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Haven't started (33)

Was ist Religion? Erkläre die verschiedene Begriff!

Religion ist ein wissenschaftlich umstrittener, vieldeutiger Begriff:


funktionaler Begriff von Religion: Sport, Konsum, Massenereignisse werden als “Religion” gesehen, im Sinne gesellschaftlicher Praktiken, die ein “Verschmelzungsgefühl auslösen


substantieller Religionsbegriff: Glaube an eine transzendente Wirklichkeit als Lebensform


phänomenologischer Religionbegriff: Leben in Verbindung mit dem “Göttlichen”

(Religionsgemeinschaften, Esoterik, Yoga, Spiritualität)


Institutionelle Religion/sozialwissenschaftlich betrachtet:

Durkheim (1965) definiert Religion als ein einheitliches System von Glaubensvorstellungen und Praktiken in Bezug auf heilige Dinge, die Anhänger zu einer moralischen Gemeinschaft vereinen.

Religiosität umfasst eine positive Beziehung zu einer oder mehreren Religionen; Konfessionelle Religion beinhaltet ein Set von Glaubensvorstellungen und Verhaltensweisen, die von einer Gemeinschaft geteilt werden


Individuelle Religion:

Individuelle Religiosität ist ein mehrdimensionales Konstrukt, welches sehr unterschiedliche Formen annehmen kann.

Erkläre die drei Dimensionen der individuellen Religion!

Religion in 3 Dimensionen:


Außen

Lebensglaube ->

Sinnfrage (Religiöse Grunderfahrung) -> ich fühle mich gehalten "es gibt etwas Höheres, wie die Kraft oder Gott


Mitte

Gottesglaube -> Transzendenzerfahrung, ich kenne eine “andere Wirklichkeit”, Ich

glaube an Gott, aber ich gehe nicht in die Kirche”


Innen

Gemeinschaftsglaube -> Zugehörigkeit zu einer Konfession / Glaubensgemeinschaft

“Ich praktizieren meinen Glauben”, ..beten, Besuch von religiösen Stätten)


  • suche nach klarem Handlungsrahmen


  • eindeutige Werteorientierung
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Was ist unter Weltanschauung in der Religion zu verstehen?

Alle Religionen beinhalten eine Weltanschauung (ein

Fenster, von dem aus auf die Welt geschaut wird) ABER nicht alle Weltanschauungen sind religiös.


Kosmologien sind wissenschaftliche Lehren über den Aufbau und die Entstehung/Entwicklung des Universums.

Wie wird die Religion in der Gesellschaft gesehen?

Die Auseinandersetzung mit Religion muss als Teil eines demokratischen Aushandlungsprozesses

gesehen werden, die alle Bürger*innen der Gesellschaft gleichermaßen betrifft, egal ob man sich selbst

als religiös/areligös bezeichnet.


  • Religiöse Mehrsprachigkeit (Polak)
  • Sekuläre Sprache

Säkularisierungstheorie der Moderne / Doppelter Pluralismus

Die Säkularisierungstheorie, dass Modernität zu einem

Untergang von Religionen führen muss, wurde empirisch widerlegt.


Es braucht ein neus Paradigma:


DER DOPPELTE PLURALISMUS*


  • Koexistenz unterschiedlicher Religionen
  • Koexistenz von SÄKULARITÄT und Religion


Koexistenz bedeutet, dass verschiedene Gruppen nebeneinander bestehen und friedlich zusammenleben, ohne einander zu bekämpfen oder zu verdrängen.


  • Koexistenz unterschiedlicher Religionen bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen und Glaubensrichtungen in derselben Gesellschaft zusammenleben können.


  • Koexistenz von Säkularität und Religion bedeutet, dass sowohl säkulare (weltliche, nicht-religiöse) als auch religiöse Lebensweisen gleichzeitig in einer Gesellschaft existieren und akzeptiert werden.


Es geht dabei um das friedliche Zusammenleben und die gegenseitige Anerkennung, auch wenn es unterschiedliche Überzeugungen und Weltanschauungen gibt.

Was bedeutet "Dominanzverlust durch Pluralisierung"?

