1.Soziales Handeln ist ... (Lektion 1.1) -Eine feste gesellschaftliche Norm -Ein individuelles Verhalten ohne Bezug zu anderen -In irgendeiner Weise auf andere bezogen -Eine rein wirtschaftliche Interaktion
in irgendeiner weise auf andere bezogen
2.Laut Ferdinand Tönnies (1887) sind Gesellschaften geprägt von ... (Lektion 1.2) -Anonymität, Rationalität und Zweckorientierung -Emotionalität und familiärer Nähe -Direkter sozialer Kontrolle -Traditioneller Zusamme
Anonymität, Rationalität und Zweckorientieru
3.Talcott Parsons (1902-1979) gilt als Begründer ... (Lektion 1.3) -Des Strukturfunktionalismus -Des historischen Materialismus -Der Kritischen Theorie -Des Symbolischen Interaktionismu
Des Strukturfunktionalismus
4.Das AGIL-Schema beschreibt ... (Lektion 1.3) -Die Grundfunktion eines jeden Systems -Die Entwicklung von Industrien -Die soziale Schichtung einer Gesellschaft -Die psychologische Entwicklung von Individuen
Die Grundfunktion eines jeden Systems
5.Was ist ein „Soziales Gebilde“? (Lektion 1.1) -Eine soziale Einheit, die aus mehreren Personen besteht und in der soziales Handeln stattfindet. -Ein mathematisches Modell sozialer Interaktion -Ein architektonisches Konstrukt für Gemeinschaften -Eine politische Theorie über Gesellschaft
-Eine soziale Einheit, die aus mehreren Personen besteht und in der soziales Handeln stattfindet.
6.Nach Max Weber (1921-22) bedeutet Soziologie? (Lektion 1.3) -Die statistische Erhebung sozialer Daten -Die Untersuchung von Naturgesetzen in der Gesellschaft -Die Analyse von Märkten und Wirtschaftsbewegungen -Eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend versteht und dadurch in seinem Ablauf und in seinen Wirkungen ursächlich erklären wi
-Eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend versteht und dadurch in seinem Ablauf und in seinen Wirkungen ursächlich erklären wil
1.Ein Krisenexperiment dient zur Aufdeckung von ... (Lektion 2.1) -Öffentlichen Meinungen -Politischen Theorien -Gesellschaftlichen Gesetzen -Verborgenen Skripte
Verborgenen Skripten
2.Was ist die Lebenswelt? (Lektion 2.1) -Eine juristische Regelung -Ein ökonomisches System -Eine politische Ideologie -Der Inbegriff einer Wirklichkeit, die erlebt, erfahren und erlitten wird
Der Inbegriff einer Wirklichkeit, die erlebt, erfahren und erlitten wird.
3.Wer gilt als Begründer der Systemtheorie? (Lektion 2.2) -Niklas Luhmann -Karl Marx -Emile Durkheim -Max Weber
Niklas Luhmann
4.Jedes gesellschaftliche System basiert auf ... (Lektion 2.2) -Einem einzigen Prinzip -Einem binären Code -Religiösen Normen -Traditioneller Zusammenarbeit
Einem binären Cod
5.Was ist ein praktisches Anwendungsfeld der Systemtheorie? (Lektion 2.2) -Mathematische Modellierung -Militärstrategien -Ökologische Studien -Familientherap
Familientherapie
1.Ein Wert bezeichnet ... (Lektion 3.2) -Tradition -Emotionale Bindung -Wirtschaftlichen Erfolg -Objektivität
Objektivität
2.Was ist eine „Soziale Position“? (Lektion 3.2, 3.3) -Eine gesetzliche Vorschrift -Ein bestimmter Platz in einem sozialen Gebilde -Ein politischer Status -Eine wirtschaftliche Kennzahl
Ein bestimmter Platz in einem sozialen Gebilde
3.Bezeichnung Zustand wenn Normen wegfallen und Werte keine Gültigkeit mehr haben: (Lektion 3.2) -Soziale Kontrolle -Kulturelle Anpassung -Ökonomische Stabilität -Anomi
Anomie
4.Wie nennt man Werte, die ihre Verbindlichkeit verlieren? (Lektion 3.2) -Soziale Identität -Institutionalisierung -Öffentliche Ordnung -Anomie
Anomie
5.Welcher der folgenden Begriffe kann als Institution bezeichnet werden? (Lektion 3.4) -Familie -Freundeskreis -Hobbyverein -Religion
Religion
6.Anomie bezeichnet ... (Lektion 3.2) -Ein harmonisches soziales Gefüge -Eine übermäßige soziale Kontrolle -Den Zustand der Regellosigkeit -Eine politische Ideologi
Den Zustand der Regellosigkeit
7.Welche Aussage beschreibt einen Interrollenkonflikt? (Lektion 3.3) -Ein Mensch passt sich stets an -Konflikte entstehen nur durch Normen -Es gibt keine sozialen Rollen -Verschiedene Bezugsgruppen fordern vom Rollenträger (zur gleichen Zeit) bestimmte Verhaltensweisen, die in Konflikt zueinanderstehen.
Verschiedene Bezugsgruppen fordern vom Rollenträger (zur gleichen Zeit) bestimmte Verhaltensweisen, die in Konflikt zueinanderstehen.
8.Welcher Begriff beschreibt, dass Kinder die meiste Zeit ihrer Kindheit in Einrichtungen z.B. Schule, Kita, usw. verbringen? (Lektion 3.4) -Soziale Kontrolle -Individuelle Bildung -Familienbindung -Institutionalisierung der Kindheit
Institutionalisierung der Kindheit
9.Welche Aufgabe übernehmen religiöse Institutionen in unserer Gesellschaft? (Lektion 3.4) -Erzwingen Regeln -Stiften Sinn -Schaffen wirtschaftlichen Erfolg -Reduzieren politische Konflikt
Stiften Sinn
1.Was ist eine Grundannahme des Symbolischen Interaktionismus? (Lektion 4.1) -Alle Menschen verhalten sich gleich -Soziale Rollen sind genetisch bestimmt -Gesellschaftliche Strukturen sind unveränderlich -Menschen handeln Dingen gegenüber auf der Grundlage der Bedeutungen, die diese Dinge für sie habe
Menschen handeln Dingen gegenüber auf der Grundlage der Bedeutungen, die diese Dinge für sie haben
2.Signifikante Andere sind ... (Lektion 4.2) -Unwichtige Bekanntschaften -Regierungspersonen -Anonyme Kontakte -Bedeutsame Bezugspersonen aus der nahen sozialen Umgebung.
Bedeutsame Bezugspersonen aus der nahen sozialen Umgebung.
3.Was wird im Prozess der Sozialisation vermittelt? (Lektion 4.3) -Technische Fähigkeiten -Wirtschaftliche Prinzipien -Werte, Normen, soziale Rollen und ein moralisches Gewissen -Naturwissenschaftliche Erkenntnisse
Werte, Normen, soziale Rollen und ein moralisches Gewissen
4.Nach Hurrelmann und Bauer (1983) ist Sozialisation ... (Lektion 4.3) -Eine produktive Realitätsverarbeitung -Eine genetisch bedingte Eigenschaft -Ein rein biologischer Prozess -Ein wirtschaftliches Konzept
Eine produktive Realitätsverarbeitun
5.Laut G.H. Mead besteht das „Self“ eines Menschen aus zwei Komponenten. Welche sind das? (Lektion 4.2) -Das ‚Ego‘ und das ‚Alter‘ -Das ‚Id‘ und das ‚Über-Ich‘ -Das ‚Es‘ und das ‚Ich‘ -Das ‚I‘ und das ‚Me‘
Das ‚I‘ und das ‚Me‘.
6.Wie nennt man die Loslösung von der Familie, Eltern, anderen Bezugspersonen? (Lektion 4.3) -Soziale Kontrolle -Integration -Traditionelle Bindung -Individuatio
8.Welches ist die dritte Sozialisationsphase? (Lektion 4.3) -Kindheit -Jugend -Ruhestand -Erwachsenenalter
Erwachsenenalter
9.Welches ist die primäre Sozialisationsphase? (Lektion 4.3) -Frühe Kindheit -Schulzeit -Jugendalter -Berufsleben
Frühe Kindheit
1.Wie waren Gesellschaften in der vorindustriellen Zeit geordnet? (Lektion 5.1) -Nach Einkommen -Nach Bildung -Nach Beruf -Nach Ständen
nach Ständen
2.Wie viele Klassen gibt es laut Karl Marx? (Lektion 5.1) -Zwei -Drei -Vier -Fünf
Zwei
3.Welche Merkmale berücksichtigt der Schicht-Begriff? (Lektion 5.1) -Alter, Geschlecht, Nationalität -Religion, Kultur, Sprache -Politische Überzeugung, Freizeitgestaltung, Familiengröße -Einkommen, Bildung, B
Einkommen, Bildung, Beruf
4.Auf wen geht der „Habitus“-Begriff zurück? (Lektion 5.2) -Max Weber -Karl Marx -Emile Durkheim -Pierre Bourdie
Pierre Bourdieu
5.Was umfassen die sogenannten „SINUS-Milieus“? (Lektion 5.2) -Politische Orientierung und Konsumverhalten -Soziale Lage und Grundorientierung -Kulturelle Werte und Bildungshintergrund -Geografische Herkunft und religiöse Zugehörigke
Soziale Lage und Grundorientierung
6.Welche Schicht macht den Großteil der Bevölkerung aus? (Lektion 5.2) -Die Oberschicht -Die Arbeiterklasse -Die untere Unterschicht -Die obere Unterschicht und die drei Mittelschichte
Die obere Unterschicht und die drei Mittelschichten
7.Wann gab es Stände? (Lektion 5.1) -In der Industrialisierung -In der Moderne -In der Antike -In der Feudalgesellschaf
In der Feudalgesellschaft
8.Korrekte Aussage in Bezug auf Schicht: (Lektion 5.1) -Unterschicht ist die wichtigste Gruppe -Oberschicht dominiert das gesamte System -Soziale Schichten spielen keine Rolle -Mittelschicht ist tragende Säule der Gesellschaft
Mittelschicht ist tragende Säule der Gesellschaft
9.Was ist die tragende Säule der Gesellschaft? (Lektion 5.1) -Mittelschicht -Arbeiterklasse -Oberschicht -Unterklasse
Mittelschicht
1.Was bedeutet „Soziale Ungleichheit“? (Lektion 6.1) -Ein universelles Gleichstellungssystem -Eine ökonomische Bedingung für Wachstum -Eine bestimmte Ressourcenausstattung, die dazu führt, dass bestimmte Gruppen regelmäßig bessere Lebens- und Verwirklichungschancen haben -Eine Form der individuellen Freihe
Eine bestimmte Ressourcenausstattung, die dazu führt, dass bestimmte Gruppen regelmäßig bessere Lebens- und Verwirklichungschancen hab
2. Korrekte Aussage in Bezug auf Soziale Ungleichheit: (Lektion 6.1) -Soziale Ungleichheit existiert nicht in modernen Gesellschaften -Sie wird ausschließlich durch Bildung beeinflusst -Sie hat keine Auswirkungen auf Lebenschancen -Definition Bundeszentrale für politische Bildung
Definition Bundeszentrale für politische Bildung
3.Wovon geht der Sozialdarwinismus aus? (Lektion 6.1) -Das alle Menschen gleiche Chancen haben -Das soziale Systeme zufällig entstehen -Das Gesellschaften sich nicht verändern -Dass der Beste und Stärkste sich immer durchset
Dass der Beste und Stärkste sich immer durchsetzt
4.„Stigma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet... (Lektion 6.4) -Bestrafung -Vorurteil -Merkmal, Kennzeichen -Soziale Gerechtigkeit
-Merkmal, Kennzeichen
5.Welche Aussage trifft zu? (Lektion 6.5) -Delinquenz ist immer kriminell -Jedes soziale Verhalten ist deviant -Normabweichung ist gesetzlich verboten -Deviantes Verhalten ist nicht immer delinquentes Verhalten.
Deviantes Verhalten ist nicht immer delinquentes Verhalten.
6.Welchen Aspekt untersucht der Labeling Approach insbesondere? (Lektion 6.5) -Soziale Anpassung -Interpretation einer Tat als Straftat -Ökonomischen Status -Gesellschaftliche Werte
Interpretation einer Tat als Straftat
7.Was gehört nicht zu Strategien, um Stigmatisierungen zu umgehen? (Lektion 6.4) -Streit -Reflexion und Selbstakzeptanz -Aufklärung und Bewusstseinsbildung -Vermeidung von Diskriminierung
Streit
8.Welche Herrschaft ist nach Marx nicht legitim? (Lektion 6.3) (Frage falsch formuliert? - es müsste eher Max Weber sein) -Charismatische -Traditionelle -Rationale -Emotional
Emotionale
1.Individualisierung meint... (Lektion 7.1) -Die Rückkehr zu alten Werten -Die vollständige soziale Kontrolle -Die Abschaffung individueller Identität -Die Loslösung des Individuums aus seinen traditionellen Strukturen und Bindun
Die Loslösung des Individuums aus seinen traditionellen Strukturen und Bindunge
2. Was beschreibt die Demographie einer Gesellschaft? (Lektion 7.2) -Bildungssystem -Religiöse Vielfalt -Wirtschaftswachstum -Altersstruktu
Altersstruktur
3. Was sind laut West und Zimmermann (1987) „gender categories“? (Lektion 7.3) -Die biologische Bestimmung des Geschlechts -Ein gesetzlicher Rahmen für Geschlechterrollen -Äußerliche Praktiken, die die Geschlechtszugehörigkeit zeigen, z. B. Kleidung -in psychologisches Konzept ohne äußere Merkmal
Äußerliche Praktiken, die die Geschlechtszugehörigkeit zeigen, z. B. Kleidu
4. Laut Hurrelmann und Quenzel (2016) brauchen Jugendliche... (Lektion 7.4) -Strikte Kontrolle -Freie Erziehung ohne Regeln -Einschränkung ihrer sozialen Interaktion -Besondere Unterstützung und Förderung
Besondere Unterstützung und Förderung.
