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Was ist allgemein Didaktik?

  1. Didaktik fragt danach, was von wem wie warum in welchen Kontexten wozu und mit welcher Unterstützung gelernt werden soll
  2. Didaktik ist die „Theorie des Lehrens und Lernens“ (Kiper & Mischke 2004, S.13
  3. Didaktik beschreibt den konstitutiven Zusammenhang v. Lehrer, Schüler, Kultur und Gesellschaft (vgl. Kron 2000, S.40)

Wozu didaktische Modelle? 

  1.  Übersicht & Ordnung
  2. Komplexität verringern 
  3. Handlungs- & Entscheidungsimpulse liefern (Unterrichtspraxis gestalten, planen…)
  4. Forschungsfragen (Modelle verweisen auf relevante pädagogische Fragestellungen)

Normative Modelle 

= vorschreibend 

 

Bsp.: 

- Perspektivenschema der Didaktik (Klafki)

- Dialektische Didaktik (Klinkenberg)

Deskriptive Modelle 

= beschreibend

 

Bsp.:

- Didaktisches Dreieck (Cohn)

- Berliner Modell der Didaktik (Heimann, Otto & Schulz)

- Angebot-Nutzungs-Modell (Helmke)

Funktion der Schule nach Fend (2012)

  1. Enkulturationsfunktion (Reproduktion kultureller Sinnsysteme…)
  2. Qualifikationsfunktion (Vermittlung v. Kenntnisse & Fähigkeiten ausbilden)
  3. Allokationsfunktion (soziale Selektion durch Prüfungen für Berufslaufbahnen)
  4. Integrationsfunktion (Stabilisierung der sozialen und politischen Verhältnisse…

Definition Unterricht nach Wiater (2007) 

= ein dialektisches Interaktionsgeschehen,

  1. bei dem Kinder und Jugendliche (SuS)
  2. unter Anleitung professioneller Erwachsener (LuL)
  3. durch planmäßig initiierte, unterstützte und überprüfte Lernprozesse
  4. in einer dazu errichteten gesellschaftliche Institution (Schule)
  5. zum Zweck ihrer Qualifikation, Personalisation, Sozialisation und Enkulturation
  6. ausgewählte Inhalte der Wissenschaft und der Lebenspraxis aufnehmen und erarbeiten sollen.

Definition Lehrpläne nach Scholl (2009)

= Dokumente, die:

  1. innerhalb der Bildungsplanung erlassen werden,
  2. die für Lehrer imperativ sind
  3. für Planungspraxis helfen sollen,
  4. einen Handlungsvollzug für den Unterricht innerhalb eines zeitlichen Planungshorizont
  5. vorweg zu bestimmen

 

Werden von den einzelnen Bundesländern festgelegt

Definition Bildungsstandards 

legen fest, welche Kenntnisse & Fähigkeiten SuS in einer Jahrgangsstufe erworben haben sollten.

 

Werden von der KMK festgelegt 

4 Hauptmotive zur Einführung der Bildungsstandards 

- allgmeine erlassen aufgrund de PISA-Schocks 2002 

 

Hauptmotive:

  1. Zweifel an Steuerungsfunktion der Lehrpläne
  2. Notwendigkeit eines funktionalen Äquivalents für verstärkte Schulautonomie
  3. Abbau Leistungsheterogenität & Disparitäten
  4. Steigerung Leistungsniveau

Gemeinsamkeiten und Unterschiede v. Bildungsstandards und Lehrplänen 

Gemeinsamkeiten: 

- Steuerungsfunktion

- bildungspolitische Legitimationsfunktion 

- pädagogische Orientierungsfunktion (Zielle/Inhalte des Lernens...)

