Flashcards in the set

Haven't started (16)

was ist wichtig, wenn es um die Testkonstruktion geht?

Testverfahren sind mehr als eine Aneinanderreihung von Items

-> grundlegende Entscheidungen müssen vor der eigentlichen

Testkonstruktion getroffen werden

was beinhaltet die 1. Stufe der Testkonstruktion?

Fragestellung mit Problem- und Anforderungsanalyse


- Frage nach Zielgruppe und Festlegen von Geltungsbereich (Kinder,

Jugendliche, Senioren)

-> diese Fragen mit Einfluss auf Formulierung/Schwierigkeit der Items

und Testformat

-> je breiter die Zielgruppe, desto mehr müssen die Aufgaben über

einen breiteren Schwierigkeitsbereich streuen

was beinhaltet die 2. Stufe der Testkonstruktion?

 Planung und Literaturrecherche

-> Testautor zieht einschlägige Theorien und empirische Arbeiten heran

-> aktuelle Übersichtsarbeiten verringern Arbeitsaufwand

(Metaanalysen)

-> auch Expertenbefragung oder Beobachtung einer kleinen Stichprobe

was beinhaltet die 3. Stufe der Testkonstruktion?

Merkmalsbestimmung und Arbeitsdefinition


psychologische Merkmalsanalyse:

-> Sammlung und Analyse von Infos zum Themenbereich (Grundlage

wurde in 2.Stufe geschaffen)

-> Beschreibungen und Definitionen des zu untersuchenden Merkmals

sichten, um genau bestimmen zu können, welches Merkmal man

erfassen möchte


(Arbeits-)Definition des zu erhebenden Konstrukts finden:

-> wenn Recherche keine geeignete Definition stellt, muss eine eigene

entworfen werden

-> Strukturierung des Merkmals und Differenzierung von spezifischeren

Verhaltenskategorien ermöglicht Vollständigkeit im nächsten Schritt

was beinhaltet die 4. Stufe der Testkonstruktion?

Testentwurf

-> Durchleuchten von möglichen Konstruktionsstrategien


1. intuitive Konstruktionsstrategie

-> bei wenig vorliegendem theoretischen Kenntnisstand; vor allem wenn

neuer Forschungszweig beginnt (Konstruktion abhängig von Intuition

und Erfahrung des Testkonstrukteurs)


2. rationale Konstruktionsstrategie

-> Formulieren von Items ausgehend von einer bereits vorhandenen,

elaborierten Theorie (Voraussetzung: gute theoretische

Vorkenntnisse im Entwicklungsteam)


3. Kriteriumsorientierte Konstruktionsstrategie

-> Auswahl von Items unter Bezugnahme externer Kriterien (es werden

Items gewählt, die Gruppen unterscheiden können)


Dann: Erstellen einer vorläufigen Testversion (zu beachten ist Reihenfolge der Items, Instruktion, Layout und Antwortformat)

was beinhaltet die 5. Stufe der Testkonstruktion?

Pre-Test (Erprobung der vorläufigen Testform)

-> Ziel: Items entdecken, die nicht mit Konstruktionsansprüchen

vereinbar sind


- vorläufige Testversion wird einer Stichprobe vorgelegt

-> mind. 100 Probanden, die der Zielgruppe entsprechen (für

realistische Testbedingungen)

-> retrospektive Befragung: Probanden werden befragt, welche Items

mit Problemen verbunden waren

-> kognitives Vortesten: Testleiter liest Items vor und Probanden

formulieren Überlegungen, die zur Beantwortung dieser Frage führen

was beinhaltet die 6. Stufe der Testkonstruktion?

Verteilungsanalyse

-> Ziel: Items an einer repräsentativen Stichprobe einer

deskriptivstatistischen Evaluation unterziehen


Entscheiden für KTT oder IRT:

-> KTT: Testwertverteilung mittels Bestimmung von Mittelwert, Median,

Modalwert, Testwertvarianz, Spannungsweite, Schiefe und Exzess

untersuchen

-> Unterschiede vor allem bei Bestimmung der Trennschärfe (IRT:

Trennschärfe kann unendlich hohen Wert annehmen; bei KTT

maximal Wert von 1)

was beinhaltet die 7. Stufe der Testkonstruktion?

Itemanalyse und Itemselektion

-> Ziel: deskriptivstatistische Evaluation (alle geeigneten Items werden

dann selektiert)

-> wesentliche Parameter: Itemschwierigkeit/-varianz, Trennschärfe


Schwierigkeitsanalyse:

-> dürfen nicht zu leicht oder zu schwer sein (sollen Probanden

differenzieren können)

-> Schwierigkeitsindex P (Quotient aus bei dem Item tatsächlich

erreichter Punktzahl aller Probanden und der maximal erreichbaren

Punktsumme, multipliziert mit 100): steigt an, je mehr Personen Item

richtig beantworten konnten, bezieht sich also auf Leichtigkeit


Itemvarianzanalyse:

-> Differenzierungsfähigkeit von Items in Bezug auf getestete

Stichprobe (Schwierigkeit des Items ist besonders zu beachten)


Trennschärfeanalyse:

- Korrelation eines Items mit der Gesamtskala (Items mit hohen

positiven Trennschärfen differenzieren die einzelnen

Probanden sehr ähnlich wie der Gesamttest)

-> Item wird von Personen mit geringer Merkmalsausprägung richtig

beantwortet, bei starker Merkmalsausprägung falsch

was beinhaltet die 8. Stufe der Testkonstruktion?

