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Haven't started125

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Haven't started (125)

Die Editionmethode der klassischen Philologie etablierte
Karl Lachmann
Frühmittelalter: Zeit, Sprache, Politik, Kulturelle Hauptzentren
750 - 1050, Althochdeutsch, Ottonen/Karolinger, Klöster
Hochmittelalter: Zeit, Sprache, Politik, Kulturelle Hauptzentren
1050 - 1250, Mittelhochdeutsch, Salier/Stauffer, Höfe
Spätmittelalter: Zeit, Sprache, Politik, Kulturelle Hauptzentren
1250 - 1450 (Buchdruck) - 1650, Wahlkönigtum/Habsburger, Städte
Erster außerordentlicher Professor für Germanistik 1810
Friedrich Heinrich von der Hagen
Gebrüder Grimm Werke
"Deutsches Wörterbuch"
"Deutsche Grammatik"
Textausgaben von Karl Lachmann
1826: "Nibelungenlied"
1827: "Iwein" Hartmann von Aue
1827: Walther von der Vogelweide
1833: Wolfram von Eschenbach
1838: "Gregorius" Hartmann von Aue
Was ist Alterität?
Anderseits zB von Kultur
Anderseits respektieren und nicht normieren
Diachron -> das ,was vergangen ist, nicht aus Logik der Gegenwart, sondern aus der Logik der Vergangenheit
Grundsätzliche Fremdheit als Grundlage: kaum Formen der "Identifikation"
Akzeptanz, dass vieles historisch nicht mehr eingeholt werden kann
Sprache, die im heutigen Wien gesprochen wird
Hochdeutsch
Autonomie der Kunst im MA
Gibt es noch nicht -> mehr spezifische Anlässe, Aufträge, Situationen für Texte -> haben immer spezifische (gesellschaftliche) Funktionen
Autor-Werk-Paradigma im MA
man kennt AutorInnen oft nicht, keine Genieästhetik, kein geistiges Eigentum, Texte sind offen und variabel
Vorteile des Buchdrucks
Revolution Martin Luther; Langsame Entstehung eines anonymen, überregionalen Buchmarktes
Was ist eine Edition?
aus mehreren Überlieferungen: Einigung auf einen Text
Die mittelhochdeutsche Heldenepik erzählt von Stoffen, die meistens historisch auf welche Zeit zurückblicken?
Zeit der Völkerwanderung (Einfall der Hunnen 375 bis Einfall der Langobarden in Italien 568) = "heroic age"
Regeln der Weitererzählung
Selektion (Auswahl an wenigen Stoffen)
Reduktion (Beschränkung auf wichtige Zusammenhänge)
Kombination (Verknüpfung auch zeitlich nicht zusammenhängender Ereignisse)
Privatisierung (Historische Zusammenhänge als Familiengeschichten)
Was ist "Strukturelle Amnesie"?
Ohne Schrift kann nur weniges im Gedächtnis einer Gesellschaft bestehen, vieles muss vergessen werden
Klassische Stufen der Textkritik
    1. recensio (Sichtung)
    2. examinatio (Wertung)
    3. emendatio (Wiederherstellung)
Leithandschrift
Orientierung an der Handschrift, die man für die beste hält
Konjenktur
Plausible Verbesserung einer gestörten Überlieferung
Crux
Kennzeichnung einer nicht zu heilenden Störung
Historisch-kritische Edition
Herstellung eines Textes, der dem "Original" nahekommt
Diplomatische Wiedergabe/Transkription
Textwiedergabe strikt nach der Handschrift
Original (im MA)
problematischer Begriff, kein Anliegen einen "ersten" oder "legitimierten" Autortext zu besitzen
Was wurde im Frühmittelalter geschrieben?
Geistliche Dichtung
Was wurde im Hochmittelalter geschrieben?
Minnesang, Höfische Epik, Heldenepik
Was wurde im Spätmittelalter geschrieben?
Fastnachtspiele, Kleindichtungen, Meistersang
Vorlage für Artusepik von?
Altfranzösische Vorlagen von Chretien de Troyes
Erster deutschsprachiger Artusepos
"Erec" von Hartmann von Aue
Unterschiede von Artusepik zur Heldenepik
  • erfundene Gestalt wird Gegenstand der erfundenen Geschichte -> Art der Fiktionalität
  • Historisch nicht belegte Protagonisten - Artus selbst sehr passiv
  • Metrik: Paargereimte vierhebige Kurzverse
  • vom "Was" zum "Wie" -> Literarische Form wird wichtig
  • Strukturiertheit: v.a Handlungsverdopplungen und Szenensymmetrien
  • Ort und zeit der Handlung sind weniger historisch rückgebunden als in Heldenepik
  • -> Vorbildhaltung
Heldenepik vs Artusepik
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Weibliche Kadenz / Männliche Kadenz
w -> klingend
m -> stumpf
Unterschied zwischen Manuskriptkultur und Buchdruck
Manuskriptkultur: MA; wenige Handschriften; exklusiv, einmalig, teuer; nimm stetig zu und wird mechanisch