5. Die Digitalisierung löst ambivalente Wandlungsprozesse der Gesellschaft aus. Worin liegen die besonderen Gefahren der Digitalisierung? (Lektion 7.5) -Zunehmende soziale Interaktion -Verbesserte Bildungschancen -Weniger politische Kontrolle -Manipulation und Selbst-Inszenierun
Manipulation und Selbst-Inszenierung
6. Wann war der Ausbau des Internets? (Lektion 7.5) -1970er -1980er -1990er -2000er
1990er
1. Welche der vier folgenden Funktionen ist keine Funktion von Familie? (Lektion 8.1) -Unterhaltungsfunktion -Erziehungsfunktion -Reproduktionsfunktion -Sozialisationsfunktion
Unterhaltungsfunktion
2. Erklärung Begriff Sozialraum: (Lektion 8.2)
-Eine gesetzlich definierte Region -Ein wirtschaftliches Zentrum -Eine soziale Interaktionsplattform -Bestimmtes Gebiet, das durch seine Gegebenheiten/Strukturen das Leben/die Beziehungen der dort ansässigen Menschen prägt
Bestimmtes Gebiet, das durch seine Gegebenheiten/Strukturen das Leben/die Beziehungen der dort ansässigen Menschen prägt.
3. Wer schrieb das Buch/Studie „Der Lebensraum des Großstadtkindes“? (Lektion 8.2) -Max Weber -Emile Durkheim -Karl Mannheim -Martha Muchow
Martha Muchow
4. Aufgabe der Familie ist... (Lektion 8.1) -Schaffung wirtschaftlicher Macht -Strikte Kontrolle über die Gesellschaft -Erhalt und Bildung von Humanvermögen -Begrenzung individueller Freiheiten
Erhalt und Bildung von Humanvermöge
5. Aufgabe System Familie für die Gesellschaft: (Lektion 8.1) -Technischer Fortschritt -Politische Stabilität -Ökonomische Entwicklung -Humanvermö
Humanvermögen
6. Welches der folgenden Themen ist für die Soziologie kaum relevant? (Lektion 8) -Physik -Soziale Gerechtigkeit -Kulturelle Identität -Soziale Netzwerke
Physik
7. Was hat laut Max Weber (1922) den Kapitalismus erst ermöglicht? (Lektion 8.4) -Die industrielle Revolution -Die soziale Ungleichheit -Die Globalisierung -Die protestantische Arbeitsethi
Die protestantische Arbeitsethik.
8. Wovon handelt Webers Hauptwerk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“? (Lektion 8.4) -Die wirtschaftliche Entwicklung im Mittelalter -Die Ablehnung religiöser Einflüsse auf die Gesellschaft -Weber zeichnet religiöse Einflüsse nach, die Entwicklungen des Kapitalismus bestimmten -Die Kritik an der Industrialisieru
Weber zeichnet religiöse Einflüsse nach, die Entwicklungen des Kapitalismus bestimmt
9. Wer hat das Buch „Protestantische Arbeitsethik“ geschrieben? (Lektion 8.4) -Karl Marx -Emile Durkheim -Talcott Parsons -Max Weber
Max Weber
10. Bezeichnung Begriff Care-Arbeit, ist knappe Ressource geworden: (Lektion 8.1) -Soziale Krise -Pflegearbeit -Gesundheitssystem -Care-Krise
Care-Krise
11.Was ist kein Aspekt von Nachhaltigkeit? (Lektion 8.6) -Ökologische Nachhaltigkeit -Spirituelle Nachhaltigkeit -Ökonomische Nachhaltigkeit -Soziale Nachhaltigkeit
Spirituelle Nachhaltigkeit
1.Definiere Soziologie nach Max Weber. (Lektion 1.1)
wird als eine Wissenschaft definiert, die soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. dabei wird zwischen den Handelsformen, Verhalten, Handeln und sozialem Handeln unterschieden Soziologie analysiert also, wie Menschen in sozialen Zusammenhängen handeln und welche Bedeutungen sie ihrem Handeln zuschreibe
Verhalten
Unbewusste, reaktive oder biologische Vorgänge wie Essen, Schlafen oder Niesen
Handeln
Bewusstes Tun mit einem subjektiven Sinn oder Zweck.
soziales Handeln
Handeln, das sich auf andere Personen bezieht und durch Interaktionen geprägt ist.
2.Was versteht man unter „Sozialem Handeln“? (Lektion 1.1)
bezeichnet jede Handlung, die in irgendeiner Weise auf andere Menschen bezogen ist zentrale Kategorie der Soziologie und beeinflusst soziale Systeme, Gruppen, Gemeinschaften und Institutionen wird durch gesellschaftliche Deutungen, Werte und Normen geprägt und von anderen Menschen beeinflusst Soziales Handeln ist in gesellschaftliche Strukturen eingebettet und beeinflusst soziale Prozesse. 4 Motivlagen: Zweckrationales, Wertrationales, Affektuelles, traditionales Handel
Zweckrationales Handeln
Abwägen von Zielen, Mitteln und Folgen, um die bestmögliche Lösung zu finde
Wertrationales Handeln
Orientierung an ethischen, religiösen oder ästhetischen Werten, unabhängig von den Folg
Affektuelles Handeln
Handeln aus spontanen Emotionen oder Gefühlen heraus.
Traditionales Handeln
Handeln aus Gewohnheit oder Tradition, ohne bewusste Reflexion.
soziales Gebilde
Ein „soziales Gebilde ist die Bezeichnung für eine soziale Einheit, die aus mehreren Personen besteht und in der soziale Beziehungen sowie soziales Handeln stattfinden Jedes soziale Gebilde ist strukturiert und folgt bestimmten, oft unbewussten Regeln. Es gibt Kommunikationsstrukturen und Hierarchien. Mikro- und makrosoziologische Gebilde (Verzahnung dieser zeigt, dass individuelles Handeln gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen kann
Mikrosoziologische Gebilde
kleinere soziale Einheiten wie Familie, Freundeskreis, Vereine, Cliquen oder Dorfgemeinschaften
Makrosoziologische Gebilde
größere gesellschaftliche Strukturen wie Kirche, Bildungssystem oder die Gesellschaft als Ganzes
Gemeinschaft (nach Ferdinand Tönnies)
mikrosoziologische Gedbilde bestehen aus kleineren Zusammenschlüssen von Menschen, wie Familien, Sippen oder Dörfern. Sie sind durch Nähe, emotionale Verbundenheit, Solidarität und Vertrautheit geprägt. Traditionen spielen eine große Rolle, und die Mitglieder leben eng aufeinander bezog
Gesellschaft (nach ferdinand Tönnies)
makrosoziologische Gebilde meist städtisch geprägt und basieren auf rationalen, zweckorientierten und instrumentellen Beziehungen. Menschen erfüllen spezifische Funktionen, sind weitgehend austauschbar und stehen oft in Konkurrenz und Wettbewerb zueinander. Anonymität und Distanz
5.Nenne die Merkmale von Gemeinschaft nach Tönnies. Wie können soziale Probleme damit gelöst werden? (Lektion 1.2
Nähe, emotionale Verbundenheit, Solidarität, Vertrautheit, Zusammengehörigkeit, Tradition soziale Probleme durch Freunde, Familie oder Nachbarschaft gelöst. Hilfe erfolgt unbürokratisch, bedingungslos und emotional begründet. Menschen empfinden gegenseitige Verpflichtung zur Unterstützung, basierend auf Nähe, Solidarität und Vertrautheit. Empathie und Pflichtgefühl stehen im Vordergrund, nicht der persönliche Nutze
5.Nenne die Merkmale von Gesellschaft nach Tönnies. Wie können soziale Probleme damit gelöst werden? (Lektion 1.2
Anonymität, Rationalität, Zweckorientierung, Konkurrenz, Wettbewerb soziale Probleme durch Organisationen, Ämter und gesetzliche Regelungen gelöst. Hilfe oft bürokratisch, an Anträge gebunden und kostenpflichtig. Entscheidungen basieren auf rationalen Prinzipien wie der Kosten-Nutzen-Relation und Zweckrationalität. Beziehungen sind meist anonym und funktional. Vorteil liegt in der Professionalität, der Nachteil in der fehlenden persönlichen Bind
6.Erläutere die Funktion des Systems Familie. (Lektion 1.3
Familie= soziales System, das aus aufeinander bezogenen, voneinander abhängigen und sich wechselseitig beeinflussenden Elementen besteht Elemente (Familienmitglieder)stehen im stetigen Austausch untereinander und mit anderen Systemen wie Kita, Schule oder Arbeitsplatz, bleiben aber deutlich von diesen abgegrenzt Rollen innerhalb der Familie (z. B. Vater, Mutter) sind nicht festgelegt, sondern hängen von individuellen Rahmenbedingungen, Familienstrukturen und Eigenschaften ab zentrale Funktion = Erziehung und Sozialisation der Kinder, Humanvermög
7.Erkläre das AGIL-Schema - nach Talcott Parsons. (Lektion 1.3
entwickelt, um zu erklären, wie soziale Systeme, z. B. Gesellschaft oder Familie, stabil bleiben und sich selbst erhalten können. Jedes soziale System muss vier zentrale Funktionen erfüllen, um langfristig zu bestehen: Adaption (Anpassung) Goal Attainment (Zielerreichung) Integration Latent Pattern Maintenance (Norm- & Strukturerhaltung) dient als Grundlage zur Selbsterhaltung sozialer Systeme, indem es erklärt, wie sie sich anpassen, Ziele verfolgen, sich intern abstimmen und ihre grundlegenden Strukturen bewahren.
Adaption (Anpassung) AGIL
Jedes System muss sich an seine Umwelt anpassen und externe Einflüsse, Rahmenbedingungen und Anforderungen berücksichtigen, um überlebensfähig zu bleib
Goal Attainment (Zielerreichung) AGIL
Systeme setzen sich bestimmte Ziele, die sie durch verschiedene Strategien und Maßnahmen erreichen müssen, um stabil zu bleiben
Integration AGIL
Die einzelnen Mitglieder und Subsysteme eines sozialen Systems müssen zusammenarbeiten, sich abstimmen und aufeinander eingehen, um das Funktionieren des Gesamtsystems zu gewährleisten
Das System bewahrt grundlegende Werte und Normen, die es bereits verinnerlicht hat. Sicherstellung, dass trotz neuer Herausforderungen eine gewisse Kontinuität erhalten bleibt und das System weiterhin legitimiert ist.
Sozialkostruktivismus
soziale Verhältnisse nicht naturgegeben, sondern wandelbar & sozial konstruiert sind gemeinsam durch viele Individuen konstruiert (jeder kennt Schule, nimmt sie jedoch unterschiedlich wahr)
Definition of the Situation
Wenn eine Situation als real definiert wird, wird sie auch in ihren Konsequenzen real Situationsdefinition bestimmt handeln und dessen Konsequenzen kann zur sich selbsterfüllenden Prophezeiung werden Voraussage schafft Ereignis & somit Realität
1.Was versteht man unter Lebenswelt? (Lektion 2.1)
Begriff aus dem Sozialkonstruktivismus/ beschreibt die subjektiv erlebte und erfahrbare Welt eines Menschen. umfasst alltägliches Wissen, bestehend aus Deutungen, Routinen und Erklärungen, die nicht aktiv hinterfragt werden. Obwohl die Lebenswelt subjektiv ist, wird sie kulturell geprägt. Lebenswelt eines Menschen ist die Gesamtheit seiner Alltagsroutinen, Wissensbestände und Sinnzuschreibungen, die seine Wahrnehmung und sein Handeln bestimmen, ohne dass er sie aktiv hinterfragt. Analyse der Lebenswelt hilft dabei, Sinnzuschreibungen, Werte und Normen zu rekonstruieren, um menschliches Handeln besser nachzuvollziehen
Merkmale der Lebenswelt
Alltagswissen: Allgemeine Wissensbestände (z. B. was eine Schule ist) und alltägliche Handlungen (z. B. Einkaufen oder Essen zubereiten) Subjektivität: Jeder Mensch hat eine eigene Lebenswelt, selbst innerhalb derselben Familie oder sozialen Gruppe. Kulturelle Prägung: Die Lebenswelt wird durch Normen und Traditionen beeinflusst. Verborgene Skripte: Unbewusste Regeln und Routinen strukturieren soziale Interaktionen (z. B. Höflichkeitsformen oder Abläufe in Beratungsgesprächen). Habitualisierung & Institutionalisierung: Wiederholte Handlungen werden zu Gewohnheiten und können sich zu gesellschaftlichen Institutionen entwickeln (z. B. Schule, Familie).
2.Erkläre das Krisenexperiment. (Lektion 2.1
von Harold Garfinkel (1917–2011) entwickelt, um routinierte Handlungen einer Lebenswelt zu stören und dadurch verborgene Skripte einer spezifischen Lebenswelt zu ergründen. Analyse dieser Skripte ist nötig, um die Ordnung oder Logik sozialer Interaktionen sichtbar zu machen und Machtverteilungen, Rollenzuschreibungen und soziale Konflikte zu verstehen.
Durchführung des Krisenexperiments
Studierende sollten ihre Eltern besuchen, diese dann siezen, formal grüßen und nach der Toilette fragen. Die Eltern reagierten mit Verwunderung, Zweifel, Wut oder Angst. Ergebnisse: Die formalen Kriterien, die soziale Handlungen regeln, werden deutlich, wenn man gegen sie verstößt. Solche Experimente zeigen die verborgenen Routinen und Deutungen unserer Lebenswelt auf.
