Flashcards in the set

Haven't started (25)

Verortungen der Soziologie
-zwischen Alltagswissen/Wissenschaft -> Rückkopplungseffekt: neue Erkenntnisse bewirken eine Reaktion
(Verhalten)
-zwischen Geistes-/Naturwissenschaft -> eine einheitliche Wissenschaft (50/50 geistig und philosophisch)
-zwischen Makro-/Mikroebene
-gesamte Gesellschaft oder kl. Gruppenstrukturen
Alltags-Soziologie
-Wirklichkeitsvorstellungen: vage, wertbesetzt, eher zufällig
-Erfahrungen: eigene (primäre), fremde (sekundäre/stellvertretende)
-Kenntnisse: übernommen, in ungenauen Begriffen der Alltagssprache
-Verhältnis zur Wirklichkeit: engagiert, wechselseitige Beeinflussung
-Verhältnis zum wissenschaftlichen Wissen: distanziert
Wissenschaftliche Soziologie
-Wirklichkeitsvorstellung: präzise, wertneutral, systematisch
-Erfahrungen: Primärdaten (eigene Erhebungen), Sekundärdaten (übernommen Erhebungen)
-Kenntnisse: überprüft (Hypothesen), in genauen Begriffen der Fachsprache
-Verhältnis zur Wirklichkeit: distanziert, wechselseitige Beeinflussung
-Verhältnis zum wissenschaftlichen Wissen: engagiert (kumulativ & aufeinander bezogen), paradigmatisch/wechselnd
Historische Orientierung
-idiographische, hermeneutische Wissenschaft
-Gesellschaft als Geschichtsprozess (Einmaligkeit, Unwiederholbarkeit)
-Strukturmerkmale interpretierbar, kontextabhängig
-wissenschaftliche Methode: Verstehen
Naturwissenschaftliche Orientierung
-nomothetische (gesetzgebende) Wissenschaft
-Gesellschaft als gesetzmäßiges Handlungsgefüge
-Strukturmerkmale prinzipiell mess- und berechenbar
-wissenschaftliche Methode: Erklären
Makro-Soziologie
-Gesamtgesellschaft als soziales System
-holistische, ganzheitliche Perspektive (Kollektivismus)
Mikro-Soziologie
-Gesellschaftsmitglieder als interagierende Individuen (Elemente)
-psychologisch-reduktionistische Perspektive (Individualismus)
Was ist Theorie?
-Aufstellung einer spezifischen Hypothese → allgemeine Theorie → mögliche widerspruchsfreie
Verbindung
-generalisierende, verallgemeinernde Aussagen (Hypothesen)
-gesamtes Alltagsleben beruht auf Geflecht von (meist unbewusst) Hypothesen (ohne nicht überleben/handeln)
-im Alltag notwendig/unvermeidlich für Lernen/konsistentes Handeln
-Wissenschaft: Bildung & Verwendung gezielt/speziell um allgemeinere Theorien miteinander zu verbinden
Kausalhypothesen/Zusammenhangshypothesen
Wenn X, dann Y...
Prinzip der Induktion
-von Einzelfällen auf allgemeine Aussagen schließen
Prinzip der Deduktion
-von allgemeiner Aussage auf den Einzelfall schließen (bzw. erklärt/versteht Einzelfall durch allgemeine Aussage)
Wissenschaftliche Theorien sind nur "wissenschaftlich" wenn...
-wenn sie sich an der Wirklichkeit überprüfen lassen
-wenn sie einer Überprüfung an der Wirklichkeit standhalten
Prinzip der Verifikation
-altes Ideal
-Theorie empirisch bestätigen (z.B. Beobachtungs- und Messverfahren)
-mit andren bestätigten Theorien
kombinieren => kontinuierlich Wissen generieren/integrieren
-(„positives Wissen“ => Positivisten)
-Kritik (Popper): man kann nie sicher sein, dass eine Theorie auf alle
Einzelfälle zutrifft (kein Maßstab für Wissenschaftlichkeit, weil meistens unmöglich)
Prinzip der Falsifikation (Karl Popper)
-modernes Ideal
-ständige Überprüfung/Hinterfragung-> Theorien bestehen nur, wenn die nicht falsch sind (müssen falsifizierbar sein)
-Wissenschaft =„vorläufiges Wissen“, welches noch nicht falsifiziert
wurde → vorläufig: gültig
-nicht nach Bestätigung suchen sondern nach Hinweisen zur Widerlegung bzw. Gegenbeweise
-Kritik: Annahme → theoretische Aussagen an Beobachtungen prüfen stimmt oft nicht und zu Unrecht falsch (z.B.: Messfehler & theoretische Unschärfe (Indikatoren))
Struktur wissenschaftlicher Revolutionen
-Thomas Kuhn
-Falsifikation stimmt nicht mit Forschungsprozess überein => nicht verworfen => Theorien modifiziert
-Gründe u.a.: Messfehler, neue Befunde Generationenwechsel, …
-Theorien oft dehnbar/deutbar (Wie gelingt eindeutige Falsifizierung?)
