Bedeutung von Verhandlungen(-smanagement)
Erscheinungsformen von Verhandlungen - konstitutive Merkmale einer Verhandlung
Multipersonalität/-organisationalität
Zielkongruenz
-> Einigung über einen oder mehrere Verhandlungsgegenstände bei einem Verhandlungsobjekt
Präferenzkonflikt
Einigungsraum
Interaktionsprozess
Verhandlungsepisode
... kann als abgrenzbarer Verhandlungsteil verstanden werden, der zeitlich, räumlich, organisatorisch und/oder inhaltlich von anderen Bestandteilen einer Verhandlung separiert erfolgt und der von den Beteiligten auch als eigenständiger Teil der Gesamtverhandlung wahrgenommen wird
Definition Verhandlung
= Prozess der Einigung über ein oder mehrere Austauschobjekte zwischen Parteien mit zumindest teilweise unterschiedlichen Präferenzen
Bsp. im Unternehmensalltag:
Gehaltsverhandlungen, Tarifverhandlungen, Urlaubsplanung, ...
Unterscheidungskriterien für Verhandlungsformen
Organisationszugehörigkeitsebenen

Rahmenbedingungen von Tarifverhandlungen
- Entwicklung Konfliktintensität
Zunehmende Personalisierung
Entwicklung neuer Kampfinstrumente
Ausweitung der Konflikte (hohe Kosten für Wirtschaft)
Studie zu Verhandlungstraining
Aktualität des Aufbaus von Verhandlungskompetenzen in Unternehmen
stetig wachsende Bedeutung, deshalb:
Ansätze in der Verhandlungsforschung
Theoretisch
- Analytisch-präskriptiv (v. a. Spieltheorie)
- Deskriptiv-verhaltenswissenschaftlich
Managementbezogen
- meist erfahrungsbasierte Ansätze
Beispiel für theoretisch-konzeptionelle Ansätze

Beispiel für deskriptiv-verhaltenswissenschaftliche Ansätze

Grundansatz der Negotiation Analysis
= Zusammenführung analytisch-präskriptive und deskriptiv-verhaltenswissenschaftliche
- beinhaltet v. a. spieltheoretische und sozialpsychologische Ansätze & Grundlagen der (multi-attributiven) Entscheidungstheorie
Präferenzanalyse im Rahmen der Negotiation Analysis
1. Benennung aller relevanter Präferenzen („attributes“)
2. Formulierung konkreter Ausprägungen der Präferenzen („agreement levels“).
3. Wichtigkeit (wj ) der Präferenzen j anhand einer Konstant-Summen-Abfrage:
4. Ermittlung der Teilnutzenwerte (lkj) der Ausprägung k des Attributs j
5. Bestimmung des Gesamtnutzens (U = Σ lkj) unterschiedlicher Verhandlungsalternativen durch Addition der Teilnutzenwerte
6. Kalkulation von Trade-Off-Entscheidungen in Form von nutzenmaximierenden Paketofferten.
Beispiel zur Negotiation Analysis

Verhandlungen als Gegenstand der praxisnahen Management-Forschung
zwei Typen von Ansätzen unterscheiden:
7 taktische Ratschläge für erfolgreiches Verhandeln &
Harvard-Verhandlungskonzept

7 taktische Ratschläge für erfolgreiches Verhandeln &
Harvard-Verhandlungskonzept
7 taktische Ratschläge:
Handlungsempfehlungen des Harvard-Verhandlungskonzeptes
Menschen
Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln
Interessen
Nicht Positionen, sondern Interessen in den Mittelpunkt stellen
Kriterien
Das Ergebnis auf objektiven Entscheidungsprinzipien aufbauen
Möglichkeiten
Vor der Entscheidung verschiedene Möglichkeiten entwickeln
Begriff und Aufgaben von Management
= The process of planning, organizing, leading and controlling the efforts of organizational members and the use of other organizational ressources in order to achieve stated organizational goals
4. Aufgaben (Kreislauf):
Planning”-Aufgabe -> „Organizing“-Aufgabe ->„Controlling“-Aufgabe -> „Leading“-Aufgabe ->...
Teilaufgaben des VHM
Verhandlungs:
-analyse
-organisation
-vorbereitung
-führung
-controlling

Negotiation Check
- Aufwand/Nutzen-Verhältnis von Verhandlungsmanagement
-VHM sollte sich auf Verhandlungen konzentrieren, die für das Unternehmen eine besondere Wichtigkeit aufweisen und bei denen sich folglich der mit dem VHM verbundene Aufwand vertreten lässt

