normativ
-> Technik der Ausschmückung der Rede, um bestimmte Ziele zu erreichen:
-> erfreuen (Gefühl) delectare
-> überzeugen und bewegen (Herz) movere
-> belehren (Verstand) docere
deskriptiv
Tropus (Definition)
= Redeschmuck in einem einzelnen Wort
Tropen
Figur (Definition)
= mehrere Worte/Verbindungen von Worten
Figur
Genera dicendi (Stilebenen)
Tropen: Metonymie
Tropen: Synekdoche
-> Beispiel: solange Du unter meinem Dach lebst
-> Beispiel: Deutschland ist Weltmeister
Tropen: Allegorie
-> Beispiel: Herr der Ringe = Allegorie der Freundschaft
Figuren der Wiederholung: Alliteration
Mehrere Worte in einem Satz haben den gleichen Anfangsbuchstaben
z.B. Milch macht müde Männer munter.
Oder
z.B. Mann und Maus
Figuren der Wiederholung: Geminatio
- unmittelbare aufeinander folgende Wiederholung
- doppelsetzung eines Wortes am Anfang, in der Mitte o. am Ende eines Satzes
z.B. Niemals, niemals Verlass' ich dich!
Figuren der Wiederholung: Epipher
Wiederholung eines Wortes jeweils am Ende eines Satzes
Figuren der Wiederholung: Epanalepse
- Wiederholung eines Wortes o. einer Wortgruppe mit etwas Abstand
z.B. und atmete lang und atmete tief.
Figuren der Wiederholung: Anapher
Wiederholung eines Wortes (o. Wortgruppe) jeweils zu Anfang eines Satzes o. Eines Gedankenabschnittes
Figuren der Aufzählung: Asyndeton
- unverbundene Aneinanderreihung von grammatisch und inhaltlich gleichgestellten Satzgliedern
- nötige Kunjunktionen werden ausgelassen
-> z.B. Alles rennet, rettet, flüchtet (Schiller)
Figuren der Aufzählung: Polysyndeton
- gleichartige Satzglieder (Einzelwörtern, Wortgruppen, Satzteile) wurden durch gleiche Konjunktionen reihend verbunden
-> z.B. Und es wallet und siedet und brauset und zischt.
Figuren der Aufzählung: Klimax
- Steigerung
- reihend und sich steigernde Anordnung (mind. Dreier) syntaktisch äquivalenter Satzglieder
-> z.B. veni, vidi, vici (Caesar)
Figuren der Aufzählung: Antiklimax
- die wortreihe fällt inhaltlich erkennbar ab
-> z.B. Es waren Könige, Edelleute und das gemeine Volk geladen
Figuren der Auslassung: Ellipse
- Auslassung wichtiger Satzteile
- meist wird das Prädikat ausgelassen
Figuren der Auslassung: Aposiopese
- Sonderform der Ellipse
- "verstummen": das wichtigste wird (am Ende eines Satzes) nicht ausgesprochen
-> z.B. Der kann mich mal..