Buchdruck: Entstehung eines anonymen überregionalen Buchmarkts, Aufgaben der Textherstellung und Textgeschichte
Was sagt Hartmann von Aue in den Prologen "Iwein" und "Der arme Heinrich" über seine Rolle als Autor?
Er erzählt von sich selbst in der Vergangenheit -> Er weiß die Geschichte wird fremden Leuten erzählt werden -> Bleibt durch Schriftlichkeit "am Leben"

Iwein: Autor als "gelehrter Ritter", der dichtet, wenn er nichts besseres zu tun hat.

Heinrich: Autor als "Dienstmann"; freies Mitglied eines Hofes -> Ritter schreibt für Ritter (keine autonome Stellung)
Was verstehen wir unter dem mittelhochdeutschen "tichten" und der modernen deutschen "Dichtung" und wie sind sie voneinander differenziert?
"Diktieren" wird zu "Kreatives Schreiben"

Lehnwort von "dictare" (lat.) - schriftlich verfassen, nach Diktat aufschreiben

Langsame Lösung des Autors aus dieser Position (vgl. Hartmanns tichten: schriftliche Vorlage, aber eigene Formulierung)

Dictare erst im 15. Jhd nochmals entlehnt = diktieren
Metrik der höfischen Epik
Paargereimte vierhebige Kurzverse (wechselnde Kadenzen)
Minnesang
  • höfisches Ritual: keine "Erlebnislyrik" sondern "Rollenlyrik"
  • allgemeiner Diskurs über höfische Liebe und Erotik (imaginierte Liebe von Sänger zur höfischen Herrin)
  • Paradoxes Klagen (Triebhaftes Verhalten wird umgewandelt in höfisch-zivilisierte Verhaltensformen)
  • Überlieferung: Freier Umgang mit Text, Strophen und Strophenreihenfolgen (Varianz)
Minneparadox
keine Liebeserfüllung
  • höfische Herrin unerreichbar und trotzdem wird sie angepriesen
  • Bemühung um etwas, das nicht erreicht werden darf
Triangulier Konstellation Minnesang
Sänger - Hof - Dame

Sänger - Dame: Werbung und Lobpreis
Sänger - Hof: erfreut Hof und wird bezahlt
Hof - Dame: Steigerung des Ansehens der Dame (und ihres Gatten, des Herrschers)
Typen der Minne
"Hohe Minne": unerfüllte Liebe zur höfischen Herrin

"Niedere Minne": gegenseitige sexuelle Bergehren (hier: Frau meist keine Herrin, sondern nicht ständisch spezifiziert)
Formen des Minnesangs
  • Frauenlieder: Fingierte Rede einer Herrin (nicht im dt Raum)
  • Botenlieder: Liebeswerbung und Frauenpreis als Rede von Boten
  • Wechsel: Monologe von frouwe und Sänger über Thema der Minne (kein Dialog)
  • Tagelied: Feste Szenerie -> Erwachen nach illegitimer Liebesnacht; Mann muss gehen, Bote warnt Pärchen, Klage über Abschied
Metrik des Minnesangs (Kanzonenstrophe)
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Wann beginnt Neuere deutsche Literatur?
  • sprachhistorisch: Beginn des Frühneuhochdeutschen (Mitte/Ende 14. Jhd)
  • medienhistorisch: Erfindung des Buchdrucks (1450)
  • Luthers Bibelübersetzung (1522 Neues Testament)
Was bedeutet das "deutsch" in NdL?
deutschsprachiger Raum

