Heuristiken
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Schnelle Lösungsfindung durch Vereinfachungen, Abkürzungen oder Faustregeln
· Einfache Wege der Informationsverarbeitung in Unsicherheiten und wegen der begrenzten Kapazität der menschlichen Informationsverarbeitung
· Heuristiken erlauben schnelle Entscheidungen (in den meisten Fällen hinreichend genau)
· Wir greifen auf Heuristiken zurück, wenn aufwendige Urteilsverfahren aufgrund Kapazitäten nicht anwendbar oder das Urteil nicht so wichtig ist
· Heuristiken führen unter bestimmten Umständen zu systematischen Fehleinschätzungen (bias)
Der erste EIndruck
Der erste Eindruck
· Basiert auf äußerlichen Informationen (z.B. Attraktivität, Kleidung ..) und nonverbalem Verhalten
· Der erste Eindruck kann in uns eine Erwartung wecken
· Erwartung prägt unsere weitere Wahrnehmung über die Person (positiv und negative Auswirkungen)
Ursachen für Korrespondenzverzerrungen
Ursachen für Korrespondenzverzerrungen
· Ausprägung situativer Theorien gibt Auskunft darüber, wie stark der Beobachter den Einfluss situativer Faktoren auf das Verhalten einschätzt
· Anwendung situativer Theorien bezieht sich darauf, wie Beobachter diese Annahme in der Beurteilung anwendet
Attributionstheorie
· Konsensus
o Verhalten sich auch andere Personen so, wie die beurteilte Person
o Hoher Konsensus, wenn sich jede Person so verhält
o Niedriger Konsensus Verhalten wird internal attribuiert
· Distinktheit
o Verhält sich die beurteilte Person über verschiedene Situationen gleich oder unterschiedlich
o Niedrige Distinktheit Frau ist die ganze Zeit unhöflich
o Hohe Distinktheit Frau zuvor höflich und jetzt Türzuschlagen
o Internale Attribution bei niedriger Distinktheit
· Konsistenz
o Verhält sich Person in gleicher Situation immer wieder auf dieselbe Art
o Hohe Konsistenz gleiches Verhalten, internale Attribution
o Externale Attribution bei niedriger Konsistenz
Assoziative Prozesse bei der Beurteilung von Personen
· Behavior-trait-inferences = Schlussfolgerungen, welche automatisch ablaufen, wenn wir uns einen Eindruck einer Person bilden
· Bsp. Junger Mann hilft Frau Unterlagen aufheben Beobachter schließt auf hilfsbereite Person
· Assoziative Netzwerke neue Infos werden in bestehende Wissenstrukturen eingeordnet
· „Person hilft Person“ ist mit „hilfsbereit“ verknüpft
· Spontaneous-trait-infernces = solche automatischen Eigenschaftsenkodierungen werden aktiviert, wenn Infos relevant sind (Beobachter hat das Ziel der Eindrucksbildung, z.B. in Personalauswahl)
Berührungen im nonverbalen Verhalten
o Kurze Berührungen können beeinflussen (Bsp. Trinkgeld Kellner)
o Berührte schätzt den Berührenden positiver ein und ist dadurch eher Geneigt einen Gefallen zu tun
o Berührungen erhöhen kommunales Gefühl mit Interaktionspartner verbunden fühlen
o Berührungen können Kinder stärker in Aufgaben involvieren und störendes Verhalten reduzieren
o Einen Menschen zu berühren kann eine wirksame Methode sein, diesen subtil zu beeinflussen
o Situation entscheidet, ob Berührung positive oder negative Konsequenzen hat (Bsp. Wettbewerbssituation Dominanz weniger positives Verhalten)
Nonverbales Verhalten
· nonverbal = ohne Worte kommunizieren „man kann nicht nicht kommunizieren“
· Einschätzung und Wahrnehmung von Personen hängt auch von nonverbalem Verhalten ab
· Nonverbales Verhalten insbesondere relevant, wenn verbaler Inhalt nicht zu nonverbal passt
· Je größer die emotionale Intelligenz, desto mehr nonverbale (vs. Verbale) Informationen werden bei der Beurteilung von Personen verwendet
Mere-exposure-Effekt
· Mere-exposure-Effekt = ein wiederholt dargebotener Reiz löst in uns Gefühl der Vertrautheit aus
Good-is-familiar-Phänomen
· Good-is-familiar-Phänomen= Leichtigkeit der Verarbeitung nehmen wir zunächst als Positiv auf (Vertrautheit = Reiz fällt leichter wahrzunehmen Reiz perzeptuell geläufiger, durch begrenzte Verarbeitungskapazität nehmen wir Leichtigkeit als positiv auf)
Similar-To-me-effekt
· Similar-to-me-Effekt = drei Annahmen
o Menschen, die uns ähnlich sind, stellen unsere eigene Person nicht infrage, sondern bestätigen Einstellungen