Figuren der Auslassung: Praeteritio
- hier tut man so als wolle man etwas verschweigen, durch das Verschweigen, spricht man es aber doch an
-> z.B. Reden wir nicht davon
Figuren der Entgegensetzung: Antithese
- Gegensätze werden gegenübergestellt, oft in Form des Parallelismus oder Chiasmus
-> z.B. oben-unten/hell-dunkel
Figuren der Umstellung: Enallage
- die übliche Satzgliedstellung wird verändert
- Umstellung/Verschiebung der logischen Wortbeziehungen
Figuren der Umstellung: Inversion
- die übliche Satzgliedstellung wird verändert
- Umstellung der üblichen syntaktischen Folge
Fiktionalitätspakt
Man akzeptiert als Leser, dass das Werk fiktiv ist
Literarizität
Texte, die die Eigenschaft haben literarisch zu sein
Poetizität
Poetische Texte=Untergruppe
= eine besondere Art der Sprache
-> von der Alltagssprache abweichend
-> keine konkrete Informationsvermittlung
Historizität
Historische Merkmale einer Epoche werden in einem Text sichtbar
Epochen
Literatur ist in Epochen gegliedert -> 2 Arten
1. historisch= Einteilung in Epochen
2. Gattungen= systematische Eingliederung
Wichtige Nachschlagwerke
- Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft
- Kindlers Literaturlexikon
- Killy Literaturlexikon
- historisches Wörterbuch der Rhetorik
Einbändiges Handlexikon
Metzler Lexikon Literatur
Fachdatenbanken
BDSL
MLA
Germanistik
Unterscheidung von Textanalyse und Textinterpretation
Analyse
Objektive Beschreibung dessen, was da ist
- Inhalt, Sprache, Form
Unterscheidung von Textanalyse und Textinterpretation
Interpretation
Texte im Hinblick auf bestimmte Aspekte hin zu deuten
-> Ziel: ist es, die Ergebnisse der Analyse in einen größeren Zusammenhang zu stellen
Ausgabentypen
Leseausgabe
- für großen Leserkreis produziert
- keine Originale historische Textgestalt
- Orthographie wurde normalisiert
Ausgabentypen
Studienausgabe
- Anhang mit Informationen zur Druck-, Entstehungs-, und Wirkungsgeschichte
- Informationen zum Autor
- Kommentarteil
- Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
- Hinweise zur weiterführenden Literatur
- aber: Texte sind nicht authentisch
Historisch-kritische Ausgabe (HKA)
Historisch: Rekonstruktion der Textgenese (Entstehung, Entwicklung, Veränderung)
Kritisch: alle Textträger/Varianten/Abweichungen werden kritisch betrachtet
- zeichnet die Entstehungsgeschichte eines Textes nach
- Ziel: Rekonstruktion eines authentischen Textes
Historisch-kritische Ausgabe
Bestandteile
- Auflistung sämtlicher Textträger/Textzeugen
- Korrekturfahnen
- Aufzeichnungen (Ton, Bild. Text)
- Nachweis der Abweichungen/Varianten -> textkritischer Apparat : Dokumentation der Abweichungen
Autorisation: autorisierter bzw. Authentischer Text
Alle Handschriften eines Werkes, an deren Herstellung der Autor mitgewirkt hat oder die in seinem Auftrag hergestellt wurden
Digitale Ausgabe
Nur digital verfügbar (E-Book, e- Paper)
Textdatenbanken
Sammeln viele Texte mehrerer Autoren
Hybridausgaben
Teilweise Buchform, teilweise online
Herausgebertypen
ist ein Herausgeber von Primärliteratur
Herausgebertypen
ist ein Herausgeber von Sekundärliteratur
Lyrisches Ich
fiktive Person, die im Gedicht spricht und von Erlebnissen und Gefühlen berichtet
-> NICHT der Autor
Sprecherinstanz
?
Apostrophierung
-> Bsp.: HERR:
Versfuß
Vers
Strophe
Gedicht
Vers-Zäsur
-> bsp.: Du siehst, wohin du siehst,/ nur Eitelkeit auf Erden
Tonbeugung
Reimformen
reiner Reim
-> bsp.: leben:geben
Reimformen
unreiner Reim
-> bsp.: Ach neige/du schmerzensreiche
Reimformen
Alliteration bzw. Stabreim
-> bsp.: Mann und Maus => Gleichklang der Anlaute
Reimformen
Assonanz
-> bsp.: Buch/Wut; Land/ganz
-> bsp.: Rat und Tat
Reimformen
Konsonanz
-> bsp.: Rat und rot
Reimformen
Binnenreim
-> bsp.: Und seufzte lang und bang
Reimformen
Endreim
Paarreim
aa bb
Kreuzreim
abab
Blockreim (umarmender Reim)
abba
Schweifreim
aab ccb
verschränkter Reim
abc abc
Haufenreim
aaaa
Metrum
Jambus
-x
Trochäus
x-
Daktylus
x--
Anapäst
--x
Kadenz
klingende Kadenz (weiblich)
Kadenz
stumpfe Kadenz (männlich)
- Vers endet mit einer Hebung
Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen
= Bestimmung der Vollständigkeit eines Verses in Bezug auf das zugrunde liegende Versmaß
Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen
akatalektisch
Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen
katalektisch
-> Achtung: es kann keinen katalektischen Schluss mit einer jambischen o. anapästischen Reihe geben (Die beginnen immer mit einer Senkung!)