  • Sehnsucht nach großem Reich für Lebende in k. u. k. Monarchie nicht relevant
  • 1933: WiderstandsautorInnen und jüdische AutorInnen flüchten
  • 1938: viele AutorInnen flüchten aus Österreich
  • deutschsprachige Minderheiten (zB in Rumänien, Herta Müller)
Grenzen der Literatur?
vgl. schtzngrmm (Ernst Jandl)
  • erschien in Zeitschrift des Theater der Jugend
  • Verse, Klangbild, Rhythmus, Verdichtung, volle Wirkung erst durchs Hören
  • Vokale fehlen -> Verhärtung des Wortes
  • Krieg hat zerstört
  • Imitation des Maschinengewehrs/Waffen
  • Austesten von Grenzen der Literatur
vgl. Fisches Nachtgesang (Christian Morgenstern)
  • Strukturierung vorhanden (Form: Silhouette eines Fisches, imitierte Fischschuppen)
  • Bögen & Striche: Elemente aller Buchstaben
  • Wie singen Fische? -> Gar nicht (Pointe)
  • intertextueller Bezug auf Goethes Wanderers Nachtlied
vgl. Atemlos durch die Nacht (Kristina Bach)
  • lyrische Strukturen
  • wenig Verdichtung und Komplexität
Was ist ein Gedicht?
  • In Versen geschrieben
  • kein erzählender Teil, keine konkrete Handlung
  • Entautomatisierung der Sprache/Wahrnehmung
  • Reime
  • Wiederholungsstrukturen
  • Metaphern
  • Strophen/Absätze
  • Intertextualität
  • Stilmittel

Lange bis ins 19. Jhd -> Dramen auch Gedichte genannt
Überstrukturierung
  • Wörtliche Bedeutung (Denotation)
  • bildliche, übertragene Bedeutung (Konnotation)
  • phonetische Dimension (Klanggestalt oder Lautung)
  • Rhythmus und Metrik

vgl. mehrschichtige Torte
Komplexe Bildlichkeit: Natur als "Geschichtslandschaft"
Verbindung von Naturbildern mit geschichtlichen Ereignissen
Wiederholungsstrukturen
Vergnügen des Lesens beruht auf Wiedererkennen vertrauter Schemata; hoher Grad an Organisiertheit
Entautomatisierung der Wahrnehmung / Foregrounding
Ziel der Kunst: Empfinden für das Ding geben, Verfremdung der Dinge und Komplizieren der Form

Aufgabe der Kunst: Wahrnehmung schärfen
Intertextualität
Bezug eines Textes auf andere Texte
Was ist Literatur?
Literatur, f. (lat. littera = Buchstabe) - Oxymoron: mündliche Literatur

    1. Gesamtheit des Geschriebenen (kaum gebräuchlich)
    2. Gegenstand der Literaturwissenschaft (zirkelhafte Beschreibung) mit Fiktionalität und Poetizität als Kennzeichen (Gegensatz: Faktuale Literatur)
    3. Gesamtheit aller Texte von bestimmten Wert (Wer legt Wer fest? Wo ist die Grenze)
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3 grundlegende literaturwissenschaftliche Verfahren?
    1. Systematische Beschreibung mit Fachbegriffen (Struktur, Stilmittel, Entautomatisierung der Wahrnehmung,...)
    2. Historische und literaturhistorische Verortung (Kontexte)
    3. Vergleich (mit anderen Texten derselben Autorin, früheren Fassungen, zeitgenössischen Texten, anderen thematisch oder formal verwandten Texten, etc)
Was ist normative Poetik?
Dichtung unterliegt strengen Regeln

Ständeklausel
  • in Tragödien nur hochgestellte Figuren, damit die Fallhöhe extremer ist ("schlechte Leute können nicht fallen")
Literaturkanon
Maßstab, Richtschnur, Regel; ursprünglich auf heilige Texte bezogen
"Auswahl vorbildlicher, dichterischer oder rednerischer Werke" -> falsche Annahme
=> Ergebnis eines Selektionsprozesses nach historisch unterschiedlichen Kriterien
kanon-exkludierende Faktoren
literaturextern: politische Hintergründe, Zensur, Wertung