Verhandlungsbezogene Analyse – Relevante Informationsbereiche

Machtmatrix

Machtmatrix als Ausgangspunkt
3 Perspektiven:

Alternativen-Analyse: BATNA Analysis
BATNA-Analyse: Bestandteile

Problemfeld “Verhandlungshistorie”
Verhandlungsdatenbank
Negotiation Issue Analyse (NIA)
Bestandteile der Negotiation Issue Analyse (NIA)

Was ist die Negotiation Issue Analyse und wie geht man vor?
Identifikation der originären Verhandlungsgegenstände

Pain Point-Analyse
(1) Identifikation der Verhandlungsgegenstände, die vermutlich von den verschiedenen Verhandlungsparteien eingebracht werden
(2) Beurteilung jedes Verhandlungsgegenstandes aus Sicht jeder Partei, ob dieser für die Partei relevant („1“) oder irrelevant („0“) ist
(3) Beurteilung der Präferenzrichtungen bei von verschiedenen Parteien als relevant eingestuften Verhandlungsgegenständen:
Bei Präferenzgegensätzen wird der einen Präferenzrichtung eine „-1“ und der anderen Richtung eine „+1“ zugeordnet
(4) Ableitung von Verhandlungsgegenständen, die für unsere Partei in Verhandlungen mit Partnern Risiken oder Chancen beinhalten

Analyse der originären Verhandlungsgegenstände: Distributivität

Analyse der originären Verhandlungsgegenstände: Integrativität
Quellen von integrativem Potenzial:
Unterschiede in Präferenzen (bzgl. verschiedener Themenkomplexe, möglicher Optionen), Ressourcen und Fähigkeiten, Einschätzungen von zukünftigen Zuständen der Welt, Risikoneigungen
Smart Objective Analyse (SOA)

Smart Objective Analysis: Vorgehen
(1) Identifikation der Verhandlungsgegenstände
(2) Ranking der Verhandlungsgegenstände entsprechend der Bereitschaft, Zugeständnisse zu machen, aus eigener Sicht
(3) Ranking der Verhandlungsgegenstände entsprechend der Bereitschaft, Zugeständnisse zu machen, aus Sicht der Verhandlungsgegenseite
(4) Vergleich der Ranking-Position beider Verhandlungsseiten anhand eines zusammenfassenden Schaubildes
(5) Analyse abweichender Ranking-Positionen im Hinblick auf integratives Potenzial
(6) Umgang mit dem integrativen Potenzial
Conjoint-Measurement
= Wichtigkeit von Verhandlungsgegenständen wird indirekt ermittelt
Beispiel für Conjoint-Measurement

Wie mache ich eine Verhandlung integrativer?
(1) Side Dealing
(2) Excluding
(3) Splitting
Side Deal
= Ergebnis oder den Prozess einer Verhandlung an das Ergebnis oder den Prozess einer anderen Verhandlung zu knüpfen

Zeitbezogene Side Deals
= augenblickliche Verhandlung über einen bestimmten Verhandlungsgegenstand mit gleichartigen zukünftigen Verhandlungen verknüpft
Bsp.:
Deal von Einjahresvertrag mit 20% Preissteigerung auf Dreijahresvertag mit jeweils jährl. 6% Preissteigerung anpassen um Einigung zu erzielen
Objektbezogene Side Deals
= Herstellung von Verknüpfungen zu anderen Verhandlungsobjekten bei parallel geführten Verhandlungen
Partnerbezogene Side Deals: Formen

Partnerbezogene Side Deals: Beispiel „Ukraine im Nato-Russland-Spannungsfeld“

Einengung von Verhandlungsgegenständen: Excluding
= Einige, der ins Auge gefassten Verhandlungsgegenstände bewusst aus Verhandlung ausschließen
Kommt in Frage bei Verhandlungsgegenständen:
Splitting
= distributiver Verhandlungsgegenstand wird in einen integrativen Verhandlungsgegenstand überführt
Verhandlungsorganisation

Persönlichkeit und Verhandlungsstil des Verhandlungspartners: Profiling

Bilaterale vs. Multilaterale Verhandlung

Prozessschritte der Profilerstellung
Schritt 1
Analyse des Verhandlungsstils des Partners
Schritt 2
Analyse der Persönlichkeit des Partners
Schritt 3
Analyse des Stils / der Persönlichkeit
Schritt 4
Ableitung von Schlussfolgerungen für Ihre eigene Verhandlungsstrategie
Verhandlungsverhalten