3.Was versteht man unter dem Begriff Institution? (Lektion 2.1)
Laut berger und Luckmann das Ergebnis von Sedimentierungen dynamischer Sozialprozesse, d. h. dass bestimmte Verhaltensweisen und soziale Handlungen sich über die Zeit verhärten und zu „sozialen Tatsachen“ werden laut Böhnisch & Funk sind Institutionen regelhafte und erwartbare gesellschaftliche Grundmuster, die Normalität vorgeben
Institutionen Funktion und beispiele
Sicherstellung der Befriedigung grundlegender Bedürfnisse. Gewährleistung von Verhaltenssicherheit. Orientierung in der sozialen Umwelt. Bsp:Schule, Ehe, Familie, Partnerschaft und andere verfestigte Wert- und Normalvorstellungen (weitere: Religion, Wirtschaft, Recht, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Betreuung)
Was sind Organisationen
zeitlich stabile, strukturierte soziale Gebilde oder Systeme, die aus verschiedenen Personen bestehen und ein bestimmtes Ziel verfolgen.
Organisationen Funktion und beispiel
Regeln und Normen, die das soziale Handeln der Menschen strukturieren. Sie lassen sich bestimmten Institutionen zuordnen (z. B. Krankenhaus als Organisation, die zur Institution der Gesundheitsfürsorge gehört) Bsp:Kirchen, Betriebe/Fabriken, Gerichte, Schulen/Univeritäten, Krankenhäuser/Pflegeeinrichtungen/ Praxen, Kitas/Krippen/Horte
Unterschied Organisation und Institution
Institutionen regeln grundlegende gesellschaftliche Bereiche und stellen Regeln für das Zusammenleben auf, während Organisationen diese Regeln in spezifischen Kontexten umsetzen und damit gesellschaftliche Aufgaben erfüll
Institutionalisierung nach Peter Berger und Thomas Luckmann
Habitualisierung Tradierung (weitergabe von Tradition und Wissen) Instituionalisierung soziale Tatsachen
Doing Gender
"Doing" bezeichnet die aktive Herstellung von bestimmten Konstrukten beim doing gender wird Geschlecht also als Herstellungsleistung verstanden, die in alltäglichen sozialen Interaktionen erfolgt
4.Erkläre die Kommunikation der Systemtheorie. (Lektion 2.2
laut Niklas Luhmann ist die grundlegende Einheit der Gesellschaft nicht der Mensch, sondern die Kommunikation Kommunikation zwischen Menschen ist Voraussetzung für die Kommunikation der Systeme Kommunikation basiert dabei auf „binären Codes“, die die besondere Logik eines Systems aufzeigen Beispiel: Wissenschaftssystem basiert auf Code wahr/falsch Durch Kommunikation des Nutzens, den ein einzelnes System für die Gesamtgesellschaft hat, erschafft und reproduziert es sich selbst Kommunikation ist somit nicht nur ein Mittel des Austauschs, sondern auch die Grundlage der Existenz sozialer Systeme.
5.Was bedeutet Autopoietisch? (Lektion 2.2)
Bezeichnet die Eigenschaft von Systemen, sich selbst zu erzeugen und immer wieder selbst hervorzubringen. Systeme erschaffen sich durch ihre eigenen Elemente und erhalten sich durch interne Regeln und Inhalte. Beispiel: Wissenschaftssystem, das sich durch die Unterscheidung von „wahr“ oder „falsch“ selbst definiert. Wissenschaftler lernen wissenschaftliche Arbeitsweisen, erlangen entsprechende Qualifikationen + erarbeiten gemeinsam Richtlinien und Ethikkodizes.
Grundlagen eines autopoietischen Systems
muss mit seiner Umwelt kommunizieren und sich an deren Gegebenheiten anpassen, um seine Existenz zu sichern. Wenn ein System, wie z. B. die Medizin, den Bedürfnissen der Gesellschaft nicht gerecht wird, verliert es seine Glaubwürdigkeit und könnte sich auflösen. So passt sich das System durch „Koevolution“ an seine Umwelt an, um weiterhin relevant zu bleiben und zu bestehen
6.Erkläre den Klassenkampf nach Marx. (Lektion 2.3
Marx sieht gesellschaftliche Entwicklung als einen dialektischen Prozess beschreibt Konflikt zwischen besitzenden und nicht-besitzenden Klassen als notwendigen Schritt zur klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen (Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz & führten ununterbrochen Kämpfe) endeten immer mit revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen. Besonders Interessant: arbeitende Klasse (Proletariat)&besitzende Klasse (Bourgeoisie) Laut Marx wird kapitalistische Produktionsweise durch Revolution des Proletariats beendet.
dialektischer Prozess
Aus These und Antithese folgt eine Synthese
7.Ist der soziale Konflikt zwischen Arbeit und Kapital, wie von Karl Marx beschrieben, heute noch aktuell? (Lektion 2.3)
auch heute relevant, wenn auch in veränderter Form. Marx’ Theorie des historischen Materialismus beschreibt die Gesellschaft als Konflikt zwischen Proletariern (besitzlose Arbeiter) und Kapitalisten (besitzende Klasse) auch heute besteht soziales Gefälle, das jedoch durch staatliche Maßnahmen wie Sozialversicherungen, Wohlfahrtspflege und soziale Arbeit abgemildert wird. Kapital weiterhin ungleich verteilt Selbst die Mittelschicht ist zunehmend bedroht.
Kritik an Marx Ansatz (historischer Materialismus)
Gesellschaft einseitig aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet, andere Faktoren wie Solidarität, Religion oder humanistische Werte bleiben unberücksichtigt Mehrwert-These ignoriert, dass Unternehmen Steuern zahlen und Sozialversicherungen finanzieren. Zwei-Klassen-Gesellschaft existiert in dieser Form nicht mehr, da Gesellschaft heute in vielfältige soziale Milieus unterteilt ist. Idee einer klassenlosen Gesellschaft fraglich, da individuelle Interessen, Eigennutz und Egoismus oft stärker als Solidarität und Gemeinwohlorientierung.
Ausbeutung
besitzlose Arbeitsklasse verkauft Arbeit für geringen Lohn hergestellte Produkte erzeugen Mehrwert, von dem primär besitzende Klasse profitiert Arbeiter bleiben abhängig und müssen weiterhin Arbeit verkaufen
Entfremdung
dem Arbeitnehmer sind durch Arbeitsteilung & Eigentumsordnung, seine Mitmenschen, Tätigkeit und Produkte fremd Prozesse der Entfremdung: vom Arbeitsprozess, Arbeitsprodukt, der natur, sich selbst und den Mitmenschen
Revolution
Marx prognostiziert eintretende Revolution Arbeiter würden sich gegen ihre Ausbeutung wehren & Kapitalismus beenden (fand so nicht statt) mögliche Ursache: Arbeiterstolz, Sozialgesetzgebung
Kritische Theorie
entstammt Frankfurter Schule Max Horkheimer und Theodor W. Adorno wollen vor allem Macht und Unterdrückung verstehen, mit dem Ziel einer „vernünftigen Gesellschaft mündiger Bürger
Dialektik und Aufklärung
Buch von Horkenheimer und Adorno Frage: Warum moderne, aufgeklärte & technisierte Gesellschaften Gräueltaten hervorbringen Furcht vor Natur wurde zurückgedrängt & Menschen lernten sie zu beherrschen & für eigene Ziele zu benutzen erlaubt immer rationaleres, zweckorientiertes Denken und Handeln Rationalität kann irrational werden
Sein und Bewusstsein
Basis (wirtschaftliche Prozesse) und Überbau (Politik, Recht, Moral, Religion, Kunst) beeinflussen sich gegenseitig und treiben eine dialektische Entwicklung voran
Autoritärer Charakter
Forschung zu "autoritären Charakter", der anfällig für faschistische Propaganda & Manipulation sei Faschismusskala wurde entwickelt (ermittelt Grad an autoritären Charaktereigenschaften)
Werturteilsstreit
politisch / philosophischer Streit zwischen den kritischen Rationalisten & Frankfurter Schule über die Methodologie der Sozialwissenschaften Annahme Rationalisten: Wissenschaft sollte wertfrei, streng faktenbasiert & ideologiefrei durchgeführt werden/ offen für Falsifizierung Annahme Frankfurt: erforschen sozialer Verhältnisse nicht neutral/ kann gefährliches Wissen für Verwaltung und Beherrschung von Menschen hervorbringen/ Gesellschaft, die Gleichheit proklamiert und Ungleichheit produziert, sollte wissenschaftliche Kritik erfahren
8.Was ist die Kulturindustrie in der kritischen Theorie? (Lektion 2.4)
beschreibt die Art und Weise, wie Kultur in der kapitalistischen Gesellschaft zu einer Ware wird. umfasst alle Formen der Massenkultur, einschließlich Kunst, Film, Radio und Werbung, die darauf abzielen, Profit zu generieren. Kritische Theorie sieht die Kulturindustrie als Beispiel, wie kapitalistische Verhältnisse das Bewusstsein der Menschen prägen und zu einer Konformität führen, die gesellschaftliche Ungleichheiten reproduziert.
Aspekte der Kulturindustrie
1. Profitorientierung: Kultur ist darauf ausgerichtet, den wirtschaftlichen Profit zu maximieren. Menschen ordnen sich rationalen Profitorientierung unter, eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht mehr kritisch hinterfragt. 2. Manipulation der Bedürfnisse: Kulturindustrie schafft Bedürfnisse, die zuvor nicht existierten, und schürt Unzufriedenheit. 3.Entfremdung: Kunst und die kulturelle Produktion wird in den Dienst der kapitalistischen Verwertung gestellt Kunst wird ihrer kritischen und emanzipatorischen Funktion beraubt und wird zu Instrument der Konsumsteigerung. 4. Widersprüchliche Wirkungen: Trotz der Massenproduktion und Normierung von Kulturprodukten können individuelle Erfahrungen/ subjektive Wahrnehmungen nicht vollständig homogenisiert werden. führt zu Dialektik zwischen Massenkultur und individuellem Erlebe
9.Erklären Sie den Begriff Massenkultur. (Lektion 2.4
Im Sinne der Frankfurter Schule ist mit Massenkultur die „Kulturindustrie“ gemeint, in der alles zur Ware wird Kunst, Werbung, Film, Radio – alles dient letztendlich nur dem Zweck, Profit zu erzeugen. Kultur dient den Menschen der Regeneration in der Freizeit, um arbeitsfähig zu bleiben und um konsumieren zu können. So entsteht ein in sich geschlossenes System.
Hauptmerkmale der Massenkultur
1. Produktion und Konsum: Massenkultur wird industriell hergestellt und vermarktet. zielt darauf ab, Profit zu generieren, indem sie Bedürfnisse und Wünsche weckt. 2. Kulturindustrie (= Massenkultur): Kultur wird zur Ware; Kunst, Film, Musik und Medien dienen primär der Profitmaximierung. Verknüpfung von Basis (ökonomische Bedingungen) und Überbau (Kultur, Werte) statt. 3. Einfluss auf Individuen: Massenkultur beeinflusst die Identität und Selbstwahrnehmung der Menschen. Besonders Jugendliche orientieren sich an Vorbildern (Unzufriedenheit & negatives Selbstbild) 4. Gesellschaftskritik: Massenkultur von Frankfurter Schule als Instrument der Herrschaft und Manipulation gesehen. fördert autoritäre Strukturen und verhindert kritisches Bewusstsein. 5. Dialektik der Aufklärung: Massenkultur als Teil der Widersprüche zwischen Fortschritt und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten betrachtet.
10.Nenne die wichtigsten Aspekte zu Gesellschaftsdiagnosen. / Nenne wichtige soziologische Zeitdiagnosen. (Lektion 2.5)
Gesellschaft, die durch Risiken und Nebenwirkungen des technologischen Fortschritts geprägt ist Zentrale Idee: Fortschritt bringt zwar Wohlstand, aber auch neue Gefahren Laut Beck gehen Positive Entwicklungen oft mit unerwünschten Nebenwirkungen einher (= Motor für Weiterentwicklung) und die Menschen müssen Risiken ständig kontrollieren.
Erlebnisgesellschaft (Gerhard Schulze, 2000)
Gesellschaft, in der persönl. Erlebnisse über zwischenmenschliche Beziehungen gesetzt werden Charakterisiert durch: Konsum von Erlebnissen und der ständigen Suche nach neuen Erfahrungen Kritik: Beziehung wird ähnlich wie ein Konsumgut bewertet, Nutzen und Kosten stehen also im Vordergrund.
Wissensgesellschaft
Gesellschaft, in der Wissen und Informationen zentrale Ressourcen für Wohlstand und Entwicklung sind Zugang zu & Umgang mit Wissen wird zunehmend als entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg betrachtet führt zu höheren Nachfrage der Bildung und kann bestehende soziale Ungleichheiten verschärfen, da Bildung oft als Maßstab für individuelle Leistungsgerechtigkeit dient.
Multi-Kulti-Gesellschaft
Gesellschaft, die durch kulturelle Diversität geprägt ist.
Single-Gesellschaft
Zunahme von alleinlebenden Individuen
Konsumgesellschaft
Gesellschaft, in der der Konsum von Gütern und Dienstleistungen dominiert.
Protest-Gesellschaft
Zunahme gesellschaftlicher Proteste und Bewegungen.