literaturintern: Normative Poetik, ästhetische Programme, spezifische genres, Bevorzugung spezifischer Gattungen
Kanonkonstituierende Institutionen
  • Lehrpläne und Lesebücher von Schulen
  • LV-Angebot an Unis
  • Buchhandel, Verlage
  • Spielpläne von Theatern
  • Literaturgeschichten- und Lexika
  • Literaturkritik
  • ...
Was bedeutet Semiotik?
Lehre von Zeichen
  • Sprache => System sprachlicher Zeichen
Semiotisches Dreieck
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Was bedeutet Phonetik?
Lehre von Lauten
(Produktion, Transmission und Rezeption von Sprachschall inklusive psychologischer und soziologischer Voraussetzungen in Kommunikationssituation von Sprecher und Hörer)
Wonach fragt die artikulatorische Phonetik?
Produktion sprachlicher Laute (hinsichtlich Artikulationsart und -ort)
Wonach fragt die akustische Phonetik?
Physikalische Eigenschaften von Sprachsignalen (Schallanalyse)
Was zeigt ein Spektogramm?
Lautstärke, Klang und Frequenz
Teile der Phonetik?
artikulatorische
akustische
forensische (Unterschiedliche Laute unterscheiden sich in Lage und Höhe der Formanten)
auditive (Rezeption/Wahrnehmung von Lauten)
orthographische vs phonetische Transkription
< > vs [ ]
Was ist Phonologie?
  • Lautbestand von Einzelsprachen
  • Funktion der Laute im System der jeweiligen Sprache
  • Veränderung der Laute unter Einfluss ihrer Nachbarlaute
Was ist ein Phonem?
Lautklasse, kleinste bedeutungsuntescheidende Einheit der Sprache
Phonologische Minimalpaare
Wörter, die sich nur in einem Laut unterscheiden
Was ist ein Morphem?
kleinste bedeutungstragende Einheit eines Wortes
Morphologie
Wie wird das Wort in kleinere Einheiten zerlegt?
Wortbildung

  • Derivationsaffixe (=Wortbildungsaffixe, Wortstamm ändert sich): Suffixe zB -chen und Präfixe zB un- in Döschen, untypisch
  • Flexionsaffixe (Veränderung von Wörtern anhand grammatischer Kategorien): Wortstamm bleibt gleich, -e, -st, -s in löschen, hüpfst, Mails
Das topologische Feldermodell
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Permutationsprobe
Umstell-/Verschiebeprobe (vor konjugiertes/finites Verb schieben, ohne dass sich Bedeutung ändert)
Kongruenz
In Bezug auf Merkmale (Genus, Numerus, Casus) übereinstimmend
Rektion
bezüglich des Casus in Abhängigkeit stehend (den Brief schreiben)
Komposition
Wort, das aus mehrere eigenständigen Wörtern zusammengesetzt ist (Briefkasten)
Derivation
Ableitung eines Wortes durch Anhängen eines Affixes (Briefchen)
Produktivität (zB von einem Affix)
Fähigkeit eines Wortbildungsmusters, zu einem bestimmten Zeitpunkt neue Wörter zu erzeugen (zB -nis nicht so produktiv wie -chen/-heit)
Valenz
Wertigkeit von Verben (-> Verb benötig Ergänzungen)
Satzglieder
  • Konstituenten eines Satzes, die um das finite Verb verschoben werden können
  • Konstituenten, die direkt vom Prädikat eines Satzes abhängig sind
  • können nur geschlossen verschoben und als Ganzes ersetzt werden
  • kann allein die Position vorm finiten Verb ersetzten
Syntax
Satzbildung (grammatisch vs ungrammatisch)
Textlinguistik
Überbegriff für Teildisziplinen (Textgrammatik, -pragmatik, -semantik)
Textgrammatik
  • aus grammatischer Perspektive
  • Kohäsion (formaler Aufbau)
  • syntaktischer Zusammenhang von Texten
Textsemantik
  • Semantische Kohärenz (logischer Aufbau)
  • grammatisch kein nachvollziehbarer Zusammenhang, nur logisch
Semantik
Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen und Einheiten
Wortsemantik
1 Inhalt, mehrere Wörter = Synonyme
1 Wort, mehrere Inhalte (zB Flügel)
(Text-)Pragmatik
Wie wir mit Sprache ganz aktive Handelnde, Sprechende sind
  • in Form von Texten, Wörtern, Ausrufen
  • Auswahl an sprachlichen Möglichkeiten -> Repertoire
Variationslinguistik
Koexistenz sprachlicher Alternativen
  • auf lautlicher Ebene (regionale, nationale,... Herkunft)
  • auf morphologischer Ebene (fragte vs frug)
  • auf syntaktischer Ebene (ich bin/habe gesessen)
  • auf lexikalischer Ebene (Synonyme)
Was ist Germanistische Sprachwissenschaft
Sprachwissenschaft, die sich mit der deutschen Sprache und all ihren Varietäten beschäftigt