Der Begriff „Dominanzverlust durch Pluralisierung“ in der Religion beschreibt die Veränderung der Rolle und Bedeutung von Religionen in modernen Gesellschaften, insbesondere im Kontext von Pluralismus und Vielfalt. Diese Veränderung hat zur Folge, dass eine früher dominante Religion an Einfluss und gesellschaftlicher Macht verliert.


christl. Vormachtstellung/Dominanz nimmt zunehmend ab - wird als Verlust wahrgenommen


Differenz als Chance für Selbsterkenntnis, Identitätsbildung, Lernprozesse, Anregung die eigene

Religiösität zu hinterfragen (rel. Selbstreflexion)


religiöse Diversität als Ressource anzuerkennen bedeutet die FRAGE und SUCHE nach WAHRHEIT

als gemeinschaftlichen Prozess zu betrachten


Empathiefähigkeit wird durch reale Begegnung mit religiöser Diversität gefördert, Vorurteile können abgebaut oder verhindert werden, Euphorie und irrationale Ängste können abgebaut

werden

Was versteht man unter Identitätspräkariat?

Identität ist nicht mehr eindeutig.

Es herrscht ein Kampf um die Vorherrschaft zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Man ist nicht mehr einfach der, der man immer war. Nationale Identität wird durch Globalisierung zunehmend brüchiger. Dieses gesellschaftliche Phänomen bezeichnet Isolde Charim als “Identitätspräkariat” Weil die vormals “eindeutig

österreichische” Identität umkämpft ist und stets neu ausgehandelt werden muss in einer pluralisierten Gesellschaft, wird dies von vielen Menschen als Verlust (als Minus) empfunden. Ebenso empfinden Menschen, die aus ihrer Heimat nach Österreich immigriert sind einen Verlust in Bezug auf ihre Identität. Daraus ergibt

sich ein gemeinsames Minus

Beschreibe die Selbstorientierung in der Religion!

  • diese Entwicklung wird von vielen als Verfall oder Verlust wahrgenommen


  • als Ausbruch des Egoismus, Hinwendung zum Hedonismus (galt in der traditionelle Ethik des Gemeinschaftsdienstes und der Selbstdisziplin als Laster)


  • Verschiebung der allgemeinen Wertauffassung (davor war die Großfamilie der Rahmen und die Religion die Quelle der Werte)


  • Revolution der Konsumwelt - Fokus auf Kernfamilie - Abwendung von religiösen Institutionen


  • Vom Konformismus und Kollektivismus zum expressiven Individualismus - Entstehung von Jugendbewegungen - Selbstfindung als Programm (Ersatz für Religion)

Was versteht man unter "der ausgrenzenden Humanismus" in der “Moderne” ?

SÄKULARITÄT als Kennzeichen für die MODERNITÄT eines Staates:


Es geht nur noch um menschliche Werte, was im historischen Vergleich eine einzigartige Situation ist. In dieser “modernen Welt” stellt der Glaube für viele Menschen die Tür zum “Außenseitertum” dar, da es in der modernen Welt keinen Platz für den Glauben gibt. Man spricht vom exkludierenden Humanismus oder “Atheismus” als Normalitätsvorstellung.

Werte & Weltanschauung

  • Wahlfreiheit/Entscheidungsfreiheit als oberster Wert nach Werteverschiebung: Frauenrechtsbewegungen ab Mitte 20.JH, Bürgerrechtsbewegung,politische Demonstrationen, Protestbewegungen


  • Zeitalter der Authentizität - neue Werte: Bejahung der Sinnlichkeit (LSD, Hippie-Bewegung), Streben nach Selbstverwirklichung, Yoga, neuer Spiritualismus, “Bastelreligionen” (Patchwork-Spiritualität wird individuell gestaltet ), Ausbrechen aus Traditionen und Zwängen, Akzentverschiebung


  • Maßgeblich für das Ichgefühl der Jugend wird Mode, Medien, Stars, Video-Games,.. verdrängt das Gefühl der Zuhegörigkeit zu kollektiven Großverbänden (Nation, Kirche, Parteien,..) Ideale wie Fairneß und wechselseitige Achtung vor der Freiheit des anderen = moderne moralische Ordnung