Kriterienkontrolle

-> Eliminierung und Umformulierung der Items, die den vorher

festgelegten Kriterien nicht entsprechen

was beinhaltet die 9. Stufe der Testkonstruktion?

Testrevision

-> Erstellen einer tragfähigen Testendfassung (diese meist revidierte Testversion wird erneut einer Stichprobe zur Testung vorgelegt)

was beinhaltet die 10. Stufe der Testkonstruktion?

Eichung (Normierung)/Cut-off-Werte

-> nicht zwingend notwendig (nicht, wenn Test nur für Forschung

verwendet werden soll)


- für Messung einer einzelnen Person, um Testwert valide interpretieren

zu können

-> wie hoch ist Merkmalsausprägung des Probanden in Relation zu

anderen ausgeprägt?


- Testwert liegt zunächst immer als Rohwert vor (Summe der Itemwerte)

-> Testrohwerte können nicht direkt interpretiert werden

-> zur Beurteilung wird sinnvoller Vergleichsmaßstab benötigt

  1. normorientierte Interpretation
  2. kriteriumsorientierte Interpretation

was sind Beispiele für die kriteriumsorientierte Interpretation?

Abgleich mit psychologisch-inhaltlichen Beschreibungen, die die Bedeutung der Testrohwerte charakterisieren


Screeningverfahren:

-> z.B. Mini-Mental-Status-Test, Montreal Cognitive Assessment

-> Nicht-Erreichen einer bestimmten Punktzahl (Cut-Off-Wert) weist

darauf hin, dass ein bestimmtes Syndrom vorliegt

-> Erreichen einer Punktzahl spricht dafür, dass kein Syndrom vorliegt

was sind Beispiele für die normorientierte Interpretation?

Testrohwerte bei vergleichbaren Personen:

-> individueller Testrohwert wird zum durchschnittlichen Rohwert in

Bezug gesetzt


Testrohwert wird in einen Normwert übersetzt, der vergleichbar ist:

-> positioniert Person hinsichtlich Merkmalsausprägung innerhalb einer

Bezugsgruppe

-> Grundlage: Normierung des Testverfahrens (anhand eigens

gezogener Eichstichprobe)

was ist wichtig bei der Eichstichprobe?

  1. muss repräsentativ für Population sein, die mit Test erfasst wird
  2. umfangreich (soll Probanden bei Geschlecht, Bildungsabschluss und Alter entsprechen)


- genaue Größe der Probe hängt von vielen Faktoren ab


zusätzlich werden Normskalen benötigt:

-> zur Beantwortung, wie hoch Merkmalsausprägung in Relation zu

anderen ausgeprägt ist

-> Basis vieler Normskalen sind Standardwerte (werden mithilfe der

linearen Transformation in z.B. IQ-Werte umgewandelt)

-> Prozentrang 70: 70% der Eichstichprobe haben gleiches oder

schlechteres Testergebnis und nur 30% ein besseres

was versteht man unter dem PFK 9-14?

Persönlichkeitsfragebogen für Kinder zwischen 9 und 14 Jahren von Seitz und Rausche (2004):

-> mehrdimensionaler Persönlichkeitsfragebogen von Dimensionen der

Kinderpersönlichkeit

-> Ziel: Feststellung der individuellen Ausprägung wichtiger

Persönlichkeitsmerkmale (durch Entsprechung/Abweichung)

-> Test erfasst primäre Persönlichkeitszüge (traits) und

Persönlichkeitszüge auf höherem Allgemeinheitsniveau (Faktoren II)

-> Erklärung und Vorhersage des Verhaltens von Schülern und

Einflussnahme auf schulische Entwicklung


Persönlichkeit in 3 Teilbereiche gegliedert:

  1. Verhaltensstile
  2. Motive
  3. Selbstbild

wie ist der PFK 9-14 entstanden?

es wurden folgende Ziele verfolgt:

  1. interindividuelle Bestimmung der Charakteristika der Kinderpersönlichkeit hinsichtlich der Merkmalsausprägung
  2. Erfassung der 3 Teilbereiche, die hohe Varianz des Erlebens und Verhaltens aufklären
  3. Konstanz interner Struktur über verschiedene Subpopulationen
  4. Beschreibung der Persönlichkeitsstruktur eines Probanden gegenüber der Ausprägung der Durchschnittsstruktur


1976: erste Auflage mit 15 Primärdimensionen (4 Verhalten, 6 Motiv, 5 Selbstbild) und 5 Faktoren II


1992: 3. Auflage (einheitliche Festlegung der Anzahl von Items auf 12 pro Dimension)


2004: 4. Auflage (Teststatistik und Struktur erneut überprüft)