ursprünglicher Fokus auf "germanischen Sprachen"
Quellen Germanisch
1 Jhd v Chr - 500 n Chr
  • schwach belegt
  • Einzelwortnennungen
  • Runeninschriften
  • Lehnwortschatz in Nachbarsprachen (zB Anglizismen)
Sprachen, die die erste Lautverschiebung durchlaufen sind
Niederländisch, Friesisch, Schwedisch, Norwegisch
Unterschied zwischen Ober- und Niederdeutsch
Im Niederdeutschen hat die zweite Lautverschiebung nicht stattgefunden, im Mittel- und Oberdeutschen Sprachraum schon (Wien -> Oberdeutscher Raum)
Synonym für Dialektgrenzen
Isoglossen
"Benrather Linie"
Grenze zwischen Niederdeutschem und Mitteldeutschem Raum
Zweite Lautverschiebung
  • Konsonanten betroffen

Tenuesverschiebung (stimmlose Plosive)
  • p, t , k -> ff, zz, hh -> f, z, h
  • pp, tt, kk -> pf, tz, kch

Medienverschiebung (stimmhafte Plosive)
  • b -> p (im Anlaut bald rückgängig)
  • d -> t
  • g -> k (bald generell rückgängig)
  • bb, dd, gg -> pp, tt, kk

-> nicht konsequent
Was sind Dialekte?
= standardfernste lokal oder kleinregional verbreitete Vollvarietäten
(Räume: Niederdeutsch, Mitteldeutsch, Oberdeutsch)
  • räumliche Gebundenheit
  • kleinräumig
  • lokal verteilt
  • deutlicher Unterschied zur Standardsprache
  • Kontinuum zwischen Dialekt und Standard
  • areale Variation
2-3-4 Schichten der Sprache
2: Substandard - Standard
3: Dialekt - Regiolekt - Standardsprache
4: Basisdialekt - Verkehrsdialekt - Umgangssprache - Standardsprache
Merkmale für Sprachepochenfindung
innensprachlich: lautlich und sprachsoziologisch

außensprachlich: kulturgeschichtlich, politisch, kunstgeschichtlich und gesellschaftlich
Methoden der Sprachgeschichtsschreibung
  • Sprache als Organismus
  • Stammbaumtheorie
  • Wellentheorie
  • Substrattheorie
  • Strukuralismus
  • Entfaltungstheorie
  • Pragmatik
  • Generative Sprachauffassung
Deixis
situationsgebundene Ausdrücke (zB "meiner")
Anapher
Wort, welches sich auf vorangegangene Texte bezieht ("das", "welches")
epidemische Haltung
wie sicher sich der Sprecher seines Gesagtem ist
Illokution / Perloktuion
Intentionen einer Sprachhandlung / Folgen/Konqeuenzen von Sprachhandlungen
Register
sprachlicher Stil
normative vs deskriptive Grammatik
normativ: "soll" Zustand einer Sprache, wie man sie auch im Fremdsprachenunterricht vorfindet, nicht unbedingt wie sie in der Realität genutzt wird

deskriptiv: Momentaufnahme von Sprache, "so wird gerade gesprochen", Realität
Altersstufen beim Erst- und Zweitspracherwerb
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Additive vs integrative Sprachförderung
additiv:
  • gezielte Sprachförderung außerhalb des Regelunterrichts für förderbedürftige SchülerInnen
  • Vorteil: Kein Druck durch Konkurrenz zur SchülerInnen mit Deutsch als Erstsprache
  • Lehrgangsprinzip vs fachsensibler Unterricht

integrativ:
  • innerhalb des Regelunterrichts im jeweiligen Fach
  • Fokus auf verschiedene Fachsprachen als Teil der Bildungssprache
  • sprachsensibler Fachunterricht, durchgängige Sprachbildung
Erscheinung der Sprache
  • Aufenthaltsort (diatopisch)
  • Soziale Position (diastratisch)
  • Sprachsituation (diaphasisch)