 

Unterschiede:

- In-Put vs. Out-Put Beschreibung 

- Inhalt vs. Kompetenzorientierung 

- altes vs. neues Unterrichtskonzept 

Definiton Kompetenzbegriff nach Weinert (2001)

Kompetenzen sind:

  1. „bei den Individuen verfügbare oder erlernbare kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten,
  2. um bestimmte Probleme zu lösen,
  3. sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen (=Durchhaltevermögen) und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten,
  4. in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“
     

• Kurz: Kompetenz = Problemlösungsfähigkeit

Definition Unterrichtsmethoden nach Meyer (2011) 

„Unterrichtsmethoden sind

  1. die Formen und Verfahren,
  2. in und mit denen sich Lehrerinnen und Schüler die sie umgeben
  3. natürlich und gesellschaftliche Wirklichkeit
  4. unter institutionellen Bedingungen aneignen.“

Definition Unterrichtsmethoden nach Bönisch (2004) 

„Unterrichtsmethoden sind […] planmäßig und zielgerichtet gestaltete Wege des Unterrichtens“

"einfache Definition" v. Methoden 

= Weg zu einem Ziel

= Prozesse & Ziele durch Inhalte mit geprägt
→ wichtig!!! Lehrerhandeln verursacht nicht Schülerlernen, sondern erschafft Lernumgebung

Enger Methodenbegriff 

Eng = einzelne, isolierbare Handlungsweisen des Lehrers (Erklären, Fragen, Zeige, Bewerten etc.)

Weiter Methodenbegriff 

Weit = methodische Großformen wie Klassenunterricht, Projektunterricht, Gruppenunterricht etc.

Definition Taxonomien 

Synonym für Klassifikation 

Taxonomien zu Methoden des Unterrichts 

Makroebene:

- Unterrichtskonzepte

- Unterrichtsformen

 

Mesoebene:

- Sozialformen 

- Unterrichtsschritte

- Handlungsmuster

 

Mirkoebene:

- Handlungssituationen 

Unterrichtskonzepte 

= Gesamtorientierungen methodischen Handelns 

 

Bsp.: Handlungsorientierter U., Offener U., Exemplarischers Lehren und Lernen, Projektunterricht, Lernzielorientierter Unterricht 

Unterrichtsformen nach Meyer (2011)

Bsp.: Gespräch, Projekt, Wochenplan, Wahlunterricht, Vorlesung, Freie Arbeit, Praktikum...

Sozialformen 

regeln die Beziehungsstruktur innerhalb des Unterrichts

 

Bsp.: Klassenunterricht/Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit 

 

ZUSATZ: Interaktiver Klassenunterricht, Direkte Instruktionen 

3 Unterrichtsschritte (mit Bsp.)

  1. Einstieg: 
    Vorwissen
    Hinführung 
    Motivation
    ...
     
  2. Hauptteil:
    Erarbeitung/Aneignung v. Wissen & Können
     
  3. Ergebnissicherung:
    Übertragung 
    Anwendung 
    Systematisieren 
    Ende
     

Handlungsmuster 

sind fest verinnerlichte Formen der Aneignung v. Wirklichkeit 

 

Bsp.: Wie wird der Unterricht an die Schüler gebracht? (über Lehrervortrag, gelenktes Gepräch...?)

Handlungssituationen

WICHTIG!! Sind nicht planbar!

 

ist eigene individuelle Gestaltung des Unterrichts

Definition Heterogenität nach Trautmann/Wischer (2011)

  1. Konstrukt, d.h. Zuschreibung v. außen
  2. Bezieht sich auf Gruppen
  3. Bezeichnet Differenz(en) und Gleichartigkeit(en)
  4. Heterogenität = Verschiedenheit, Vielfalt, Differenz, Ungleichheit
  5. ist zeitlich & räumlich begrenzt
  6. wandelbar/veränderbar

Lern-Lehrpsychologie 

Identifikation v. Lernmerkmalen, diee für die Gestaltung v. Unterricht relevant sind.

 

-> findet sich im A-N-M unter "Lernpotenzial" 

Sozial- und Erkenntnistkritische Perspektive

  1. Schule als gesellschaftliche Institution (≠ nur Ort des fachlichen Lernens), die an Reproduktion sozialer Ungleichheit beteiligt ist
  2. Soziale und strukturelle Aspekte im Fokus (verweis auf distale Fakotern)

 

-> findet sich im A-N-M unter "Familie" 

proximale Heterogenitätsmerkmal/Faktoren

- ist kausal enger mit den Schulleistunge verbunden 

- Bsp.: Vorwissen/Wissen, Interesse, Motivation...

