Flashcards in the set

Haven't started (18)

Emile Durkheim

 

Warum können soziale Tatsachen wie Dinge behandelt werden?

Sie können wie Dinge behandelt werden, weil...

- sie von außen auf das Individuum einwirken

- einen Zwang auf das Individuum ausüben

- sie unabhängig vom Individuum sind

Emile Durkheim

 

Warum sollten nach Durkheim soziale Tatsachen nur duch soziales erklärt werden?

Weil es nicht auf außersoziale Phänomene zurückzuführen ist

 

(Soziale Tatbestände üben Druck auf das Individuum aus und müssen daher eine andere Struktur als sie selbst aufweisen.)

Emile Durkheim

 

Wie definiert Durkheim "kollektiv"?

als eine Art des Handelns, Denkens, Fühlens, welche außerhalb des individuellen Bewusstseins existiert

Max Weber

 

Worin unterscheiden sich Webers und Durkheims Fokus für soziologische Analysen?

Durkheim

- Ansatz = methodischen Kollektivismus

- Legt das Soziale als eine eigenständige Wirklichkeit mit 

objektivem Charakter aus

- Gegenstand der Soziologie = etwas Objektives

Weber

- Ansatz = Soziologie als historische Wissenschaft mit dem Ziel

gesellschaftliche Entwicklungsabläufe nachzuzeichnen

(methodologischer Individualismus)

- Gegenstand der Soziologie = etwas Subjektives

- Soziale Wirklichkeit = Handlungswirklichkeit

Max Weber

 

Ab wann ist soziales Handeln soziologisch verstanden und erklärt?

Wenn es zugleich sinnadäquat und kausaladäquat hinsichtlich seines Ablaufes und seines Motivzusammenhanges konstruiert ist - Sind die Phasen sozialer Handlungen sinnvoll geordnet, dann sind

sie sinnadäquat

- Sind diese empirisch in der „sozialen Wirklichkeit“ beobachtbar,

dann sind sie Kausaladäquanz

Max Weber

 

Wie unterscheiden sich Kirchen und Sekten nach Weber?

Sekte

- Mitgliedschaft ist an Bedingungen geknüpft, religiös-etische

Qualifikationen vorausgesetzt

- Der Eintritt ist freiwillig

- Ethischer Qualifikationstest für die Persönlichkeit

Kirche

- In die Mitgliedschaft hineingeboren, oder Erfolgt durch Eintreten

- An keine persönlichen Kriterien gebunden

- Mitgliedschaft hat keine Aussagekraft über die Qualitäten eines

  Mitglieds

Alfred Schütz

 

Wie entsteht nach Schütz Sinn?

3 Kategorien

- die Sinnsetzung durch Handelnde

- die Sinnrekonstruktion durch wissenschaftliche Beobachter

- die Sinndeutung durch den Mithandelnden

 

Man spricht erst von Sinn, wenn das Erlebte abgeschlossen ist (Sinnzuschreibung basiert auf Erfahrungen und Erwartungen)

Alfred Schütz

 

Wie wird nach Schütz das Fremdverstehen möglich?

Weil man davon ausgeht, dass jeder die Situation gleich deutet

- alle greifen im Alltag auf typisch verbreitetes Standardwissen über

Situationen zurück

Alfred Schütz

 

Wie hängen das Träumen, Handeln und der Entwurf zusammen?

Mensch entwirft Gedanken, nach denen er im Alltag handelt (Entwurf), kann bis ins kleinste Detail geplant werden

- der Alltag gibt Vertrautheit durch gegebene Erfahrungsgrenzen

 

während des Träumens verzichtet man auf seine Handlungsfähigkeiten

- es kann in einem Traum gehandelt werden, aber der Traum kann

  nicht nach einem Entwurf designt werden

 

Träume bringen nahe was jenseits aus dem Alltag bekannte Erfahrungsgrenzen liegt

Berger und Luckmann

 

Wie konstituiert sich die gesellschaftliche Relativität und was bedeutet sie?