untersucht unter unterschiedlichen Aspekten:
  • synchron (einzelnen Systeme zu bestimmtem Zeitpunkt)
  • diachron (einzelne Systeme mit sprachhistorischen Ausgangsbasen)
Althochdeutsch und mögliche Periodisierungen vorangegangener Sprachstadien
Althochdeutsch (ca 500/750-1050 n Chr)
Mittelhochdeutsch (1050-1350)
Frühneuhochdeutsch (1350-1650)
Neuhochdeutsch (ab 1650)
Was ist DaF?
Deutsch als Fremdsprache;
Deutsch vermitteln und lernen in Ländern, in denen Deutsch NICHT die Amtssprache ist, Deutsch nicht im Alltag
Verschiedene Konzepte der Sprachförderung
additiv und integrativ
Merkmale der Bildungssprache
  • normierte Fachbegriffe
  • differenzierter Wortschatz
  • Präfixverben
  • Funktionsverbgefüge
  • unpersönliche Konstruktionen
  • umfängliche Attribute
  • Abstrakte, komplexe Inhalte
  • Präzision
  • konzeptionelle Schriftlichkeit
  • raum-zeitliche Distanz
Was ist durchgängige Bildung?
  • sprachliche Bildung für alle SchülerInnen
  • Fokus auf Bildungssprache/Fachsprachen
  • Grund: Fachliche Leistung ist abhängig von Sprachkompetenzen
  • integratives Modell
  • durchgängig = langfristig, fächerübergreifend, Einbildung außerschulischer Instanzen (Eltern, Bibliotheken, etc.)
Forschungsfelder DaF
  • Lehrprozesse
  • Lernprozesse
  • Lehr- & Lernmaterialien
  • Lehrperson
  • LernerIn
  • Lerngegenstand
wichtige Kompetenzen von DaF-Lehrpersonen
  • sprachliche Kompetenz
  • fachliche Kompetenz
  • allgemeine Lehrkompetenz
  • fremdsprachendidaktische Kompetenzen
Probleme und Verbesserungsmaßnahmen der monolingualen Norm an Schulen
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Kulturreflexives Lernen
Auseinandersetzung mit Kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten

Ziele: Fähigkeiten und Möglichkeiten zu globaler Interaktion
Lernerendogene Faktoren (Forschungsfeld LernerIn)
  • Alter
  • Geschlecht
  • Persönlichkeit
  • Motivation
  • Sprachkenntnisse
  • Lernstile, Lernstrategien, Lernautonomie
Forschungsfeld Lerngegenstand
  • Sprache als zentrales Lernziel
  • Sprachbewusstsein soll hergestellt werden
  • Literatur als Lernziel
  • Entwicklung von Kulturreflexivität
Forschungsfeld "Lehr- und Lernmaterialien"
  • oft zweisprachig
  • Bezugnahme auf Erstsprache
  • Lernende befragen!
  • Digitale Materialien

  • Instruktion
  • Information
  • Kommunikation
Forschungsfeld "Lehrprozesse"
  • Grammatik-Übersetzungsmethode (vgl. Lateinunterricht)
  • Audiolinguale Methode (viel auswendig gelernt)
  • Alternative Methode (zB Tanz und Rhythmus)
  • Kommunikativer Ansatz (bis heute wichtig)
  • Interkulturelle Ansatz (Kritik: Starke Dichotomie)
  • Handlungsorientierter Ansatz (aktuell)
Sozialformen im Unterricht
  • Frontalunterricht
  • Plenum
  • Kreisgespräch
  • Gruppenarbeit/Partnerarbeit
  • Einzelarbeit
Lernstile
  • Aufnahme der Information (visuell oder haptisch?)
  • Verarbeitung der Information (global oder analytisch)
  • Persönlichkeit (introvertiert oder extrovertiert)
Was ist DaZ?
Aneignung des Deutschen als Zweitsprache in einer (amtlich) deutschsprachigen Umgebung (zB durch Migration)

persönlicher Zugang zum Deutschen
Fokus: Erwachsenenbildung und Schule
DaZ: Zugänge und Themengebiete
  • Spracherwerb
  • Sprachkompetenzdiagnostik (Validität, Objektivität, Reliabilität)
  • Migrationspädagogik
  • DaZ Förderung
  • Umgang mit Mehrsprachigkeit und DaZ in der Migrationsgesellschaft
  • Migrationsforschung
  • Sprachkontaktphänomene (Code-Switching - 2 Sprachen, Shifting - Dialekt und Standard)
Sprachförderung vs Sprachbildung
Sprachförderung: Anpassung von förderbedürftigen SchülerInnen an die, von der Schule erwartete, Sprache (additiv oder integrativ)

Sprachbildung: Bildung aller SchülerInnen in Hinblick auf Bildungssprache
Migrationssprachen in Hinblick auf "Kultur" und "Identität"
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