Flashcards in the set

Haven't started (26)

Determinismus

Die Annahme, dass jedes Ereignis notwendigerweise auf einer Ursache beruht (Schopenhauer, 4 Arten der Gründe)

Epistemische Gründe

Erkenntnisgründe



Geben Antwort auf die Fragem: warum/woher weißt du das?

Grund des Seins (Ratio essendi)


Beispiele nach Schopenhauer

...betreffen Zeit und Raum, Arithmetik und Geometrie.



Ein Zeitpunkt ist z.B. Seinsgrund des nächsten: „Jeder Augenblick ist bedingt durch den vorigen; nur durch jenen kann man zu diesem gelangen; nur sofern jener war, verflossen ist, ist dieser.“



In Bezug auf das Zählen sind kleinere Zahlen Seinsgrund größerer Zahlen.

Der Raum ist Seinsgrund geometrischer Sachverhalte.

Teile sind Seinsgrund des Ganzen, egal um welche Arten von Ganzheiten es sich handelt

Ratio essendi nach Christian Wolf und Kant

= Ratio possibilitatis, also die Bedingung der Möglichkeit.



Z.B. Beschaffenheit eines Steins, damit er sich in der Sonne erwärmen kann (kann aber auch, wie die nötigen Sonnenstrahlen, zur Ratio fiendi gezählt werden)

Ratio agendi

Grund des Handelns

Teleologisch

Zielbezogen


Telos, gr, Ziel/Zweck

Syllogismus

Schluss, Schlussfolgerung = Erklärt eine Handlung


Geht auf Aristoteles zurück

Praktischer Syllogismus

1. Eine Person will ein bestimmtes Ziel erreichen.


2. Sie glaubt, dass sie das Ziel erreichen kann, wenn sie eine bestimmte Handlung ausführt.


-> Also macht sie sich daran, diese Handlung auszuführen.


Wollen (in 1) + Glaube (in 2) = Grund des Handelns



Es kann aber noch was dazwischen kommen (z.B. fehlende Willensstärke)


-> Konklusion (Handeln) erfolgt nicht zwingend!

Infiniter Regress

Wenn A, dann B, wenn B, dann C, wenn C, dann D...



Wird in der Philosophie fast immer negativ bewertet. Dient als Nachweis zur Widerlegung von Theorien, Hypothesen u.Ä., die infiniten Regress beinhalten


Ein weiteres Beispiel für einen infiniten Regress findet man im "kosmologischen Gottesbeweis": nach Leibnitz:


Also muss der zureichende Grund, der keines anderen Grundes bedarf, außerhalb dieser Reihe der zufälligen Dinge liegen und sich in einer Substanz vorfinden, welche die Ursache der Reihe und ein notwendiges Wesen ist, das den Grund seiner Existenz in sich selbst trägt; denn sonst hätte man noch immer keinen zureichenden Grund, bei dem man stehenbleiben könnte. Dieser letzte Grund der Dinge wird Gott genannt.

Genese der Prinzipiensuche

Bevor man unendliche Regresse zuließ, postulierte man lieber die Existenz eines Gottes.


Um den Regress zu vermeiden, wurde behauptet, die Kette der Gründe ende bei einem oder mehreren grundlegenden Prinzipien, die selbst keiner Begründung bedürfen. Die Suche nach solchen Prinzipien spielte in der Philosophie schon immer eine wichtige Rolle, ist aber auch bis heute umstritten.


A weil B, B weil C, C weil D!!! D ist ein Prinzip

Die zwei Bedeutungsmöglichkeiten von 'Prinzip' in der Philosophie

1. Es kann etwas in der Wirklichkeit gemeint sein, ein „Grund“ oder Fundament, auf dem alles ruht. Das griechische Wort dafür war archē. Der Gott des kosmologischen Gottesbeweises wäre ein Prinzip in diesem Sinn


2. Heute ist mit einem Prinzip aber meist ein Grundsatz gemeint, also eine grundlegende Aussage, die nicht auf andere Aussagen zurückgeführt wird. Hier passt am besten das ebenfalls aus dem Griechischen stammende Wort „Axiom“ (axioma).


> alle philosophischen Disziplinen haben ihre eigenen Prinzipien

Woraus entsteht ein Theorem und worauf folgt es?

Was nicht selbst Prinzip ist, wird möglichst auf Prinzipien zurückgeführt bzw. von diesen abgeleitet. Hier spricht man oft von Theoremen, die aus Axiomen folgen.

