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Was ist der Unterschied zwischen crimina und delicta im römischen Recht?

Crimina (Straftaten): Öffentliches Unrecht, strafrechtliche Verfolgung, schwere Rechtsgutsverletzungen (z. B. Tötung, Hochverrat), harte Strafen (z. B. Todesstrafe, Talion).

Delicta (unerlaubte Handlungen): Privates Unrecht, zivilrechtliche Verfolgung, Geldbußen zur Wiedergutmachung (z. B. Körperverletzung, Diebstahl).

Was sind Crimina?

Öffentliches Unrecht, strafrechtliche Verfolgung, schwere Rechtsgutsverletzungen (z. B. Tötung, Hochverrat), harte Strafen (z. B. Todesstrafe, Talion).

Was sind Delicta?

Privates Unrecht, zivilrechtliche Verfolgung, Geldbußen zur Wiedergutmachung (z. B. Körperverletzung, Diebstahl).

Was ist die Funktion der Geldbuße (poena) im römischen Recht?

  • Genugtuungsfunktion: Wiedergutmachung für den Geschädigten.
  • Vergeltungsfunktion (Straffunktion): Strafe als Vergeltung für das Unrecht.
  • Poena wirkt als Privatstrafe und ist nicht gleichbedeutend mit Strafschadensersatz im BGB.

Was bedeutet Talion und wie wurde es im römischen Recht angewendet?

  • Talion (Vergeltung mit dem Gleichen): Strafe, die dem Unrecht in gleicher Form entspricht, z. B. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.
  • Rechtlicher Fortschritt: Einschränkung der unbegrenzten Blutrache und Begrenzung der Vergeltung auf gleiche Maßstäbe

Was sind die Sanktionen für offenkundigen Diebstahl im römischen Recht?

  • Leib- und Lebensstrafe (poena capitalis).
  • Bei nächtlichem Diebstahl oder bewaffneter Gegenwehr: sofortige Tötung des Diebes ohne gerichtliches Verfahren.
  • Nach der Tötung muss der Bestohlene Nachbarn herbeirufen (endo-plorare), um die Rechtmäßigkeit zu prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen furtum manifestum und furtum nec manifestum?

  • Furtum manifestum (offenkundiger Diebstahl): Diebstahl auf frischer Tat, Bestrafung mit Leib- und Lebensstrafe.
  • Furtum nec manifestum (nicht-offenkundiger Diebstahl): Geldbuße in Höhe des doppelten Werts des Gestohlenen (poena dupli).


Welche Sanktionen gab es für einfache Körperverletzung im römischen Recht?

Knochenbruch:

  • 300 As für Freie.
  • 150 As für Sklaven.

Sonstige Körperverletzung oder Beleidigung (iniuria): 25 As.

as war die actio iniuriarum und wie wurde sie im römischen Recht angewendet?

Actio iniuriarum: Klage wegen Beleidigung oder Körperverletzung, wobei der Richter den Schaden schätzt und die Geldbuße festlegt.

Einführung um 200 v. Chr., durch diese Klage konnte der Geschädigte eine Entschädigung verlangen.

Was besagt die actio de tigno iuncto?

  • Klage wegen des Einbaus eines fremden Balkens in das eigene Haus.
  • Bußzahlung in Höhe des doppelten Wertes des Balkens.


Was ist die actio depositi und wie wurde sie bestraft?

  • Klage gegen jemanden, der eine hinterlegte Sache nicht zurückgibt.
  • Bußzahlung in Höhe des doppelten Werts der hinterlegten Sache nach den XII Tafeln.

Welche besonderen delicta wurden im römischen Recht schwer bestraft?

  • Zaubersprüche und Schadenzauber: Bestrafung mit der Todesstrafe.
  • Brandstiftung: Bestrafung mit dem Feuertod.
  • Nächtliches Abernten eines fremden Feldes: Bestrafung mit dem Erhängen.

Was ist der Unterschied zwischen crimina publica und privata im römischen Recht?

Crimina publica: Straftaten gegen den Staat, z. B. Hochverrat, Aufstand, Verrat an den Feind.

  • Strafverfolgung durch den Staat.
  • Schwere Strafen wie Todesstrafe oder Sturz vom Felsen.

Crimina privata: Straftaten gegen Einzelpersonen, z. B. Körperverletzung, Diebstahl.

  • Strafverfolgung durch den Geschädigten oder seine Familie.
  • Strafen oft in Form von Geldbußen oder Talion.


Was bedeutet poena capitalis?

  • Poena capitalis: Die Todesstrafe für schwerwiegende Straftaten, wie z. B. offenkundiger Diebstahl oder Hochverrat.
  • Sie wurde durch die Liktoren vollzogen oder durch den Sturz vom tarpejischen Felsen.

Was war die Rolle der Volkstribunen im römischen Strafrecht?