1.Welche Bedeutung hat das soziale Handeln für die Soziologie? (Lektion 3.1
bildet Grundlage für das Verständnis gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse Kernelement der Soziologie und beschreibt Handlungen, die auf andere Menschen, soziale Systeme, Gruppen oder Institutionen bezogen (Max Weber) Ausdruck gesellschaftlicher Werte und Normen subjektive Sinn, der Handlung ist dabei immer in größere gesellschaftliche Zusammenhänge eingebettet Analyse dessen ermöglicht, gesellschaftliche Prozesse zu erklären und Muster sozialen Verhaltens zu verstehen
2.Was bedeuten Normen? (Lektion 3.2)
Verhaltensvorschfiten konkrete Verhaltensregeln, die sich aus Werten ableiten und vorschreiben, wie sich Menschen in bestimmten Situationen verhalten sollen. schaffen Normalität und reduzieren gesellschaftliche Komplexität. Beispiel: Eine Norm, um Höflichkeit (Wert) zu zeigen = Händeschütteln (Norm) (nicht unbedingt in allen Kulturen/Umständen) unterschiedliche Verbindlichkeitsgrade und bieten Handlungsspielraum kulturell geprägt können sich verändern
Arten von Normen
Muss-Norm Soll-Norm Kann-Norm
Muss-Norm
rechtlich bindend, z. B. Gesetze
Soll-Norm
gesellschaftliche Erwartungen, deren Nichtbefolgung soziale Sanktionen nach sich ziehen kann, z. B. Treue in einer Ehe
Kann-Norm
freiwillige Verhaltensweisen, die positiv aufgenommen werden, aber keine Sanktionen nach sich ziehen, z. B. Kuchen zum Geburtstag mitbringen
2.Was bedeuten Werte? (Lektion 3.2)
wünschenswerte Vorstellung allgemeine Grundprinzipien und Vorstellungen darüber, was in einer Gesellschaft als wünschenswert gilt. dienen als übergeordnete Orientierungsmuster für menschliche Handeln Orientieren sich an religiösen, ethischen & sozialen Leitbildern („ethische Imperative“, Max Weber) Beispiele: Höflichkeit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit oder Bildung kulturell geprägt, können sich verändern
Interne Kontrolle
Werte und Normen so stark verinnerlicht (internalisiert), dass Menschen ihr eigenes Verhalten selbst überwachen. orientieren sich an einem inneren sozialen Kompass, der ihnen sagt, was richtig oder falsch ist.
Externe Kontrolle
• Greift, wenn die interne Kontrolle nicht ausreicht. • äußere Instanzen (wie Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn, Polizei oder Behörden) überwachen das Verhalten, sorgen für die Einhaltung sozialer Normen und bestrafen mittels Sanktionen
Sanktionen
Treten in unterschiedlichen Formen und Schweregraden auf unerwünschtes Verhalten/ Nichteinhaltung von Normen ist mit erheblichen Nachteilen verbunden. Sanktionen (Belohnungen oder Strafen) können sowohl intern als auch extern erfolgen, um gewünschtes Verhalten zu fördern oder unerwünschtes Verhalten zu verhindern.
4.Welcher Zusammenhang besteht zwischen Sanktionen und sozialen Rollen? (Lektion 3.2)
Sanktionen dienen dazu, die Einhaltung sozialer Rollen zu sichern. Soziale Rollen beinhalten Verhaltenserwartungen, die durch Normen und Werte geprägt sind. Positive Sanktionen (z. B. Lob, Anerkennung) bestärken rollenkonformes Verhalten, während negative Sanktionen (z. B. Strafen, Kritik) abweichendes Verhalten bestrafen. können formell (z. B. Gesetze) oder informell (z. B. soziale Ächtung) sein und wirken entweder extern (durch andere) oder intern (durch das eigene Gewissen).
5.Was versteht man unter sozialer Kontrolle (Lektion 3.2)
Soziale Kontrolle bezeichnet die Mechanismen, die sicherstellen, dass soziale Normen eingehalten werden. Prozess erfolgt durch soziale Kontrollinstanzen, die sowohl interne als auch externe Kontrolle ermöglichen:
6.Erkläre den Wertewandel anhand eines Beispiels. (Lektion 3.2
Wertewandel bezeichnet die langfristige Veränderung von Werten und Normen in einer Gesellschaft entsteht oft durch gesellschaftliche, politische, technologische oder kulturelle Veränderungen & kann durch individuelles Handeln sowie öffentliche Debatten angestoßen werden Bp: gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität. (früher kriminalisiert oder als Krankheit betrachtet, gesellschaftliche Norm gewandelt, heute in vielen Ländern sexuelle Orientierung frei gelebt werden kann, ohne strafrechtliche oder soziale Konsequenzen)
Wer prägte den Begriff Anomie
Émile Durkheim
Rollentheorie
Ralf Dahrendorf beschreibt, dass soziale Normen immer mit bestimmten Verhaltenserwartungen verbunden sind, die meist an eine soziale Position, also einen Platz in einem sozialen Gebilde, gebunden sind.
Zugeschriebene Position
soziale Positionen, die man ohne eigenes Zutun erhält, z. B. Geschlecht, Herkunft, Tochter/Sohn sein mit bestimmten Verhaltenserwartungen verbunden und bestimmt die soziale Rolle eines Menschen
Erworbene Position
werden durch eigenes Handeln erreicht, z. B. durch Ausbildung, Beruf oder Mitgliedschaft (z. B. Lehrer, Studenten) mit bestimmten Verhaltenserwartungen verbunden und bestimmt die soziale Rolle eines Menschen
8.Welcher Begriff beschreibt, dass Kinder die meiste Zeit ihrer Kindheit in Einrichtungen verbringen? (Lektion 3.4)
„Institutionalisierung von Kindheit“ bedeutet, dass Kinder einen großen Teil ihres Alltags in Institutionen wie Kitas, Schulen oder Horten verbringen, oft mehr Zeit als in ihren Familien
Aufgabe Institution Wirtschaft
knappe Ressourcen und Arbeitskräfte mobilisieren
Aufgabe Institution Polizei
Schutz vor inneren und äußeren Bedrohungen
Aufgabe Institution Schule
Bildung und Ausbildung
Aufgabe Institution Wissenschaft
Entwicklung und Produktion neuen Wissens
Was sind die drei Grundfunktionen der Institutionen
Sicherstellung der Befriedigung grundlegender Bedürfnisse, Gewährleistung von Verhaltenssicherheit und Orientierung in der sozialen Umwelt
Was sind totale Institutionen
geben gesamten Tagesablauf vor und üben Zwang auf ihre Insassen aus alle Lebensbereiche werden kontrolliert Zweck: Menschen, die als gefährlich, fürsorgebedürftig oder unselbstständig gelten, zu separieren
1.Was versteht man unter sozialer Interaktion? (Lektion 4.1)
George Herbert Mead beschreibt soziale Interaktion die wechselseitigen Beziehungen + Austauschprozesse zwischen Personen, die mithilfe von verbaler und nonverbaler Kommunikation stattfinden symbolische / nicht-symbolische soziale Interaktion (Unterscheidung zeigt, dass soziale Interaktion nicht nur auf direkten Reaktionen basiert, sondern oft eine Interpretation von Zeichen und Symbolen erfordert, wodurch sie unser soziales Miteinander prägt
Symbolische soziale Interaktion
Reize werden interpretiert und erhalten dadurch eine Bedeutung → sie werden zu Symbolen. Handeln basiert auf allgemein anerkannten Symbolen, die für beide Interaktionspartner den gleichen Bedeutungsinhalt haben. • Beispiel: Eine ausgestreckte Hand wird als Begrüßung verstanden
Nicht-symbolische soziale Interaktion
Reflexartige Reaktion auf einen Reiz, ohne Interpretationsleistung der Interaktionspartner • Beispiel: Ein Mensch hebt den Arm, um einen Schlag abzuwehren
2.Wie beschreibt man die Grundannahmen des symbolischen Interaktionismus? (Lektion 4.1)
1. Menschen handeln gegenüber Dingen auf Basis der Bedeutung, die diese für sie haben: „Dinge“ können Gegenstände, Menschen, Handlungen, Institutionen oder Situationen sein. Beispiel: Ein alter Teddy kann für eine Person bloß ein Stofftier sein, während er für eine andere wertvolle Kindheitserinnerungen symbolisiert. 2. Diese Bedeutungen entstehen durch soziale Interaktion: Bedeutungen sind nicht von Natur aus in den Dingen enthalten, sondern werden durch soziale Prozesse ausgehandelt. Beispiel: Geld ist eigentlich nur bedrucktes Papier, wird aber durch gesellschaftliche Übereinkunft als Zahlungsmittel anerkannt. 3. Bedeutungen werden in der Auseinandersetzung mit der Umwelt interpretiert, verändert und angepasst: Bedeutungen sind nicht statisch, sondern werden je nach Situation und Kontext immer wieder neu interpretiert. Beispiel: Die Bedeutung einer Trennung kann sich je nach individuellen Erfahrungen und gesellschaftlichen Normen unterscheiden. —> Zusammenfassend: Menschen handeln nicht nur nach festen Normen oder Instinkten, sondern interpretieren Symbole aktiv und gestalten so soziale Wirklichkeit m
3.Was versteht Mead unter „Me, Self und I“? (Lektion 4.2)
Self: eigene Identität und das Bewusstsein über sich selbst. setzt sich zusammen aus („Me“ + „I“) Me: Gesamtheit aller Erwartungen, Bewertungen und Bilder, die ein Mensch von sich selbst hat. werden durch Interaktion mit anderen erworben und spiegeln die Erwartungen und Haltungen Anderer („The Generalized Other“) wider. I: spontane und unvorhersehbare Teil des Menschen, der kreativ, egoistisch und intuitiv handelt. von eigenen Wünschen motiviert und geht aktiv mit den Erwartungen des „Me“ um. repräsentiert die individuelle Antwort auf das „Me“. —> Durch die Wechselwirkung von „Me“ und „I“ wird Selbstbeobachtung und Identitätsentwicklung möglic
4.Benenne 3 Phasen des Sozialisationsprozesses mit Sozialisationsinstanzen. (Lektion 4.3)
1. Primäre Sozialisation: findet in der frühen Kindheit statt und die zentrale Sozialisationsinstanz ist die Familie. Kind erlernt grundlegende Verhaltensweisen, Werte und Normen. 2.Sekundäre Sozialisation: erstreckt sich über die späte Kindheit und Jugend wichtigen Sozialisationsinstanzen sind, Gruppe der Gleichaltrigen (Peer Group) & Schule. soziale Normen und Verhaltensweisen werden erlernt und ausgehandelt. 3. Tertiäre Sozialisation: erfolgt im Erwachsenenalter und als zentrale Sozialisationsinstanz fungiert die Arbeitswelt. spezifische Kompetenzen und soziale Normen im beruflichen Kontext werden vermittelt.
Internalisierung
Verinnerlichung bestimmter Werte, Normen und Einstellungen
5.Welche Aufgaben hat Familie? (Lektion 4.3)
soziales System und als Teil der primären Sozialisation 1. Verhaltensweisen, Werte und Normen erlernen: Kind erlernt zentrale Verhaltensweisen, Werte und Normen. Alle weiteren Sozialisationsschritte basieren darauf, (deshalb Familie besondere Bedeutung als Sozialisationsinstanz) 2. Erziehung: Kinder lernen grundlegende Fähigkeiten, wie Sprechen und Laufen sowie wichtige soziale Normen (Höflichkeit, Umgang miteinander, Alltagsgestaltung, Religion, etc.). 3. Internalisierung kultureller und milieuspezifischer Werte: Kinder erwerben kulturelle Werte und Normen, die für ihr Milieu spezifisch sind, was ihnen einen bestimmten Platz in der Gesellschaft zuweist.
Sollinstanz Die Gleichaltrigen („Peer group“)
erste Erfahrungen auf Augenhöhe kommen mit Werten und Normen in Verbindung, die sie u. U. aus ihrem Elternhaus nicht kennen und die altersspezifisch sind
Sollinstanz Massenmedien
vermittlung von Lebensstilen, Idolen und zentralen Einstellungen etc.
Sollinstanz Schule
sekundären Sozialisation Bildung, Erziehung und Peer-Kontakte finden statt und viele weitere Erwachsene Werte und Normen werden vermittelt
Sollinstanz Arbeitswelt
tertiäre Sozialisation Bestimmte Kompetenzen, Fachwissen genauso wie Arbeitsethos, Berufsstolz oder hierarchische Strukturen werden vermittelt beruflichen Sozialisation Kolleg:innen oder Fachkräfte aus demselben beruflichen Bereich werden häufig auch als Peers bezeichnet
6.Was bedeutet innere und äußere Realität? (Lektion 4.
Hurrelmann und Bauer Innere Realität: Körperliche und psychische Dispositionen (Veranlagungen, angeborene Eigenschaften). Äußere Realität: Soziale und physische Umwelt (Wohnumfeld, Wohnung, Nachbarschaft, Familienmitglieder etc.).
was bewirkt die Auseinandersetzung von innerer und äußerer Realität
Entwicklung von personaler und sozialer Identität (entscheidend für Persönlichkeitsentwicklung) entwickelt ein inneres Bild davon, wer man ist, und identifiziert sich gleichzeitig mit der äußeren Realität, was ein Gefühl der sozialen Zugehörigkeit vermittelt. ermöglicht Identitätsentwicklung als aktiven, bewusst gestalteten Prozess, in dem sich das Individuum mit sich selbst, den Herausforderungen des Lebens und den gesellschaftlichen Normen und Strukturen auseinandersetzt
Was ist Sozialisation nach Hurrlemann und Bauer
eine „produktive Realitätsverarbeitung
was ist Sozialstruktur
Gliederung einer Bevölkerung nach bestimmten Merkmalen
Was sind Sozialstrukturanalysen
beschreiben Zusammensetzung der Bevölkerung hinsichtlich der bestimmten Merkmale
Sozialstruktur Stand
In der Feudalgesellschaft war die Gesellschaft in Stände unterteilt. Die Zugehörigkeit zu einem Stand war durch Geburt festgelegt. Jeder Stand hatte spezifische Privilegien, Rechte und Pflichten.