  • Ethik der Authentizität geht mit einem sanften Relativismus einher: jeder darf tun was er mag, die Werte des anderen dürfen nicht kritisiert werden (Ethik der Freiheit/ Toleranz als oberster Wert)

Spiritualität des 21. Jahrhunderts

Die Grundform der Spiritualität ist die SUCHE - ich selbst muss meinen Weg zur spirituellen Tiefe

finden - “Selbstfindung” in Gegenüberstellung zur Religion spiegelt die Ablehnung gegenüber der

Kirche als autoritäre Institution Glauben ohne Zugehörigkeit (believing without belonging) - Abkopplung von Glauben und Praxis


Westliche Gesellschaften sind in historischer Weise christlich geprägt - das Zeitalter der Authentizität brachte jedoch einen Rückzug des Christentum hervor . Globalisierung/Mobilisierung werden für die Pluralisierung der Gesellschaft/der Religion verantwortlich gemacht. Dieser Prozess wird als Verlust und Verunsicherung empfunden - es kommt vermehrt zu Polarisierungstendenzen und dem Wunsch “zurück in die Vergangenheit zu rudern”. Pluralisierung kann jedoch als Chance genutzt werden um eigene Normalitätsvorstellungen zu hinterfragen und Diversität als Bereicherung anzuerkennen.

Feste als “Verschmelzungserlebnis”

Menschen suchen Augenblicke der

“Verschmelzung”(gemeinsames Handeln/Empfinden),

die uns aus dem Alltag herausreißen und mit etwas

Jenseitigem in Verbindung bringen


Massenversammlungen, Rockkonzerte, Raves, stark

bewegende Ereignisse, Weltjugendtag, Wallfahrten, …

diffuses Christentum - nominelle Verbundenheit zu

einer konfessionellen Institution - ohne physische

Zugehörigkeit

Die sechs Grundpraxen des Menschen

Dietrich Benner sechs Aufgaben des Menschen (inkl. Bestimmungen):


  • Arbeit
  • Politik
  • Ethik
  • Religion
  • Pädagogik
  • Kunst


alle Lebensaufgaben bedingt durch Freiheit, Geschichtlichkeit, Sprachlichkeit und Leiblichkeit


alle Lebensaufgaben gleichursprünglich – in jeder Lebenssituation zu bearbeiten – jeder muss sich ihnen stellen

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Fragen nach dem guten Leben und der Endgültigkeit

Wissen um das gute Leben im Jetzt (z.B. im Umgang mit der Erde) und ebenso um die menschliche Endlichkeit/Sterblichkeit.


Wie denke und handle ich angesichts meiner Endlichkeit?


dies bringt mit sich, Dingen auf den Grund gehen zu wollen


  • Transzendenz→ erfahrungsunabhängige Anschauung


  • Metaphysik → beschäftigt sich mit Grundlagen der Erkenntnis, des Seins, des Denkens in seinem Möglichkeiten und Grenzen


→ stetige Suche nach letztgültigen (unabschließbaren) Sinn aller Handlungszwecke (woher bekommen wir ihn?)

Handeln mit Sinn und Zweck

Unterscheidung in Handlungszweck (Vernunft, Zweckrationalität) und Handlungsziel


  • Zwecksetzungen haben zeitpunkthafte Handlungstelos (mit Wirkung)


  • Sinn als Endziel fragt nach dem Sinn aller Zwecke (über den eigene Endlichkeit hinaus)


  • Suche nach den begründeten Sinn geht über vernünftige (wozu?) Fragen hinaus → nicht abschließend beantwortbar, unergründlich → herausspringen aus dem Denkschema (Paradigma)


  • Ursprung könnte in der Eigenmächtigkeit des Individuums liegen, sinnvoll zu handeln (woher?) „Religion versichert uns, dass es einen Sinn gibt“


  • Sinnsuche als Motiv: kein kausaler Grund, sondern die Ermutigung und die Hoffnung auf ein Gelingen können, auf das bessere Mögliche, aber nicht die endgültige (menschliche) Antwort


Der Handlungszweck ist das mit einer Tätigkeit direkt angestrebte Ziel. Wir machen etwas, weil wir einen langfristigen Sinn darin sehen. Religion ist die Erinnerung daran, dass es Sinn macht, sich zu bemühen.

