachte er
  • innerer Monolog: Da kommt sie...., sie sieht traurig aus... na, da will ich ihr doch helfen.

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

Fokalisierung (wer sieht?)

-> Nullfokalisierung

  • Nullfokalisierung ("auktorial")

-> Erzähler weiß mehr als die Figur (Erzähler > Figur)

-> allwissend/"gottgleich" Perspektive =>große räumliche/zeitliche Übersicht

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

Fokalisierung (wer sieht?)

-> Interne Fokalisierung

  • Interne Fokalisierung ("aktorial")

-> Erzähler sagt nicht mehr, als Figur weiß (Erzähler = Figur)

-> "Mitsicht" (aus dem Blickwinkel einer Figur)


Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

Fokalisierung (wer sieht?)

-> externe Fokalisierung

  • Externe Fokalisierung ("neutral")

-> Erzähler sagt weniger, als Figur weiß (Erzähler < Figur)

-> "Außenansicht" (Dokumentarfilm: Gefühle/Gedanken sind nicht sichtbar, Wiedergabe von äußerlichen Merkmalen)

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


3) Stimme (wer spricht?)

-> Stellung des Erzählers zum Geschehen

-> Ich-Erzähler


  • homodiegetischer Erzähler (Ich-Erzähler)

-> Teil der erzählten Welt/Figur der erzählten Welt

-> entweder beteiligter Beobachter, Neben- oder Hauptfigur

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


3) Stimme (wer spricht?)

-> Stellung des Erzählers zum Geschehen

-> [ ]

  • Autodiegetischer Erzähler

-> Hauptfigur (Erzähler erzählt seine eigene Geschichte)

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


3) Stimme (wer spricht?)

-> Stellung des Erzählers zum Geschehen

-> Er-Erzähler

  • Heterodiegetischer Erzähler (Er-Erzähler)

-> keine Figur aus erzählten Welt (unbeteiligter Beobachter)



Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


3) Stimme (wer spricht?)

-> Ebene der Erzählung= 1. Ebene

  • Extradiegetische Ebene (1. Ebene)

-> Rahmenerzählung; Erzählakt; der eine Erzählung hervorbringt

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


3) Stimme (wer spricht?)

-> Ebene der Erzählung= 2. Ebene

  • Intradiegetische Ebene (2. Ebene)

-> Erzähltes Erzählen

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


3) Stimme (wer spricht?)

-> Ebene der Erzählung= 3. Ebene

  • metadiegetische Ebene (3. Ebene)

-> Erzähltes erzähltes Erzählen

Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


3) Stimme (wer spricht?)

-> Ebene der Erzählung= 4. Ebene

  • metametadiegetische Ebene (4. Ebene)

Erzähltextanalyse

-> Stellung des Erzählers zum Geschehen


Welcher ist es?

-> Teil der erzählten Welt/Figur der erzählten Welt

-> entweder beteiligter Beobachter, Neben- oder Hauptfigur

Homodiegetischer Erzähler (Ich-Erzähler)

Erzähltextanalyse

-> Stellung des Erzählers zum Geschehen


Welcher ist es?

-> Hauptfigur (Erzähler erzählt seine eigene Geschichte)

Autodiegetischer Erzähler


Erzähltextanalyse

-> Stellung des Erzählers zum Geschehen


Welcher ist es?

-> keine Figur aus erzählten Welt (unbeteiligter Beobachter)

Heterodiegetischer Erzähler (Er-Erzähler)


Erzähltextanalyse


Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)


2) Modus

-> indirekte Rede

-> indirekte Rede: starke Filterung des Gesagten/Gedachten (oft Konjunktiv!)

Drama

Ausführung vs. Dramentextanalyse

  • Unterscheidung zwischen Textgrundlage und Inszenierung


  • Unterscheidung zwischen Haupttext (Figurenrede/Figurentext) und Nebentext (Autortext; Regieanweisung, ...)

Drama

Haupttext

von den Figuren zu sprechender Text

Drama

Nebentext

  • wird nicht gesprochen, meist kursiv gedruckt (und/oder in Klammern)


Dazu gehört:

  • Titel und Untertitel
  • Widmung
  • dramatis personae (Personenverzeichnis)
  • Kennzeichnung von Akt, Szene und Aufzug
  • Regieanweisungen und Figurennennung

Drama

Dialog

= zwischen zwei oder mehr Figuren geführte Rede

  • Zwiegespräche = Duologe
  • Mehrgespräche = Polyloge

Art:

  • miteinander reden
  • gegeneinander reden
  • aneinander vorbeireden

Drama

Dialog


Stichomythie

= "Zeilenreden"


  • Sprecherwechsel von Vers zu Vers -> Rede und Antwort wechseln rasch


=> Häufig bei Streitgesprächen; Rededuell von Protagonist und Antagonist

Drama

Dialog


Antilabe

= Anwendung der Stichomythie auf einen einzelnen Vers/ Verteilung eines Sprechverses auf mehrere Personen

  • meist unvollständige Sätze
  • "Treppenstruktur"