1.Welche Stände gibt es in der Feudalgesellschaft? (Lektion 5.1
von der Spitze nach unten: Hochadel Hohe Geistlichkeit Ministeriale Ritter Niedere Geistlichkeit Freibauern Sonstige bäuerliche Bevölkerung (differenziert nach Besitz und Grad persönlicher Freiheit) Sozial Deklassierte
Sozialstruktur Klasse
geprägt von Karl Marx und Friedrich Engels bezieht sich vor allem auf ökonomische Merkmale, z. B. Einkommen oder Besitz Die Besitzenden (Bourgeoise) werden auch Kapitalisten/„herrschende Klasse“ genannt, und Proletarier Arbeiter/ „abhängige Klasse“
Sozialstruktur Schicht
Aufteilung in Ober-, Mittel-, Unterschicht Einordnung anhand objektiv messbarer Kriterien oder Gefühl von subjektiver Zugehörigkeit
2.In welcher Schicht lebt der größte Teil der Bevölkerung in Deutschland? (Lektion 5.1)
oberen Unterschicht und die drei Mittelschichten (obere, mittlere und untere Mittelschicht) Mittelschicht häufig als tragende Säule der Gesellschaft angesehen, da sie für Stabilität und Konstanz steht
Was versteht man unter Mikrozensus
"kleine Bevölkerungszählung" in Deutschland permanent Haushaltsdaten erhoben & ausgewertet repräsentative Ergebnisse Daten geben Rückschluss auf Lebensbedingungen, gesellschaftliche Wandlungsprozesse, evtl. Problemlagen/ Krisen
Sozialstruktur Lebenslagen
orientiert sich an Konzept der Lebenswelt versucht Lebensverhältnisse zu erfassen vertikale- oder materielle-Kriterien (Beruf, Einkommen, Bildung) horizontale- oder immaterielle-Kriterien (Alter, Geschlecht, Wohnform, Lebensform)
3.Was versteht man unter Bewältigungslage? (Lektion 5.1)
beschreibt, inwiefern Menschen in der Lage sind, mit ihren Lebensbedingungen umzugehen, Herausforderungen zu bewältigen und an der Gesellschaft teilzuhaben. geht über bloße Ressourcenorientierung hinaus und betrachtet die Teilhabechancen, die eine Person aufgrund ihrer sozialen Lage hat. 4 zentrale Aspekte: Ausdruck, Anerkennung, Abhängigkeit, Aneignung Bewältigungslage eines Menschen wird durch seine Lebenslagen, Ressourcen und soziale Unterstützung beeinflusst.
Ausdruck (Bewältigungslage)
Möglichkeit, die eigene innere Befindlichkeit zu thematisieren oder abspalten zu müsse
Anerkennung (Bewältigungslage)
Möglichkeit, sozial integriert zu sein.
Abhängigkeit (Bewältigungslage)
Möglichkeiten, selbstbestimmt zu handeln
Aneignung (Bewältigungslage)
Möglichkeiten, sich in der sozialräumlichen Umwelt identitätsstiftend einbringen zu können
4.Beschreibe die 4 Aspekte der Bewältigungslage nach Böhnisch und Funk. (Lektion 5.
1.Ausdruck: Möglichkeit, die eigene innere Befindlichkeit zu thematisieren oder abspalten zu müssen. 2.Anerkennung: Möglichkeit, sozial integriert zu sein. 3.Abhängigkeit: Möglichkeiten, selbstbestimmt zu handeln. 4.Aneignung: Möglichkeiten, sich in der sozialräumlichen Umwelt identitätsstiftend einbringen zu können
Habitus
Pierre Bourdieu das was ein Mensch in sich hat (Auftreten, Art zu sprechen, Gewohnheiten, etc.) das in den Körper eingegangene Soziale liefert Zugang zu Kapitalsorten
5.Welche Kapitalsorten gibt es? Nennen Sie jeweils ein Beispiel. (Lektion 5.2)
Ökonomisches Kapital (Besitz) Soziales Kapital (Mitgliedschaft in einem Verein, durch die neue Möglichkeiten und Kontakte entstehen können) Kulturelles Kapital (Urlaubsziel, Kleidungsstil) Kapitalsorten sind eng miteinander verknüpft: Wer viel ökonomisches Kapital besitzt, hat oft leichter Zugang zu sozialem und kulturellem Kapital
Ökonomisches Kapital
sichtbarste und einflussreichste Kapitalsorte. Besitz, Einkommen oder Geld, die einem wirtschaftliche Handlungsspielräume ermöglichen
Soziales Kapital
zeigt sich in Netzwerken und sozialen Beziehungen, die jemand pflegt. alle Ressourcen und Vorteile, die durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe entstehen bsp: Mitgliedschaft in einem Verein/einem beruflichen Netzwerk, durch die neue Möglichkeiten und Kontakte entstehen können
kulturelles Kapital
stark inkorporiert (in der Person verankert) und äußert sich im Lebensstil, kulturellen Wissen und Geschmack. Hinweise auf die soziale Herkunft und positioniert Menschen unbewusst in der Gesellschaft. Beispiele: Urlaubsziel, Kleidungsstil, Automarke oder Musikgeschmack
6.Erläutere detailliert das kulturelle Kapital. (Lektion 5.2
das am meisten inkorporierte Kapital Bildung, Lebensstil und kulturellem Wissen Gibt soziale Herkunft preis Positioniert Menschen in der Gesellschaft unbewusst/subtil (bspw. durch Urlaubsziel, Kleidungsmarken, Automarke, Einrichtungsstil, Musikstil) ->3 Formen des kulturellen Kapitals: Institutionalisiertes Kapital (z. B. Bildungsabschlüsse): Eine Person mit einem Doktortitel hat bessere Berufsaussichten. Inkorporiertes Kapital (z. B. Habitus, Manieren): Wer von klein auf mit gehobenen Tischmanieren aufwächst, fühlt sich in formellen Dinner-Situationen sicher. Objektiviertes Kapital (z. B. Bildungsgüter): Der Besitz einer wertvollen Kunstsammlung (oder Instrumente, Bücher) zeigt kulturelles Kapital.
Institutionaliesiertes Kapital
Bspw. Bildungsabschlüsse Eine Person mit einem Doktortitel hat bessere Berufsaussichten
Inkorporiertes Kapital
bspw: Habitus, Manieren Wer von klein auf mit gehobenen Tischmanieren aufwächst, fühlt sich in formellen Dinner-Situationen sicher
Objektiviertes Kapital
bspw: Bildungsgüter Der Besitz einer wertvollen Kunstsammlung (oder Instrumente, Bücher) zeigt kulturelles Kapital
Angemessenes Gehen: Fähigkeit, sich im sozialen Raum korrekt und selbstbewusst zu bewegen. Richtiges Sitzen am Tisch: Kenntnis über angemessene Körperhaltung und Sitzweise während eines Essens oder in formellen Situationen. Beherrschen von Tischmanieren/ (Husten/Niesen in die Ellenbeuge): Fähigkeit, Etikette und Verhaltensregeln beim Essen einzuhalten, wie z.B. das richtige Benutzen von Besteck. Sprachliche Ausdrucksweise: Fähigkeit, sich sprachlich angemessen und situationsgerecht auszudrücken, was auf den sozialen Hintergrund und die Bildung hinweist.
8.Erkläre Bourdieus Konsequenzen zum Kapital. (Lektion 5.2
1. Zugang zu Macht: verschiedenen Kapitalarten bestimmen Zugang zu Macht und Einfluss in Gesellschaft 2. Reproduktion von Ungleichheiten: Besitz von Kapital führt zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten, da privilegierte Gruppen besseren Zugang zu Bildung und Netzwerken haben 3. Konvertierbarkeit: Kapitalarten sind untereinander konvertierbar, z. B. kann ökonomisches Kapital in sozialen Zugang umgewandelt werden. 4. Einfluss auf Habitus: Kapital prägt den Habitus und die Identität, was die soziale Mobilität und die Wahrnehmung im sozialen Feld beeinflusst.
9.Deine Kollegin behauptet, Schule sei sozial gerecht. Nenne 3 Argumente dafür oder dagegen. (Lektion 5.2)
anhand des Habitus nach Pierre Bourdieu: Ökonomisches Kapital: Kinder aus gutverdienenden Familien haben Zugang zu Privatschulen, Musikschulen und Nachhilfe, was ihre Bildungschancen erheblich verbessert. Soziales Kapital: Schüler mit starken sozialen Netzwerken, z.B. durch private Kontakte oder Vereinszugehörigkeiten, profitieren von mehr Unterstützung, etwa bei Schulpraktika. Kulturelles Kapital: Kinder aus akademischen Haushalten erlernen von klein auf wichtige inkorporierte Praktiken, was ihnen den Zugang zu Bildung erleichtert. Kinder aus sozial und ökonomisch schwachen Familien oft Nachteile, da sie diese Praktiken nicht kennen. —>Schule reproduziert soziale Ungerechtigkeit, da sie die unterschiedlichen Ressourcen und Lebenslagen der Schüler nicht ausreichend berücksichtig
Sinus-Milieus
differenzieren gesellschaftliche Gruppen nach sozialer Lage (Bildung, Beruf, Einkommen) und Grundorientierung (Tradition, Modernisierung). werden vom Heidelberger Markt- und Sozialforschungsinstitut SINUS ermittelt und in einem „Kartoffeldiagramm“ dargestellt. verdeutlichen die Vielfalt und Veränderungen innerhalb der Mittelschicht und deren Einfluss auf die gesellschaftliche Schichtung
10.Erkläre die Mittelschicht anhand der Darstellung des Sinus-Milieus. (Lektion 5.2
Mittelschicht wird hauptsächlich durch die Bürgerliche Mitte repräsentiert, die 13% der Bevölkerung ausmacht: Diese ist leistungsorientiert, anpassungsbereit und bejaht gesellschaftliche Ordnung. strebt nach beruflicher und sozialer Etablierung sowie nach Sicherheit und Harmonie. Zusätzlich gibt es die Hedonisten, die 15% der Bevölkerung ausmachen: Diese ist mehr an Spaß und Erlebnissen interessiert und stellt sich gegen Konventionen. —> Die Sinus-Milieus verdeutlichen die Vielfalt und Veränderungen innerhalb der Mittelschicht und deren Einfluss auf die gesellschaftliche Schichtun
11.Wie haben sich die Sinus-Milieus verändert? (Lektion 5.2
„Adaptiv-pragmatische Milieu“ (12%) hat sich als Zentrum des bürgerlichen Mainstreams etabliert. Klimawandel und wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit haben zu Veränderungen geführt. Liberal-Intellektuelle und Sozialökologische Milieus verschmelzen zum Postmateriellen Leitmilieu Neu ist das Neo-Ökologische Milieu, das auf globale Vernetzung und soziale Transformation setzt. Gleichzeitig Rückzug der hedonistischen Mentalität, was Ende der „deutschen Spaßgesellschaft“ markiert hedonistischen Werte orientieren sich nun stärker an der neuen Mitte und einer kritischen Haltung gegenüber übertriebenem Konsum.
12.Wie haben sich Sinus-Milieus verändert? a)Was waren zentrale Veränderungen? b)Was könnte ein Grund dafür sein? c)Welches neue Milieu ist dazu gekommen? (Lektion 5.
a) Zentrale Veränderungen: -Ende der bürgerlichen Mitte: Diese Gruppe hat an Bedeutung verloren und das „Adaptiv-pragmatische Milieu“ ist nun das Zentrum des bürgerlichen Mainstreams. -Rückzug der hedonistischen Mentalität: teil der Hedonisten versteht sich jetzt als Teil der neuen Mitte und ist kritischer gegenüber übertriebenem Konsum.
b) Möglicher Grund für die Veränderungen: -Klimawandel und Umweltbewusstsein: Wachsende Sorgen um Umwelt und Kritik an Fortschritts- und Wachstumsglauben haben die Milieus in Bewegung gebracht.