Metrische Besonderheiten bei den Versschlüssen
hyperkatalektisch
Füllungsfreiheit
-> bsp.: Knittelvers= vierhebiger gereimter Vers mit unregelmäßigen Senkungen oder eine Volksliedstrophe
Enjambement [frz.: "Übersprung"]
Versmaß
Alexandriner
Versmaß
Blankvers
Versmaß
Hexameter -> Versmaß des antiken Epos
Versmaß
Pentameter
Versmaß
Elegisches Distichon
Versmaß
Volksliedstrophe
Versmaß
Sonett
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Ordnung: Reihenfolge der Erzählung
Anachronien
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Frequenz: wie oft?
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Dauer: wie lange?
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Dauer: wie lange
-> Erzählgeschwindigkeit: Szene
Erzählzeit: Erzählung = Erzählte Zeit: Geschehen
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Dauer: wie lange
-> Erzählgeschwindigkeit: Dehnung
Erzählzeit: Erzählung > Erzählte Zeit: Geschehen
> "länger als"
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Dauer: wie lange
-> Erzählgeschwindigkeit: Raffung
Erzählzeit: Erzählung < Erzählte Zeit: Geschehen
< "kürzer als"
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Dauer: wie lange
-> Erzählgeschwindigkeit: Ellipse
Erzählzeit: Erzählung steht still 0 < n Erzählte Zeit: Geschehen geht weiter
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
1) Zeit
Dauer: wie lange
-> Erzählgeschwindigkeit: Pause
Erzählzeit: Erzählung geht weiter n > 0 Erzählte Zeit: Geschehen steht still
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
Distanz (Mittelbarkeit/wie mittelbar wird das Erzählte präsentiert?)
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
Erzählte Rede
gesprochene Rede
Gedankenrede
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
Transponierte Rede
gesprochene Rede/ Gedankenrede
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
Zitierte Rede
Gesprochene Rede
Gedankenrede
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
Fokalisierung (wer sieht?)
-> Nullfokalisierung
-> Erzähler weiß mehr als die Figur (Erzähler > Figur)
-> allwissend/"gottgleich" Perspektive =>große räumliche/zeitliche Übersicht
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
Fokalisierung (wer sieht?)
-> Interne Fokalisierung
-> Erzähler sagt nicht mehr, als Figur weiß (Erzähler = Figur)
-> "Mitsicht" (aus dem Blickwinkel einer Figur)
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
Fokalisierung (wer sieht?)
-> externe Fokalisierung
-> Erzähler sagt weniger, als Figur weiß (Erzähler < Figur)
-> "Außenansicht" (Dokumentarfilm: Gefühle/Gedanken sind nicht sichtbar, Wiedergabe von äußerlichen Merkmalen)
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
3) Stimme (wer spricht?)
-> Stellung des Erzählers zum Geschehen
-> Ich-Erzähler
-> Teil der erzählten Welt/Figur der erzählten Welt
-> entweder beteiligter Beobachter, Neben- oder Hauptfigur
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
3) Stimme (wer spricht?)
-> Stellung des Erzählers zum Geschehen
-> [ ]
-> Hauptfigur (Erzähler erzählt seine eigene Geschichte)
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
3) Stimme (wer spricht?)
-> Stellung des Erzählers zum Geschehen
-> Er-Erzähler
-> keine Figur aus erzählten Welt (unbeteiligter Beobachter)
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
3) Stimme (wer spricht?)
-> Ebene der Erzählung= 1. Ebene
-> Rahmenerzählung; Erzählakt; der eine Erzählung hervorbringt
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
3) Stimme (wer spricht?)
-> Ebene der Erzählung= 2. Ebene
-> Erzähltes Erzählen
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
3) Stimme (wer spricht?)
-> Ebene der Erzählung= 3. Ebene
-> Erzähltes erzähltes Erzählen
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
3) Stimme (wer spricht?)
-> Ebene der Erzählung= 4. Ebene
Erzähltextanalyse
-> Stellung des Erzählers zum Geschehen
Welcher ist es?