Reduktionismus

bezieht sich darauf, dass Aussagen eines bestimmten Bereichs auf andere zurückgeführt („reduziert“)


Beispiel für einen Reduktionismus ist der Materialismus, d.h. die These, dass alles Existierende materiell ist. Das würde heißen, dass der menschliche Geist irgendwie auf die Materie zurückgeführt werden müsste, indem man z.B. behauptet, dass geistige Prozesse identisch mit Gehirnprozessen sind

Prinzipien des Denkens: Ein gutes Beispiel sind die vier methodologischen Regeln aus dem Discours de la Méthode von René Descartes


1 & 2

1. Evidenz:] Die erste Vorschrift besagte, niemals irgendeine Sache als wahr zu akzeptieren, die ich nicht evidentermaßen als solche erkenne; dies bedeutet, sorgfältig Übereilung und Voreingenommenheit zu vermeiden und in meinen Urteilen nicht mehr zu umfassen als das, was sich so klar [clairement] und so deutlich [distinctement] meinem Geist vorstellt, dass ich keine Möglichkeit hätte, daran zu zweifeln.


[2. Analyse:] Die zweite besagte, jede der Schwierigkeiten, die ich untersuchen würde, in so viele Teile zu zerlegen, wie es möglich und wie es erforderlich ist, um sie leichter zu lösen.

Prinzipien des Denkens: Ein gutes Beispiel sind die vier methodologischen Regeln aus dem

Discours de la Méthode von René Descartes



3 & 4

3. Synthese:] Die dritte besagte, meine Gedanken mit Ordnung zu führen, indem ich mit den am einfachsten und am leichtesten zu erkennenden Dingen beginne, um nach und nach, gleichsam stufenweise, bis zu der Erkenntnis der am meisten zusammengesetzten aufzusteigen, und indem ich selbst dort Ordnung unterstelle, wo nicht natürlicherweise das eine dem anderen vorausgeht.


[4. Vollständigkeit:] Und die letzte besagte, überall so vollständige Aufzählungen und so allgemeine Übersichten herzustellen, dass ich versichert wäre, nichts wegzulassen. (Discours II 7-10)

Beispiel für ein Prinzip:



ontologisches Sparsamkeitsprinzip nach Wilhelm von Ockham (1285–1347



„Ockhams Rasiermesser/Skalpell“

„Entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem“;


Entitäten/Gegenstände dürfen nicht über das Notwendige hinaus vermehrt (d.h. angenommen)


werden, Ockham nutze ursprünglich eine andere Formulierung



Die Bezeichnung „ontologisch“ (von griechisch to on, „das Seiende“) deutet darauf hin, dass


es um das Sein geht; um das, was ist. Gibt es verschiedene Erklärungen für etwas, dann sollte


man laut diesem Prinzip die ontologisch sparsamere Erklärung wählen, also die, die mit


weniger Entitäten (lateinisch ens, „das Seiende“) auskommt. Die überflüssigen Entitäten


werden mit dem „Skalpell“ abgeschnitten

Praktische Anwendung des ontologischen Sparsamkeitprinzipis nach Ockham (Geldtasche)

Wenn Sie erklären möchten, warum Ihre Geldtasche verschwunden ist, werden Sie zunächst eine ontologisch sparsame Erklärung versuchen. Sie werden nicht annehmen, dass es einen Dieb gibt, sondern dass Sie sie verlegt haben. Und wenn Sie doch an die Existenz eines Diebes glauben – aus welchen Gründen auch immer –, werden Sie nicht ohne Grund an die Existenz einer Diebesbande glauben und damit die Entitäten sinnlos vermehren.



Wie kann Ockhams Skalpell Platons Problem (Oder Aristoteles Problem!) des Dritten Menschen lösen?

Man benötigt keine Idee, die zwischen dem einzelnen Menschen und der Idee des Menschen vermittelt, wenn man stattdessen annimmt, dass nur Einzeldinge (wie Menschen) einander mehr oder weniger ähneln, während keine Ähnlichkeit zwischen Idee und Einzelding bestehen

Warum kann auch der kosmologische Gottesbeweis als Anwendung des Skalpells gesehen werden?

~ In einer Hinsicht: unendliche Kette der Ursachen werden „abgeschnitten“, indem man Gott postuliert.