Religion als Dauerauftrag der Suche

  • Sinnstiftung statt inhaltliche Vorschriften


  • Zweifel daran, dass endgültiger Lebensinn in der materiellen menschengemachten Welt gefunden werden kann


  • Rolle des Zweifels zentral, weil er Zweck-Mittel-Denken überschreitet


  • Menschliches Wissen und menschengemachte Ordnungen sind nicht endgültig (Religion wird dadurch auch gesellschaftskritisch)


  • Verbindung zum Bildungsbegriff, frei nach Meister Eckhart (1260-1328): Alles was wir wissen ist gültig, aber nicht endgültig (Bildung, als selbstbestimmte Suche nach dem eigenen Bild)

Verhältnis von Wissen und Glauben

Menschfragen nach Kant: Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen?


  • Wissen steht in einem Possessiv-Verhältnis zum Ich und ist gegenstandsbezogen, objektiv und mittteilbar, aber auch in dem Wissen um das eigenen Wissen (Stückwerk, Unvollständigkeit, Innerlichkeit → nicht mitteilbar)


  • Kant nennt diese Innerlichkeit des Wissens Glauben (also eine Überzeugung, die aus dem eigenen Wissen kommt!)


  • Gewissheit ist kein Wissen → Wissen (als zeitliches für-wahr-halten) kann revidiert, bezweifelt werden, Gewissheit hat nicht den Anspruch objektiv gültig zu sein (sondern ist die Voraussetzung etwas zu wissen, für- gewiss-halten) und kann daher auch nicht bezweifelt werden, sie „begleitet“ Wissen


  • mit der (Sinn-)Gewissheit fängt alle Erkenntnis an, erhält Maßgabe und Richtungsbestimmung

Bildsamkeit als Bildungsfähigkeit

  • als Begriff „zur Bezeichnung der Erziehbarkeit und Selbstbestimmbarkeit des Menschen“


  • Als Prinzip das Ich-Du-Verhältnis als Fundament pädagogischen Handelns zu denken


  • Pädagogische Führung nur in der Logik von Führen und sich-führen lassen (Aufforderung zur Mitwirkung/Selbsttätigkeit) verstehbar (Bildsamkeit ist die Voraussetzung für die pädagogische Interaktion beinhaltet beides)


  • Selbsttätigkeit enthält Reflexivität von Denken und Wollen (Vernunftfähigkeit), Mensch als „Werk seiner Selbst“


  • Zielrichtung (Sinnperspektive) ist im Prinzip nicht enthalten (braucht aber Maßgaben)

Religiosität als Bindungsfähigkeit

  • eine der Wurzeln: religiare→ rückbinden


  • Unauflösbares Spannungsfeld von Sinnlichen (Immanenz) und Übersinnlichen (Transzendenz, Grenzen des Erfahrbaren denkend begegnen) in der (unendlichen) Zeit mit einem endlichen Ich „Religion ist Sinn und Geschmack fürs Unendliche“


  • Das Ich vergewissert sich seinen eigenen Voraussetzungen für das Denken und Wollen durch das Vermögen „Gefühl“ (Schleiermacher, Natorp)


  • Gefühl steht für intrapersonale Subjektivität („letzte Wurzel“ allen Selbst-Bewusstsein), das Denken und Wollen beanspruchen Allgemeingültigkeit (Maßgabe der Gegenständlichkeit)


  • Religiöse Bindung lässt sich nicht mitteilen, befehlen oder lehren

Verhältnis Bildung und Bindung

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Religiöses Handeln als Grundpraxis des Menschen

Praxis der Lebenden mit den Toten

Verständigung über den Sinn menschlichen Daseins

Auseinandersetzung mit dem Tod


Religionssensibilität als pädagogische Kompetenz:


Religiosität als “Talent” fördern, entdecken (“religiöse Musikalität”)

Menschen haben das Gefühl, “da ist noch etwas anderes”. Abhängig von der sozialen

Umwelt, der Erziehung und dem Angebot an Möglichkeiten zu glauben, entwickeln

Menschen ein Weltbild/ein Gottesbild.