 

-> findet sich im A-N-M unter "Lernpotenzial"

distale Heterogenitätsmerkmal/Faktoren

- ist indirekt mit den Schulleistungen verbunden

- Bsp.: Herkunft, Sprache, Geschlecht 

 

-> findet sich im A-N-M unter "Familie"

Definition Binnendifferenzierung 

Gestaltung des Unterrichts durch didaktische Maßnahmen, angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen & durch Gruppierung nach
bestimmten Kriterien

Innere Differenzierung 

integrierender Vorgang, bei der die Gruppe bestehen bleibt

 

Bsp.: Methoden, Materialien, Aufgaben...

Äußere Differenzierung 

selektierender Vorgang, bei dem einer räuml. Trennung stattfindet 

 

Bsp.: Schulformen, Geschlecht, Förderung, (Klassen)

Ziel der Binnendifferenzierung 

Förderung ALLER!

3 Ebenen der Binnendifferenzierung 

  1. Inhaltliche (unterschiedl. Aufgaben)
  2. Organisatiorisch (z.B. Sozialformen)
  3. in der Unterstützung (z.B. Lehrer/Schüler untersützt Schüler XY)

4 Formen der Reaktion v. Lehrpersonen auf Hetergonität nach Weinert (1997) 

  1. Ignorieren d. Lern- und Leistungsunterschiede = passive Reaktionsform 
  2. Anpassung d. SuS an die Anforderungen des Unterrichts = substitutive Reaktionsform (Bsp.: Anpassungsmodell) 
  3. Anpassung des Unterrichts an die lernrelevanten Unterschiede zw. den SuS = aktive Reaktionsform (Bsp.: Ergänzungsmodell,
    Binnendifferenzierung)
  4. Gezielte Förderung der einzelnen SuS durch adaptive Gestaltung des Unterrichts = proaktive Reaktionsform (Bsp.: päd. Takt nach Twardella, Binnendifferenzierung) 

3 wichtige Schritte der Binnendifferenzierung 

  1. Beobachten
  2.  Schließen auf kognitive Prozesse
  3. Hilfe/Unterstützung 

5 Aufgaben des Lehrers nach Rothland/Terhart (2007)

- beraten

- beurteilen

- unterrichten

- erziehen 

- die eigenen Kompetenzen und die der Schule weiterentwicklen 

4 Charakteristika des Lehrerberufs nach Rothland/Terhart (2007)

  1. erzwungene Zusammenarbeit v. SuS & LuL (soziale Konstellation bruht nicht au Frewilligkeit -> Grund: Schulpflicht)
  2. fehlen eines "Berufsgeheimnisses" (denn jeder kann erziehen)
  3. fehlende Rückeldung über langfrisitge Folgen des schulischen Lehrens und des Unterrichts
  4. geringe Kontrolle über die Lehrerarbeit und den zu erzielenden Effekten

5 Erwartungsträger um der Lehrperson 

  1. Öffentlichkeit
  2. Kollegen
  3. Vorgesetzte
  4. Schüler
  5. Eltern

Definition Antinomien

sind Spannungsverhältnisse 

 

-> dem Lehrer sollte es gelingen ein ausgewogenes Zwischenmaß der Antinomien zu schaffen

5 Antinomien des Lehrerhandelns nach Helsper (2009)

  1. Nähe-Distanz A. = Nähe zu den Schülern vs. professionelle Distanz 
  2. Organisations-Interaktions A. = Organisation vs. Spontanität/Flexibilität 
  3. Einheitlichkeit-Differenz A. = Schüler gleich behandeln vs. Differenzierung
  4. Sache-Person A. = fachwissenschaftl. Vermittlung vs. alltagsnahe Vermittlung
  5. Autonomie-Heteronomie A. = Abhängigkeit vs. Selbstständigkeit der Schüler  

