Emile Durkheim
Warum können soziale Tatsachen wie Dinge behandelt werden?
Sie können wie Dinge behandelt werden, weil...
- sie von außen auf das Individuum einwirken
- einen Zwang auf das Individuum ausüben
- sie unabhängig vom Individuum sind
Emile Durkheim
Warum sollten nach Durkheim soziale Tatsachen nur duch soziales erklärt werden?
Weil es nicht auf außersoziale Phänomene zurückzuführen ist
(Soziale Tatbestände üben Druck auf das Individuum aus und müssen daher eine andere Struktur als sie selbst aufweisen.)
Emile Durkheim
Wie definiert Durkheim "kollektiv"?
als eine Art des Handelns, Denkens, Fühlens, welche außerhalb des individuellen Bewusstseins existiert
Max Weber
Worin unterscheiden sich Webers und Durkheims Fokus für soziologische Analysen?
Durkheim
- Ansatz = methodischen Kollektivismus
- Legt das Soziale als eine eigenständige Wirklichkeit mit
objektivem Charakter aus
- Gegenstand der Soziologie = etwas Objektives
Weber
- Ansatz = Soziologie als historische Wissenschaft mit dem Ziel
gesellschaftliche Entwicklungsabläufe nachzuzeichnen
(methodologischer Individualismus)
- Gegenstand der Soziologie = etwas Subjektives
- Soziale Wirklichkeit = Handlungswirklichkeit
Max Weber
Ab wann ist soziales Handeln soziologisch verstanden und erklärt?
Wenn es zugleich sinnadäquat und kausaladäquat hinsichtlich seines Ablaufes und seines Motivzusammenhanges konstruiert ist - Sind die Phasen sozialer Handlungen sinnvoll geordnet, dann sind
sie sinnadäquat
- Sind diese empirisch in der „sozialen Wirklichkeit“ beobachtbar,
dann sind sie Kausaladäquanz
Max Weber
Wie unterscheiden sich Kirchen und Sekten nach Weber?
Sekte
- Mitgliedschaft ist an Bedingungen geknüpft, religiös-etische
Qualifikationen vorausgesetzt
- Der Eintritt ist freiwillig
- Ethischer Qualifikationstest für die Persönlichkeit
Kirche
- In die Mitgliedschaft hineingeboren, oder Erfolgt durch Eintreten
- An keine persönlichen Kriterien gebunden
- Mitgliedschaft hat keine Aussagekraft über die Qualitäten eines
Mitglieds
Alfred Schütz
Wie entsteht nach Schütz Sinn?
3 Kategorien
- die Sinnsetzung durch Handelnde
- die Sinnrekonstruktion durch wissenschaftliche Beobachter
- die Sinndeutung durch den Mithandelnden
Man spricht erst von Sinn, wenn das Erlebte abgeschlossen ist (Sinnzuschreibung basiert auf Erfahrungen und Erwartungen)
Alfred Schütz
Wie wird nach Schütz das Fremdverstehen möglich?
Weil man davon ausgeht, dass jeder die Situation gleich deutet
- alle greifen im Alltag auf typisch verbreitetes Standardwissen über
Situationen zurück
Alfred Schütz
Wie hängen das Träumen, Handeln und der Entwurf zusammen?
Mensch entwirft Gedanken, nach denen er im Alltag handelt (Entwurf), kann bis ins kleinste Detail geplant werden
- der Alltag gibt Vertrautheit durch gegebene Erfahrungsgrenzen
während des Träumens verzichtet man auf seine Handlungsfähigkeiten
- es kann in einem Traum gehandelt werden, aber der Traum kann
nicht nach einem Entwurf designt werden
Träume bringen nahe was jenseits aus dem Alltag bekannte Erfahrungsgrenzen liegt
Berger und Luckmann
Wie konstituiert sich die gesellschaftliche Relativität und was bedeutet sie?
Konstituiert sich aus der Problematik des Wissens und der Wirklichkeit
- die Wirklichkeit kann für verschiedene Menschen unterschiedlich
sein, sie ist relativ
Wirklichkeit = Die Qualität von Phänomenen, welche ungeachtet unseres Wollens da sind und welche wir nicht verändern können Wissen = Die Gewissheit, das die Phänomene wirklich sind und bestimmbare Eigenschaften haben
Berger und Luckmann
Wie entstehen Institutionen nach Berger und Luckmann?
Beispiel: das Anbieten von Plätzen im Zug, für ältere Personen
1. „Habitualisierung von Handlung einzelner“ → Gewohnheit der
Akteure Situationsbedingt zu handeln (eigene Platz anbieten)
2. „Wechselseitige Typisierung von mindestens 2 Akteuren“ →
Platz anbieten als Lösung des Problems angesehen, Norm
entsteht
3. „Wechselseitige Typisierung der Akteure“ → Akteure werden in
die Rollen „Platzanbieter“ und „Anspruch Haber“ unterteilt
4. „Weitergabe der typischen Handlungskoordination an Dritte“ →
Entstehung der Traditionen, Handlungsabläufe für bestimmte
Probleme
5. „Legitimation der typischen Handlungskoordination“ → Gründe
gegeben, warum man sich nach diesen Traditionen verhalten
sollte
Berger und Luckmann
Warum stallt der Mensch keine gute Basis für die Konstituierung „regionaler Typologien“ dar?
Luckmann → Typologien sind belebte, unbelebte und subjektive Strukturen
Weil das subjektive Bewusstsein (Ego) mit der sozialen Welt gleichgesetzt wird
- die Wirklichkeit hängt vom kulturellen Deutungssystem ab und
dadurch wird sie nicht vom „transzentralen Ego“ konstruiert
- Der „Mensch“ selbst ist eine Typisierung, wonach Menschlichkeit
nicht konstitutiv, sondern konstituiert ist
Niklas Luhmann
Erläutern Sie die zwei Systemtypen nach der autopoietischen Wende mit Beispielen und erklären Sie, wie psychische und soziale Systeme ihre Grenzen ausbilden.