Pädagoisch professionelles Handel begleitet die Suche nach der Wahrheit, kann keine

fertigen Antworten geben.

Religionssensibilität

als pädagogische Kompetenz

  • ausgehend von 3-dimensionalen Religionsmodell


  • Religion gehört zum Menschsein


  • pädagogische Kompetenz impliziert Religionssensibilität


  • Religionssensibilität ist nicht abhängig von der Religiosität/Nichtreligiösität der Pädagog:innen


  • Professionelle Pädagogik muss für die Reflexion von Grunderfahrung offen sein und diese fördern


  • keine Output-orientierte Kompetenz sondern sensisbler, kreativer, partizipativer Zugang zu Religion (Rituale, Orte, Texte, Zeichen, Gebräuche..)


  • Suche nach Sinn, Halt, Orientierung und eigener Identität der Schüler:innen begleiten


  • Fragen nach der Andersartigkeit von Religionsgemeinschaften und Kulturen, nach Gott oder einer höheren Macht nach dem Woher und Wohin ihres Lebens ernst nehmen


  • bei der Beantwortung dieser Fragen begleiten, ohne dass schon fertige Antworten gegeben werden können


  • In den UN-Kinderrechtskonventionen (Artikel 14) ist festgelegt, dass jedes Kind ein Recht auf Begleitung in religiösen Fragen hat


Dem gilt es sich bewusst und reflexiv zu stellen


Religionssensibilität erfasst auch die Perspektive, dass mit „Religion“zuschreibende, ausgrenzende, realitätskonstruktive Praktiken verbunden sind.

Erkläre mir die Punkte des Umgangs mit religiöser Vielfalt!

Der Umgang mit Religion zeigt sich in


  • Symbolen, Kleidung, Exkursionen, Terminplanungen, Feiern, Konfliktfällen


  • Unterrichtskultur (kann als Subkultur gesehen werden) wird auch in 3 Ebenen ausdifferenziert


  • Lehrpersonen (Haltung & Einstellung)


  • Wie wird mit und über Schüler:innen gedacht und kommuniziert?


  • Welche Inhalte werden angeboten?


  • Welche Methoden werden eingesetzt?


  • KULTUR der ANERKENNUNG


  • Schüler:innen werden in ihrer rel. Diversität anerkannt


  • Berücksichtigung von Machtverhältnisse und Ungerechtigkeiten


  • Schüler können sich zugehörig fühlen



  • keine Zuschreibungen/Möglichkeiten unter

Was können Diskriminierungsgründe sein?

Rassistische Diskriminierung (allgemein): 84 %


  • Ethnie: 16 %
  • Hautfarbe: 8 %
  • Rassistische Diskriminierung (Merkmal nicht angegeben): 40 %
  • Religiöse Zugehörigkeit/Zuschreibung: 3 9
  • Antimuslimische Rassistische/Islamfeindliche Diskriminierung: 36 %
  • Antisemitische Diskriminierung: 1 %
  • Geschlechtsidentität: 6 %
  • Intergeschlechtlichkeit/Variationen der Geschlechtsmerkmale: 5
  • Ableistische Diskriminierung: 1
  • Alter : 1 %

Wie lautet die westliche Idee der Moderne?

Die westliche Moderne wird als das Resultat einer linearen Entwicklung betrachtet. Die Aufklärung trug

dazu bei, dass die "Wahrheit" entdeckt wurde. Die Säkularisierung stellt den geistigen Wandel dar, in dem

die Europäerinnen ihre geistig begrenzten Horizonte abgelegt haben. So lautet das Narrativ der westlichen Moderne. Die Kehrseite dieser Moderne ist jedoch die damit verbundene Abwertung und Ausschließung von Nationen/Menschen , die nicht der Logik der aufgeklärten Moderne folgen und daher als "entwicklungsbedürftig, hinten nach oder "unterentwickelt" abgewertet werden. Dieser Anspruch der Exklusivität legitimiert auf rationale Weise rassistisches und diskriminierendes Denken und

Handeln und stellt eine Grundlage für die massive Abwehr gegen Religion dar.