6 Merkmale der pädagogischen Autorität 

  1.  päd. Beziehung ist = durch Asymmetrie gekennzeichnet:
  2. wird interaktiv erzeugt, durch den Lehrer-Schüler-Austausch
  3. Werte & Haltungen durch Lehrkraft verkörpert
  4. Personifizierte Profession → face-to-face-Interaktion
  5. gezwungene Zusammenarbeit 
  6. ist auf ein Ende angelegt, da Schüler sich im Laufe der Schulzeit dem Wissen und Können der Lehrkraft nähert (Antinomie: Autonomie und Heteronomie findet sich hier wieder)

 

->  Laut Helsper: „Lehrerautorität ist immer störanfällig“

6 Merkmale der (allgemeinen) Autorität

  1. Interaktiv erzeugt
  2. Auf den offenen Einsatz von zwang, Druck oder Gewalt verzichtbar 
  3. Werte und Haltungen repräsentiert
  4. Durch die Person personalisiert und verkörpert
  5. Hierarchie und Ungleichheit erzeugt
  6. Nicht statisch

Definition Erziehung nach Reichenbach (2011)

Erziehung geschieht durch Interaktion/soziales Handeln zw. mind. zwei Personen

Intentionale Erziehung (Reichenbach)

bewusst jmd. erziehen, um das Ziel der Personenwerdung zu erreichen 

Funktionale Erziehung (Reichenbach)

ist die Sozialisation einer Person

Ziel der Erziehung

Autonomie und Mündigkeit erlangen (Aussage Adorno)

Wertneutraler Erziehungsbegriff

Handlungen, durch die Menschen versuchen, die Persönlichkeit Anderer zu fördern

Wertender Erziehungsbegriff

Erziehung = Lernhilfe

direkter Erziehungsbegriff 

Handeln mit Förderungsabsicht auf den zu Erziehenden ausgerichtet (Bsp.: Aufforderung, Ermunterung…)

indirekter Erziehungsbegriff 

beinhaltet das Arrangieren und Animieren als Grundform pädagogischen Handeln

Sollten Lehrkräfte erziehen?

Nein! (Giesecke 1997)

  1. Wertepluralität und Normproblematik
  2. Konzentration auf das Unterrichten
  3. Beschränkung auf begrenzte Interventionen, Verhaltenskorrektur, Regelvermittlungen und Grenzsetzungen

 

Ja! (Glöckel 1990, Meyer 2004) 

  1.  Funktionsverlust des Elternhauses
  2. Im Hinblick auf allg. gültige Normen verunsicherte Öffentlichkeit → Erzieherische Aufgabe der Schule
  3. Wissenschaftstheorie des Unterrichts/Vernachlässigung v. Normen
    und Werte

Gesellschaftlicher (verkürzter) Leistungsbegriff

Orientierung...

  1. an einem messbaren Produkt
  2. an Konkurrenzprinzip
  3. an der Auslese (Bsp.: Numerus Clausus)

Pädagogischer Leistungsbegriff

Orientierung...

  1. an individuellen Lern- und Entwicklungsprozessen
  2. an der sozialen Dimension des Lernens (bspw. „man lernt nicht nur für Studium etc. sondern auch darüber hinaus“)
  3. an Grundsätzen des Ermutigens und
    Förderns

Außerpädagogisch Funktion (gesellschaftl.) der Leistungsmessung in der Schule 

  1. Zertifizierungsfunktion (nach Abschluss ein Zertifikat in der Hand halten)
  2. Allokationsfunktion (Zuweisung zu einer sozialen Schicht…)
  3. Bildungsmonitoring/Effektivitätsermittlung (→ Qualitätsentwicklung; was lohnt sich?)
  4. Selektionsfunktion (Entscheidung über Bildungs- und Berufslaufbahnen)
  5. Sozialisationsfunktion (Leistungsorientierung einüben; Vertraut machen mit formal-bürokratischer Behandlung; = heimlicher Lehrplan)

Pädagogische Funktion der Leistungsmessung in der Schule 

  1. Anreizfunktion
  2. Rückmelde- oder Berichtsfunktion (SchülerInnen und Eltern erhalten Rückmeldung über Leistungsstand und/oder Verhalten in der Schule)
  3. LehrerInnen erhalten Rückmeldung über ihren Unterricht