c) Neues Milieu: -Neo-Ökologischen Milieu: setzt auf globale Vernetzung und sozialen Mehrwert, charakterisiert durch eine bunte Mischung aus progressiven und pragmatischen Werten. —>Diese Veränderungen verdeutlichen, wie sich Werte und Grundhaltungen innerhalb der Gesellschaft weiterentwickeln und die soziale Schichtung bee
13.Warum hat sich die soziale Mitte der sozialen Milieus aufgelöst? (Lektion 5.2
Wertewandel: Veränderung von Werten, Einstellungen und Grundhaltungen stattgefunden. Gesellschaftliche Ausdifferenzierung: gesellschaftliche Schichtung hat sich ausdifferenziert und neu formiert. Einfluss von Umweltfragen: Klimawandel und Sorgen um die Umwelt sowie Kritik am Fortschritts- und Wachstumsglauben haben zu dieser Bewegung beigetragen
soziale Ungleicheit
wenn Ressourcenausstattung oder Lebensbedingunen von bestimmten Gruppen so beschaffen sind, dass sie regelmäßig bessere Lebens- & Verwirklichungschancen als andere haben liegt vor wenn sich Menschen oder Gruppen hinsichtlich bestimmter Merkmale unterscheiden &und diese Unterschiede bewertet werden
Verteilungsungleichheit
Ungleiche Verteilung bestimmter Güter in einer Gesellschaft
Chancenungleichheit
Möglichkeit der Einzelnen, bestimmte erstrebenswerte Güter überhaupt erlangen zu können
Vorraussetzung für soziale Ungleichheit
Güter & Positionen müssen als erstrebenswert angesehen werden Güter & Positionen müssen ungleich verteilt sein ungleiche Verteilung erfolgt systematisch
Sozialdarwinismus
geht davon aus, dass natürliche, angeborene Unterschiede für soziale Ungleichheiten verantwortlich sind Stärkeren (fittest) werden automatisch & berechtigt in den oberen Positionen der Gesellschaft gesehen
soziale Ungleichheit nach J. J. Rousseau
erkannte im Privateigentum den Ursprung der sozialen Ungleichheit
soziale Ungleichheit nach Marx & Engels
identifizieren Produktionsmittel als zentrale Ursache für soziale Ungleichheit da durch Produktionsmittel Besitz & Reichtum vermehrt werden können zudem wird körperliche Arbeit zum Verkaufsgut
soziale ungleichheit nach Bourdieu
begründet soziale Ungleichheit mit der unterschiedlichen Verteilung der drei Kapitalsorten Habitus des Menschen ergibt sich aus diesen drei Kapitalsorten
soziale ungleichheit nach Becker & Schulz
Becker baut auf Habituskonzept seine Humankapitaltheorie auf identifiziert Qualifikation & Humankapital als Ursache für soziale Ungleichheit
1.Welche Arten von Armut gibt es? (Lektion 6.1)
1. Absolute Armut: physische Existenzminimum, bei dem Menschen weniger als 1 Dollar pro Tag verdienen. führt zu extremen Lebensbedingungen, hoher Kindersterblichkeit und eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsversorgung. 2. Relative Armut: Einkommen, das unter 50 % (teilweise 60 %) des durchschnittlichen Einkommens einer Gesellschaft liegt kontextabhängig und kann in wohlhabenderen Gesellschaften als stärkere Benachteiligung empfunden werden. 3. Gefühlte Armut: subjektiv und beschreibt das Empfinden von Armut. Nicht jeder, der in einer prekären finanziellen Lage lebt, fühlt sich arm. Gefühl kann entstehen, wenn sich Individuen aufgrund ihrer finanziellen Situation vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen fühlen
Was ist ein sozialer Konflikt
Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Personen bzw. Personengruppen und/oder sozialen Gebilden aufgrund von miteinander unvereinbaren Motiven, Einstellungen, Interessen, Handlungen oder Erwartungen
2.Welche Konfliktarten gibt es? (Lektion 6.2)
1. Manifester Konflikt: offener, gewollter Konflikt, der zwischen Personen, Gruppen oder sozialen Gebilden ausgetragen wird (Streit oder Krieg) 2. Latenter Konflikt: unterschwelliger Konflikt, der nicht offen ausgetragen wird. über das Zuspätkommen eines Freundes ärgert, aber dies nicht anspricht. 3. Umgeleiteter Konflikt: eigentliche Konflikt in einem anderen Bereich ausgetragen in Paar, das über das Thema „Wie lange bleibt man in der Kneipe?“ streitet, während der wahre Konflikt das Gefühl der mangelnden Wertschätzung ist, das nicht angesprochen wird.
Was sind Normenkonflikte
Normenkonflikte entstehen, wenn es innerhalb sozialer Gebilde unklare, fehlende, besonders zahlreiche, einschränkende oder widersprüchliche Normen gibt von Schülern wird gleichzeitig Hilfsbereitschaft erwartet & individuelle Leistung belohnt, die die Konkurrenz fördern
Was sind Interessenkonflikte
wenn Personen oder soziale Gebilde unterschiedliche Interessen verfolgen Zielkonflikt: verschiedene Ziele liegen vor Beurteilungskonflikt: die Wege zum Ziel sind unterschiedlich Verteilungskonflikt: Verteilung knapper Güter Beziehungskonflikt: wenn fehlende Wertschätzung, Anerkennung, Akzeptanz vorliegt
3.Erklären Sie an einem Beispiel einen Interrollenkonflikt. (Lektion 6.2
entsteht, wenn eine Person gleichzeitig widersprüchliche Anforderungen aus verschiedenen sozialen Bezugsgruppen erhält. ->Beispiel: -Eine junge Frau, die zwischen zwei Rollen steht: Bezugsgruppe 1 (Eltern): Ihre Eltern fordern, dass sie regelmäßig Zeit mit der Familie verbringt und im Haushalt hilft. Bezugsgruppe 2 (Arbeitskollegen): Ihre Kollegen erwarten von ihr, sich voll für das Unternehmen einzusetzen und Überstunden zu machen.
->Da sie nur begrenzte Zeit hat, kann sie den Anforderungen beider Gruppen nicht gerecht werden. ->Diese Situation zeigt, wie die unterschiedlichen Erwartungen der Bezugsgruppen sich kaum vereinbaren lassen, da zwischen den Rollen als Tochter und Praktikantin ein Konflikt besteht.
4.Erklären Sie an einem Beispiel einen Intrarollenkonflikt. (Lektion 6.2
entsteht, wenn eine Person innerhalb einer einzigen Rolle widersprüchliche Erwartungen erfüllen muss, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen. ->Beispiel: Jugendamtmitarbeiter steht vor dem Konflikt, dass er in seiner Rolle sowohl als vertrauenswürdiger Berater für die Klienten agieren soll, als auch als Kontrollinstanz, die sicherstellen muss, dass keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. • Diese beiden Erwartungen, also Vertrauen aufbauen und aber auch Kontrolle ausüben, stehen in Konflikt zueinander, da er nicht gleichzeitig als vertrauenswürdig und als kontrollierend erscheinen kan
Rollendruck oder Rolle-Selbst-Konflikt
Rollenkonflikt kann auch von innen her auftreten Rollendruck entsteht, wenn die Rollenerwartung als Belastung erlebt wird
5.Wie definiert Max Weber Macht? (Lektion 6.3)
„jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen, auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleich viel, worauf diese Chance beruht.“
Wann liegt Macht vor
wenn von anderen ein bestimmtes Verhalten oder eine Verhaltensänderung verlangt wird; der eigene Wille mit Zwang oder durch Beeinflussung und Manipulation durchgesetzt wird; soziale Kontrolle und positive wie negative Sanktionen eingesetzt werden; andere sich der Macht nicht entziehen können
Wie definiert Michel Foucault Macht
Macht ist eine physikalische Größe, die einfach da ist & immer einen Weg findet ist nicht an eine Person gebunden, sondern nicht zu lokalisieren & wandelbar ist gekennzeichnet durch Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern & organisieren Gebiet = beliebige soziale Situation
Gewalt
laut WHO ist eine eindeutige Intention, einem anderen zu schaden bzw. dessen Schaden in Kauf zu nehmen, ein zentrales Merkmal kann ein Mittel seine Macht durchzusetzen strukturelle Gewalt besondere Form
strukturelle Gewalt
indirekt wird von keiner konkreten Person ausgeübt in sozialen Strukturen eingebaut (z.B ungleiche Bildungschancen)
6.„In jedem Menschen steckt ein Biest“ – Erkläre diese Aussage anhand des Milgram- Experiments. (Lektion 6.3)
Psychologe Stanley Milgram zeigte, dass Menschen bereit sind, Gewalt auszuüben, wenn Autoritätspersonen sie dazu auffordern. Lehrer wurden angewiesen, Elektroschocks an Schüler zu verabreichen, die sich im Nebenraum befanden und nur über ein Tonband hörbar waren. Obwohl viele Lehrer wegen des Leidens der Schüler zögerten und abbrachen, drängten die Ärzte in weißen Kitteln sie, weiterzumachen, was Autorität und Seriosität vermittelte. Viele setzten die Schocks entgegen ihrem Gewissen fort, was verdeutlicht, dass das „Biest“ in ihnen durch den Druck der Autorität aktiviert wurde.
Herschafft nach Weber
chance für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden Herrschafft kann als "Macht-Apparat" ezeichnet werden - als eine verfestigte, institutionalisierte Form von Macht
3 Formen legitimer Herrschafft
Rational: Glaube an Rechtsordnung durch Gesetze, Vorschriften, Bürokratie, z. B. ein demokratischer Rechtsstaat; Traditionell: Glaube an schon immer geltende Ordnung, „das war schon immer so“, z. B. Königshäuser, der Papst; Charismatisch: Glaube an besondere Eignung einer Person durch Ausstrahlung, Persönlichkeit, das Besondere einer Person, z. B. Sektenführer.
7.Erklären Sie, warum es wichtig ist, macht- und herrschaftssensibel zu reflektieren anhand des Beispiels Sorgerecht. (Lektion 6.3)
Um Partizipation und Integration von Benachteiligten zu fördern. Weil Fachkräfte Macht über ihre Klienten haben, da sie über Fachkompetenz verfügen und aufgrund persönlicher Erfahrungen beraten. kann zu ungleicher Behandlung führen, wie eine Untersuchung zeigt: In Sorgerechtsberatungen werden Mütter oft bevorzugt, da man ihnen die Betreuung von Kindern mehr zutraut als Vätern. Solche Machtverhältnisse müssen erkannt und hinterfragt werden, um gerechtere und gleichwertige Beratungen zu ermöglichen.
Was sind Stigma
Eigenschaft/ Merkmal eines Menschen, das von der Norm abweicht & mit einer negativen Bewertung & Diskreditierung des Stigmaträgers verbunden ist laut Goffmann dient Abweichung primär dazu Normalität zu definieren
8.Welche Arten von Stigma gibt es? (Lektion 6.4)
1. Körperliche Deformation: z. B. eine sichtbare körperliche Auffälligkeit, von Akne bis zur Querschnittslähmung. 2. Charaktermängel: z. B. durch Sucht, psychische Auffälligkeiten, aber auch politische Einstellungen, Ereignisse in der Vergangenheit (z. B. Gefängnisaufenthalte etc.) 3. Zugehörigkeit: Stigmatisierung aufgrund der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, meist zu religiösen oder ethnischen Gruppen. —> Diese Stigmaarten führen zu negativen Bewertungen und Ausgrenzung, wodurch das Selbstbild der Betroffenen erheblich beeinträchtigt
eigenschaften von Stigma
Stigma nicht per se Teil einer Person, sondern entsteht im Kontext Stigma ist rational (=entsteht in Interaktionen) Stigma ist ein Prozess (=Annehmen einer stigmatisierten Identität vollzieht sich über die Zeit)
Impression Management
Selbstdarstellung beschriebt Möglichkeiten, eine möglichst günstige Version von sich selbst zu zeigen Strategien: Geheimhaltung, Offenlegung, Suche nach Wohlwollen
9.Stigma ist relational – erklären Sie warum. (Lektion 6.4
entsteht in Interaktionen, in denen eine Seite die Macht besitzt, andere Personen oder Gruppen aufgrund eines als gesellschaftlich unerwünscht definierten Verhaltens zu stigmatisieren. Diskrepanz zwischen der öffentlich erwarteten Identität und der tatsächlichen Identität einer Person wird erzeugt zu einer besonderen Eigenschaft kommen oft eigene, ausgedachte Eigenschaften hinzu, was das Stigma manifestiert und verstärkt
10.Erkläre den Stigmatisierungsprozess anhand eines Beispiels. (Lektion 6.4
Prozess, der über Zeit entsteht. vollzieht sich, wenn mehrere Personen ein bestimmtes Verhalten oder Merkmal stigmatisieren und der Betroffene dieses Fremdbild übernimmt. Stigmatisierte fühlen sich wertlos und reagieren mit Scham und Rückzug. ->Beispiel: Lehrer wird von Schülern auf einem Heavy-Metal-Konzert und später angetrunken in einer Kneipe gesehen. Schüler verbreiten Gerüchte, obwohl er im Unterricht weiterhin professionell bleibt. führt zu Zweifeln an seiner Eignung als Lehrer und einem Stigma, weil seine private Identität nicht mit den gesellschaftlichen Erwartungen an einen Lehrer übereinstimmt.
11.Erkläre 3 Strategien, um Stigmatisierung zu umgehen. (Lektion 6.4
1. Impression Management: Strategie, bei der Personen versuchen, eine möglichst positive und gesellschaftlich akzeptierte Version von sich selbst zu zeigen, um den Erwartungen zu entsprechen. 2. Geheimhaltung: Stigmatisierte Personen können Informationen über sich selbst verbergen, die potenziell stigmatisierend wirken könnten (z. B. durch Perücken, Prothesen, Make-up etc.) 3. Offenlegung: bewusste Offenlegung eines stigmatisierten Merkmals kann dazu beitragen, das Stigma zu entkräften oder zumindest den Umgang damit zu erleichtern. 4. Suche nach Wohlgesonnenen: Aufbau eines unterstützenden Umfelds aus Gleichgesinnten und Vertrauten Personen oder „Weisen“ - also Menschen, die in Einrichtungen/Vereinen tätig sind, die sich mit dem Thema befassen (z. B. Therapeuten, Sozialarbeiter) - kann helfen, sich vor Stigmatisierung zu schützen und Unterstützung zu erhalten. —> Diese Strategien helfen, die negativen Auswirkungen der Stigmatisierung zu mindern und das Selbstbild zu bewahren.