o Auf Ähnlichkeit gegründete Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit
o Leichteres Hineinversetzten in ähnliche Personen & dadurch leichtere Interaktion
o Beispiel: Vorgesetzte beurteilen ähnliche Mitarbeiter positive, Bessere bewertung bei Bewerbungen („Wert mir ähnelt, muss gut sein“)
Beauty-is-good-Annahme
· Beauty-is-good-Annahme = physisch attraktive Menschen werden als intelligenter, geselliger, dominanter, mental gesünder, sexuell aktiver und sozial kompetenter wahrgenommen
· Beispiele
o Kindererziehung attraktive Babys bekommen mehr Aufmerksamkeit
o Leistungsbeurteilung bessere Noten durch Professoren
o Politik Wahlgewinn eines Kandidaten
o Personalauswahl Attraktivität ausschlaggebender als berufliche Qualifikation
RIM = Reflektiv-Impulsiv-Modell
RIM = Reflektiv-Impulsiv-Modell (Strack & Deutsch)
· Urteile und Verhalten werden von zwei abgrenzbaren Verarbeitungsprozessen bestimmt
· Bei geringer Motivation oder eingeschränkter Verarbeitungskapazität finden weniger aufwendige Verarbeitungsprozesse statt
· Verhalten wird von zwei interagierenden mentalen Systemen bestimmt (relfektiv und impulsiv)
o Sind durch unterschiedliche Repräsentation und Verarbeitung gekennzeichnet
o Reflektives System = bewusste Verhaltensentscheidungen generiert
o Impulsives System = Verhalten durch grundlegende motivationale Orientierungen (z.B. Hunger) und durch assoziative Verknüpfungen ausgelöst
o Reiz kann über assoziative Prozesse (impulsiv) oder über Nachdenken beruhende Prozesse und bewusste Verhaltensentscheidung (reflektiv) Verhaltensschemata aktivieren und Verhalten auslösen
o Beide Systeme können synergetisch (in gleiche Richtung) oder antagonistisch (gegenläufig) wirken
Erinnerung und Urteilsgenerierung
· Letzte Stufe der sozialen Informationsverarbeitung = Erinnerung und Urteilsgenerierung bestimmt Verhalten in sozialen Situationen und wie andere Personen eingeschätzt werden
· Rekonstruktions- und Schlussfolgerungsprozesse
o Ereignishäufigkeiten werden unterschätzt oder überschätzt
o Auf Schlussfolgerungen angewiesen, da wir nicht einfach gespeicherte Daten abrufen oder abspulen können
o Beinhalten Verzerrungen
o Ursache für Verzerrungen = Menschen nutzen zur Informationsverarbeitung ihre bestehenden Wissensstrukturen
o Fehlende Erinnerungen werden mit Schlussfolgerungen aus vorhandenen Schemata oder Annahmen aufgefüllt
o Menschen können tatsächlichen von „ergänzten“ Erinnerungen kaum unterscheiden Quellenverwechslung (insbesondere durch suggestive Fragen)
o Z.T. kann wiederholtes Nachfragen Erinnerungen an Ereignisse erzeugen, die nicht stattgefunden haben Quelle der Erinnerung (z.B. Interviewer) wird vergessen und das Ereignis als echte Erinnerung fehlgedeutet
Richtungen der Informationsverarbeitung
· Richtung der Informationsverarbeitung
o Top-Down
§ Die höhere Ebene der Wissensstruktur (Schemata) bestimmt, wie wir Information auf einer niedrigeren Ebene (Reize) verarbeiten
§ Geeignetes Vorwissen Reize oder Objekte werden schneller in passenden Zusammenhang eingeordnet
o Bottom-Up
§ Reizgrundlage (niedrigere Ebene) bestimmt die Informationsverarbeitung
Prototyp und Exemplar
Prototyp und Exemplar
· Prototyp = Durchschnitt der in der Kategorie zusammengefassten Elemente
o Typtische Vertreter einer Kategorie (Mittelwert der Merkmalsausprägung)
o Z.B. Braut in Weiß, Größe eines Basketballspielers
· Exemplar = ein einzelnes bestimmtes Exemplar repräsentiert die Kategorie besonders gut (exemplar-based representation) durch konkretes Beispiel repräsentiert (z.B. Anna Netrebko als Opernsängerin)
Kognition
Kognition = Oberbegriff für mentale Prozesse und Strukturen eines Individuums
· Objekte der Wahrnehmung sind sozial (Wahrnehmung anderer oder uns selbst im sozialen Raum)
· Soziale Interaktion (Eindrucksbildung anderer Personen im Gespräch oder unser Verhalten durch diese Person beeinflussen lassen)
· Sozial geteilt durch Mitglieder der sozialen Gruppe
Sozialspsychologie
Sozialpsychologie
Grundlagendisziplin der wissenchaftlichen Psychologie
Ziel = verstehen und erklären, wie Denken, Fühlen und Verhalten von Individuen durch die tatsächliche, vorgestellte oder implizite Anwesenheit anderer beeinflusst werden