Drama

Monolog



= Einzelrede einer Figur ohne direkten Adressaten

  1. dramatischer Monolog: Innenleben einer Figur
  2. epischer Monolog: kompensiert Abwesenheit eines Erzählers (-> Zusammenfassung bisheriger Handlung oder Nicht-Darstellbarem)
  3. Übergangsmonolog: Verknüpfung einzelner Auftritte

Drama

Monolog


Formen

  1. Beiseitesprechen: In Anwesenheit von anderen Figuren
  2. Zuschauer direkt ansprechen
  3. Chor wendet sich direkt an Zuschauer

Drama

Monolog


Teichoskopie ("Mauerschau")

= Ereignisse, die sich auf der Bühne nur schwer darstellen lassen, dennoch auf der Bühne realisieren


-> erhöht stehender Beobachter berichtet von gleichzeitig zum bühnengeschehenden Geschehen

Drama

Monolog


Botenbericht

= Publikum wird über Ereignisse in Kenntnis gesetzt, die nicht auf der Bühne umsetzbar sind


-> Figur berichtet von nicht gleichzeitig zum bühnengeschehenden Geschehen

-> in der Exposition: "Was bisher geschah..."

Drama

Die drei Einheiten

  1. Zeit: ein Tag (24 Stunden)
  2. Handlung: ein Handlungsstrang, der logisch aufeinander aufbaut
  3. Raum: kein Szenenwechsel/ Wechsel des Schauplatzes

Drama

geschlossenes vs. offenes Drama


geschlossenes Drama

  • aristotelische Prägung
  • Einhaltung der drei Einheiten
  • Akte und Szenen bauen logisch aufeinander auf
  • eine Haupthandlung

Drama

geschlossenes vs. offenes Drama


offenes Drama

  • drei Einheiten werden aufgebrochen
  • Szenen lose miteinanderverbunden
  • oft Nebenhandlungen

Drama


Tragödie (Katastrophe)

Merkmale:

  • tragische Schuld des Helden (nicht von ihm verantworten9
  • ernste, öffentliche, politisch relevante Handlung
  • Ziel: tragische Wirkung erzielen: Katharsis (=Erregung starker Emotionen)
  • Sprache: genus grande

Fallhöhe:

  • eher Heroen, reiche Herren (= hoher Stand)
  • nur große Fallhöhe kann Publikum erschüttern

Drama


Komödie (Lösung)

Merkmale:

  • eher unbedeutende, private, unpolitische Handlung
  • lächerliche Charaktere als bewunderungswürdige Heroen (= niedriger Stand)
  • Ziel: das Publikum zum Lachen bringen
  • Sprache: eher einfach, witzig

Drama


Bürgerliches Trauerspiel (nach Lessing)

  • keine drei Einheiten mehr
  • Ständeklausel wird aufgelöst (gemischte Figuren)
  • Bürgertum rückt in den Vordergrund
  • Ziel: mentalische Erziehung des Publikums

Drama


Figuren

flat character (eindimensional)

  • Figur ist statisch
  • entwickelt sich nicht
  • besitzt nur wenige Eigenschaften

Drama


Figuren

round character (mehrdimensional)

  • Figur ist dynamisch
  • entwickelt sich
  • besitzt viele Eigenschaften

Drama


Figurenkonstellation

Hauptfiguren: Protagonist (Held) und Antagonist (Gegenspieler)

Nebenfiguren

Drama


Figurencharakterisierung

implizit

  • indirekte Charakterisierung durch z.B. Kontrast oder Korrespondenz zu anderen Figuren oder Namensgebungen

Drama


Figurencharakterisierung

explizit

  • direkte Charakterisierung durch Eigen- oder Fremdkommentaren über die Figuren

Drama


Personifikation

wenig individualisierte Figuren, Allegorien

Drama


Typ

Bündel von Merkmalen, die aber nicht nur diesem Individuum zukommen

Wichtige Nachschlagwerke

Wofür gut?


Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft

Begriffslexikon

Wichtige Nachschlagwerke

Wofür gut?


Kindlers Literaturlexikon

Werklexikon (Informationen zu Werken von den Anfängen bis heute)

Wichtige Nachschlagwerke

Wofür gut?


Killy Literaturlexikon

Autor/innen-Lexikon (Biografisches Nachschlagwerk)

Wichtige Nachschlagwerke

Wofür gut?


Historisches Wörterbuch der Rhetorik

Begriffe zur Rhetorik

Wichtige Nachschlagwerke

Wofür gut?


Einbändiges Handlexikon: Metzler Lexikon Literatur

Literaturwissenschaftliche Begriffe zu Themen wie Poetik, Rhetorik, Metrik...

Wichtige Nachschlagwerke

Wofür gut?


Fachdatenbanken: BDSL, MLA, Germanistik

BDSL: Informationsquelle mit Schwerpunkt auf älteren und neuen Literaturwissenschaft


MLA: fachlich geprüfte und ausgewählte Literaturhinweise aus den Bereichen der Sprach- und Literaturwissenschaft


Germanistik: Zentrales Internationales Berichtsorgan der Wissenschaft von deutscher Sprache und Literatur

Drama


Versdrama

  • in Versen und offene Dramen

Drama


Prosadrama

  • Prosa, alltagsnahe Rede und ungebunden, Geschlossene Dramen