Devianz
Abweichendes Verhalten
Delinquenz
kriminelles Verhalten
12.Erläutern Sie den Labeling Approach. (Lektion 6.5
Theorie, die in der Sozialen Arbeit, Rechtsprechung, Kriminologie, Psychologie und Psychiatrie eine wichtige Rolle spielt Kriminalität und abweichendes Verhalten nicht objektiv festgelegt, sondern durch gesellschaftliche Deutungsprozesse sozial konstruiert. Was kriminell (delinquent) oder abweichend (deviant) gilt, wird zwischen der handelnden Person und der Gesellschaft ausgehandelt. Tat kann je nach Interpretation als Straftat, Lappalie oder Versehen eingestuft werden. Dadurch kann es zu unterschiedlichen Konsequenzen für verschiedene Personen kommen, selbst wenn ihr Verhalten identisch ist. Beispiel: Eine Migrantin klaut einen Lippenstift → wird als Straftäterin gelabelt. Eine Bankangestellte klaut einen Lippenstift → ihre Tat wird als Lappalie oder Leichtsinn betrachtet. Dieses Beispiel zeigt: Labeling eng mit Stigmatisierung verknüpft negatives Label kann langfristige Auswirkungen auf betroffene Person haben, da es ihr Selbstbild beeinflusst und soziale Ausgrenzung verstärken kann
1.Erkläre sozialen Wandel anhand eines Beispiels. (Lektion 7
Sozialer Wandel kann als prozessuale Veränderung der Sozialstruktur einer Gesellschaft in ihren grundlegenden Institutionen, Kulturmustern, zugehörigen sozialen Handlungen & Bewusstseinsinhalten angesehen werden. Beispiele dafür sind: Individualisierung, demografischer Wandel, Gender, Lebenslauf und Lebensphasen sowie Digitalisierung. Ein konkretes Beispiel ist: Digitalisierung, die sowohl den Arbeitsmarkt als auch soziale Interaktionen verändert und neue Partizipationsmöglichkeiten eröffnet, aber auch Risiken wie Vereinsamung oder Manipulation durch Algorithmen birgt.
2.Was bedeutet Individualisierung? (Lektion 7.1)
Loslösung des Individuums aus traditionellen und starren gesellschaftlichen Strukturen. führt zu mehr Freiheiten und Wahlmöglichkeiten, aber auch zu weniger Sicherheit und Verbundenheit. Dadurch entsteht ein Dilemma zwischen Freiheit/Autonomie und Sicherheit/ Verbundenheit. Das Individuum wird zum zentralen Bezugspunkt für sich selbst
3.Erläutere 3 Meilensteine der Individualisierung. (Lektion 7.1
1. Feudalgesellschaft: soziale Ordnung streng hierarchisch, gesellschaftlicher Aufstieg war kaum möglich. Durch Buchdruck, Reformation und Selbstporträt rückte Individuum allmählich ins Zentrum. 2. Aufklärung: stellte individuelle Freiheit in den Mittelpunkt Rousseau formulierte: „Der Mensch wird frei geboren und überall liegt er in Ketten“, Kant forderte: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“. Dies war eine Absage an kirchliche und feudalherrschaftliche Bevormundung und betonte die Eigenverantwortung des Subjekts. 3. Industrialisierung: Urbanisierung im Zuge der Industrialisierung führte zur Auflösung traditioneller Bindungen. In Städten wurden soziale Beziehungen anonymer, pragmatischer und funktionaler. Dadurch entstand mehr individuelle Freiheit, aber auch mehr Verantwortung für das eigene Leben. —> Diese drei Entwicklungen führten dazu, dass das Individuum zunehmend von familiären und gesellschaftlichen Zwängen befreit wurde, aber gleichzeitig auch mehr Unsicherheiten erle
4.Nenne die Generationen nach Schnetzer. (Lektion 7.2)
1. Traditionalisten (geboren 1922–1954) 2. Babyboomer (geboren 1955–1964) 3. Generation X (geboren 1965–1979) 4. Generation Y (geboren 1980–1994) 5. Generation Z (geboren 1995–2009)
Traditionalisten
geboren 1922–1954 wurde von Entbehrung, Krieg und Wiederaufbau geprägt. zeichnen sich durch klare Verhaltensregeln, Respekt vor Autorität und Fleiß aus. Ihre Einstellung zur Arbeit ist, dass Arbeit das Leben ist.
Babyboomer
geboren 1955–1964 vom Wirtschaftswunder, dem Kalten Krieg sowie den 68er- Bewegungen und der Friedensbewegung geprägt. zeichnen sich durch hohe Karriereziele, Anpassungsfähigkeit und Tatkraft aus. Einstellung zur Arbeit ist, dass man lebt, um zu arbeiten.
Generation X
geboren 1965–1979 von Wohlstand, der Verbreitung des Computers, dem Tschernobyl- Unglück und steigende Scheidungsraten geprägt. zeichnen sich durch Individualismus, Sinnsuche und einer Work-Life-Balance aus. Einstellung zur Arbeit ist, dass sie arbeiten, um zu leben.
Generation Y
geboren 1980–1994 von Wohlstand, der Einführung von E-Mail und Handy sowie dem Ende der Wehrpflicht geprägt. zeichnen sich durch eine Freiheit liebende Haltung und die Priorisierung von Selbstverwirklichung vor Familienplanung aus. Einstellung zur Arbeit ist, dass sie erst leben und dann arbeiten.
Generation Z
geboren 1995–2009 von Angst vor Wohlstandsverlust, der Verbreitung von Smartphones, Social Media und politischen sowie wirtschaftlichen Krisen geprägt. zeichnen sich durch eine Sucht nach Feedback und Anerkennung sowie eine Angst vor der Zukunft aus. Einstellung zur Arbeit ist, dass hier die Arbeit ist, da ihr Leben (die Arbeit ist ein Teil ihres Lebens, aber nicht das Zentrum davon)
5.Erläutere die 3 Aspekte von Geschlecht nach West und Zimmermann. / Erläutere die 3 Begriffe der Doing Gender Theorie. (Lektion 7.3)
1. Sex: bezieht sich auf das biologische Geschlecht, das aufgrund körperlicher und biologischer Merkmale bestimmt wird. Traditionell werden nur zwei Geschlechter, männlich und weiblich, unterschieden, obwohl heutige wissenschaftliche Studien zeigen, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. 2. Sex category: bezieht sich auf äußere Merkmale, die die Geschlechtszugehörigkeit sichtbar machen (z.B. Kleidung, Name und Frisur). Merkmale signalisieren die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht und stellen sicher, dass das Geschlecht nach außen hin erkennbar ist. Menschen, deren Geschlechtszugehörigkeit nicht eindeutig erkennbar ist, können Verunsicherung bei anderen hervorrufen. 3. Gender: kulturelle Ausgestaltung des Geschlechts. Verhaltensweisen, Bewegungen und Inszenierungen, die mit dem Geschlecht verbunden sind. Gender beschreibt, was als „richtiger“ Mann oder „richtige“ Frau gilt und wie diese Rolle in einer Gesellschaft kulturell ausgedrückt wird.
6.Eine Lehrerin möchte Schüler nach Geschlecht einteilen. Begegne diesem Vorhaben nach dem Ansatz von Doing Gender. (Lektion 7.3)
Lehrerin, die Schüler nach Geschlecht einteilt, folgt traditionellen, starren Verständnis von Geschlecht Der Doing Gender-Ansatz von West und Zimmermann hingegen betont: Geschlecht sozial konstruiert und durch alltägliche Handlungen wie Sprache, Mimik und Bewegung hergestellt Geschlechterrollen werden als selbstverständlich & natürlich wahrgenommen Ein Beispiel: Wenn Lehrerin im Sportunterricht Mädchen und Jungen getrennt einteilt, ignoriert sie, dass nicht alle Mädchen an turnerischen Aktivitäten interessiert sind und nicht jeder Junge besonders talentiert im Fußball ist. • Eine andere Herangehensweise, die die Geschlechterrollen nicht voraussetzt, könnte helfen, diese starren Stereotype zu hinterfragen und zu veränder
7.Mareike will, dass Jungen wieder richtige Jungen sein können und Mädchen wieder richtige Mädchen. Sie hält nichts von Transsexualität. Entgegne ihr mit dem Doing Gender Ansatz. (Lektion 7
Mareikes Ansicht basiert auf starren Geschlechterrollen, die der Doing Gender-Ansatz infrage stellt: Geschlecht ist nicht biologisch festgelegt, sondern wird durch alltägliche Handlungen sozial konstruiert und als natürlich wahrgenommen. Jungen mögen nicht nur Autos und Fußball, genauso wie Mädchen nicht nur Puppen und Schminke mögen. Geschlechterrollen entstehen durch gesellschaftliche Erwartungen und werden durch Handlungen ständig reproduziert. Wenn Menschen ihre Interessen und Geschlechtszugehörigkeit frei ausleben können, schaffen sie eine neue Wirklichkeit, die auch von anderen wahrgenommen wird. Dadurch können sich gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht wandeln, bspw. wird Transsexualität sichtbarer und gesellschaftlich anerkannt.
Hegemoniale Männlichkeit
Hegemonie= Überlegenheit, Dominanz hegemoniale Männlichkeit= männliche Kultur, Lebensweise, Wünsche & Bedürfnisse geben in der Gesellschaft die Richtung vor Orientierung am Idealbild eines weißen, heterosexuellen, beruflich erfolgreichen, familienversorgenden Hauptverdiener
8.Wie haben sich die Lebensphasen der letzten 100 Jahre im Vergleich zu den künftigen im Jahr 2050 verändert? (demografischer Wandel). (Lektion 7.4)
demografische Wandel hat Lebensphasen stark verändert Graphische Darstellung: Früher Pyramide (viele junge, wenige alte). Heute Pilz (Überalterung). Bis 2050 wird sie Säule, (Kindersterblichkeit sinkt & fast jeder wird Alt) Kindheit: Früher mussten Kinder früh mitarbeiten& Verantwortung übernehmen, zudem hohe Kindersterblichkeit Heute Förderung & Bildung im Vordergrund Bis 2050 Kindersterblichkeit fast überwunden sein Jugend: Früher Jugend nur kleinen Gruppe vorbehalten & entstand erst mit Schulpflicht Heute verlängerte Übergangsphase (12–25 Jahre), in der Ausbildung und Selbstfindung im Fokus stehen. Mitte des Lebens: Früher Lebenswege klar vorgegeben (Heirat, Kinder, Haus) Heute „Rushhour des Lebens“ mit vielen Entscheidungen, steigenden Anforderungen und zunehmenden psychischen Belastungen. Hohes Alter: Früher erreichten nur wenige hohes Alter Heute zwei Gruppen: aktive „Silver Ager“ und pflegebedürftige Senior:innen. Durch die höhere Lebenserwartung gibt es mittlerweile fünf Lebensphasen statt der früheren vier.
9.Welche sind die 4 Entwicklungsaufgaben für die Jugendphase nach Hurrelmann und Bauer? (Lektion 7.4)
1. Qualifizieren: Entwicklung schulischer und beruflicher Kompetenzen, um Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden (Rolle als Berufstätige:r). 2. Binden: Aufbau einer Geschlechtsidentität und enger Beziehungen, Ablösung vom Elternhaus und Hinwendung zu Partnerschaften (Rolle als Familiengründer:in). 3. Konsumieren: Erlernen eines bewussten Umgangs mit Freizeit, Medien und Konsum sowie Pflege sozialer Kontakte (Rolle als Wirtschaftsbürger:in). 4. Partizipieren: Entwicklung eines eigenen Werte- und Normensystems zur Orientierung im gesellschaftlichen Leben (Rolle als politische:r Bürger:in).
—>Diese Aufgaben bereiten Jugendliche auf ihre zukünftigen gesellschaftlichen Rollen vo
10.Erläutere die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Leben der Menschen und nenne Beispiele. / Benenne Sie Vor- und Nachteile der Digitalisierung (Lektion 7.5)
+ermöglicht die Demokratisierung von Wissen, da Informationen für alle zugänglich sind. -verschärft jedoch soziale Ungleichheiten, da nicht alle Menschen über die gleichen technischen Mittel oder digitalen Kompetenzen verfügen (Bsp.: Corona-Pandemie, Homeschooling -> Ausstattung/Wohnverhältnisse).
+ermöglicht Vernetzung und Kommunikation, die besonders für ältere oder isolierte Menschen hilfreich sein kann. -kann aber auch zu Vereinsamung führen, wenn digitale Kontakte reale Beziehungen ersetzen (Bsp.: Suizidrate Japan -> Isolation durch Mediennutzung vieler Menschen). -digitale Welt fördert Selbstinszenierung, wodurch Narzissmus als gesellschaftliches Ideal verstärkt wird (Bsp.: Influencer -> Darstellung eines konsumorientierten und optimierten Lebensstils).
+ermöglicht vielfältige Unterhaltung, die jederzeit verfügbar ist. -birgt hohes Suchtpotenzial, besonders für Kinder und Jugendliche.
+ermöglicht Gesundheitsförderung durch digitale Technologien wie Fitness-Tracker und Self-Tracking-Apps. -erzeugt Leistungsdruck und kann durch ständigen Vergleich mit anderen und durch Selbstoptimierung zu Stress f
11.Erkläre den technischen Fortschritt und die Digitalisierung anhand von 3 Beispielen. (Lektion 7.5)
1. Fernsehen: veränderte grundlegend die Freizeitgestaltung und unsere Kultur brachte Unterhaltung, Bildung und Nachrichten direkt in die Haushalte und prägte das Konsumverhalten 2. Internet (1990er Jahre): Ausbau ermöglichte Zugang zu kostenlosen Informationen, förderte Bildung und erleichterte die globale Vernetzung. Beispiel: Nutzung von Videocalls während der Coronapandemie, die den Austausch trotz sozialer Distanz sicherte (z. B. im Kontext Arbeit/Schule) 3. Apps und soziale Medien: erleichtern den Alltag Beispiel: Wheelmap, die rollstuhlgerechte Orte anzeigt und somit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen eine bessere Teilhabe und Orientierung ermöglicht. —>Beispiele zeigen, dass technischer Fortschritt das tägliche Leben erheblich erleichtert, aber auch neue Herausforderungen mit sich bringt
2.Welche Aufgaben hat Familie nach Nave-Herz? (Lektion 8.1)
Sozialisationsfunktion: Kinder werden auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet. Platzierungsfunktion: Die soziale Stellung der Kinder wird durch die Familie geprägt. Spannungs-Ausgleichs-Funktion: Die Familie bietet Erholung, Sicherheit und emotionale Stabilität. Bildung und Erhaltung von Humanvermögen: Weitergabe von Werten, Normen und Bildung.