Konstituiert sich aus der Problematik des Wissens und der Wirklichkeit

- die Wirklichkeit kann für verschiedene Menschen unterschiedlich

sein, sie ist relativ

 

Wirklichkeit = Die Qualität von Phänomenen, welche ungeachtet unseres Wollens da sind und welche wir nicht verändern können Wissen = Die Gewissheit, das die Phänomene wirklich sind und bestimmbare Eigenschaften haben

Berger und Luckmann

 

Wie entstehen Institutionen nach Berger und Luckmann?

Beispiel: das Anbieten von Plätzen im Zug, für ältere Personen

1. „Habitualisierung von Handlung einzelner“ → Gewohnheit der

Akteure Situationsbedingt zu handeln (eigene Platz anbieten)

2. „Wechselseitige Typisierung von mindestens 2 Akteuren“ →

Platz anbieten als Lösung des Problems angesehen, Norm

entsteht

3. „Wechselseitige Typisierung der Akteure“ → Akteure werden in

die Rollen „Platzanbieter“ und „Anspruch Haber“ unterteilt

4. „Weitergabe der typischen Handlungskoordination an Dritte“ →

Entstehung der Traditionen, Handlungsabläufe für bestimmte

Probleme

5. „Legitimation der typischen Handlungskoordination“ → Gründe

gegeben, warum man sich nach diesen Traditionen verhalten

sollte

Berger und Luckmann

 

Warum stallt der Mensch keine gute Basis für die Konstituierung „regionaler Typologien“ dar?

Luckmann → Typologien sind belebte, unbelebte und subjektive Strukturen

Weil das subjektive Bewusstsein (Ego) mit der sozialen Welt gleichgesetzt wird

- die Wirklichkeit hängt vom kulturellen Deutungssystem ab und

dadurch wird sie nicht vom „transzentralen Ego“ konstruiert

- Der „Mensch“ selbst ist eine Typisierung, wonach Menschlichkeit

nicht konstitutiv, sondern konstituiert ist

Niklas Luhmann

 

Erläutern Sie die zwei Systemtypen nach der autopoietischen Wende mit Beispielen und erklären Sie, wie psychische und soziale Systeme ihre Grenzen ausbilden.

Zwei Systemtypen

- Allopoietisches (fremdschaffendes) System

  - Dazu gehören alle Systeme, welche sich nicht eigenständig

    reproduzieren können

  - Bsp. Vieren, sie brauchen zusätzlich einen Wirt

- Autopoietisches (selbstschaffendes) System

  - Dazu gehören alle (biologischen, psychischen und soziale)

    Systeme, welche sich eigenständig reproduzieren können

  - Bsp. Zellen - Soziale Systeme bilden ihre Grenzen je nach

    Systemtyp wie folgt…

    - Interaktion: Anwesenheit (je nach Interaktionstyp physisch oder

      psychisch)

    - Organisation: Mitgliedschaftsregeln

    - Gesellschaft: Teilhabe am Netzwerk; erreichbare &

      verständliche Kommunikation

    - Funktionssysteme moderner Gesellschaft: binäre Codes  

      (Rechtssystem, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik)

Niklas Luhmann

 

 

 Funktionssysteme sind binäre Codes, welche im gleichen Sinne eine besondere Aufgabe zu erfüllen haben und dennoch ungleich darin sind die Aufgabe zu erfüllen

- Bsp. Bildungssystem

  - Aufgabe → Wissen zu vermitteln, sie somit auf die Gesellschaft

    vorzubereiten

  - Bildungssystem ist unverzichtbar, kann nicht von einem anderen

    Prozess ersetzt werden

  - Ungleich sind sie darin, dass das Bildungssystem nicht für alle

    gleich funktioniert, es ist von verschieden Faktoren abhängig

Niklas Luhmann

 

Welche Funktionen der Beeinflussung durch Werbung werden von Luhmann genannt?