Allerdings ist Gott ein Wesen, das in ontologischer Hinsicht

ganz anders ist als alles, was sich im Universum befindet: rein geistig, notwendig


~

andererseits: gerade das Streichen Gottes könnte als Anwendung des Skalpells verstanden werden, da es die Annahme einer ganz neuen Art von Wesenheit vermeidet. Man könnte dann annehmen, dass das Universum bzw. Universen schon seit ewiger Zeit existiert haben. Aber dazu müsste man die Furcht vor dem infiniten Regress ablegen


>> Konflikt zw onto. Sparsamkeit (kein Gott) & Vermeideninf

Bsp für ein Prinzip aus der Ethik:


das Prinzip des größten Glücks von John Stuart Mill (1806-1873)

Die Auffassung, für die die Nützlichkeit oder das Prinzip des größten Glücks die Grundlage der Moral ist, besagt,


- dass Handlungen insoweit und in dem Maß moralisch richtig sind, als sie die Tendenz haben, Glück zu befördern,


- und insoweit moralisch falsch, als sie die Tendenz haben, das Gegenteil von Glück zu bewirken.



(Mill, Der Utilitarismus)

Eckdaten Stuart Mill

1806-1873


Wichtigster englischsprachiger Philosoph des 19. Jhrdts


Liberalismus (Freiheit des Menschen über soziale Kontrolle und grenzenloser Staat),


Beiträge zu soziale, polit und wi Theorien


Befürworter der Frauenrechte


Arbeitete auch im britischen Parlament und der


Verwaltung der indischen Kolonie

Sind Prinzipien evident?

Von Prinzipien wird oft behauptet, sie seien intuitiv einsichtig (evident) und müssten daher nicht mehr begründet werden.


Die Begründung von Relativem erfolgt hingegen diskursiv/demonstrativ, durch Beweise und Schlussfolgerungen = durch die Zurückführung auf Prinzipien.


Dabei ist freilich zu bedenken, dass es in der Philosophie kein einziges unumstrittenes Prinzip gibt (mir fällt jedenfalls keines ein). Das gilt auch für die Beispiele, die bisher vorgekommen sind. Es kann also keine Rede davon sein, dass Prinzipien „evident“ sind. Genauer gesagt sind sie jeweils höchstens für manche PhilosophInnen evident

Definition "Wesen"

Das Wesen einer Sache umfasst die Eigenschaften, die die Sache ausmachen, die sie nicht verlieren kann, ohne etwas anderes zu werden – z.B. die Eigenschaften, die einen Vogel zu einem Vogel machen

> notwendigen (essentiellen) Eigenschaften.


Andere Bezeichnungen für das Wesen (griech. ousia) sind: Essenz, Sosein, Washeit.

Unterscheidung Wesen einer Sache vs. Wesen iSv Wesenheit

Wesenheit: Begriff für alles, was überhaupt existiert.


Dazu gehören u.a.

- materielle Dinge

- Prozesse

- geistige Zustände

- Zahlen

- Eigenschaften usw.,


je nachdem, welche dieser Arten von Gegenständen jemand für existierend hält – da ist man sich in der Philosophie nämlich nicht einig (Es gibt z.B. Leute, die glauben, dass es keine geistigen Zustände oder keine Zahlen gibt)


Wesenheiten sind einzelne Dinge, z.B. „menschliche Wesen“

Zwei Begriffe, die oft in Zusammenhang mit Wesen vorkommen, da sie jeweils in bestimmter Hinsicht das Gegenteil bedeuten

Existenz (lat. esse): Sein, Dasein.


Wenn das Wesen von Vögeln z.B. in den Eigenschaften

„zweibeinig“, „gefiedert“, „Flügel“, „eierlegend“, "Schnabel“ usw. liegt, so heißt dies nicht, dass die Wesenheiten Vögel auch existieren (sie könnten z.B. ausgestorben sein).


Die Existenz der Wesenheiten ist also etwas anderes als ihr Wesen; es ist etwas, was zum Wesen "hinzukommt“


Akzidenz (Accidens):


damit sind die unwesentlichen Eigenschaften von etwas gemeint; die Eigenschaften, die ein Vogel verlieren kann, ohne sein Vogelsein zu verlieren, z.B die Anzahl seiner Federn.


Ein Vogel hat essentielle und akzidentelle Eigenschaften.




Substanz eines Wesens

Wenn vom Gegenteil von „Akzidenz“ die Rede ist, wird für „Wesen“ auch gerne das Wort "Substanz“ verwendet


Substanz ist das Wesen eines Dinges, das seine notwendigen, substantiellen Eigenschaften umfasst, während Akzidenzien seine unwesentlichen Eigenschaften sind.


Bsp: Substanz eines Vogels sind Federn. Wie viele diese sind, ist unwesentlich (Akzidenz)