1.Erklären Sie die Herausforderungen der Familie. / Erkläre Familie im soziologischen Kontext. (Lektion 8.1)
1. Doppelte Entgrenzung von Erwerbs- und Familienleben: klare Trennung zwischen Arbeit und Familie löst sich auf, Eltern müssen beides parallel bewältigen. Flexible Arbeitszeiten, Schichtarbeit und Unsicherheiten erhöhen den Stress. 2. Steigende Bildungsanforderungen: sollen nicht nur Geborgenheit bieten, sondern auch Bildungschancen sichern. Optimierungsdruck führt dazu, dass Eltern sich verpflichtet fühlen, ihre Kinder bestmöglich zu fördern. 3. Brüchige familiale Netzwerke Unterstützung durch Großeltern oder Nachbarn fehlt oft, da diese selbst berufstätig oder weit entfernt sind. Unterschiedliche Familienformen führen zu Unsicherheiten bezüglich Wertevermittlung. ->Familien müssen ihr Zusammenleben bewusst gestalten (“Doing Family”), da familiäre Strukturen nicht mehr selbstverständlich bestehen. Care-Krise, da Sorgearbeit oft unbezahlt und ungleich verteilt ist. führt häufig zu einer Retraditionalisierung der Geschlechterrollen. —>Zusammenfassend müssen Familien sich kontinuierlich an gesellschaftliche Veränderungen anpassen, um ihre Funktionen weiterhin erfüllen zu kö
3.Welche Aufgaben hat die Familie nach Jurczyk? (Lektion 8.1)
1. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Grenzen zwischen Erwerbs- und Familienleben verschwimmen. Flexible Arbeitszeiten und unsichere Beschäftigungsverhältnisse erschweren die Planung, was zu psychischer Belastung führt. 2. Hohe bildungsbezogene Ansprüche: Geborgenheit bieten und zugleich Bildung fördern. Eltern stehen unter Optimierungsdruck, um ihren Kindern die besten Chancen zu ermöglichen. 3. Brüchige Netzwerke: Traditionelle Unterstützung durch Großeltern oder Nachbarn fehlt zunehmend, wodurch Unsicherheiten entstehen und familiäre Belastungen steigen. 4. „Doing Family“ – Konstruktion von Gemeinsamkeit: Familie muss aktiv gestaltet werden: -Grenzarbeit: Wer gehört zur Familie? (z. B. Patchwork) -We-ness: Wie entsteht ein Wir-Gefühl -Displaying Family: Wie stellt sich Familie nach außen dar? —>Familien müssen ihr Zusammenleben bewusst organisieren und an moderne Anforderungen anpas
4.Was bedeutet der Begriff Doing Family? / Wie lässt sich eine Familie aktiv erzeugen? (Lektion 8.1)
(„das konkrete Tun“) beschreibt die bewusste Herstellung von Familie durch aktive Gestaltung selbstgewählter Werte, Grundhaltungen und Rollenmodelle. ->keine natürliche Gegebenheit: Familie keine feste Einheit, muss durch das tägliche Miteinander aktiv hergestellt werden ->Bewusste Planung: Aufgrund veränderter Arbeitszeiten, hoher Bildungsansprüche und fehlender Netzwerke müssen Familien ihre gemeinsame Zeit gezielt organisieren. ->Zentrale Fragen bei der Familiengestaltung: Grenzarbeit: Wer gehört zur Familie? (z. B. Patchwork, Pflegefamilien) We-ness: Wie entsteht ein gemeinsames Familiengefühl? Displaying Family: Wie präsentiert sich die Familie nach außen? —>Familienleben ist nicht selbstverständlich, sondern eine soziale Leistung, die aktiv gestaltet und reflektiert werden muss
Care-Krise
Arbeiten rund um Fürsorge, Erziehung, -betreuung häufig unbezahlt care wird knappe Ressource durch Arbeit entsteht Zeitnot für Care Sorgetragende geraten an körperliche & mentale Grenzen altes Rollenverständnis wird belebt
Sozial-Raum
bestimmtes Gebiet, das durch seine Gegebenheiten und Strukturen das Leben und die Beziehungen der dort ansässigen Menschen prägt
5.Nennen Sie 3 mögliche Probleme des Lebens in der Stadt. / Mit welchen Problemen ist das Leben in den Städten verknüpft? (Lektion 8.2
1. Wohnraumknappheit und steigende Mietpreise: Durch Wachstum der Städte Wohnraum begrenzt führt zu Gentrifizierung, bei der einkommensschwache Gruppen durch steigende Mieten verdrängt werden 2. Soziale Anonymität und Isolation: trotz hoher Bevölkerungsdichte oft fehlende soziale Bindungen, die zu Vereinsamung führen können 3. Umweltbelastung und überlastete Infrastruktur: Hohe Bevölkerungsdichte, Verkehrslärm und Luftverschmutzung beeinträchtigen die Lebensqualität. Öffentliche Infrastrukturen wie Nahverkehr und Gesundheitsversorgung sind häufig überlastet. ->Mögliche Probleme (einzeln aufgezählt): hohe Bevölkerungsdichte Anonymität beengter Wohnraum hohe Mieten, Wohnungslosigkeit soziale Brennpunkte Angebotsüberschuss, Überreizung Verkehr, Luftverschmut
6.Wie lauten die 3 Schritte der Sozialraumanalyse nach Muchow? (Lektion 8.2)
untersucht, wie Kinder ihre Umgebung wahrnehmen und nutzen 1.Raum in dem das Kind lebt allgemeine Strukturen wieviel Prozent der Stadt wird von Kindern benutzt Geschlechter werden berücksichtigt 2.Raum, den das Kind erlebt Kind wird in unterschiedlichen Situationen untersucht 3.Raum, den das Kind lebt wie nutzen Kinder den Raum Kinder sehen Räume anders als Erwachsene ->Kinder schlecht in die „Erwachsenenwelt“ eingepasst sind, aber ihre Umgebung durch eigene Wahrnehmung und Nutzung umgestalten. ->Ihre Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung der Lebenswelt- und Sozialraumanalyse für soziale Arbeit
Gentrifizierung der Städte
Verdrängung der Geringverdiener aus den Innenstädten 4 Phasen: Pioniere besiedeln ärmere Wohnviertel (bringen kulturelles Kapital mit/ viertel wird belebt und somit interessanter) Familien & Menschen mit höherer Bildung kommen hinzu (Banken werden auf Viertel aufmerksam/ Modernisierung) erste Konflikte aufgrund von Verdrängung (Alteingesessene verlassen Viertel durch steigende Preise) Immobilien gelten als sicher (können durch Preise an Leben und Lebensqualität verlieren)
Medizinsoziologie
Entstehung von Krankheit & Berücksichtigung von Faktoren, wie Geschlecht
Gendermedizin
Männer sind dominantes Feld Frauen sind als Patient weniger sichtbar Medikamente wirken bei Frauen anders Geschlecht spielt bei Entwicklung von Medikamenten eine wichtige Rolle
Schicht & Gesundheit
Unsicherheit führt zu Stress & psychischen Krankheiten Wechselspiel zwischen "soziale Schwäche bedeutet erhöhtes Krankheitsrisiko" & "Krankheit bedeutet Risiko des sozialen Abstiegs" Zusammenhang Jobverlust-Krankheit Zusammenhang Wohlstand-Gesundheit Armut wurde durch Pandemie belastet
Geist des Kapitalismus
Karl Marx ging davon aus, dass Ausbeutung der Arbeiter zum Kapitalismus führen würde Max Weber ging davon aus das Religion Kapitalismus ermöglicht (Glaube ist Teil des Protestantismus-> Protestanten wollen Gott gefallen-> Belohnung für Arbeit zeigt sich im Diesseits durch Geld-> Verstrickung religiöser Irrationalität verhindert Kapitalismus)
7.Nennen Sie die wichtigsten Aspekte der Ökonomisierung bezugnehmend auf die soziale Arbeit. / Erkläre die Ökonomisierung in Bezug auf die Soziale Arbeit mit Fachbegriffen. / Ökonomisierung auf Soziale Arbeit übertragbar? / Wieso kann man Ökonomisierung nicht auf die Soziale Arbeit beziehen? (Lektio
Ökonomisierung der Sozialen Arbeit beschreibt Anwendung wirtschaftlicher Prinzipien wie Kosteneffizienz, Gewinnorientierung und messbare Resultate auf soziale Dienstleistungen. Nach Milton Friedman soll durch Angebot, Nachfrage und Konkurrenz die beste Qualität zum besten Preis entstehen. Soziale Arbeit unterscheidet sich grundlegend von klassischen Wirtschaftsprodukten: Während in der Wirtschaft klare Produktionsprozesse und überprüfbare Ergebnisse im Fokus stehen, basiert Soziale Arbeit auf individuellen Prozessen, deren Wirkung oft erst nach Jahren sichtbar wird. Beispiel: sozialpädagogische Beratung zeigt ihre Wirkung oft erst Monate oder Jahre später. Arbeit mit psychisch kranken Eltern kann erst Jahrzehnte später in der Entwicklung ihrer Kinder erkennbar sein. Soziale Arbeit kann nicht rein wirtschaftlich bewertet werden. Effizienz und Qualität sind wichtig, aber eine betriebswirtschaftliche Sichtweise wird der Komplexität sozialer Prozesse nicht gerecht.
8.Erläutern Sie die Risiken und Chancen der Ökonomisierung in Bezug auf soziale Arbeit. / Welche Probleme/Risiken bezüglich der Ökonomisierung gibt es in der sozialen Arbeit? (Lektion 8.
Risiken: Produktlogik, Produktbeschreibungen Wirkungsnachweise Managementorientierung Kostenreduktion und Mindeststandards Outputorientierung Chancen: Weiterentwicklung von Qualität Wirkungsorientierung Sozialmanagement, z. B. im Quartier, Kommune etc. Entwicklung einer Qualitätskategorie und Ressourcensteuerung Sichtbarmachung der Nutzen der Sozialen Arbeit
9.Was bedeutet das Uno-actu Prinzip in Bezug auf die soziale Arbeit? (Lektion 8.4)
beschreibt, dass die Qualität Sozialer Arbeit direkt im Prozess der Interaktion entsteht. Soziale Arbeit ist eine Dienstleistung, die als Koproduktion zwischen Fachkraft, Klient und weiteren Beteiligten betrachtet werden muss. Der Erfolg einer Intervention hängt daher nicht allein von der Fachkraft ab, sondern auch vom Engagement der Klienten. Beispiel: Frisör:in kann handwerklich sehr gut sein, aber wenn der Kunde seinen Kopf nicht ruhig hält, wird das Ergebnis nicht optimal. Genauso in der Sozialen Arbeit: Ohne aktive Mitarbeit der Klienten kann auch die beste Fachkraft keine nachhaltige Veränderung bewirken. Soziale Arbeit ist ein Prozess, der nicht isoliert erbracht werden kann, ihre Wirkung zeigt sich im gemeinsamen Handeln aller Beteiligten.
10.Was versteht man unter der Veränderung gesellschaftlicher Realität? Erkläre anhand des Beispiels Sorgerecht für Väter. (Lektion 8
Gesetze müssen sich stetig an gesellschaftlich gelebte Realitäten anpassen und soziale Veränderungen berücksichtigen. soziale Wandel führt zu veränderten Geschlechterrollen: Mütter heute stärker auf dem Arbeitsmarkt vertreten Väter übernehmen zunehmend Verantwortung und familiäre Care-Arbeit. immer mehr Elternpaare sind nicht verheiratet. klassische Familie (Vater, Mutter, Kind) nur noch eines von vielen möglichen Familiensystemen. Beispiel für Anpassung ist Sorgerechtsreform von 2013: Früher hatten unverheiratete Väter ohne Zustimmung der Mutter kaum Rechte am gemeinsamen Kind. Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und juristischer Klagen wurde das Gesetz geändert: Unverheiratete Väter können nun auch ohne Zustimmung der Mutter das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Wandel von Familienstrukturen und Geschlechterrollen beeinflusst gesellschaftliche und rechtliche Entwicklungen, sodass Gesetze an neue Realitäten angepasst werden.
11.Ist Schule sozial nachhaltig? (Lektion 8.5)
Grundmann (2016) Argumente für soziale Nachhaltigkeit: Schule ermöglicht Erfahrungs- und Meinungsaustausch, da Schüler und Lehrkräfte interagieren und voneinander lernen. Zudem gibt es Anerkennung für gute Leistungen, was Motivation schafft. wechselseitige Nutzen zeigt sich durch gemeinsames Lernen und kooperative Aufgaben. Argumente gegen soziale Nachhaltigkeit: Gleichzeitig kann Schule auch Vereinzelung fördern, da Schüler oft in Leistungssituationen auf sich allein gestellt sind. Zudem führt sie teilweise zu sozialer Ausgrenzung, insbesondere für Kinder aus einkommensschwachen Familien, die sich Zusatzangebote wie Klassenfahrten oder eine gute technische Ausstattung für Homeschooling nicht leisten können. Auch das Konkurrenzdenken wird durch Notengebung und Leistungsdruck verstärkt.
Allgemeine Nachhaltigkeit
macht auf Umweltkatastrophen aufmerksam bezug auf ökonomische & ökologische Nachhaltigkeit
soziale Nachhaltigkeit
Ziel: ökologische, ökonomische, soziale Nachhaltigkeit vereinen Orientierung an Rationalität ausgerichteter Menschenbilder Kritik an empathieloses Menschenbild Chancengleichheit leidet unter Gleichsetzung von Rationalität & Effizienz Recht des Stärkeren bestimmt Zusammenleben muss in Praxis umgesetzt werden
Ziele Soziale Nachhaltigkeit/ soziale Arbeit
Kampf gegen Armut wenige Ungleichheit Geschlechterrollen überwinden Frauen in Führungspositionen Erreichung durch Kommunikation, soziale Skills