Durch die Werbung wird eine Realität konstruiert, deren primären Funktionen sind

- Mobilisation von Aufmerksamkeit für Organisationen und deren

  Produkte

- Normierung des Geschmacks der sich über die traditionellen

  Grenzen souialer Sichten hinwegsetzt

 

Bsp. für Mobilisation von Aufmerksamkeit (Wahlwerbung)

Bsp. für Normierung des Geschmacks

- Adaption von Luxusobjekten zu Stangenware, Huawei gestalten

  seine Laptops ähnlich wie Apple

Pierre Bourdieu

 

Was ist der Habitus nach Bourdieu und wie entsteht er? 

Habitus = System von Dispositionen für Wahrnehmung, Denken, Verhalten und Beurteilen - Bourdieu unterschiedet zwischen „Modus Operandi“ und „opus operatum“

- Modus Operandi → bezeichnet generelle soziale Praktiken die als

  Handlungsorientierung in bestimmte Situationen dienen

  - Es gibt Generelle Praktiken einen Sinn

- Opus operatum → bestimmt die genauen Praktiken von

  Individuen, die nicht erklärbar sind

 

- Habitus entsteht im Laufe der Sozialisierung, dabei werden

  Lebensbedingungen objektiviert

- Generelle Praktiken die dabei entstehen, werden als Exterioritäten

  von Akteuren wahrgenommen

- Individuen verinnerlichen solche Verhaltensformen die als Habitus

  gekennzeichnet werden

Pierre Bourdieu

 

Wie unterschieden sich der soziale Raum und das relativ autonome soziale Feld voneinander? Entwicklung des Feldbegriffs.

- Soziale Raum → konstruiert im Hinblick auf den Konsum

  kultureller und ökonomischer Angebote die Klassenstruktur

  moderner sozialer Welten und korrespondierenden Lebensstilen

- Relativ autonomen sozialen Feldes → konstruiert in der modernen

  Welt die ausdifferenzierten Teilbereiche der Produktion kultureller

  und ökonomischer Angebote

 

- Feldbegriff entspringt dem Bezugsproblem

- Es soll die Produktion kultureller und ökonomischer Güter zu einer

  bestimmten Zeit und Ort erklärt werden

- Bourdieu grenzt sich von der internalistischen und

  externalistischen Theorie ab o Können das Bezugsproblem nicht

  beantworten, beide Theorien sind gegensätzlich

  - Feldbegriff stellt einen Mittelweg da

  - Die Felder sind autonom, da sie eigene Kriterien entwickeln

    können

- Die Felder sind relativ autonom, weil bspw. Ansprüche in einem

  Feld erfüllt werden müssen, welche aus einem anderen Feld

  stammen

  - Felder sind abhängig voneinander

  - Unterschiedliche stärke, manche Felder sind autonomer als die

    anderen

Pierre Bourdieu

 

Was ist mit Definitionskämpfen in sozialen Feldern gemeint?

Sie entstehen durch die ungleiche Verteilung von Kapital auf die involvierten Akteure

Sie beschreiben die Kämpfe um das feldspezifische Kapital, wobei die Ausstattung mit eben diesem Kapital die Strategien der Akteure beeinflusst

- Wer viel Kapital besitzt, möchte bestehende Strukturen erhalten

- Wer wenig Kapital besitzt, verfolgt das Ziel einer Anpassung der

  Strukturen zu eigenen Gunsten

 

- Bsp. wachsende Ungleichheit bei der Verteilung des

  ökonomischen Kapitals o Person mit viel Kapital → erhalt des

  aktuellen Systems, Steuerentlastungen zugunsten von Innovation

  und Fortschritt

  - Person mit wenig Kapital → möchten das Gegenteil

    - Personen mit viel Kapitel sollten höher besteuert werden für das

     Gemeinwohl, Unternehme sollen höhere Löhne zahlen um der

     wachsenden ökonomischen Ungleichheit entgegenzuwirken