Summative Leistungsmessung 

- Auslesefunktion

- Assessment of  learning

  1. Lernstandsdiagnosen in außerpädagogische Funktion
  2. Leistungsmessungen/Prüfungen als Selektionsinstrument
  3. Wer eignet sich für welche (Bildungs)Laufbahn?
  4. Lernstanddiagnosen sind endgültig

 

- summativ =Bewertung des Ergebnisses

Formative Leistungsmessung

- Entwicklungsfunktion

- Assessment for  learning

  1. Lernstandsdiagnosen in pädagogischer Funktion
  2. Leistungsmessungen als methodische Intervention/Entwicklung des Unterrichts
  3. Wo und wie können sich SchülerInnen verbessern?
  4. Lernstandsdiagnosen als Feedback im Lernprozess

 

- formativ = Bewertung des Prozesses 

3 Bezugsnormen für Leistungsmessung 

  1. soziale Bezugsnorm (Vergleich am Mittelwert der Leistungsverteilung in einer Gruppe)
  2. individuelle Bezugsnorm (Vergleich d. individuellen Leistung zu zwei verschiedenen Zeitpunkten)
  3. kriteriale Bezugsnorm (Vergleich d. individuellen Leistung mit einem sachl. Anforderungskriterium )

Bildungsbegriff im Neuhumanismus nach Humbold

Bildung ist die...

 

…höchste, vielseitige und harmonische Entfaltung der inneren Kräfte des Individuums auf Grund der Beschäftigung mit möglichst vielen Bereichen der Welt

Bildungsbegriff im Idealismus nach Hegel

Bildung it die Selbstverwirklichung des Individuums in einem dialektischen Prozess der Horizonterweiterung und Selbstfindung durch Entfremdung

gesellschaftliche Bedeutung v. Bildung für Ralf Dahrendorf (1965)

  1. Bildung ist ein Bürgerrecht und
  2. Aufdeckung von Hindernissen des Bildungszugangs

gesellschaftliche Bedeutung v. Bildung für Pierre Bourdieu 

Bildung als Kapital 

Klafkis demokratischer Allgemeinbildungsbegriff

  1. Bidlung für alle
  2. Bildung im Medium des Allgemeinen (Unterricht sollte durch epochaltypische Schlüsselprobleme geplant werden, Bsp.: Friedens-, Umweltfragen, Migration...)
  3. Bildung in allen Grunddimensionen menschl. Interessen und Fähigkeiten 

 

-> Ziel Klafkis: Gesellschaft demokratisch weiterzuentwickeln (durch die 3 Fähigkeiten)

kategoriale Bildung nach Klafki

setzt sich aus

  1. der formalen Bildung (Kompetenzen werden ausgebildet) und
  2. materialen Bildung (Inhalte werden ausgebildet) zusammen 

 

in der kategorialen Bildung werden 3 Grundfähigkeiten ausgebildet: 

  1. Selbstbestimmungsfähigkeit
  2. Mitbestimmungsfähigkeit
  3. Solidaritätsfähigkeit

Theorie kulturellen Kapitals nach Bourdieu (3 Kapitale) 

  1. Ökonomisches Kapital (Vermögen, Grundbesitz, ...)
  2. Kulturelles Kapital (Bildung: formale und materiale...)
    a. inkorporiertes Kapital (Habitus, Wissen....)

    b. objektiviertes Kapital (Kulturgegenstände..)

    c. institutionalisiertes Kapital (Titel, Abschlüsse...)
  3. Soziales Kapital (soziale Beziehungen...)