Wie kann man Diskriminierung entgegenwirken?

  • Reflexion der eigenen Vorurteile & Einstellungen


  • Entwicklung einer diskriminierungssensiblen Kultur der Schule


  • Entwicklungspotenziale der Schule erkennen


  • Partizipationsmöglichkeiten schaffen


  • Diskriminierungsbewusste Sprache entwickeln


  • Auseinandersetzung mit Unterrichtsmaterialien- und Inhalten


  • Thematisierung in Workshops und Unterrichsstunden



  • Fort- und Weiterbildungen

Wie schaut eine Postkoloniale Pädagogik aus?

Pluralitätskompetenz in der pluralisierten Gesellschaft wird durch soziale Kontakte in Bildungseinrichtungen gefördert. Haltung der Lehrperson spiegelt sich in der Didaktik und Methodik des Unterrichts.

Daher ist ein Nachdenken und Hinterfragen der eigenen Positioniertheit in Bezug auf Religion/Weltanschauungen notwendig (Metareflexivität). Lehrpersonen sollen fähig sein zu hinterfragen warum sie so denken wie sie denken. Worauf ist mein Wissen gegründet? Welche stereotypen Vorstellungen könnten sich in meinem eigenen Nachdenken und Werten "verstecken"?

Erkläre die religiöse Diskriminierung näher!

Definition Diskriminerung: Person wird aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer best.

Gruppe und unabhängig von individuellen Eigenschaften anders behandelt,


Bewusste/unbewusste Diskriminierungen fallen oft nicht auf, weil sie als Selbstverständnis unhinterfragt bleiben DAHER bedürfen sie besonderer Aufmerksamkeit


Individuelle/strukturelle/institutionelle Ebene der Diskriminierungen


I: Verhalten zwischen Schüler:innen/SchülerI.nnen, Lehrer:innen/Schüler:innen


O: Handeln einer Organisation (Regeln, Gesetze, Abläufe)


S: gesellschaftl. Strukturen (Vorstellungen, Ideen, Medien)


Nenne mir die 12 Religionen, für die an Schulen Religionsunterricht angeboten werden!

  1. Katholisch
  2. Evangelisch
  3. Altkatholisch
  4. Islamisch
  5. Israelitisch
  6. Neuapostolisch
  7. Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
  8. Orientalisch-orthodox
  9. Griechisch-orientalisch (orthodox)
  10. Buddhistisch
  11. Alevitisch
  12. Freikirchlich

Urteilsfähigkeit im Zwischen

Fähigkeit, zwischen Thematisierung und Dethematisierung von kulturell codierten

Differenzmerkmalen sind angemessen zu entscheiden.


Kulturalistische Engfühung ist obsolet (auch Gefahr Strukturen soziale Ungleichheit zu kulturalisieren oder auch ‚kulturelle Differenz‘ als Sprachversteck für den Rassismus zu übersehen) → Notwendigkeit einer kulturellen Sensibilität in einer migrationspädagogischen

Orientierung (Teilhabe, Anerkennung von Ansprüchen)

Widersprüche rund um Kultur: Kultur verstehen (entziffern) festlegen und verfügen, begreifen und

eingreifen:


  • → Bedeutung von Intersubjektivität, Grenzen zwischen Sagbaren und Unsagbaren, Sprache als Träger von Intersubjektivität und damit Teilhabe (Mollenhauer „Vergessene Zusammenhänge“)


  • → Bedeutung von Interkultivierung als kritischer, reflexiver Umgang mit kulturellen Ordnungslogiken, Wissensformen und Wissensbeständen und Kontexten Religionszugehörigkeit zu einem Differenzkriterium erster Güte (mit kategorial erfassten Gruppen), da kulturell, sprachlich und sozial eingebettet (aber mehr als nur kulturelle Praktiken)


Pluralismus der Religionslogiken braucht einen Pluralismus der Umgangsformen mit

Religion(en) → pädagogischer Takt


Pädagogischer Takt

„zeigt der Begriff pädagogischer Takt (…) ein spezifisches Problembewusstsein an, das mit den

Fragen nach Bestimmbarkeit und Unbestimmbarkeit, nach Sicherheit und Unsicherheit sowie

nach Verfügbarkeit und Unverfügbarkeit pädagogischen Handels verbunden ist“


Unterrichtsgeschehen ist Unterricht ist kontingent*, emergent und situativ!