  • Die Volkstribunen hatten die Aufgabe, Anklage in Fällen von crimina publica (Staatsverbrechen) zu erheben.
  • Sie erhoben die Anklage vor den Zenturiatkomitien und spielten eine wichtige Rolle bei der Strafverfolgung von Vergehen gegen den Staat.

Wie wurde die Strafe für offenkundigen Diebstahl im römischen Recht vollzogen?

Wenn ein Dieb auf frischer Tat ertappt wurde, drohte ihm die Leibes- und Lebensstrafe.

In bestimmten Fällen konnte der Dieb sofort ohne Verfahren getötet werden, z. B. bei nächtlichem Diebstahl oder wenn er bewaffnet Widerstand leistete.

Was bedeutet Talion und welche Bedeutung hatte es im römischen Recht?

  • Talion bedeutet „Vergeltung mit dem Gleichen“, wie in der biblischen Formulierung „Auge um Auge“.
  • Im römischen Recht war es eine gängige Praxis, dass die Strafe der Tat in gleicher Weise entsprach, z. B. ein Auge für ein Auge oder ein Zahn für einen Zahn.

Was ist eine privatklage und wann konnte sie im römischen Recht eingereicht werden?

  • Eine Privatklage war eine Klage, die vom Geschädigten oder seinen Angehörigen gegen den Täter eingereicht wurde.
  • Sie konnte bei Straftaten wie Diebstahl, Körperverletzung oder Beleidigung erhoben werden.

Was war der Zweck des Verfahrens endo-plorare im römischen Recht?

  • Endo-plorare war das Verfahren, bei dem der Bestohlene nach einer Tötung des Diebes Nachbarn herbeirufen musste, um die Rechtmäßigkeit der Tötung zu bestätigen und die Durchführung des Verfahrens zu prüfen.
  • Es war ein Versuch, Lynchjustiz zu vermeiden und die Tat zu überprüfen.

Was war die Sanktion für sacrale Straftaten im römischen Recht?

  • Sacrale Straftaten wie schädliche Zaubersprüche oder Brandstiftung wurden mit der Todesstrafe bestraft.
  • Zaubersprüche, die Schaden an Feldfrüchten anrichteten, und Brandstiftung wurden als besonders schwerwiegende Delikte angesehen.

Was bedeutet actio depositi?

  • Actio depositi war eine Klage, die erhoben wurde, wenn eine hinterlegte Sache nicht zurückgegeben wurde.
  • Der Kläger konnte auf das Doppelte des Wertes der hinterlegten Sache klagen.

Was war der Zweck der actio de tigno iuncto (Klage wegen fremdem Balken)?

  • Diese Klage befasste sich mit dem Fall, dass ein fremder Balken in das eigene Haus eingebaut wurde.
  • Der Kläger konnte Schadenersatz fordern, der den doppelten Wert des Balkens betrug, jedoch musste das Haus nicht abgerissen werden (Bestandsschutz).


Wie verhielt sich die Strafe für Körperverletzungen im römischen Recht?

Im römischen Recht waren Strafen für Körperverletzungen wie Knochenbrüche oder Verletzungen mit festgelegten Geldbußen verbunden.

  • Knochenbruch: 300 As für Freie, 150 As für Sklaven.
  • Sonstige Körperverletzung: 25 As.
  • Der Betrag variierte je nach Schwere der Verletzung und dem Status der betroffenen Person (Freier oder Sklave).


Was ist die Bedeutung der Geldbußen im römischen Recht

  • Geldbußen wurden als Strafen für deliktische Handlungen (Delicta) festgesetzt und dienten der Wiedergutmachung des Geschädigten.
  • Geldbußen waren bei leichteren Straftaten (z. B. Körperverletzung) üblich und variierten je nach Schwere der Tat.

Was ist der Zusammenhang zwischen Schmerzensgeld und dem römischen Recht?

  • Schmerzensgeld im modernen Recht dient der Genugtuung des Geschädigten, ähnlich wie die Geldbußen im römischen Recht.
  • Allerdings gibt es im römischen Recht keine „Strafschadensersatz“-Funktion wie im anglo-amerikanischen Recht (punitive damages).


Was besagt XII 8.1a der XII Tafeln im Zusammenhang mit Zauberei?

  • XII 8.1a bestraft schädliche Zaubersprüche mit der Todesstrafe.
  • Dies umfasst Zauberei, die den Ertrag von Feldern oder das Leben von Tieren gefährdet.
  • Zauberer wurden als gefährlich angesehen und ihr Handeln bedrohte das kollektive Wohl der Gemeinschaft.

Was sind die Strafen für Brandstiftung gemäß XII 8.10 der XII Tafeln?