Ziel des sozialen Handelns nach Pierre Bourdieu 

ist Akkumulation (Anhäufung) v. Kapital 

Definition Disparitäten 

Ungleichheit, Verschidenheit

primäre Herkunftseffekte/Disparitäten

= Erziehung, Ausstattung und gezielte Förderung im Elternhaus, aber auch Begabung/Intelligenz

 

-> Einfluss auf Kompetenzentwicklung/Schulleistung  

 

-> nimmt mit den sekundären Disparitäten Einfluss auf Bildungswegentscheidung 

sekundäre Herkunftseffekte/Disparitäten

= elterl. Bildungsentscheidung im Familien- und Haushaltskontext

 

-> zum Teil unabhängig v. Begabung und Leistungen des Kindes  

 

-> nimmt mit den primären Disparitäten Einfluss auf Bildungswegentscheidung 

differenzierter Unterricht

unterschiedl. Behandlung v. SuS

 

- Merkmal: Zuordnung zu Gruppen nach Leistung, Alter, Interesse...

kooperativer Unterricht

in kooperativen Lernsituationen arbeiten SuS an gemeinsamen Zielen und Aufgabenstellungen -> jeder leistet einen Beitrag, nicht alle Schüler müssen das Gleiche machen

 

- Merkmal: Teams

 

-> Bsp.: Expertenpuzzle   

individualisierter Unterricht 

unterschiedl. Aufgaben & flexible Methoden sollen Lernwege & -ziele ermöglichen, die an individuellen Voraussetzungen anknüpfen

 

- Merkmal: einzelne Schüler

 

-> Voraussetzung: individueller Lehrplan...  

offener Unterricht 

SuS wählen Angebot selbst (=Merkmal)

 

-> geöffneter Unterricht: Wochenplan

-> offener Unterricht: Freiarbeit 

adaptiver Unterricht 

kann 

  1. differnzierter
  2. individueller 
  3. offener 
  4. kopperativer

Unterricht, mit variablen Angeboten sein

 

-> Anpassung des Angebots an individuelle Voraussetzungen  

Egalitäre Differenz nach Annedore Prengel

ist d. Anspruch, Unterschiede zunächst einmal als Verschiedenheit hinzunehmen, ohne hierarchisierende Wertung vorzunehmen 

Rechtsgrundlagen der Inklusion

  1. 1994 - Salamanca-Erklärung: Inklusion als wichtiges Ziel internationaler Bildungspolitik 
  2. 2006 - UN-BRK: Recht von Menschen mit Behinderungen
  3. 2010 - KMK-Empfehlung:  umfassendes Konzept des menschl. Zusammenlebens

vertikaler Lerntransfer

erwerben von Wissen (durch Wiederholen, direkte Instruktion oder gemeinsames Erarbeiten)  

horizontaler Lerntransfer

anwenden/können (durch situtiertes Lernen, intelligentes Üben, lösen v. Aufgaben...)

Definition "lateral"

= selbstregulierte Kompetenzen (Bsp.: "Wie/Mit welcher Methode gehe ich an die Aufgabe heran?")

Definition "reflexiv"

= Inhalt/Wissen reflektieren (Bsp.: "Welche Bedeutung hat XY für mich?")

lateraler Lerntransfer

Lernen lernen (durch offenen Unterricht, selbstständiges Lernen...) 

reflexiver Lerntransfer 

verantwortliche Umgang mit erworbenen Kompetenzen (durch gewaltfreie Konfliktregelung, Lehrervorbild...)

Definition Klassenführung nach Apel

Klassenführung bezeichnet einen durch Lehrende in didaktischer Absicht gestalteten Unterricht mit SuS, in dessen Zentrum der Unterricht steht. Sie dient dazu, die Lehr-Lern Situation ‚Unterricht‘ herzustellen, zu fachgemäßen Arbeiten anzuleiten und darauf zu verpflichten, die Lernzeit zu Lernfortschritten zu nutzen.

(5) Merkmale effektiver Klassenführung nach Kounin

  1. Disziplinierung (ist nicht gern gesehen und fällt oft weg) 
  2. Allgegenwärtigkeit & Überlappung
  3. Reibungslogikeit & Schwung
  4. Gruppenmobilisierung 
  5. Abwechslung & Herausforderung 

Merkmale "guten"/ertragreichen Unterrichts nach Helmke/Meyer (4 die sich gleichen)

