➔ Spracherwerbsmechanismen des Erstspracherwerbs stehen zur Verfügung ➔ Spracherwerb verläuft (bei hinreichendem sprachlichem Angebot) in beiden Sprachen wie Erstspracherwerb.
Jedoch: nur für früh erworbene Phänomene wie bei L1; spät erworbene Phänomene wie bei eL2
➔ Zentrale Spracherwerbsmechanismen des Erstspracherwerbs stehen noch zur Verfügung; ➔ Entwickelte kognitive Fähigkeiten und umfangreiches Weltwissen; ➔ Sprachliches Wissen in der Muttersprach
Merkmale: Später kindlicher Zweitspracherwerb (L2)
➔ Zentrale Spracherwerbsmechanismen des Erstspracherwerbs stehen nicht mehr zur Verfügung; ➔ Weiter entwickelte kognitive Fähigkeiten und umfangreiches Weltwissen; ➔ Umfangreiches sprachliches Wissen aus der Erstsprache
Merkmale: Erwachsener Zweitspracherwerb
Fortschritte können beeinträchtigt werden durch... ➔ Qualität und Quantität des Inputs; ➔ Mangelnde Motivation; ➔ Fehlende Relevanz der deutschen Sprache im Alltag; ➔ Zugrundeliegende Störung der Sprachentwicklung
Warum ist es als Lehrkraft wichtig, den Spracherwerbstyp seiner Schüler zu kennen? Welche relevanten sprachbiographischen Aspekte sollte eine Lehrkraft im Idealfall erfassen?
... weil es einige Anforderungen mit sich bringt und die Lehrkraft darauf eingestellt sein muss (da Regelfall). Die Anforderungen können sein:
o Interkulturelle Offenheit und Kompetenz, o Umdenken der Planung von Inhalten, o spezifische Kompetenz(sprachlicher Diagnostik und Förderung) o sprachfördernde Anlage des gesamten Unterrichts.
- Sprachbiographische Aspekte: o Erst- und Zweit- bzw. Fremdsprache(n)(Kontaktdauer, Alter bei Erwerbsbeginn) o Sprachgebrauch in der Familie o ggf. Regelmäßigkeit und Dauer des Kitabesuchs o Umfang des deutschsprachigen Inputs außerhalb der Schule o Teilnahme an Sprachförderung oder -therapie o Alphabetisierung in Erst- und Zweitsprache(n)
-->angemessene Vergleichgruppe und angemessene Erwartungen stellen!
MYTHOS: "Alle Kinder sollten gleiche sprachliche Fähigkeiten bei Schuleintri
Was sind typische Phänomene von Mehrsprachigkeit?
- Beeinflussung der beiden Sprachen - Sprachmischungen, Code-Switching, Interferenzen (Regeln der Erstsprache übernommen) - Unterschiedliche Erwerbsgeschwindigkeit in beiden Sprachen - Dominanz einer Sprache (Wechsel möglich) - Domänenspezifischer Wortschatz
Wie kann typischen Mythen zur Mehrsprachigkeit mit entsprechenden Fakten begegnet werden?
„Mehrsprachigkeit ist eine Überforderung für Kinder"
...falsch, da: - Das menschliche Gehirn auf Mehrsprachigkeit eingestellt ist. - Kinder sind besonders gut darin, mehrere Sprache in kurzer Zeit zu lernen.
➔ Mehrsprachigkeit ist eine Ressource, die von frühster Kindheit an gefördert werden soll
Wie kann typischen Mythen zur Mehrsprachigkeit mit entsprechenden Fakten begegnet werden?
„Mehrsprachige Kinder lernen keine Sprache richtig.“
...falsch, da: - Sprachmischungen und Sprachwechsel kein Anzeichen von prinzipiellen Sprachdefiziten sind. - Unterschiede im Wortschatz sind zu erwarten (wie bei einsprachigen Kindern auch), in der Grammatik nicht.
➔ Mehrsprachige Sprecher haben ein größeres stilistisches Repertoire als einsprachige Sprecher
Wie kann typischen Mythen zur Mehrsprachigkeit mit entsprechenden Fakten begegnet werden?
„Erst nach dem Erwerb der Muttersprache kann ein Kind eine zweite Sprache lernen."
... falsch, da: - Kinder, die von Geburt an zwei Sprachen lernen, sogar besonders erfolgreich sind. - Je später man mit der zweiten Sprache beginnt, desto schwieriger wird es.
➔ Kinder sind geborene Experten für Mehrsprachigkeit
Wie kann typischen Mythen zur Mehrsprachigkeit mit entsprechenden Fakten begegnet werden?
„Nicht-deutsche Eltern sollten mit ihren Kindern mehr Deutsch sprechen."
... falsch, da: - Eltern sollen in der Sprache mit ihren Kindern sprechen, die sie am besten beherrschen. - Nur in der Muttersprache können Eltern ihren Kindern einen authentischen, variationsreichen Input anbieten.
➔ Kinder mit DaZ erhalten im Kindergarten ausreichend Input in der Zielsprache