Zwei Systemtypen
- Allopoietisches (fremdschaffendes) System
- Dazu gehören alle Systeme, welche sich nicht eigenständig
reproduzieren können
- Bsp. Vieren, sie brauchen zusätzlich einen Wirt
- Autopoietisches (selbstschaffendes) System
- Dazu gehören alle (biologischen, psychischen und soziale)
Systeme, welche sich eigenständig reproduzieren können
- Bsp. Zellen - Soziale Systeme bilden ihre Grenzen je nach
Systemtyp wie folgt…
- Interaktion: Anwesenheit (je nach Interaktionstyp physisch oder
psychisch)
- Organisation: Mitgliedschaftsregeln
- Gesellschaft: Teilhabe am Netzwerk; erreichbare &
verständliche Kommunikation
- Funktionssysteme moderner Gesellschaft: binäre Codes
(Rechtssystem, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik)
Niklas Luhmann
Funktionssysteme sind binäre Codes, welche im gleichen Sinne eine besondere Aufgabe zu erfüllen haben und dennoch ungleich darin sind die Aufgabe zu erfüllen
- Bsp. Bildungssystem
- Aufgabe → Wissen zu vermitteln, sie somit auf die Gesellschaft
vorzubereiten
- Bildungssystem ist unverzichtbar, kann nicht von einem anderen
Prozess ersetzt werden
- Ungleich sind sie darin, dass das Bildungssystem nicht für alle
gleich funktioniert, es ist von verschieden Faktoren abhängig
Niklas Luhmann
Welche Funktionen der Beeinflussung durch Werbung werden von Luhmann genannt?
Durch die Werbung wird eine Realität konstruiert, deren primären Funktionen sind
- Mobilisation von Aufmerksamkeit für Organisationen und deren
Produkte
- Normierung des Geschmacks der sich über die traditionellen
Grenzen souialer Sichten hinwegsetzt
Bsp. für Mobilisation von Aufmerksamkeit (Wahlwerbung)
Bsp. für Normierung des Geschmacks
- Adaption von Luxusobjekten zu Stangenware, Huawei gestalten
seine Laptops ähnlich wie Apple
Pierre Bourdieu
Was ist der Habitus nach Bourdieu und wie entsteht er?
Habitus = System von Dispositionen für Wahrnehmung, Denken, Verhalten und Beurteilen - Bourdieu unterschiedet zwischen „Modus Operandi“ und „opus operatum“
- Modus Operandi → bezeichnet generelle soziale Praktiken die als
Handlungsorientierung in bestimmte Situationen dienen
- Es gibt Generelle Praktiken einen Sinn
- Opus operatum → bestimmt die genauen Praktiken von
Individuen, die nicht erklärbar sind
- Habitus entsteht im Laufe der Sozialisierung, dabei werden
Lebensbedingungen objektiviert
- Generelle Praktiken die dabei entstehen, werden als Exterioritäten
von Akteuren wahrgenommen
- Individuen verinnerlichen solche Verhaltensformen die als Habitus
gekennzeichnet werden
Pierre Bourdieu
Wie unterschieden sich der soziale Raum und das relativ autonome soziale Feld voneinander? Entwicklung des Feldbegriffs.
- Soziale Raum → konstruiert im Hinblick auf den Konsum
kultureller und ökonomischer Angebote die Klassenstruktur
moderner sozialer Welten und korrespondierenden Lebensstilen
- Relativ autonomen sozialen Feldes → konstruiert in der modernen
Welt die ausdifferenzierten Teilbereiche der Produktion kultureller
und ökonomischer Angebote
- Feldbegriff entspringt dem Bezugsproblem
- Es soll die Produktion kultureller und ökonomischer Güter zu einer
bestimmten Zeit und Ort erklärt werden
- Bourdieu grenzt sich von der internalistischen und
externalistischen Theorie ab o Können das Bezugsproblem nicht
beantworten, beide Theorien sind gegensätzlich
- Feldbegriff stellt einen Mittelweg da
- Die Felder sind autonom, da sie eigene Kriterien entwickeln
können
- Die Felder sind relativ autonom, weil bspw. Ansprüche in einem
Feld erfüllt werden müssen, welche aus einem anderen Feld
stammen
- Felder sind abhängig voneinander
- Unterschiedliche stärke, manche Felder sind autonomer als die
anderen
Pierre Bourdieu
Was ist mit Definitionskämpfen in sozialen Feldern gemeint?
Sie entstehen durch die ungleiche Verteilung von Kapital auf die involvierten Akteure
Sie beschreiben die Kämpfe um das feldspezifische Kapital, wobei die Ausstattung mit eben diesem Kapital die Strategien der Akteure beeinflusst
- Wer viel Kapital besitzt, möchte bestehende Strukturen erhalten
- Wer wenig Kapital besitzt, verfolgt das Ziel einer Anpassung der
Strukturen zu eigenen Gunsten
- Bsp. wachsende Ungleichheit bei der Verteilung des
ökonomischen Kapitals o Person mit viel Kapital → erhalt des
aktuellen Systems, Steuerentlastungen zugunsten von Innovation
und Fortschritt
- Person mit wenig Kapital → möchten das Gegenteil
- Personen mit viel Kapitel sollten höher besteuert werden für das
Gemeinwohl, Unternehme sollen höhere Löhne zahlen um der
wachsenden ökonomischen Ungleichheit entgegenzuwirken