  1. Strukturiertheit & Klarheit
  2. lernförderliches Unterrichtsklima
  3. individuelle Förderung
  4. Methodenvielfalt

(6) Merkmale "guten" Unterrichts nach Hattie

  1. Klarheit in der Instruktion
  2. Feedback
  3. Lehrerfortbildungen
  4. Lehrer-Schüler-Beziehung
  5. problemlösendes Lernen 
  6. metakognitive Strategien 

gemeinsame Merkmale guten Unterrichts in zahlreichen empirischen Studien

  1. Klarheit & Strukturiertheit
  2. kognitive Aktivierung/Herausfordernde Ziele
  3. lernförderliches Klassenklima/L-S-Beziehung
  4. Schülerorientierung

4 Dimensionen/Merkmale v. Klassenführung/-management nach Evertson 

  1. Verständnis von Unterricht
  2. Gemeinsame Entscheidung
  3. Verständigung über Strategien v. Klassenführung 
  4. Umgang mit Ergebnissen, Leistungen und ihrer Beurteilung

3 theoretische Zugänge zum Thema Lehrer-Schüler-Beziehung (nennen)

  1. sozialpsychologischer Ansatz 
  2. strukturtheoretische Ansatz 
  3. anerkennungstheoretischer Ansatz 

Ziel des Classroom Management nach Haag & Brosig

Eine Lernumgebung zu schaffen, bei der sowohl schulisches Lernen als auch soziale und emotionale Fähigkeiten gefördert werden

Definition Unterrichtsstörungen nach Lohmann 

sind Ereignisse, die den Lehr-Lern-Prozess beeinträchtigen, unterbrechen oder unmöglich machen, indem sie die Voraussetzungen, unter denen Lehrern und Lernen erst stattfinden kann, teilweise oder ganz außer Kraft setzen

 

WICHTIG! - Unterrichtsstörungen sind aus der systemischen Sichtweise zu sehen, d.h.: dass Störungen vom Lehrer und Schüler ausgehen können 

4 Formen der Unterrichtsstörungen 

  1. verbale Störungen (schwatzen, zwischenrufen, Beleidigungen)
  2. mangelnder Lerneifer (Desinteresse, geistige Abwesenheit, Unaufmerksamkeit)
  3. motoriche Unruhe (zappeln, kippeln, herumlaufen)
  4. Aggressives Verhalten (Wutausbrüche, Angriff auf Person, Sachbeschädigung) 

Unterrichtsstörung aus der Perspektive "Lehrer"

  1. Unangemessenes Schülerverhalten 
    1. PSK-Störungen
    2. außerschulische Faktoren
    3. Pathologisierung
  2. Entlastung v. Verantwortung

Unterrichtsstörungen aus der Perspektive "Schüler"

  1. Langeweile
  2. Aufmerksamkeit/Anerkennung bei Freunden gewinnen
  3. Macht und Vergeltung als Antwort auf Sanktionen

(4) Prävention v. Unterrichtsstörungen nach Nolting

  1. Breite Aktivierung (Grundtendenz: Möglichst immer alle ansprechen und einbeziehen)
  2. Unterrichtsfluss (den Aufgaben Vorrang geben, eigene „Störungen“ unterlassen)
  3. Regeln (Elementare Regeln frühzeitig einführen, andere später nach Bedarf…)
  4. Präsenz- und Stoppsignale (Standort mit gutem Einblick in die ganze Klassen wählen)

(2) Interventionen bei Unterrichtsstörungen 

  1. Direktiv: Intervention liegt in der Hand des Lehrers
  2. Kooperativ: Intervention wird gemeinsam mit der Klasse erörtert und umgesetzt

Beispielhafte Regeln für Intervention nach Lohmann (5 von 10)

  1. Nicht ermahnen, sondern Ich-Botschaften senden 
  2. Nicht drohen - nichts ankündigen, was nicht umgesetzt wird
  3. Nicht erpressen 
  4. Statt Strafe eher Konfrontation 
  5. Stufen der Eskalationsleiter einhalten (auf niedrigsten Level beginnen) 

3 Curriculums der Wirkungsforschung

  1. intendiertes Curriculum (was vorgegeben ist)
  2. implementiertes Curriculum (was der Lehrer umsetzt)
  3. realisierendes Curriculum (was der Schüler umsetzt)

 

