Flashcards in the set

Haven't started (18)

Unsicherheit bei Entscheidungen und Expected Utility Theory

Unsicherheit bei Entscheidungen:

  • Auto: Wie oft wird es kaputtgehen?
  • Wohnung: Zu welchem Preis kann sie später verkauft werden?

Expected Utility Theory:

  • Definition: Analyse riskanter Entscheidungen basierend auf elementaren Regeln der Rationalität.
  • Normatives Prinzip:
  • Bevorzugt man einen Apfel gegenüber einer Banane, wird man auch eine 10%ige Chance auf den Apfel einer 10%igen Chance auf die Banane vorziehen.

Riskante Entscheidungen

Szenario:

  • Option A: Münzwurf – 100 € (Kopf) oder 0 € (Zahl).
  • Option B: Sichere Auszahlung von 46 €.
  • Erwartungswert: A = 50 €, B = 46 €.

Bevorzugte Wahl:

  • Die meisten Menschen wählen Option B (sichere Auszahlung), obwohl der Erwartungswert von A höher ist.

Begriff: Risikoaversion:

  • Menschen zahlen eine "Prämie", um Unsicherheit zu vermeiden.
  • Sie bevorzugen Sicherheit gegenüber potenziell höheren, aber unsicheren Gewinnen.

Erklärung durch Expected Utility Theory:

  • Erwartete Auszahlungen: Werden nicht direkt verglichen.
  • Erwarteter Nutzen: Optionen werden nach dem Nutzen der Auszahlungen bewertet, gewichtet mit ihrer Wahrscheinlichkeit.

Anwendung:

  • Häufig in Wirtschaftswissenschaften zur Analyse riskanter Entscheidungen.

Abnehmender Grenznutzen des Vermögens

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Die drei Säulen der Erwartungsnutzentheorie

  1. Erwartung: Der Gesamtnutzen einer Option ergibt sich aus der Summe der möglichen Nutzen
  2. Integration von Vermögenswerten: Eine Option ist akzeptabel, wenn sie deinen Gesamtnutzen erhöht.
  3. Risikoaversion: Die Nutzenfunktion ist konkav.

Begrenzungen der Erwartungsnutzentheorie

Grundannahme:

  • Der Nutzen des aktuellen Vermögens bestimmt das Glück.
  • Menschen mit gleichem Vermögen und gleicher Nutzenfunktion sollten gleich glücklich sein.

Gedankenexperiment:

  • Ihnen und Bill Gates wird gesagt, dass Ihr Vermögen morgen 1.000.000 US-Dollar beträgt.
  • Frage: Wären Sie beide gleich glücklich?
  • Antwort: Nein, da das Glück von der Veränderung des Vermögens abhängt, nicht vom absoluten Betrag.


  • Das ursprüngliche Vermögen ist der Referenzpunkt
  • Diese Überlegungen sind nicht enthalten in der Erwartungsnutzentheorie.

Risikoaversion und Risikofreude

  • Option A: Eine 50:50 Chance, am Ende 1.000€ oder 4.000€ zu besitzen.
  • Option B: Sicher 2.000€ besitzen.

Unterschiede in der Wahrnehmung:

Anthony:

  • Ausgangsvermögen: 1.000€.
  • Denkt in Gewinnen: 2.000€ sind ein sicherer Gewinn.
  • Bevorzugt die sichere Option (B), da sie ihn glücklich macht.

Betty:

  • Ausgangsvermögen: 4.000€.
  • Denkt in Verlusten: 2.000€ erscheinen ihr als Verlust.
  • Bevorzugt die riskante Option (A), da alle Optionen für sie schlecht aussehen.

Allgemeines Muster:

  • Menschen sind risikoavers, wenn es um Gewinne geht (sie bevorzugen sichere Gewinne).
  • Menschen sind risikofreudig, wenn es um Verluste geht (sie nehmen Risiken in Kauf, um Verluste zu vermeiden).

Isolationseffekt und widersprüchliche Präferenzen

Auswahlproblem 1:

  • Ausgangsvermögen: 1.000€
  • Option A: 50% Chance, 1.000€ zu gewinnen.
  • Option B: Sicher 500€ gewinnen.

Auswahlproblem 2:

  • Ausgangsvermögen: 2.000€
  • Option A: 50% Chance, 1.000€ zu verlieren.
  • Option B: Sicher 500€ verlieren.

Verhalten:

  • Problem 1 (Gewinne):
  • Menschen bevorzugen sichere Gewinne → Risikoavers (meist Option B).
  • Problem 2 (Verluste):
  • Menschen bevorzugen risikoreiche Optionen, um Verluste zu vermeiden → Risikofreudig (meist Option A).

Widersprüchliche Präferenzen:

  • Beide Probleme haben identische Endzustände:
  • Problem 1: Endvermögen: 1.500€ (B) oder 2.000€/1.000€ (A).
  • Problem 2: Endvermögen: 1.500€ (B) oder 2.000€/1.000€ (A).