-„Normale Wissenschaft“: neue Befunde nicht als Falsifikation betrachtet, sondern als Erweiterung bestehender Theorien
-wenn Anomalien sich anhäufen (viele gegensätzliche Befunde) => neue Theorien
-wissenschaftliche Revolution =
Paradikmenwechsel => "Normalwissenschaft"
-nie klares empirisches Kriterium für Paradigmenwechsel (abhängig von außerwissenschaftlichen Kriterien: Generationswechsel, Erfindung neuer Messgeräte, Macht-und Interessenkämpfe)
-Wissenschaft ≠ stetiger Prozess, sondern abrupte Umbrüche (daher: Revolution)
Konsequenzen für die Soziologie
-Koexistenz mehrere Theorien bzw. Paradigmen
Drei Grundfragen:
-Was ist soziales Handeln? Mikro
-Was ist soziale Ordnung? Makro
-Was bestimmt sozialen Wandel?
Individuum (Mikroebene)
-soziales Handeln: Handlungstheorie & verstehende Soziologie (Handeln, Sinn, Präferenzen, rationale Wahl)
-soziale Ordnung: Identität, Habitus, Kultur, soziale Geltungsprozesse
-sozialer Wandel: Lebenslauf, Wertewandel, Migration
Gesellschaft (Makroebene)
-soziales Handeln: Werte, Normen, Rollen, Sozialisation
-soziale Ordnung: Gesellschaftsvergleich, Systemtheorie, Institutionsvergleich
-sozialer Wandel: Gesellschaftswandel, institutioneller Wandel
Verflechtung zwischen Individuum und Gesellschaft (Mesoebene)
-soziales Handeln: symbolische Interaktion, Kommunikation
-soziale Ordnung: Lebenswelt, Praxis, Netzwerk, Organisation
-sozialer Wandel: Konflikt, Macht, soziale Bewegungen, Diffusionsprozesse, Revolution
Kausalität
-Bedeutung (Hume 1748): ein Ereignis A bedingt ein Ereignis B (wenn A nicht existiert, wird B nicht oder in anderer Form existieren)
-Fundamentalproblem kausaler Inferenz (Ursache-Wirkung-Beziehung):
-Untersuchungseinheit kann niemals gleichzeitig mehrere Ausprägungen einer erklärenden Variablen annehmen
-es ist unmöglich, den individuellen Kausaleffekt bei ein und derselben
Person zu beobachten, d.h. tritt ein Ereignis ein sieht man nicht das Gegenereignis
-daher sind kausale Schlussfolgerungen nur annähernd möglich
(durchschnittlicher Kausaleffekt wird ermittelt)
"Within"-Analyse
-erfordert zeitbezogene Daten
-Ursache/Wirkung sind zeitlich auseinander
-2 Ereignisse gleichzeitig, dann kausal voneinander unabhängig
Methoden der Gesellschaftsanalyse und Kausalität
-"Within“-Analyse, also detailreiche Rekonstruktion vom kausalen Prozess
-kausale Erklärung Einzel-Ereignis /
nicht generell!
-neue Hypothesen aus Einzel-Ereignis (scheinbare
Detailtreue, wegen Fehler)
Experimentaldesign
-Ursache/Wirkung zeitlich und methodisch auseinanderhalten
-Randomisierung in Experimental-und Kontrollgruppe (Drittvariablenkontrolle)
-Kritik: Laborexperimente (künstlich)
-natürliche Experimente oder Feldexperimente (reale Daten und gute externe Validität ABER Fragestellung begrenzt und keine reine Randomisierung)
Nichtexperimentelle Designs (Beobachtungsstudien)
-Bedingungen des Experiments durch Regressionstechnik und Drittvariablenkontrolle
-Vorteile: reale Daten, Drittvariablenkontrolle, generalisierbare Schlüsse möglich
-Querschnittsdaten: Explanans & Explanandum oft zeitlich zusammen
-Längsschnittdate : Kausale Within-Analyse über Fixed-Effects-Regression möglich
-Kritik: Probleme kausaler Endogenität (Wirkung auf Ursachen rückwirkend, daher nicht auseinanderhalten)