Lernerfolg von Schülern steigen bei jenen Lehrern, die sich enger an die Lehrplanvorgabe halten
Strategien der Lehrkräfte bei der Umsetzung von Curricula wichtiger als Inhalte der
Curricula

Heterogenität als Problem (2 Modelle nach Hinz und Kernaussage) 

-> Ziel: möglichst homogene Lerngruppe, die zielgleich unterricht wird 

 

  1. Separierungsmodell: Jede Gruppe hat eigene Bedürfnisse, weshalb Gruppen voneinander getrennt werden sollen (SuS sind verschieden) 
  2. Anpassungsmodell: Unterschiede zw. SuS werden ignoriert oder mit Bezug auf eine Norm zu verringern versucht (SuS sind eher gleich)

Heterogenität als Chance (1 Modell nach Hinz und Kernaussage)

-> Ziel: vielfältige Lerngruppe, in der alle mit- & voneinander (zieldifferenziert) lernen können

 

  1. Ergänzungsmodell: Vielfalt der SuS wird in den Unterricht eingebracht und kultiviert, ohne auf gemeinsames Lernen zu verzichten (SuS sind gleich und verschieden) 

(3) Gütekriterien 

-> sind besonders relevant bei summativen Leistungsmessung

 

  1. Objektivität = Verschiedene Personen kommen bei der Messung desselben Merkmals zu einem identischen Ergebnis 
  2. Reliabilität (Zuverlässigkeit & Wiederholbarkeit) = Wie zuverlässig sind die Ergebnisse, wenn ich sie zu unterschiedl. Zeitpunkten, aber gleichen Umständen abfrage?
  3. Validität (Gültigkeit) = Eignung des Messverfahrens; Wie geeigenet war die Methode die ich eingesetzt habe, dass es jetzt ein vertrauensvolles Ergebnis ist?

4 Dimensionen d. Unterrichtsmethoden nach Terhart

  1. Dimension "Zielerreichung" (Einsatz v. Methoden um Unterrichts- und Lernziel zu erreichen)
  2. Dimension "Sachbegegnung" (vermittelnde Instanz zw. Subjekt und Objekt)
  3. Dimension "Lernhilfe" (Methodeneinsatz als Lernhilfe - günstige Bedingungen zum Lernen schaffen)
  4. Dimension "Rahmung" (Institution Schule - grenzt Spielraum für Methodenentscheidungen ein → Lehrer haben gewisse "Restfreiheit")

4 schulsystemische Handlungsebenen bei Heterogenität

  1. Makro-Ebene: Schulsystem,  Schulform, Bildungsgang (Aufgaben: Schulstrukturen & Ressourcen als zentraler Rahmen; mögl. Probleme: überhöhte Erwartungen)
  2. Meso-Ebene: Einzelschule, Schulkonferenz, Fachkonferenz (Aufgaben: individuelle Förderung als Auftrag der Einzelschulen; mögl. Probl.: Komplexitätsfalle – Vielfalt an Optionen)  
  3. Mikro-Ebene: Unterricht, L-S/S-S-Interaktion (Aufgaben: guter Unterricht für heterogene Lerngruppen/proaktiver Umgang mit Heterogenität & Gestaltung d. Unterrichts; mögl. Prob.: Fehlende Bereitschaft/Fehlende Zeit und Möglichkeiten neue Routinen zu erwerben) 
  4. Intrapersonale-Ebene: Lernhandlung SuS

Folge(n) der sozialen Bezugsnorm

Konkurrenzdenken & Schulangst wird bestärkt; Gegenteil v. einem mündigen & selbstständigen Menschen

Folge(n) der individuellen Bezugsnorm

kommt der Idee eines mündigen & selbstständigen Menschen am Nähsten; kann nicht allein durchgeführt werden, da soziale und Sachdimension = notwendiger Rahmen sind 

Folge(n) der kriterialen Bezugsnorm

Beeinflussung durch vorgegebene Informationen und Inhalten

Definition Ziele

Unterrichtsziel = Vorstellung über gewünschtes Ergebnis v. Unterricht

 

-> sie strukturieren, organisieren & legitimieren die Unterrichtsgestaltung