Auswirkungen der Verhandlungsteamgröße auf die Verhandlungsperformance:

Besetzung des Negotiation Teams: Einflussfaktoren
Einflussfaktoren auf die Größe des Negotiation Teams:
Besetzung des Negotiation Teams – Individuelle & Psychografische Einflussfaktoren

Eignung verschiedener Hierarchieebenen im Verhandlungsprozess

Aufgabenverteilung im Verhandlungsteam
Aufgabenprofile als integrierte Aufgabenverteilung: Das “FBI-Konzept”
Decision Maker:
nicht anwesend, entscheidet und trägt Verantworung
Negotiator:
führt Verhandlung, hält Kontakt zur Gegenseite, Fokus auf Argumenten
Commander:
coacht Negotiator in jew. Fachgebiet, analysiert Gegenseite, bewertet Zwischenergebnisse, protokolliert
Was spricht gegen Methode?

“Co-Negotiating-Konzept”

Verhandlungsrahmen
bezieht sich auf:
Studie ‘Digital Footprint’ von Geschäftsverhandlungen

gitale Verhandlungen – Do’s & Don’ts

Battle Planning
= (Negotiation Blueprint) verhandlungsseitenübergreifenden Plan, der für besonders realistische Szenarien nach innen und außen den Verhandlungsprozess koordinieren soll
-> wie komplexe Verhandlung beginnen?
-> mit wem zunächst worüber verhandeln?
Beispiel “Makro & Mikro Battle Plan”

Grundansatz des “Battle Planning”
(1) Starpunkt definieren: Mit wem zunächst worüber verhandeln?
(2) Festlegung einer übergeordneten Basisstrategie
(3) Strukturierung des Verhandlungsprozesses in mehrere inhaltlich und zeitlich getrennte Episoden
(4) Entwurf des eigenen Verhaltens pro Verhandlungsrunde (inkl. Festlegung des Verhandlungseinstiegs)
(5) Mögliche Reaktionen der Gegenseite antizipieren und entsprechende Gegenmaßnahmen festlegen
Definition von Verhandlungszielen (Effektivitätsziele)
= gewünschte Ausprägungen bei einzelnen/allen zu verhandelnden Verhandlungsgegenständen oder -faktoren in bestimmter Verhandlung
Anforderungen an die Verhandlungsziele:
SMART-Regel
Specific
Measurable
Acceptable
Realistic
Tough
Verhandlungsziele – Anforderung “Tough”

Das “Magische Viereck” der Zielplanung

Reservations- und Aspirationslösungen
ZOPA (Zone Of Possible Agreements) ergibt sich durch die Reservationslösungen (Untergrenzen) (und nicht die Aspirationslösungen (Wunschergebnisse)) in einer Verhandlung
(1) Reservation
= Gerade noch akzeptierte Ausprägungen der Ergebnisse bei den Verhandlungsgegenständen
(2) Aspiration
= Beabsichtigte Ausprägungen der gegenstandsbezogenen Verhandlungsergebnisse bzw. der gesamten Verhandlung
ZOPA und Schwierigkeitsgrad einer Verhandlung

Negotiation Pie Analyse
= betrachtet gemeinsamen Gewinn bzw. Nutzen, der im Rahmen einer Verhandlung auf beiden Seiten insgesamt realisiert werden kann

Grundstrategien in Verhandlungen

Bestandteile des Konzessionsmanagements
Angebots- und Konzessionsmanagement:
1. Angebot
Partei mit 1. Angebot oftmals einen größeren Anteil von der Verhandlungsmasse
-> wirkt als kognitiver Anker

Planung erster Konzessionen
Wann?
Ab welchem Zeitpunkt wollen wir Konzessionen machen?
Wo?
Bei welchen Verhandlungsgegenständen sind wir bereit, Konzessionen zu machen?
Wie?
In welcher Form wollen wir die Konzessionen präsentieren?