Keine Lösungsformel, sondern als Problematisierungsformel für pädagogische Sachverhalte fragende Grundhaltung, die oft vorschnelle Erklärungen des „Schon-Verstanden-Habens“ hinter

sich lässt und Sensibilität für Sinnbrüche, Mehrdeutigkeiten entwickelt


Verschiedene Denkansätze nach Degele/Winkler 2009:


  • interkategoral: Blick auf Binnendifferenzen (verringert Verallgemeinerungen)
  • Intrakategorial: kreuzende – intersektionale - Verbindungen
  • Antikategorial: Blick auf Ausschlüsse durch Kategorien (Dekonstruktion) – was wird gar nicht mitgedacht?

Kompetenzlosigkeitskompentenz

Fragende Haltung zu Kompetenzlogiken (die auch Macht- und Herrschaftslogik beinhalten)


  • Unterschied zwischen Performanz und Kompetenz → Handlungskompetenzen sind de facto Handlungsdispositionen (nicht mehr!)


  • Normalitätsvorstellungen und pädagogische Normen in den Blick nehmen


  • Rest-Unsicherheit steckt in jedem pädagogischen Unterfangen, in jedem Vermittlungsversuch → Vermittlungskrisen daher sehr wahrscheinlich (Scheitern)


Durch vielfache soziale (verstrickte) Positionierungen und Zugehörigkeiten braucht es ein, diese

Differenz-Ordnungen wahrzunehmen und gleichzeitig zu bearbeiten „Der provokante Begriff Genderkompetenzlosigkeitskompetenz stellt folglich ein Plädoyer dafür dar, die Grenzen des eigenen Wissens, Wollens und Könnens bzw. Handelns, sprich der eigenen

Professionalität und der damit einhergehenden Idee von Souveränität: anzuerkennen und sich sowohl in Bezug auf „quasitechnologische“ Vorstellungen von

Kompetenz als auch im Hinblick auf eine Vorstellung von Geschlecht als „reiner“ Kategorie

verunsichern zu lassen. Unter dem Begriff Genderkompetenzlosigkeitskompetenz ginge es also

darum, Ungleichheitsverhältnisse und ihre Auswirkungen auf pädagogisches Verhalten, Denken,

Sprechen und Handeln so weit wie möglich zum Gegenstand der Reflexion zu machen und

Pädagog*innen für die Beobachtung und Wahrnehmung der widersprüchlichen Effekte ihrer

eigenen pädagogischen Praxis zu sensibilisieren.“ 

Pädagogischer Umgang mit religiöser Heterogenität

Religion und Schulkultur (Annahmen über Zusammenleben, Menschenbild,

Weltanschauungen beeinflussen Schulleben und Geschehen im Unterricht)


  • Rel. als Störfaktor oder Bereicherung
  • Kultur ist stabil/dynamisch, allgegenwärtig


3 Ebenen der Schulkultur:


  1. ARTEFAKTE (Sprache, Arbeitsweisen, Rituale, Kleidung, Dokumente, Feste, Ausstattung)
  2. WERTE und NORMEN (Gebote, Verbote, Verhaltensrichtlinien, Tabus, unhinterfragte Verhaltensnormen
  3. GRUNDLEGENDE ANNAHMEN (Menschenbild, implizite Haltungen steuern das Verhalten der Organisationsmitglieder)


Veränderungen finden in Bildungsinstitutionen statt, wenn diese auf EBENE der GRUNDLEGENDEN ANNAHMEN erfolgen (langfristiger Prozess, provoziert Widerstände)