-> Teil der erzählten Welt/Figur der erzählten Welt
-> entweder beteiligter Beobachter, Neben- oder Hauptfigur
Homodiegetischer Erzähler (Ich-Erzähler)
Erzähltextanalyse
-> Stellung des Erzählers zum Geschehen
Welcher ist es?
-> Hauptfigur (Erzähler erzählt seine eigene Geschichte)
Autodiegetischer Erzähler
Erzähltextanalyse
-> Stellung des Erzählers zum Geschehen
Welcher ist es?
-> keine Figur aus erzählten Welt (unbeteiligter Beobachter)
Heterodiegetischer Erzähler (Er-Erzähler)
Erzähltextanalyse
Discours (Wie wird der Inhalt erzählt?)
2) Modus
-> indirekte Rede
-> indirekte Rede: starke Filterung des Gesagten/Gedachten (oft Konjunktiv!)
Drama
Ausführung vs. Dramentextanalyse
Drama
Haupttext
von den Figuren zu sprechender Text
Drama
Nebentext
Dazu gehört:
Drama
Dialog
= zwischen zwei oder mehr Figuren geführte Rede
Art:
Drama
Dialog
Stichomythie
= "Zeilenreden"
=> Häufig bei Streitgesprächen; Rededuell von Protagonist und Antagonist
Drama
Dialog
Antilabe
= Anwendung der Stichomythie auf einen einzelnen Vers/ Verteilung eines Sprechverses auf mehrere Personen
Drama
Monolog
= Einzelrede einer Figur ohne direkten Adressaten
Drama
Monolog
Formen
Drama
Monolog
Teichoskopie ("Mauerschau")
= Ereignisse, die sich auf der Bühne nur schwer darstellen lassen, dennoch auf der Bühne realisieren
-> erhöht stehender Beobachter berichtet von gleichzeitig zum bühnengeschehenden Geschehen
Drama
Monolog
Botenbericht
= Publikum wird über Ereignisse in Kenntnis gesetzt, die nicht auf der Bühne umsetzbar sind
-> Figur berichtet von nicht gleichzeitig zum bühnengeschehenden Geschehen
-> in der Exposition: "Was bisher geschah..."
Drama
Die drei Einheiten
Drama
geschlossenes vs. offenes Drama
geschlossenes Drama
Drama
geschlossenes vs. offenes Drama
offenes Drama
Drama
Tragödie (Katastrophe)
Merkmale:
Fallhöhe:
Drama
Komödie (Lösung)
Merkmale:
Drama
Bürgerliches Trauerspiel (nach Lessing)
Drama
Figuren
flat character (eindimensional)
Drama
Figuren
round character (mehrdimensional)
Drama
Figurenkonstellation
Hauptfiguren: Protagonist (Held) und Antagonist (Gegenspieler)
Nebenfiguren
Drama
Figurencharakterisierung
implizit
Drama
Figurencharakterisierung
explizit
Drama
Personifikation
wenig individualisierte Figuren, Allegorien
Drama
Typ
Bündel von Merkmalen, die aber nicht nur diesem Individuum zukommen
Wichtige Nachschlagwerke
Wofür gut?
Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft
Begriffslexikon
Wichtige Nachschlagwerke
Wofür gut?
Kindlers Literaturlexikon
Werklexikon (Informationen zu Werken von den Anfängen bis heute)
Wichtige Nachschlagwerke
Wofür gut?
Killy Literaturlexikon
Autor/innen-Lexikon (Biografisches Nachschlagwerk)
Wichtige Nachschlagwerke
Wofür gut?
Historisches Wörterbuch der Rhetorik
Begriffe zur Rhetorik
Wichtige Nachschlagwerke
Wofür gut?
Einbändiges Handlexikon: Metzler Lexikon Literatur
Literaturwissenschaftliche Begriffe zu Themen wie Poetik, Rhetorik, Metrik...
Wichtige Nachschlagwerke
Wofür gut?
Fachdatenbanken: BDSL, MLA, Germanistik
BDSL: Informationsquelle mit Schwerpunkt auf älteren und neuen Literaturwissenschaft
MLA: fachlich geprüfte und ausgewählte Literaturhinweise aus den Bereichen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Germanistik: Zentrales Internationales Berichtsorgan der Wissenschaft von deutscher Sprache und Literatur
Drama
Versdrama
Drama
Prosadrama