Konzessionsverläufe
1 linear: gleichmäßige Konzession
2 logarithmisch: zu Beginn große
3 exponentiell: Beginn kleine, erst zu Ende große
4a kubisch: zu Beginn groß, Mitte klein, Ende groß
4b kubisch: zu Beginn kleine, die ab der Hälfte deutlich größer werden
Ergebnisse Studie

Verhandlungsvorbereitung: Vorbereitungsreport
Vorteile:
-> wenig in der Praxis genutzt (laut Umfrage)
Verhandlungsvorbereitung: Einordnung künstlicher Intelligenzen

Ergebniswirkung ausgewählter Fallbeispiele im Verhandlungsmanagement des Einkaufs nach Intelligenzstufe
Umfrage: beste Unterstützung von KI in Verhandlungsvorbereitung

NegotiationManager
= eine Softwarelösung, die Umsetzung und Optimierung eines digitalen Verhandlungsmanagements im Unternehmen ermöglicht
Ziel
(a) dem Verhandler spezifische Handlungsempfehlungen für seine Verhandlungen zu geben (individuelle Ebene)
(b) verhandlungsübergreifende Analysen über alle mittels der Software erfassten Verhandlungen durchzuführen („Dashboard“)

Verhandlungsführung: Dimensionen
Verhaltensbezogene Dimension vs. Prozessuale Dimension
Kennzeichnung von Verhandlungstaktiken
= Planung des abgestimmten Einsatzes von Verhandlungsargumenten, -angeboten und sonstigen Verhaltensweisen in Bezug auf Verhandlungsablauf und -gegner in Verhandlungen zu verstehen
Überblick aller Taktiken

Storytelling in Verhandlungen
= natürliche, strategische, ein-oder mehrseitige Kommunikationstechnik mit dem Potenzial, zu informieren, zu beeinflussen und Beziehungen aufzubauen, indem die Emotionen des Rezipienten durch kurze narrative Inhalte angesprochen werden
Studie zu Wirkung:
-> Kommunikationsverhalten der Käufer meddiert die Anzahl der Vertragsabschlüsse, aber nicht den Kaufpreis
-> dadurch verändertes Kommunikationsverhalten der Rezipienten trägt zu einer positiveren und freundlicheren Atmosphäre und einer größeren Einigungsbereitschaft auf beiden Seiten bei
relevante Parameter
-> Thema: private > produktbezogene Stories
-> Tonalität: negative > positive Stories
Bestimmung von geeigneten Taktiken: Taktik Konfigurator

Simulation von Verhandlungen: War Gaming
= eigenes Verhandlungsverhalten im Allgemeinen, aber auch die Wirkung von Argumenten und Taktiken im Vorfeld einer Verhandlung eingeübt, in dem ein Teil des eigenen Teams oder externe Dienstleister in die Rolle des späteren Verhandlungsgegners schlüpfen und eine Verhandlung simuliert wird
Ablaufschritte beim War-Gaming
(1) Rollenzuweisung
(2) Vorbereitung der Verhandlungssimulation
(3) Durchführung der Verhandlungssimulation
(4) Auswertung der Verhandlungssimulation

Überblick zur Verhandlungsführung
Einstiegsphase
Dialogphase
Lösungsphase
Abschlussphase
Überblick zum Verhandlungscontrolling
-> kann im Zeitablauf zu einem entscheidenden Vorteil im Verhandlungsmanagement entwickelt werden

Gestiegene Bedeutung der Nachverhandlungsphase
-> erfolgt nach Abschlussphase
Ziel: ursprüngliches Verhandlungsergebnis anpassen und ein verbessertes Ergebnis zu erzielen, das beidseitig als bindend akzeptiert wird
Ursprungsverhandlung vs. Nachverhandlungssituation:
Claim-Verhandlungen in Geschäftsbeziehungen
= spezielle Form von Nachverhandlungen, die derzeit in der Praxis eine immer größere Bedeutung einnimmt
-> aktives Claim-Management ist überaus lukrativ für Unternehmen! Mehr als 80% der Claims wird vollkommen oder zumindest in Teilen nachgekommen
Theoretischer Hintergrund zu Claim-Verhandlungen in Geschäftsbeziehungen

Zum Zeitpunkt der Ursprungsverhandlung nicht antizipierte Veränderungen der Umwelt- und Rahmenbedingungen bedrohen bestehende Einigungen!

Claim-Matrix
= Systematisierung Nachforderungen (Claims), aus Sicht Initiators und Rezipienten, hinsichtlich ihrer rechtlichen und beziehungsorientierten Anspruchsgrundlage

Reaktionsmuster “Hardball-Claim”
= breites Repertoire an Verhandlungstaktiken die einen Verhandlungsstil kennzeichnen, der durch besonders hartes, ergebnisorientiertes und häufig auch rücksichtsloses Verhandeln auffällt

Gastvortrag: Welche Mission verfolgt NAP?
Gastvortrag: NAP- Methode

Gastvortrag: Die Stärkung der Verhandlungskompetenz erfordert mehrere Stufen:

Arten von Verhandlungsgegenständen