Isolationseffekt:

  • Menschen fokussieren sich auf Unterschiede zwischen Optionen und ignorieren gemeinsame Komponenten
  • Dadurch entstehen inkonsistente Präferenzen, je nach Darstellung der Entscheidung

Certainty Effect (Gewissheitseffekt)

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Extreme Wahrscheinlichkeiten

Unwahrscheinliche Ereignisse:

  • Werden entweder ignoriert (z. B. ein Lottogewinn).
  • Oder überbewertet (z. B. Angst vor einem Flugzeugabsturz).
  • Beispiel:
  • Menschen kaufen teure Versicherungen für unwahrscheinliche Risiken, wie Meteoriteneinschläge.

Hohe Wahrscheinlichkeit vs. Gewissheit:

  • Der Unterschied zwischen "sehr wahrscheinlich" und "sicher" wird oft unterschätzt oder überbewertet.
  • Beispiel:
  • 99%ige Chance auf Erfolg wird oft so behandelt, als wäre es 100%, oder als wäre es noch unsicher.

Extreme Wahrscheinlichkeiten Beispiel 1

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Possibility Effect

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Verlustaversion

Verlustaversion: Verluste werden emotional stärker empfunden als gleich große Gewinne.

  • Beispiel: Der Schmerz bei einem Verlust von 100€ wiegt stärker als die Freude über einen Gewinn von 100€.

Merkmale

Stärke der Verlustaversion:

  • Im Durchschnitt wird ein Gewinn von 200€ benötigt, um einen Verlust von 100€ auszugleichen.
  • Verhältnis liegt oft zwischen 1,5 und 2,5

Einsatzabhängigkeit:

  • Mit steigendem Einsatz nimmt die Verlustaversion zu.
  • Kann bei großen Summen sogar unendlich erscheinen.

Verlustaversion Beispiele + Vor- und Nachteile

Investitionen:

  • Fokus liegt mehr auf Risiken als auf möglichen Gewinnen.

Verkäufe:

  • Menschen sind nicht bereit, ihr Haus unter dem ursprünglichen Kaufpreis zu verkaufen

Vorteile der Verlustaversion

  • Kann vor riskanten Entscheidungen schützen:
  • Beispiel: Geduldiger Hausverkauf.

Nachteile der Verlustaversion

  • Besonders problematisch bei wiederholten Entscheidungen, wo Verluste langfristig unvermeidbar sind.
  • Kann zu verpassten Chancen führen.

Einzelne vs. Gebündelte Entscheidungen

Einzelne Entscheidungen (Narrow Frame)

  • Jede Entscheidung wird isoliert betrachtet.
  • Typisch menschliche Denkweise.
  • Kann zu irrationalen Entscheidungen führen, da langfristige Zusammenhänge ausgeblendet werden.

Beispiel:

  • Ein Anleger entscheidet sich gegen eine riskante Investition, da er nur den möglichen Verlust in diesem Einzelfall sieht.

Gebündelte Entscheidungen (Broad Frame)

  • Betrachtung mehrerer Entscheidungen als Teil eines größeren Ganzen.
  • Ergebnis: Rationalere und langfristig vorteilhaftere Entscheidungen.

Beispiel:

  • Der gleiche Anleger akzeptiert die Investition, wenn er sie als Teil eines diversifizierten Portfolios betrachtet.

Warum haben wir eine solche Abneigung gegen Verluste?

1.Evolutionäre Gründe

Überlebensvorteil:

  • Unser Denken priorisiert das Vermeiden von schlechten Ereignissen, da diese das Überleben gefährden könnten.
  • Beispiel: Schnelles Entdecken eines Raubtiers war entscheidend für das Überleben.

System 1 (automatisch und intuitiv):

2.Motivationen

  • Menschen sind stärker motiviert, Negatives zu vermeiden, als Positives zu suchen.

Beispiele:

  • Freundschaft: Konflikte vermeiden, um Beziehungen zu erhalten.

Prospect Theory (Kahneman und Tversky, 1979)

Grundannahme

  • Individuen wählen die Option mit dem höchsten "Gesamtwert".
  • Der "Gesamtwert" wird durch zwei Funktionen beschrieben:

1.Value Function (Wertefunktion)

  • Definition: Weist jedem Ergebnis xxx einen subjektiven Wert v(x)v(x)v(x) zu.
  • Eigenschaften:
  • Referenzpunkt: Die Funktion ist relativ zu einem Referenzpunkt definiert

2.Probability Weighting Function (Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion)

  • Definition: Weist jeder Wahrscheinlichkeit ppp ein Entscheidungsgewicht π(p)\pi(p)π(p) zu.
  • Eigenschaften:
  • Überbewertung geringer Wahrscheinlichkeiten
  • Unterbewertung hoher Wahrscheinlichkeiten

Prospect Theory: Value function

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Prospect Theory: Probability Weighting Function

  • Steigende Funktion: Je höher die Wahrscheinlichkeit (p), desto größer ist das Gewicht (π(p).
  • Untergewichtung insgesamt: Insgesamt wird die Wahrscheinlichkeit oft unterbewertet
  • Empfindlichkeit: Menschen reagieren weniger stark auf Änderungen von Wahrscheinlichkeiten, als es das mathematische Erwartungsprinzip vorhersagt.