"Schadensarten"
Risko (Definition und Rechnung)
In der Sicherheitswissenschaft kombiniert der Begriff Risiko die beiden Elemente Eintrittswahrscheinlichkeit und Größe eines Schadens. Somit stellt das Risiko die Kombination aus Gefährdung und Vulnerabilität dar.
[Schadenspotential=zu erwartender Schaden E(D) je nach Definition]

Hochwasserrisiko Definition
Kombination der Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Hochwasserereignisses und den hochwasserbedingten potenziellen nachteiligen Folgen auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten (Richtlinie 2007/60/EG Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie).
Eintrittswahrscheinlichkeit Definition
Gefahr Definitionen
➢ Sachlage die bei ungehindertem Ablauf erkennbar zu einem Schaden durch von außen kommende Ereignisse führen würde, wobei Gewissheit nicht erforderlich sei, sondern große Wahrscheinlichkeit
➢ Gefahr ist die in einem betrachteten Zustand ruhende Möglichkeit des Auftretens eines schädigenden Ereignisses (Chakraborty, 1991).
➢ Interpretation des Arbeitsschutzgesetzes zur Gefahr: Unter einer Gefahr ist zu verstehen, dass das ungehinderte Ablaufen des objektiv zu erwartenden Geschehens in einem Schaden resultiert
Gefährdung Definitionen
Als Gefährdung wird ein Prozess definiert, der zum Schaden führt, wenn sich verletzliche Objekte in seinem Wirkungsbereich befinden. Gefährdung beinhaltet somit lediglich die Möglichkeit eines Schadens.
Ganz konkret auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt bezogene Gefahr
Schaden Definiton
Schadenspotential Definition
Vulnerabilität Definition
Exposition Definition
Resilienz Definition
Fähigkeit einer Gemeinschaft, die potenziellen Gefahren ausgesetzt ist, sich anzupassen, um ein akzeptables Maß an Funktion und Struktur zu erreichen bzw. aufrechtzuerhalten
Risikountersuchung

Vorgehen bei der Risikoanalyse
Identifikation der Gefährdungen

Verinfachter Fehlerbaum für Deiche
Überflutung:
Vorteile der Risikoanalyse
Vorteile der Monte-Carlo-Methode
• Korrekt
• Einfache mathematische Implementierung und Kodierung
• Sehr flexibel
• Kaum methodische Einschränkungen
Schadensarten Ökonomische Schäden
a. Anlagevermögen (Bauten sowie Ausrüstungsvermögen)
b. Ausrüstungsvermögen (Maschinen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung)
c. Immobilienwerte
d. Bruttowertschöpfung (Gesamtwert, der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen)
e. Prosperitätsschaden (langfristige und nachhaltige Störung der wirtschaftlichen Aktivität)
f. Vorratsvermögen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe)
g. Wertschöpfungsverlust (Verlust der nicht geschaffenen wirtschaftlichen Werte der betroffenen Unternehmen innerhalb einer bestimmten Periode)
Schadensarten Ökologische Schäden
Als Schäden im ökologischen Sinne werden solche Veränderungen angesehen, die über das natürliche Schwankungsmaß des betroffenen Ökosystems hinausgehen.
Schadensarten Psychosoziale Schäden
Allgemein betrachtet bezeichnet psychosozial eine sozial bedingte seelische Erkrankung. Im Kontext der Hochwasserschadenspotentialbetrachtung werden sowohl physische und psychische als auch soziale Beeinträchtigungen verstanden.
Differenzierung der Schadensarten (direkt/ indirekt)

Differenzierung der Schadensarten (tangible/intangible)
Differenzierung der Schadensarten (primär/sekundär)
Beispiele Schäden
1.) Direkt/tangibel/primär: Autoschaden
2.) Direkt/tangibel/sekundär: Schimmelbefall im Gebäude
3.) Direkt/intangibel/primär: Personenschaden
4.) Direkt/intangibel/sekundär: Epidemie durch verunreinigtes Trinkwasser
5.) Indirekt/tangibel/primär: Ausfall von Produktionen durch Stromausfall
6.) Indirekt/tangibel/sekundär: Nahrungsmittel im Kühlschrank werden aufgrund Stromausfall schlecht.
7.) Indirekt/intangibel/primär: Angst, da im Aufzug gefangen
8.) Indirekt/intangibel/sekundär: Psychische Schäden aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit nach Hochwasserereignis
Räumliche Untersuchungsskala
Von grob zu genau:
Definitionen der Räumlichen Skalenniveaus
Einflussfaktoren auf das Schadenspotential (vergrößernd)
Grundwasser
Fließgeschwindigkeit
Fließtiefe
Dauer
Eintrittszeitpunkt
Schadstoffe
Sediment
Einflussfaktoren auf das Schadenspotential (mindernd)
Bauwerkseigenschaften
Vorsorgemaßnahmen
Biotypen
Vorwarnzeit
Reaktionszeit
Schadensfunktionen
Siehe Vorlesung s62-69
Schadensarten in HOWAS-Datenbank
• Wohngebäude (Privathaushalte)
• Nicht-Wohngebäude (Unternehmen und öffentlicher Sektor, landwirtschaftliche Betriebsstätten)
• Land- bzw. forstwirtschaftliche Nutzflächen
• Verkehrsflächen/-abschnitte
• Gewässer und wasserbauliche Anlagen
• Siedlungsfreiflächen