  • Brandstiftung wurde mit der Todesstrafe bestraft.
  • Die Brandstiftung war eine besonders schwere Straftat, weil sie eine unmittelbare Gefahr für das Leben und Eigentum der Gemeinschaft darstellte.

Was ist der Unterschied zwischen nächtlichem und tagsüber begangenem Diebstahl im römischen Recht?

Nächtlicher Diebstahl:

  • Der Täter konnte sofort getötet werden, ohne dass ein Gerichtsverfahren erforderlich war.
  • Dies galt als Selbstverteidigung des Bestohlenen.

Tagsüber begangener Diebstahl:

  • Hier war ein gerichtliches Verfahren erforderlich, und der Dieb konnte mit Prügelstrafe bestraft und als Sklaveverkauft werden.


Was bedeutet furtum manifestum und welche Strafe war damit verbunden?

Furtum manifestum (offenkundiger Diebstahl):

  • Wenn ein Dieb auf frischer Tat ertappt wurde, konnte er sofort bestraft werden.
  • Die Strafe war die Leibes- und Lebensstrafe (poena capitalis).
  • In einigen Fällen war sogar die sofortige Tötung des Diebes ohne gerichtliches Verfahren erlaubt.


Was ist die Bedeutung der poena dupli bei nicht-offenkundigem Diebstahl (furtum nec manifestum)?

Bei einem nicht-offenkundigen Diebstahl (wenn der Täter nicht auf frischer Tat ertappt wurde) musste der Dieb den doppelten Wert des gestohlenen Gutes als Geldstrafe zahlen (poena dupli).

Die Strafe war eine Geldbuße und keine körperliche Strafe.

Was ist das Verfahren bei der Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit einem Diebstahl?

Wenn ein Diebstahl begangen wurde, konnte eine Hausdurchsuchung durchgeführt werden, um den Täter zu überführen.

Das Verfahren wurde als quaestio lance et licio bezeichnet, wobei eine Schale (lanx) und eine Leinenbinde (licium) verwendet wurden, um das gestohlene Gut zu finden.

Welche Strafe gab es für schwere Körperverletzung gemäß XII 8.2 der XII Tafeln?

  • Schwere Körperverletzung, wie die Unbrauchbarmachung eines Körpergliedes, wurde mit Talion bestraft, was bedeutet, dass dem Täter das gleiche körperliche Unrecht zugefügt wurde.

Beispiel: Ein Mann, der einem anderen das Auge ausschlug, musste ebenfalls sein eigenes Auge verlieren.

Welche Strafe wurde für einfache Körperverletzung gemäß XII 8.3 und 8.4 verhängt?

  • Einfache Körperverletzung (z. B. Blutergüsse, kleinere Verletzungen) wurde mit einer festen Geldbuße bestraft.
  • Knochenbruch: 300 As für Freie, 150 As für Sklaven.
  • Sonstige Körperverletzungen oder Beleidigungen (iniuria): 25 As.

Was besagt die actio de tigno iuncto?

  • Diese Klage bezieht sich auf das Einfügen eines fremden Balkens in das eigene Haus.
  • Der Kläger konnte Schadenersatz in Höhe des doppelten Werts des Balkens verlangen.
  • Diese Klage ist ein Beispiel für das römische Recht der Bestandsschutzes, da das Haus nicht abgerissen werden musste.

Wie wird die Strafe bei Verwahrung (depositum) im römischen Recht geregelt?

  • Wenn eine Person eine hinterlegte Sache nicht zurückgibt, konnte der Geschädigte die actio depositi erheben.
  • Die Strafe bestand in einer Geldbuße in Höhe des doppelten Werts der hinterlegten Sache.
  • Diese Klage wurde später im römischen Recht zu einer vertraglichen Klage umgewandelt.

Was bedeutet iniuria im römischen Recht?

  • Iniuria bedeutet Beleidigung oder ungerechtfertigte Körperverletzung.
  • Sie wurde mit einer festen Geldbuße belegt: 25 As.
  • Diese Beleidigungen konnten sowohl körperlicher (körperliche Verletzungen) als auch verbaler Natur (Beleidigungen) sein.

Was besagt XII 8.9 bezüglich des nächtlichen Aberntens von Feldern?

  • Das nächtliche Abernten von fremden Feldern war eine schwere Straftat und wurde mit dem Erhängen bestraft.
  • Diese Strafe war besonders hart, da sie das Eigentum und die Existenzgrundlage der betroffenen Person bedrohte.

Wie wurden sakrale Straftaten wie Zauberei oder schädlicher Zauber bestraft?

  • Zauberei, die Schaden an Feldfrüchten verursachte, oder schädliche Zaubersprüche gegen Einzelpersonen wurden mit der Todesstrafe bestraft.
  • Sakrale Straftaten wurden als besonders gefährlich angesehen, da sie das Wohl der Gemeinschaft und die Ordnung der Götter gefährdeten.